Hartenstein (Mittelfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hartenstein
Hartenstein (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hartenstein hervorgehoben
49.59583333333311.523888888889500Koordinaten: 49° 36′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Velden (Pegnitz)
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 22,8 km²
Einwohner: 1435 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91235
Vorwahl: 09152
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 129
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Höflaser Str. 1
91235 Hartenstein
Webpräsenz: www.hartenstein-mfr.de
Bürgermeister: Werner Wolter (FWG)
Lage der Gemeinde Hartenstein im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Hartenstein ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Velden.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Fluss Pegnitz in der Hersbrucker Alb.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Neuhaus an der Pegnitz, Hirschbach, Vorra, Kirchensittenbach, Velden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 15 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg Hartenstein, 2007

Die Burg Hartenstein entstand vor etwa 1250; sie diente hauptsächlich als Pflegamtssitz für das Gebiet der umliegenden Dörfer im Veldensteiner Forst. Die befand sich bis 2001 in Privatbesitz, 1803, nach der Säkularisation in Bayern kam das Pflegamt Hartenstein zum Landgericht Sulzbach [3]. Das Pflegamt Hartenstein wurde aufgelöst, und es bildeten sich drei Gemeindebezirke. Diese gliederten sich in die königlich bayerischen Gemeindeverwaltungen Grünreuth, Hartenstein und Enzendorf. Zur Gemeinde Grünreuth gehörten die Dorfgemeinschaften Loch, Groß- und Kleinmeinfeld. Zur Gemeinde Hartenstein gehörten die Einöden Höflas, Häuslfeld und Neuensorg, die Dorfgemeinschaften Güntersthal, Engenthal und Gaißberg. Zur Gemeinde Enzendorf gehörten die Dorfgemeinschaften Lungsdorf und Rupprechtstegen, die Harnbach-, die Stieber- und die Grießmühle. Im Jahr 1831 zählte das Pfarrdorf Hartenstein 252 Einwohner und 47 Häuser.
Mit der Errichtung der Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Neuhaus von 1871 bis 1875 wurde das Gebiet des oberen Pegnitztals an das Verkehrsnetz angeschlossen. Zwischen 1862 und 1864 erbaute der Nürnberger Herausgeber und Redakteur der Nürnberger Presse, Ludwig Jegel, auf einer 40 Meter über dem Ankatal liegenden Felskuppe ein luxuriös ausgestattetes Kurhotel in Rupprechtstegen. Wegen der schlechten Erreichbarkeit blieben die Gäste aus und Jegel musste Konkurs anmelden. Erst nach dem Bau der Eisenbahn ging es mit dem Hotel nach mehrfachen Besitzerwechseln aufwärts. Das Hotel erreichte schnell und für kurze Zeit Weltruhm. Hochgestellte Persönlichkeiten, wie Prinzessin Gisela von Bayern und auch Richard Wagner, während er in Bayreuth war, waren Gäste des Hotels. Rupprechtstegen wurde Luftkurort. 1938 wurde aus dem Kurhotel ein Erholungsheim für Offiziere und Beamte der Luftwaffe, während des Krieges diente es als Hilfskrankenhaus. 1953 ging es in den Besitz der Oberfinanzdirektion Nürnberg über und wurde hauptsächlich für die Beamten der Zollverwaltung als Erholungsheim genutzt. 1966 erhielt es die offizielle Bezeichnung Zollschule Rupprechtstegen. Bis zur Schließung im März 2001 wurden dort Zollbeamte für die Grenzaufsicht, die Grenzabfertigung und den Binnenzolldienst ausgebildet. Nach über fünfjährigem Leerstand ist derzeit (Dezember 2006) eine Verwendung als alpines und kommunikatives Bildungszentrum mit Hochseil-Klettergarten und Burma-Hängebrücke im Gespräch. 1958 wurde das Haus der Bäuerin in Hartenstein gebaut, ein Zweckbau, in dem sich die Gemeindekanzlei mit einem Versammlungsraum befindet, dazu eine Tiefkühlanlage, ein Schlachtraum, eine Räucherkammer, eine Wäscherei, eine Backstube, die Garage für die Freiwillige Feuerwehr mit dem Geräteraum und eine Hausmeisterwohnung. Bei der letzten Gebietsreform von 1972 wurden die drei Gemeindeverwaltungen zusammengelegt und bildeten die heutige Gemeinde mit 16 Ortsteilen. im Jahr 2002 kaufte die Gemeinde die Burganlage. Im Jahr 2004 gründete die Gemeinde Hartenstein die Burg Hartenstein AG. Sie soll die Burg erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Heute ist auf der Burg ein Rittermuseum und eine Gaststätte.

Kirche: Heiligste Dreifaltigkeit, Mai 2012

Zur Gemeinde Hartenstein gehören die katholische Kirche Heiligste Dreifaltigkeit mit dem Kindergarten, einer Schule, dem neuen und alten Rathaus. Das neue Rathaus wurde am 28. Juli im zweiten Millennium eingeweiht. Gleichzeitig wurden die Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr, der Schule und des Kindergartens neu errichtet. Diese drei Gebäude sind zur Energieversorgung miteinander verbunden und werden von einer Solaranlage versorgt.

Landschaft[Bearbeiten]

Vom Hirtenberg aus, der höchsten Erhebung von Hartenstein mit 563 m gegenüber der Burg Hartenstein hat man bei schönem Wetter einen weiten Ausblick über die Frankenalb zur Burg Hohenstein, zur Burg Veldenstein bei Neuhaus, bis nach Auerbach und ins Fichtelgebirge. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen der Löwenfels am Pegnitzdurchbruch in Güntersthal, die Andreaskirche (Höhlenkataster Fränkische Alb (HFA), Katasternummer D 13), eine Karst-Horizontalhöhle bei Rupprechtstegen, das Windloch bei Großmeinfeld (HFA, Katasternummer A 5), die Fechtershöhle (HFA, Katasternummer A 45) bei Grünreuth, das Kühloch am Weg nach Hartenstein und die Bismarckgrotte (HFA, Katasternummer A 25) bei der einstmaligen Forstdienststelle Rinnenbrunn.
Die Petershöhle (HFA, Katasternummer A 22) ist eine Höhle mit prähistorischer Bedeutung.
Rund um den Ort und an der Pegnitz entlang befinden sich steile Felswände, die gerne von Kletterern besucht werden, so die Hartensteiner Kletterwand beim Hartensteiner Friedhof und der Rote Fels am Eingang zum Ankatal an der Pegnitz bei Rupprechtstegen. Felswände, malerische Bergmassive und die beiden Dolomitfelsen Pavian und Student bei Enzendorf bieten auch den Wanderern romantische Wege, wie auch das Ankatal und die Andreaskirche bei Rupprechtstegen gegenüber von Gaststätte und Café Kraft direkt am Parkplatz. Gegenüber von Häuslfeld, bei der Einöde Höflas, führt ein Wanderweg über die Anhöhe, von dort kann man die Burg Hartenstein von ihrer schönsten Seite sehen.

Rechts der Pegnitz führen viele Wanderwege in die nähere Umgebung. An der Pegnitz entlang entwickelten sich schon sehr früh Mühlen, man nutzte die Wasserkraft des Flusses. Eine der ältesten Mühlen ist die Mühle bei Rupprechtstegen, sie geht auf eine streitbare Auseinandersetzung im Jahre 1260 zurück. In diese Zeit fiel auch die erste urkundliche Nennung des Namens von Rupprechtstegen. Er entwickelte sich aus dem Namen des ersten Reichsministerialen auf dem Hertenstein Rupert der Herte und den Stegen über den Fluss. Die Mühle von Neuensorg gehört zu den Dolomitwerken, ihr Ursprung liegt im 13. Jahrhundert. Enzendorf ist nicht so alt wie die anderen Ortsteile, besitzt aber ebenso eine eigene Mühle, sie war wohl der Ursprung des kleinen Dorfes; der Ort muss sich um die Mühle entwickelt haben. Weitere Mühlen sind die Stiebermühle, die Grießmühle und die die Harnbachmühle an Bächen, die zur Pegnitz fließen.

1946 wurde auf Veranlassung des Ortspfarrers Nieser ein Kreuzweg zur Kapelle auf dem Frauenberg eingerichtet. Architekt Seitz schuf die Entwürfe, der Bildhauer Max Renner die Plastiken. Am Sonntag, dem 12. Oktober 1947, wurde der Kreuzweg eingeweiht. Es gibt noch einen Passionsweg von Hartenstein nach Neuhaus, der noch in Gebrauch ist. Die Prozession findet alljährlich im Mai statt; dabei wird um Segen für die Feldfrüchte und Arbeitsplätze gebeten. In einem Jahr wandern die Hartensteiner nach Neuhaus und im nächsten die Neuhauser nach Hartenstein.

Jugendherberge Hartenstein, Mai 2012

In den Hartensteiner Oberbergen gibt es einen Naturerlebnispfad mit einem Trimmpfad. Dieses Gebiet bietet viele Sehenswürdigkeiten. Den 'Naturerlebnispfad' erreicht man von der Jugendherberge aus. Der Weg erstreckt sich über etwa 3,5 km.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Grünreuth eingegliedert.[4]
  • Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Enzendorf im Rahmen der Gebietsreform eingegliedert.[5]
  • Am 1. Januar 2008 wurde das gemeindefreie Gebiet Hartenstein (1,96 km² groß) aufgelöst und in die Gemeinde eingegliedert.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

In der Flora findet man an besonderen Pflanzen den Frauenschuh, die Pfingstnelke, die Gewöhnliche Kuhschelle, die Landkartenflechte, die Waldanemone und den Wacholder. Erwähnenswert ist ferner die sogenannte Schlangenfichte bei Großmeinfeld, die als Naturdenkmal geschützt wurde.

Die Fauna ist durch die Vogelwelt stark vertreten, man kann den Hausrotschwanz und Zaunkönig, ferner verschiedene Arten von Drossel, Spatzen, Finken und Meisen beobachten. Die verschiedenen Finken- und Meisenarten sind weit verbreitet. In Hartenstein kommt der Uhu, der Waldkauz und die Waldohreule vor. Die Pegnitz hat einen reichen Fischbestand, den die Angler zu schätzen wissen. Die vielen Fische locken den Fischreiher und den Kormoran als Nahrungsgäste an.

Sport[Bearbeiten]

Hartenstein liegt inmitten des Klettergebietes Nördlicher Frankenjura. Direkt in der Nähe des Ortes oberhalb des Friedhofes befindet sich mit der Hartensteiner Wand ein bedeutendes Kletterziel.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Hartenstein setzt sich aus zwölf Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister zusammen.

CSU/WG SPD FWG Hartenstein Bürgergemeinschaft Gesamt
2014 4 2 4 2 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Turmuhr von Rupprechtstegen
  • An der Harnbachmühle wurde im Sommer 2010 eine Fachwerkscheune im Rahmen einer Sommerbaustelle durch meist "fahrende" Handwerker wie Zimmerer und Tischler neu aufgebaut. Initiiert wurde diese Maßnahme durch den gemeinnützigen Verein Mühlenkraft e. V. der die Maurerarbeiten im nächsten Sommer auf die gleiche Weise durchführen lassen möchte.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Mit der Errichtung der Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Neuhaus von 1871 bis 1875 wurde das Gebiet des oberen Pegnitztals an das Verkehrsnetz angeschlossen. Rupprechtstegen erhielt einen Bahnhof. Heute befindet sich dort ein Haltepunkt der Regionalbahnlinie Nürnberg – Neuhaus an der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Dieser wird in beide Richtungen stündlich bedient. Nahe diesem Haltepunkt wurde 2009 eine Train&Bike-Station errichtet. Es wurde ein historischer Personenwagen aufgestellt, der als Gaststätte dient.
Die durch das obere Pegnitztal führende Staatsstraße 2162 verläuft durch Rupprechtstegen.
Hartenstein wird durch die Regionalbuslinie 440 (Hersbruck-Königstein) des VGN bedient.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Stremel: Hartenstein und seine Berge. Ein Heimat- und Wanderbuch. Im Auftrag des Stadtamtes für Leibesübungen, Nürnberg. Nürnberg: L. Spindler & Co., 1930. 182 S., mit vielen Bildern [im Text u. auf Tafeln], 1 geolog. Profil und 1 vierfarbige Wegkarte
  • Hans Winterroth: Burg Hartenstein, in: Mitteilungen der Altnürnberger Landschaft, Nr. 12, 1963, Seite 26-30
  • Hans Winterroth: Hartenstein – Chronik von Burg, Festung und Dorf, 2. Auflage. Schwabach, Selbstverlag, 1984, 116 S., mit zahlr. Abb. von Wappen, Kartenskizzen, Listen u. a., 1. Auflage 1977 (Churbayerische Festung Hartenstein bei Nürnberg)
  • Stephan Sohr: Hoffnungen in Hartenstein – Eine Gemeinde im Nürnberger Land und ihre Burg. In: Nürnberger Zeitung Nr. 65 vom 18. März 2006, Seite 17 http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=472898&kat=30
  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3
  • Alfred Aschenbrenner: Die Inzucht als bevölkerungspolitisches Problem: dargelegt an d. Bevölkerung d. fränk. Dorfes Hartenstein. M. Döres, Erlangen 1936

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111027/201337&attr=OBJ&val=1423
  3.  Joseph Anton Eisenmann, Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Johann Jacob Palm, Ernst Enke, Erlangen 1831, S. 672. Online, abgerufen am 4. August 2014
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 481
  5. http://www.hartenstein-mfr.de/index.php/219.html
  6. Fleißige Gesellen, Hersbrucker Zeitung vom 10. August 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hartenstein, Bavaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien