Harthausen (Filderstadt)

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48.6484444444449.2474166666667418Koordinaten: 48° 38′ 54″ N, 9° 14′ 51″ O

Harthausen
Wappen von Harthausen vor der Eingemeindung
Höhe: 418 m
Einwohner: 4164 (2009)
Eingemeindung: 31. Dezember 1974
Postleitzahl: 70794
Vorwahl: 07158

Harthausen ist ein Stadtteil von Filderstadt in der Mitte Baden-Württembergs, direkt südlich der Landeshauptstadt Stuttgart.

Geschichte[Bearbeiten]

Harthausen, von Grötzingen aus gesehen
Die Harthäuser Kirche

Die erste sichere urkundliche Erwähnung Harthausens findet sich im 1304 angelegten Lagerbuch (Güter- und Einkünfteverzeichnis) des St. Katharinenhospitals in Esslingen am Neckar. Der Eintrag über Harthausen wurde 1310/1311 vorgenommen. In Harthausen übte bis 1338 zunächst die niederadlige Linie der Herren von Bernhausen die Vogtei aus.

Ein Teil der Vogteirechte ging in jenem Jahr an Esslinger Bürger. Ab 1404 hatte der Pfarrer von Plattenhardt die Ortsherrschaft inne, 1466 kaufte ihm der Graf von Württemberg die Ortsherrschaft ab. Ein kleinerer Teil des Dorfes gehörte zum Reichslehen Sielmingen, das die Herren von Stöffeln, seit 1377 die Herren von Stammheim, ab 1521 die Thumb von Neuburg und ab 1532 das Spital Nürtingen innehatten. Da dieses Spital württembergisch war, stand dieser Teil Harthausens seit 1531 unter württembergischer Landeshoheit.

Aufgrund der kleinen Gemarkung Harthausens musste stets Land auf anderen Gemarkungen hinzugepachtet werden. Folglich entging der Gemeinde der wichtigste Teil ihrer Einnahmen, die Grundsteuer. Die Bewohner Harthausens waren sehr arm, der Kleinstbesitz überwog. 1907 hatten über 50 Prozent der Einwohner weniger als 2 Hektar Land. Schon früh wurde deshalb nach Nebenerwerbsquellen gesucht. Im Handwerk war schlecht unterzukommen, es bediente gerade die örtliche Nachfrage (Bäcker, Schmied, Küfer u. a.). Einzig die Leinenweberei bot hier eine gewisse Möglichkeit des Zuerwerbs. Im 18. und 19. Jahrhundert wohnten deshalb in Harthausen besonders viele Weber. Eine weitere Einnahmequelle im 19. Jahrhundert war der Viehhandel, wie die Oberamtsbeschreibung von 1851 berichtet.

Wegen der geringen Verdienstmöglichkeiten begannen die Harthäuser vergleichsweise früh mit auswärtiger Lohnarbeit. Die Männer gingen als Bauarbeiter, Tagelöhner oder Fabrikarbeiter die 24 Kilometer nach Stuttgart zu Fuß und kamen nur am Wochenende heim. Die Situation besserte sich durch die Errichtung der Filderbahn 1897 und ab 1925 durch einen LKW-, später Omnibus-Verkehr nach Stuttgart. Gerade zwischen 1927 und 1933 wurde in Harthausen viel gebaut, insbesondere von den in Stuttgart arbeitenden Bauhandwerkern.

Harthausen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Zuzüge in den 1950er und 1960er Jahren mehr und mehr zu einer Wohn- und Auspendlergemeinde. Es hatte zwischen 1950 und 1974 mit 256 Prozent die höchste Zuwachsrate aller fünf Filderstädter Stadtteile, zwischen 1975 und 1998 wuchs sie nur noch um 12 Prozent. 2004 wurde die 4000-Einwohner-Marke überschritten.

Weblinks[Bearbeiten]