Hartmut Haenchen

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Hartmut Haenchen (* 21. März 1943 in Dresden) ist ein deutscher Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem Hartmut Haenchen unter Rudolf Mauersberger Mitglied des Dresdner Kreuzchors war, führte er bereits mit 15 Jahren als Kantor Konzerte auf. Nach dem Dirigier- und Gesangsstudium begann er als Direktor der Robert-Franz-Singakademie Halle (Saale) und als Dirigent der Halleschen Philharmonie (heute Staatskapelle) seine Karriere. Sein Weg führte ihn an die Staatsoper Unter den Linden Berlin, zur Dresdner Philharmonie, als Chefdirigent zur Staatskapelle Schwerin, an die Komische Oper Berlin, an die Staatsopern Berlin und Dresden und ab 1986 als Chefdirigent der Niederländischen Philharmonie, des Nederlands Kamerorkest (Niederländischen Kammerorchesters) und als Generalmusikdirektor der Niederländischen Oper in Amsterdam, der er noch immer als Gastdirigent verbunden ist. Seit 1980 ist er auch Künstlerischer Leiter des Kammerorchesters Carl-Philipp-Emanuel-Bach. Das Orchester wird 2014 seine Tätigkeit beenden. Von 2003 bis 2008 war er Intendant der Dresdner Musikfestspiele. 2006–2010 war er Gastdirigent der Opéra National de Paris. 1989–1993 und ab 2010 ist er Gastdirigent des Royal Opera House Covent Garden, London. Von 2011 bis 2015 ist er Gastdirigent des Teatro Real Madrid. Opern-Gastdirigate führten ihn nach Amsterdam, Berlin, Bologna, Brüssel, Dresden, Genf, den Haag, Jerusalem, Kopenhagen, Leipzig, London, Los Angeles, Mailand, München, New York, Paris, Stuttgart, Tokyo, Toulouse, Warschau, Wien und demnächst Rom. Konzert-Gastdirigate führten ihn nach Armenien, Belgien, Bosnien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien, Hong-Kong, Ungarn, Italien, Japan, Kanada, Lettland, Liechtenstein, Littauen, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowenien, Slowakei, Spanien, Tschechien, USA und Weißrussland. 1985 erhielt er die Ernennung zum Professor in seiner Tätigkeit als Leiter einer Dirigentenklasse an der Hochschule für Musik Dresden.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Schallplatten/CDs/DVDs[Bearbeiten]

Über 130 Schallplatten und/oder CDs und DVDs bei Berlin Classics, BMG, Capriccio, Philips, EMI, Sony Classical, Vanguard, Opus Arte, Euroart, ica und anderen. Darunter zwei komplette Aufnahmen von Der Ring des Nibelungen, die Einspielung von Der fliegende Holländer, Gustav Mahlers Sinfonien Nr. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

Bücher[Bearbeiten]

  • Bas van Putten (Hrsg.): Twijfel als Wapen, Hartmut Haenchen over muziek. ISBN 90-6868-157-5.
  • Von der Unvereinbarkeit von Macht und Liebe / Over de onverenigbaarheid van macht en liefde. Schriften mit 4 CDs, Hrsg. DNO, ISBN 90-5082-111-1, zweisprachig: Hartmut Haenchen über Wagners Ring des Nibelungen
  • Gustav Mahlers fiktive Briefe. in 14 Bänden im Sammelschuber. Pfau-Verlag, ISBN 978-3-89727-290-3 (deutsch-niederländisch).
  • Gesammelte Schriften sind im Herbst 2013 unter dem Titel Werktreue und Interpretation. im Pfau-Verlag, Saarbrücken erschienen (Bd. 1: ISBN 978-3-89727-499-0, Bd. 2: ISBN 978-3-89727-500-3, Schuber mit beiden Bänden: ISBN 978-3-89727-501-0.)

Auszeichnungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Viele Auszeichnungen ehren seine künstlerische Arbeit. So erhielt er 1984 den Kunstpreis der DDR und 1988 den Deutschen Schallplattenpreis (heute „Echo“). 1996 wurde er als erster Deutscher zum Ritter im Orden vom Niederländischen Löwen ernannt. Im Jahre 2002 wurde er Ehrenbürger der Stadt Amsterdam und erhielt 2006 die Niederländische Staatsbürgerschaft ehrenhalber. Im Oktober 2008 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. 2009 erhielt er den GRAND PRIX DE LA CRITIQUE, Paris. 2011 den Diapason d’Or für die DVD Gustav Mahler Sinfonie Nr. 6 und 2011 den GRAND PRIX DE LA CRITIQUE, PRIX DE L’EUROPE FRANCOPHONE für die Parsifal-Produktion in Brüssel. Haenchen ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Hartmut Haenchen ist Gründungsvorsitzender des Fördervereins Konzerthaus-Stiftung Dresden e. V.[1]

Im März 2007 trat Haenchen aus Protest gegen den „polemischen und unsachlichen Ton“ der offenen Briefe des CDU-Politikers Arnold Vaatz im Rahmen des Streits um die Dresdner Waldschlößchenbrücke aus der CDU aus.[2]

Im September 2013 erhielt Haenchen die Ehrendoktorwürde der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.[3]

Aufführungen[Bearbeiten]

  • 2012–14 Zyklus sämtlicher Sinfonien von Carl Philipp Emanuel Bach in Berlin cpebach-berlin.de
  • 2012 Richard Wagner: Parsifal, Kopenhagen, Neues Opernhaus kglteater.dk
  • 2012 Richard Wagner: Tannhäuser, Toulouse, Theatre du Capitole theatre-du-capitole.fr
  • 2012 Modest Mussorgski: Boris Godunow, Madrid, Teatro Real teatro-real.com
  • 2012 Richard Wagner: Rheingold, Amsterdam, De Nederlandse Opera dno.nl
  • 2013 Richard Wagner: Die Walküre, Amsterdam, De Nederlandse Opera dno.nl
  • 2013 Richard Wagner: Der fliegende Holländer, Mailand, teatroallascala.org
  • 2013 Richard Wagner: Siegfried, Amsterdam, De Nederlandse Opera dno.nl
  • 2013 Richard Wagner: Götterdämmerung, Amsterdam, De Nederlandse Opera dno.nl
  • 2014 Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen, Amsterdam, De Nederlandse Opera dno.nl
  • 2014 Richard Strauss: Daphne, Toulouse, Theatre du Capitole, theatre-du-capitole.fr
  • 2014 Richard Wagner: Lohengrin, Madrid, Teatro Real teatro-real.com
  • 2014 Dimitri Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk, San Francisco, sfopera.com
  • 2015 Ludwig van Beethoven: Fidelio, Madrid, Teatro Real, teatro-real.com
  • 2015 Siegfried Matthus: "Die Weise von Leben Tod des Cornet Christoph Rilke" [1]
  • 2016 Richard Wagner: Tannhäuser, London, Royal Opera House Covent Garden, roh.org.uk
  • 2013 Konzerte in Berlin, Helsinki, Valencia, Stockholm, Dresden, Neapel, Ravello, Kopenhagen, Dortmund
  • 2014 Konzerte in Berlin, Barcelona, Toulouse, Tokyo, Brüssel, Stockholm, Essen, Frankfurt, Neubrandenburg, Helsinki
  • 2015 Konzerte in Tokyo, London, Stockholm, Helsinki, Barcelona

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. konzerthaus-stiftung.de
  2. Offener Brief an Arnold Vatz (PDF, 38 kB), abgerufen am 13. Februar 2010.
  3. Ehrendoktorwürde für Hartmut Haenchen. musik-in-dresden.de, abgerufen am 25. September 2013.