Haruspex

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Ein Haruspex (lat.; Plural: Haruspices etrusk. = Seher) war ein antiker Wahrsager, der Blitzschläge deutete und vor allem aus den Eingeweiden von Opfertieren weissagte. Die Leber des Tiers galt dabei als Mikrokosmos, der den Zustand der Welt widerspiegelte.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort Haruspex wurde von den Römern gebildet. Wahrscheinlich wurde ein etruskisches Wort analog zum Augur (Auspex, „Vogelschauer“) mit der Verbalwurzel spec- „schauen“ verknüpft.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Etruskische Tierleber aus Bronze, Museo Civico di Piacenza

Ursprünglich war diese Art der Vorzeichendeutung als Leberschau bei den Etruskern heimisch,[2] doch wurden die Haruspices schon in sehr früher Zeit in Rom tätig.

Die Haltung der Römer und der Republik zu den Haruspices war im Laufe der Geschichte schwankend. Cato betrachtete sie als Schwindler.[3] Manche Feldherren und Verwalter der Provinzen ließen sich von Haruspizes beraten. Die Weissagungen der Haruspices mussten zeitweise durch den Senat bestätigt werden. Erst gegen Ende der Republik sind sie zu einem Kollegium von 60 Mitgliedern zusammengefasst worden, das im Jahr 47 durch Kaiser Claudius reorganisiert wurde.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Egger: Der Ulrichsberg - Ein heiliger Berg Kärntens. Kärntner Druckerei, Klagenfurt, im Februar 1976, S. 20.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der kleine Stowasser. München: Teubner 1980. S.206.
  2. H. LeB.: Haruspieces. In: Lexikon der Alten Welt. Bd 2. Zürich, München: Artemis 1990.
  3. Tacitus. Annales. 11,15.
  4. H. LeB.: Haruspieces. In: Lexikon der Alten Welt. Bd 2. Zürich, München: Artemis 1990.

Siehe auch[Bearbeiten]