Hasan al-Askari
Imam Hasan al-Askari (arabisch الإمام الحسن بن علي العسكري, DMG al-Imām al-Ḥasan ibn ʿAlī al-ʿAskarī; * 6. Dezember 846 in Samarra; † 27. Januar 874), Sohn von Imam ʿAlī al-Hādī an-Naqī, war der elfte Imam nach dem Glauben der Zwölferschiiten (imamitisch) und somit ein direkter Nachfahre des Propheten Mohammed.
Hausarrest [Bearbeiten]
Nachdem der Abbasidenkalif Al-Mutawakkil 'alā 'llāh den ʿAlī al-Hādī an-Naqī um 848 nach Samarra beordert und ihn dort unter Hausarrest hatte stellen lassen, verbrachte auch sein Sohn Hasan al-Askari fast sein gesamtes Leben unter Arrest in seinem Haus in Samarra. Während seiner Gefangenschaft wurden ihm nur einige wenige Besuche in Bagdad gewährt, die allerdings immer unter Bewachung stattfanden. Er heiratete eine byzantinische Sklavin namens Nargis Chatun.
Trotz seiner Gefangenschaft war er sehr belesen und war imstande, andere über den Islam zu belehren. Er verfasste zudem auch einige Kommentare, die von späteren Gelehrten genutzt wurden.
Lebensende [Bearbeiten]
Hasan al-Askari starb am 27. Januar 874, im jungen Alter von 27 Jahren, an einer Vergiftung. Er hinterließ nach der Überzeugung der Schiiten einen Sohn, Muhammad al-Mahdi, der zum Zeitpunkt seines Todes gerade erst fünf Jahre alt war.
Seinem Begräbnis wohnten eine große Zahl von Menschen bei, darunter auch der Kalif al-Mutamid, der ihn wahrscheinlich hatte vergiften lassen. Schiitische Quellen erzählen, dass, als sich Hasans Bruder Dschafar auf das Begräbnisgebet vorbereitete, Hasans Sohn an ihn herantrat und seinem Onkel bat, beiseite zu treten, da nur ein Imam das Begräbnisgebet eines Imams führen könne. Dschafar trat beiseite, und das Gebet wurde vom fünfjährigen Sohn des Verstorbenen geführt.
Der schiitische Glaube sieht Muhammad al-Mahdi als den Mahdi, von dem geglaubt wird, dass er am Ende der Zeit wieder erscheint, um die Welt mit Frieden und Gerechtigkeit zu erfüllen und den Islam als weltweite Religion zu etablieren.
Hasan al-Askari wurde im Al-Askari-Schrein in Samarra neben seinem Vater Imam Ali an-Naqi bestattet. Dieser Schrein wird von den Schiiten als heilig betrachtet. Durch einen terroristischen Anschlag am 22. Februar 2006 wurde der Schrein der beiden Imame stark beschädigt, woraufhin es im gesamten Irak zu Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten kam.
Literatur [Bearbeiten]
- Phyllis G. Jestice: Holy people of the world: a cross-cultural encyclopedia, Volume 1. ABC-CLIO, 2004, S. 349-350 (Online-Kopie)
ʿAlī ibn Abī Tālib | Hasan ibn ʿAlī | Husain ibn ʿAlī | ʿAlī ibn Husain Zain al-ʿĀbidīn | Muhammad ibn ʿAlī al-Bāqir | Dschaʿfar as-Sādiq | Mūsā ibn Dschaʿfar al-Kāzim | ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā | Muhammad ibn ʿAlī ibn Mūsā at-Taqī al-Dschawād | ʿAlī al-Hādī an-Naqī | Hasan al-Askari | Muhammad ibn Hasan al-Mahdi
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hasan al-Askari |
| KURZBESCHREIBUNG | elfter Imam nach dem Glauben der Zwölferschiiten (Imamiten) |
| GEBURTSDATUM | 6. Dezember 846 |
| GEBURTSORT | Samarra |
| STERBEDATUM | 27. Januar 874 |