Hase-dera (Sakurai)

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Blick auf die Haupthalle (本堂, hondō)
Treppen-Korridor zur Haupthalle
Glockenturm neben der Haupthalle
Vorderteil der Haupthalle
Elfgesichtige Kannon Statue
Plattform vor der Haupthalle
Dōban Hokke sessō-zu (83,3×74,0 cm; Nationalschatz)

Der Hase-dera (jap. 長谷寺) im Einzugsbereich der japanischen Stadt Sakurai (Präfektur Nara) auf halber Höhe des Berges Hase ist der Haupttempel der buddhistischen Buzan-Richtung (豊山派, Buzan-ha) der „Neuen Shingon-Lehre“ (新義真言宗, Shingi-Shingon-shū). Der Hase-dera ist der achte Tempel des Saigoku-Pilgerweges.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein quellenmäßig belegtes Datum existiert nicht, der Überlieferung zufolge wurde der Tempel im Jahr 686 durch einen Mönch namens Dōmyō (道明) gegründet. Im 8. Jahrhundert erfolgte ein erheblicher Ausbau der Anlagen auf Anordnung des Tennō Shōmu. Im Zuge dieser Expansion wurde u.a. die berühmte elfgesichtige Kannon-Statue durch den Mönch Tokudo Shōnin eingeweiht. Mit einer Höhe von 10 m ist dies die größte hölzerne Buddhastatue Japans.

Bereits in der Heian-Zeit war der Tempel ein beliebter Wallfahrtsort auch für Aristokraten und Hofdamen, die vom Kaiserhof in Heian-kyō hierhin pilgerten. Deswegen erscheint der Tempel in berühmten Werken der damaligen Hof-Literatur wie dem Kopfkissenbuch, im Genji Monogatari und im Sarashina Nikki.

Als der Feldherr Toyotomi Hideyoshi den der der „Neuen Shingon-Lehre“ zugehörigen Negoro-Tempel (Negoro-ji) in der Provinz Kii angriff und zerstören ließ, gab es unter den Flüchtlingen zwei führende Köpfe, die in der Folge weitere Spaltungen auslösten. Der eine, Gen’yū (1529–1605), begründete den Chizan-Zweig (Chizan-ha), dessen Hauptsitz im Chishaku-Tempel (Chishaku-in) in Kyōto liegt. Der zweite, Sen’yo (1530–1604), erhielt im Jahr 1587 von Hideyoshis Halbbruder Hidenaga den Hase-dera, wo er die Zweiglinie Buzan-ha begründete.

In der Folgezeit entwickelte sich der Hase-dera zu einem bedeutenden Zentrum für buddhistische, aber auch säkuläre Studien.

Besonderheiten der Tempelanlage[Bearbeiten]

Der Hase-dera rühmt sich vieler eindrucksvoller Sehenswürdigkeiten. Im Unterschied zur Mehrzahl der japanischen Tempel sind die diversen Wohn- und Andachtsgebäude über einen Berghang verteilt. Vom Haupttor führt eine überdachte Steintreppe mit 399 Stufen und vielen Hängelampen zur zweitgrößten Haupthalle Japans mit der oben genannten Kannon-Statue. Von der dieser Halle vorangesetzen hölzernen Terrasse aus hat man eine gute Sicht über die Anlage und das Tal. Ein vom Tempel als Leihgabe dem Nationalmuseum Nara anvertrautes Kupferrelief (Dōban Hokke sessō-zu) aus dem 7. Jahrhundert wurde 1963 zum Nationalschatz erklärt.

Am attraktivsten ist der Hase-dera während der Blütezeit der Pfingstrosen im Mai. Der sehenswerten Blütenpracht von über 7.000 Pflanzen in 150 Varianten hat der Tempel den Beinamen Pfingstrosentempel zu verdanken.

Wichtige Feste und Ereignisse[Bearbeiten]

  • 14. Februar: Die Dada-oshi-Zeremonie wird von einer Legende des Tempels über Dämonen in alter Zeit, die die Bevölkerung in den Bergen quälte, abgeleitet. Die Dämonen wurden von der spirituellen Macht der Mönche bezwungen. In der Zeremonie erscheinen die Dämonen mit brennenden langen Holzfackeln und werden von der Menge verfolgt.
  • Mai: Blütezeit der in den ausgedehnten Gartenanlagen gepflanzten roten, rosa und weißen Pfingstrosen

Literatur[Bearbeiten]

  • Valeria Jana Schwanitz und August Wierling: Saigoku - Unterwegs in Japans westlichen Landen. Manpuku-Verlag, Potsdam, 2012, ISBN 3-981-51680-X.

Weblinks[Bearbeiten]

34.535833333333135.90694444444Koordinaten: 34° 32′ 9″ N, 135° 54′ 25″ O