Hase (Fluss)

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Hase
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Die Hase am Hasewehr in Osnabrück

Die Hase am Hasewehr in Osnabrück

Daten
Gewässerkennzahl DE: 36
Lage Landkreise und Kreise Osnabrück, Cloppenburg und Emsland sowie kreisfreies Osnabrück; Niedersachsen; Steinfurt, Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
Flusssystem Ems
Abfluss über Ems → Nordsee
Quelle im Teutoburger Wald nahe Wellingholzhausen
52° 7′ 56″ N, 8° 15′ 53″ O52.1321388888898.2646666666667163
Quellhöhe ca. 163 m ü. NHNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in Meppen in
– den Dortmund-Ems-Kanal (52.6908888888897.29675)
bzw.
– in die Ems52.6953333333337.291222222222211Koordinaten: 52° 41′ 43″ N, 7° 17′ 28″ O
52° 41′ 43″ N, 7° 17′ 28″ O52.6953333333337.291222222222211
Mündungshöhe ca. 11 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 152 m
Länge 169,6 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 3086 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Bramsche[1]
AEo: 682 km²
Lage: 114,5 km oberhalb der Mündung
NNQ (21.05.1971)
MNQ 1959/2008
MQ 1959/2008
Mq 1959/2008
MHQ 1959/2008
HHQ (30.06.1981)
427 l/s
1,9 m³/s
7,31 m³/s
10,7 l/s km²
51,7 m³/s
113 m³/s
Abfluss am Pegel Bunnen[1]
AEo: 1778 km²
Lage: 66,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (16.09.1959)
MNQ 1955/2008
MQ 1955/2008
Mq 1955/2008
MHQ 1955/2008
HHQ (15.03.1981)
380 l/s
3,03 m³/s
16,7 m³/s
9,4 l/s km²
79,8 m³/s
130 m³/s
Abfluss am Pegel Herzlake[1]
AEo: 2246 km²
Lage: 43,9 km oberhalb der Mündung
NNQ (17.09.1959)
MNQ 1955/2008
MQ 1955/2008
Mq 1955/2008
MHQ 1955/2008
HHQ (02.11.1998)
1,22 m³/s
4,79 m³/s
21,5 m³/s
9,6 l/s km²
95 m³/s
152 m³/s
Linke Nebenflüsse Düte
(dieser und weitere siehe unten)
Rechte Nebenflüsse Wierau, Belmer Bach, Nette, Südradde, Mittelradde
(diese und weitere siehe unten)
Durchflossene Stauseen Alfsee
Großstädte Osnabrück
Mittelstädte Bramsche, Melle, Meppen
Kleinstädte Bersenbrück, Haselünne, Löningen, Quakenbrück
Gemeinden Alfhausen, Badbergen, Bissendorf, Dissen am Teutoburger Wald, Essen, Gehrde, Herzlake, Menslage, Rieste, Wallenhorst
Hase-Else-Bifurkation (52.2028194444448.2551944444444; 79,8 m ü. NHN) bei Gesmold
Hasequelle im Teutoburger Wald nahe dem Hankenüll
Die Hase beim Kronensee nahe Wellingholzhausen
Hase-Else-Bifurkation mit Hase (links) und Else (rechts) in Gesmold
Mündung der Wierau (links) in die Hase nahe Wissingen
Ehemalige Wassermühle am Rittergut Stockum, nahe Bissendorf
Die Hase in Bramsche Richtung Hesepe (flussaufwärts)
Die Hase in Bersenbrück
Erholungsgebiet Hasetal zwischen Bersenbrück und Meppen
Die Deichhase oberhalb des Quakenbrücker Stadtparks
Die Hase in Löningen
Die Hase in Meppen, kurz vor der Vereinigung mit dem Dortmund-Ems-Kanal
Als Kanal (Dortmund-Ems-Kanal; links) ausgebaute Hasemündung in die Ems (rechts) in Meppen

Die Hase ist ein 169,6 km langer, östlicher und orographisch rechter Nebenfluss der mittleren Ems im Landkreis Osnabrück, in der kreisfreien Stadt Osnabrück, im Landkreis Cloppenburg und im Landkreis Emsland (alle in Niedersachsen) sowie im Kreis Steinfurt (in Nordrhein-Westfalen). Ihr Einzugsgebiet ist 3086 km²[2] groß.

Nahe Gesmold zweigt in der künstlich geschaffenen Hase-Else-Bifurkation von der Hase die Else ab, wodurch sich ein Teil ihres Wassers auch in das Flusssystem der Weser ergießt. Viel weiter nördlich verzweigt sich die Hase bei Quakenbrück im Rahmen eines dort beginnenden Binnendeltas, dem Hasedelta, in die Große Hase und Kleine Hase.

Name[Bearbeiten]

Bis in das späte 19. Jahrhundert war die Schreibweise Haase üblich. Der Name des Flusses hat nichts mit dem Tier Hase zu tun. Abzuleiten ist der Name von einem germanischen haswa (grau), fortgesetzt zum Beispiel in angelsächsisch hasu oder altisländisch hǫss (graubraun), auch im Völkernamen Chasuarii (Haseanwohner), der unter anderem bei Tacitus 34,1 belegt ist. Die Benennung eines Flusses nach einer Farbe ist nicht ungewöhnlich; vergleiche zum Beispiel den Namen der Elbe, der mit lateinisch albus, -a, -um (weiß) verwandt ist.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Quelle im Teutoburger Wald[Bearbeiten]

Die Hase entspringt innerhalb des Landkreises Osnabrück im Teutoburger Wald direkt an der Stadtgrenze von Dissen im Südwesten und Melle im Nordosten. Ihre Quelle, die Hasequelle, liegt innerhalb des Natur- und Geoparks TERRA.vita im Puschkental rund 3 km südlich des Meller Stadtteils Wellingholzhausen, zwischen dem Steinbrink (ca. 209 m), einem Ausläufer des Hankenüll (ca. 307 m), im Südwesten und dem Kerßenbrocker Berg (ca. 185 m) im Osten; etwa 1,5 km nördlich der Hasequelle (ca. 163 m) erhebt sich der Beutling (ca. 220 m), auf dem ein Aussichtsturm steht.

Quelle–Hase-Else-Bifurkation[Bearbeiten]

Anfangs fließt die Hase nordwestwärts, um etwas mehr als 1 km unterhalb ihrer Quelle das Wasser der flussnahen Quelle Schwarze Welle (auch Almaquelle genannt) aufzunehmen. Kurz darauf umfließt sie den auf 111 m Höhe gelegenen und über einen Kanal durch Hasewasser gespeisten Kronensee, wonach sie vom Rehbach, der sein Wasser unter anderem von der Großen Rehquelle und Kleinen Rehquelle bekommt, gespeist wird.

Fortan verläuft die Hase in Richtung Norden, wobei sie etwas westlich an Wellingholzhausen vorbeifließt. Etwas weiter nördlich zweigt vom zur Ems strebenden Fluss nahe dem Meller Stadtteil Gesmold in der Hase-Else-Bifurkation die künstlich angelegte Else ab, deren Wasser durch die Werre die Weser erreicht.

Hase-Else-Bifurkation–Osnabrück[Bearbeiten]

Kurz unterhalb der Hase-Else-Bifurkation unterquert die Hase die Bundesautobahn 30, um sich nach Passieren des Bissendorfer Ortsteils Nemden wieder nach Nordwesten zu wenden und dabei das nahe der Mündung des Hüppelbruchgrabens in den Fluss stehende Schloss Ledenburg östlich zu passieren. Anschließend fließt sie parallel zur Bahnstrecke Löhne–Rheine, nach Einmündung der Wierau, südlich an Wissingen und Lüstringen vorbei und, nach Unterqueren der Bundesautobahn 33, durch die Kernstadt von Osnabrück. Nach dortigem Unterqueren der Bahnstrecke Löhne–Rheine zweigt von der südlich der Bahnstrecke fließenden Hase (hier auch Neue Hase genannt) an einem Wehr die nördlich der Bahnstrecke verlaufende Klöckner Hase (52.2680833333338.0909722222222) ab. Oberhalb des Hauptbahnhofs Osnabrück mündet die Klöckner Hase (52.2719444444448.0626388888889) in die Hase; etwas unterhalb davon liegt das Hasewehr (52.2717222222228.0558888888889). Nach Durchfließen der Osnabrücker Innenstadt verläuft der Fluss zwischen dem östlich befindlichen Stadthafen Osnabrück mit von dort anfangs in Richtung Nordwesten verlaufenden Stichkanal Osnabrück und der im Westen angelegten Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück nordwestwärts zur Stadtgrenze bei Büren.

Osnabrück–Mittellandkanal[Bearbeiten]

Nach Verlassen des Osnabrücker Stadtgebiets verläuft die Hase weiterhin zwischen dem Stichkanal im Osten und der Bahnstrecke im Westen nach Einmünden der Düte vorbei an Halen (Kreis Steinfurt) im Westen und Hollage (Landkreis Osnabrück) im Osten, wobei sie sich nach Norden wendet. Dann unterquert die Hase beim Bramscher Ortsteil Achmer im Hasedüker den Mittellandkanal, in den rund 300 m weiter östlich der Stichkanal Osnabrück mündet.

Mittellandkanal–Bramsche–Bersenbrück[Bearbeiten]

Etwas weiter nordöstlich durchfließt sie den zwischen dem Gehn im Nordwesten und dem Wiehengebirge im Südosten gelegenen Kernort der im Landkreis Osnabrück liegenden Gemeinde Bramsche, wo sie den am Rechtsseitigen Talgraben gelegenen Hasesee etwa 100 m westlich passiert. Fortan wendet sich der Fluss nach Norden.

Zwischen den Bramscher Ortsteilen Epe und Purenkamp teilt sich der Haselauf an der Schlippenstraße in die am östlichen Wehr beginnende Tiefe Hase (meist nur Hase genannt; 52.4360138888897.9946666666667) und in den am westlichen Wehr anfangenden Kanal Zuleiter (auf Landkarten teils auch Hase genannt; 52.4360555555567.9942222222222) auf: Die Tiefe Hase passiert den zwischen der Ankumer Höhe im Westen und den Dammer Bergen im Osten bei Alfhausen gelegenen Stausee Alfsee etwa 2 km östlich und fließt dabei durch Rieste. Das Wasser des nach seinem Beginn östlich an Hesepe (Bramsche) verlaufenden Zuleiter durchfließt den Stausee; der anfangs Zuleiter genannte Kanal mündet unterhalb des Alfsees, nun mit Ableiter (heißt auf Landkarten teils auch Hase) bezeichnet, in die Hase. Weniger Meter nach Beginn der Tiefen Hase zweigt von dieser der Sögelner Mühlenbach (52.4363888888897.9948888888889) ab, der westlich von ihr das Haus Sögeln umflutet und oberhalb von Rieste auf die Tiefe Hase trifft. Etwa 170 m nach Beginn der Tiefen Hase nimmt diese den Rechtsseitigen Talgraben (52.4368055555567.9969444444444) auf, der durch einen etwa 250 m südlich dieser Stelle neben einer Brücke der Schlippenstraße beginnenden Überleiter (52.4345833333337.9965) die Hohe Hase (52.4343333333337.9972777777778) speist. Diese dient zur Umflutung der Güter Kloster Malgarten (Bramscher Ortsteil Epe-Malgarten) sowie Kommende Lage (auch Kloster Lage genannt; Gemeinde Rieste). Auf alten Karten ist im Gemeindegebiet von Rieste der bis vor wenigen Jahrzehnten vorhandene Wulfert-Graben zu erkennen. Dieser Nebenarm der Hohen Hase diente vor allem zur Bewässerung von Wiesen. Ein weiterer Nebenarm auf Riester Gebiet ist die Alte Hase (auch Birke genannt), die unter anderem das Wohngebiet Hammer durchzieht. Die Tiefe Hase und Hohe Hase vereinigen (52.5243611111117.9871944444444) sich etwas unterhalb von Rieste-Hülsort und etwas nordwestlich des Klosters Lage. Kurz nach Einmünden des von Südosten heran fließenden Nonnenbachs nimmt die Hase das Wasser des vom Alfsee kommenden Ableiter (52.5038055555568.0162222222222) auf, wonach die Hase den (zwischenzeitlich zweimal verlassenen) Natur- und Geopark TERRA.vita (endgültig) verlässt und Bersenbrück erreicht.

Bersenbrück–Badbergen[Bearbeiten]

In Bersenbrück, von wo an die Hase bis zu ihrer Mündung in die Ems durch das Erholungsgebiet Hasetal fließt, zweigt vom Fluss an einem Flutwehr der Hasekanal (52.5522222222227.9556388888889; anfangs auch Mühlen-Umflut, Bersenbrücker Wiesenkanal, Feldmühlenbach, Hasebruchabzug oder Mühlenhase und im mittleren und unteren Teil auch Alte Hase genannt) ab. Er wurde 1293 zur Versorgung des Klosters Bersenbrück nebst zugehöriger Mühle angelegt und verläuft etwas westlich des Hauptflusslaufs. Östlich von Badbergen mündet er in die Hase (52.6284722222228.0048611111111). Unterhalb der Ortschaft verläuft die Hase durch Ostausläufer des Artlandes.

Badbergen–Quakenbrück–Löningen–Herzlake[Bearbeiten]

Hasedelta:
Auf der Grenze der Gemeinde Badbergen zur Stadt Quakenbrück verzweigt sich die Hase nahe dem Quakenbrücker Schützenhof im Rahmen des wenige Meter südlich vom ehemaligen Haseüberfall (Schützenhofwehr) (52.667257.9808888888889) beginnenden Hasedeltas in die Große Hase und Kleine Hase:

Große Hase:
Bei Badbergen zweigt von der Hase die östlich parallel zu dieser fließende Wrau (52.6284166666678.00525) ab, die anfangs den Heller Binnenbach (Möllwiesenbach) aufnimmt und in Quakenbrück zur wenige Meter südlich des einstigen Haseüberfalls beginnenden Überfallhase (52.6671388888897.9809166666667) als Teil der Großen Hase überleitet; letztere bildet ab dem Anfang des Hasedeltas den rechtsseitigen Hauptarm der Hase. Bis zur Wiedervereinigung mit der Kleinen Hase fließen in diesen Arm von links im Wesentlichen Gewässer ein, die eine Querverbindung zur Kleinen Hase darstellen. Nach etwa 1,7 km Fließstrecke mündet die Wrau (52.6814166666677.9868611111111) in die Überfallhase, von wo an das Gewässer Neue Hase heißt. Ab der nordöstlich von Quakenbrück gelegenen Einmündung des Bünne-Wehdeler-Grenzkanals (52.69657.9764722222222) wechselt der Name von Neue Hase in Essener Kanal. Etwas weiter nordwestlich passiert die Große Hase Essen, wonach die aus dem Landkreis Vechta kommende Lager Hase (52.7183333333337.9091944444444) einmündet. Später verläuft das fortan nur noch Große Hase genannte Fließgewässer durch Löningen, wo es den Löninger Mühlenbach aufnimmt.

Kleine Hase:
Die Kleine Hase (52.6670833333337.9806666666667), die am Anfang des Hasedeltas als linksseitiger Nebenarm der Hase beginnt, fließt westwärts durch Quakenbrück. Ableitungen nach rechts münden in der Regel in die Große Hase ein. Unterhalb von Menslage bildet die Kleine Hase nach Einmünden der Hahler Beeke den 9 km langen Hahnenmoorkanal, der das Hahnenmoor durchfließt und sein Wasser nach Einfluss in den Landkreis Emsland etwas westlich unterhalb des zu Herzlake gehörenden ehemaligen Gutsbezirks Aselage in die Große Hase einspeist (52.6851111111117.6479166666667). Die Kleine Hase ist 24 km lang.

Querverbindungen:
Im Hasedelta – zwischen Quakenbrück und Herzlake – gibt es mehrere Querverbindungen von der Kleinen zur Großen Hase; insbesondere sind diese:

Die Deichhase (52.6686666666677.9729444444444) fließt in Richtung Nordwesten in die Innenstadt Quakenbrücks. Sie teilt sich wenige Meter südwestlich des Freibades Quakenbrück in drei Arme auf (52.6761111111117.9614722222222), wovon der linke zur Kleinen Hase überleitet. Der mittlere Arm, in den nach kurzer Strecke der rechte zurückgeleitet wird, wird Große Mühlenhase genannt; er durchfließt den Siedlungskern der Kernstadt zunächst in westlicher, dann in nördlicher Richtung. Die Große Mühlenhase biegt nach Norden ab, unterquert die Bundesstraße 68, fließt östlich an Hengelage vorbei und trifft (52.6968055555567.9605972222222) westlich der Wehres Brokhagen-Stau auf den Essener Kanal. Bevor es dieses künstliche Wasserbauwerk gab (es wurde im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts errichtet), floss die Große Mühlenhase bis Osteressen weiter. Vor Beginn der Haseregulierungen nahm sie den Großteil der Wassermassen der Hase auf[3] und war insofern der Vorläufer der Großen Hase, welche am Ortskern von Essen (im Bett der heutigen Lager Hase) vorbeifloss. Durch die Umleitung der Großen Hase in die Überfallhase und den Essener Kanal wurde nicht nur Quakenbrück, sondern auch Essen vor Überflutungen geschützt.

Der Trentlager Kanal zweigt an der Stelle (52.6761388888897.9292083333333) von der Kleinen Hase nach rechts ab, an der diese die Grenze zwischen der Stadt Quakenbrück und der Gemeinde Menslage bildet. Der Kanal nähert sich der Großen Hase in nordwestlicher Richtung. Er bildet auf weiten Strecken die Grenze zwischen der Samtgemeinde Artland sowie dem Landkreis Osnabrück einerseits und der Gemeinde Essen sowie dem Landkreis Cloppenburg andererseits. Auf seinem letzten Abschnitt trennt er die Gemeinde Essen von der Stadt Löningen und trifft (52.7165555555567.8320833333333) auf beider Grenzen auf die Große Hase. Der Trentlager Kanal ging im Wesentlichen aus der Regulierung des ehemaligen Stumborger Bachs hervor.[3]

Eine weitere Querverbindung stellt der Bühnenbach dar, der unmittelbar südöstlich des Ortskerns von Menslage von der Kleinen Hase abzweigt (52.6707222222227.8268611111111), durch Röpke fließt und südwestlich von Böen die Große Hase erreicht (52.7183888888897.7823888888889). Vor dem Bau des Hahnenmoorkanals stellte der Bühnenbach den Unterlauf der Kleinen Hase dar, so dass damals das Hasedelta bei seiner Mündung endete.[3]

Herzlake–Meppen[Bearbeiten]

Westlich unterhalb von Herzlake fließt die Hase nach Einmünden von Südradde und Lager Bach durch Haselünne, wonach sie die Lotter Beeke aufnimmt. Etwas unterhalb von Haselünne münden nahe Hamm der Bawinkler Bach und zwischen Lehrte-Kreyenborg und Dörgen die Mittelradde in die Hase. Nach anschließendem Passieren von Bokeloh nimmt sie das Wasser des Teglinger Bachs auf. Kurz darauf unterquert der Fluss etwa bei Erreichen der Kernstadt von Meppen die Emslandstrecke, wonach von Süden kommend als kurzer Stichkanal ein Rest des Ems-Hase-Kanals (Alter Emskanal) abzweigt.

Mündung in Meppen[Bearbeiten]

Etwas südsüdöstlich vom nahe der Meppener Innenstadt gelegenen Emshafen, dessen Becken in einem Flussarm der Alten Hase liegt, mündet die Hase in den Dortmund-Ems-Kanal bzw. etwa 600 Flussmeter nordwestlich davon in den dort etwa von Süden kommenden Nordsee-Zufluss Ems; Fluss und Kanal teilen sich also die mündungsnahe Fließstrecke.

Hase-Else-Bifurkation[Bearbeiten]

An der nahe Melle-Gesmold im Grenzgebiet der Bauerschaften Uhlenberg und Dratum-Ausbergen auf 79,8 m[4] Höhe gelegenen Hase-Else-Bifurkation (52.2028194444448.2551944444444) teilt sich der Fluss in die zur Ems im Westen strebende Hase und in die von dieser abzweigende und zum östlichen Wesersystem gehörende Else auf, sodass jeder Arm beiderseits der Weser-Ems-Wasserscheide in ein anderes Flusssystem fließt. Rund zwei Drittel des Wassers fließen in hauptsächlich nordwestlicher Richtung weiter als Hase nach Meppen zur Ems und etwa ein Drittel des Wassers fließt als Else in überwiegend östlicher Richtung und mündet östlich von Kirchlengern in die Werre, die ostwärts zur Weser verläuft.

Die Hase-Else-Bifurkation keine natürliche Erscheinung, sondern das Produkt eines Streites um Wasserrechte. Zunächst wurde im 16. Jahrhundert ein Mühlengraben angelegt, um die Mühle am Schloss Gesmold besser betreiben zu können. Erst später tauchte der Name Else für das künstlich abgezweigte Gewässer auf und führte im 19. und 20. Jahrhundert zu einer Bifurkationseuphorie, weil man glaubte, dass man hier auf ein einzigartiges Naturphänomen verweisen könne.[5]

Einzugsgebiet und Zuflüsse[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Hase ist 3086 km²[2] groß. Zu ihren Zuflüssen gehören mit orographischer Zuordnung (l = linksseitig, r = rechtsseitig) und Mündungsort flussabwärts betrachtet:

Ortschaften[Bearbeiten]

Zu den Ortschaften an der Hase gehören:

Hochwasser und Gewässerökologie[Bearbeiten]

Früher traten die Hase und ihre Nebenflüsse, insbesondere in den Abschnitten mit einem relativ geringen Gefälle, oft über die Ufer. Über Jahrhunderte hinweg arrangierten sich die Menschen hiermit. Ein Landwirt aus dem Raum Haselünne beschreibt die Situation mit den Worten: „Hochwasser war Alltag. Da haben unsere Vorfahren auch mit gelebt. Diese alten Hasedörfer wie Lahre, Huden, da sind die absichtlich hingezogen, um diese Hochwasserflut zu nutzen als Dünger. Das waren sehr begehrte Bauernhöfe hier an der Hase oder an der Ems.“[6] Häufig machte das Hochwasser am Dorfrand halt und zog sich danach langsam wieder zurück. Manchmal wurden aber auch die Dörfer überflutet. Auch boten die Überschwemmungen einen guten Schutz vor raubenden und plündernden Horden. Gleichzeitig ergab sich eine natürliche Reinigung des Gewässerbettes, die heute durch kostspielige Pflegemaßnahmen erfolgen muss. Nach Eindeichung der Hase legten die Bauern künstliche Bewässerungssysteme, die Rieselwiesen an, um auch weiterhin den natürlichen Dünger der Hase auf ihre Flächen zu bekommen. In den letzten Jahrzehnten wurde Dünger jedoch vom begehrten Rohstoff zum im Überfluss vorhandenen Problemstoff und jede Überflutung landwirtschaftlicher Flächen wurde dadurch zum Nachteil für den Bauern, so dass man unter anderem durch wasserwirtschaftliche Maßnahmen versuchte, sie zu vermeiden. Die letzten größeren Überflutungen in der Haseaue fanden 1981 vor Inbetriebnahme des Alfsees statt.[7]

Haseüberfall 2010: eine Barriere für Fische

Bereits 1683 wurde das erste Wehr am heutigen Schützenhof in Quakenbrück gebaut, der Haseüberfall, mit dessen Hilfe die Große Hase, die zuvor durch den Ortskern von Quakenbrück geflossen war, um die Stadt herumgeleitet wurde.[8] Seitdem wurde eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Menschen und ihr Eigentum an der Hase vor Hochwasser zu schützen. Vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde der Fluss eingedeicht und begradigt, und es wurden Flussschleifen abgetrennt. Streckenweise gleicht die Hase einem Kanal, gar durch Erhöhung der Fließgeschwindigkeit und Vertiefung des Flussbettes einem „Grand Canyon“.[9] Größere Wassermassen wurden zu bestimmten Zeiten mittels Gattern auf Felder abgeleitet, um diese mit Mineralstoffen zu versorgen; es bildeten sich „Rieselwiesen“.

Um größeren Überflutungen vorzubeugen, entstand ab 1972 der 2,2 km² große Alfsee zwischen Rieste und Alfhausen, der bis zu 13 Millionen Kubikmeter Hasewasser aufnehmen kann; zudem kann ein Reservebecken 8 Mio. m³[10] Wasser aufnehmen. Das Reservebecken liegt im Naturschutzgebiet Reservebecken Alfhausen-Rieste.

Überfallhase 2014 nach dem Umbau zur Sohlgleite

Im Rahmen des „Internationalen Bewirtschaftungsplans nach Artikel 13 Wasserrahmenrichtlinie [der EU] für die Flussgebietseinheit Ems 2010–2015“ wurde 2009 die ökologische Qualität der Hase und ihrer Auen durchweg als zumindest „unbefriedigend“ bewertet.[11] Bereits 2004 war bei einer Bestandsaufnahme bemängelt worden: „Durch Begradigung, Eintiefung, Aufweitung, Verwallung, Stauhaltung sowie die Entfernung der natürlichen Ufergehölze haben die meisten Gewässer im Untersuchungsgebiet ihre Funktion als natürliche Lebensräume weitgehend eingebüßt. Nur ca. 10 % sind ‚gering‘ oder ‚mäßig verändert‘ (GKL II bzw. III), aber fast die Hälfte der Gewässer sind in den Strukturgüteklassen VI und VII (‚sehr stark‘ bzw. ‚vollständig veränderte‘ Gewässerabschnitte) einzuordnen.“[12] In den letzten Jahren wurden einige Wasserbaumaßnahmen der Vergangenheit wieder rückgängig gemacht, um negative ökologische Folgen der Eingriffe abzumildern. So wurde zum Beispiel der Haseüberfall in eine Sohlgleite umgebaut, die es Fischen und anderen Wasserorganismen erlaubt, in der Überfallhase aus flussauf- und abwärts zu wandern.

Nutzung[Bearbeiten]

Schifffahrt[Bearbeiten]

Für die Schifffahrt hat die Hase nie eine besondere Rolle gespielt. Nur der untere Lauf ist auf etwa 50 Kilometern Länge schiffbar.[13] Es verkehrten so genannte Emspünten[14], ein Schiffstyp, der mit seinem Plattboden die meisten Untiefen meistern konnte und daher noch bis in die 1920er Jahre auf flachen Flüssen eingesetzt wurde. Die Kähne waren in der Regel aus Eichenholz und mit einem Segel ausgestattet und mussten auf der Hase meist getreidelt werden.

Die letzten 1,6 km[15] der Hase (Ha) in Meppen sind als Bundeswasserstraße[16] ausgewiesen, wovon knapp 600 m Mündungsstrecke gemeinsam mit dem Dortmund-Ems-Kanal verlaufen. Zuständig ist dafür das Wasser- und Schifffahrtsamt Meppen.

Durchfahrt für Kanuten am Brokhagen Stau bei Essen

Wassersport[Bearbeiten]

Die Hase wird auf weiten Strecken von Wassersportlern genutzt, und zwar vor allem von Kanuten, Ruderern und Schlauchboot-Fahrern. Am Alfsee, der vom Wasser der Hase gespeist wird, befindet sich eine Wasserski-Anlage sowie ein Bootshafen mit Slipanlage für Segelschiffe. Bei Quakenbrück wird auf der Hase Kanupolo gespielt.

Fischfang[Bearbeiten]

Nach dem Niedersächsischen Fischereigesetz von 1978 ist die Hase in drei Fischereibezirke eingeteilt, und zwar:

  • Hase I (von der Bietendorfer Mühle bei Wellingholzhausen bis zur Kreuzung mit dem Mittellandkanal bei Bramsche)
  • Hase II (von der Kreuzung mit dem Mittellandkanal bis zum Brokhagen-Stau unterhalb Quakenbrück)
  • Hase III (vom Brokhagen-Stau bis zur Einmündung in den Dortmund-Ems-Kanal)[17]

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, bis zum Jahr 2015 ökologischen Zustand ihrer Fließgewässer zu verbessern und unter anderem dadurch die „Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit“ für Fische zu erreichen. Bereits jetzt ist die Hase lebendiger als vor dem Beginn der Renaturierungsmaßnahmen. Selbst im Osnabrücker Stadtgebiet kommen in der Hase trotz massiver Eingriffe in der Vergangenheit noch etwa 30 Fischarten vor, wobei die meisten der Fische Besatzfische sind, die Angler aussetzen.[18] Entlang fast der gesamten Hase kann mit Fischereischein bzw. mit Gastkarte geangelt werden.

Fernradweg[Bearbeiten]

Der Fernradweg Hase-Ems-Tour verläuft von der Quelle zur Mündung der Hase. Radfahrer, die die Tour vollständig abfahren, begleiten abschnittsweise die Hase entlang ihrem Ufer, in anderen Abschnitten entfernen sie sich von ihm.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Böning: Entlang der Hase. Von Osnabrück über Quakenbrück nach Meppen. Sutton-Verlag, 2004. ISBN 3-89702-750-X.
  • Beiträge zur Limnologie der oberen und mittleren Hase. In: Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen. 4.1976, ISSN: 0340-4781
  • Werner Dobelmann: Die Hase prägte das Osnabrücker Nordland. Geographische und geschichtliche Aspekte, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 37 (1986), Nr. 1 (März 1986), S. 1–4 (posthum)
  • Werner Dobelmann: Siedlungen an der Hase, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 38 (1987), Nr. 3 (Juli 1987), S. 10–12 (posthum)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 2012, abgerufen am 7. Oktober 2012 (PDF, deutsch, 6184 KB).
  2. a b Die Bifurkation in Gesmold (Hase-Else-Bifurkation), auf bifurkation.de
  3. a b c Wilhelm Müller-Wille: Bodenplastik und Naturräume Westfalens. 1966. S. 266
  4. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  5. Stefan Kröger: Das Osnabrück-Lexikon, 2004, S. 27
  6. Ita Niehaus: Dem Bagger folgte der Biber. Die Revitalisierung der Haseauen im Emsland. Deutschlandradio. 10. März 2009
  7. Artland Gymnasium: Gewässer- und Naturlehrpfad Quakenbrück, auf bio.artland-gym.de
  8. Quakenbrück: Sohlgleite statt Wehr am Schützenhof, in: Neue Osnabrücker Zeitung, vom 18. April 2011
  9. Matthias Ellmann: Die Hase auf dem Weg zum Grand Canyon Münsterländische Tageszeitung. 13. Dezember 2012
  10. Heinrich Böning: Entlang der Hase. Von Osnabrück über Quakenbrück nach Meppen, S. 8 (siehe Abschnitt Literatur)
  11. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Betriebsstelle Meppen: Internationaler Bewirtschaftungsplan nach Artikel 13 Wasserrahmenrichtlinie für die Flussgebietseinheit Ems 2010–2015. 2009. S. 229
  12. Bezirksregierung Weser-Ems / NLWKN: Bestandsaufnahme zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Oberflächengewässer – Bearbeitungsgebiet Hase. 2004. S. 9
  13. Haseverlauf von der Quelle bis zur Mündung, auf umweltbildung.uni-osnabrueck.de
  14. Verein zur Förderung der historischen Emsschifffahrt e. V., auf emssaga.de
  15. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, auf wsv.de
  16. Verzeichnis E, Lfd. Nr. 19 und 7 sowie Verzeichnis F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, auf wsv.de
  17. Anlage 2 zum Niedersächsischen Fischereigesetz zu § 18 Abs. 1, auf pachtverein.de (PDF; 159 kB)
  18. Projekt Lebendige Hase, auf lebendige-hase.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien