Hase (Fluss)

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Hase
Verlauf der Hase durch das Hasetal

Verlauf der Hase durch das Hasetal

Daten
Gewässerkennzahl DE: 36
Lage Deutschland, westliches Niedersachsen
Flusssystem EmsVorlage:Infobox Fluss/ABFLUSSWEG_fehlt
Quelle Melle-Wellingholzhausen
52° 7′ 57″ N, 8° 15′ 53″ O52.1324055555568.264675163
Quellhöhe 163 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Ems in Meppen bzw.
Else in Melle-Gesmold52.6910611111117.296705555555611Koordinaten: 52° 41′ 28″ N, 7° 17′ 48″ O
52° 41′ 28″ N, 7° 17′ 48″ O52.6910611111117.296705555555611
Mündungshöhe 11 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 152 m
Länge 169,6 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 3086 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Bramsche[1]
AEo: 682 km²
Lage: 114,5 km oberhalb der Mündung
NNQ (21.05.1971)
MNQ 1959/2008
MQ 1959/2008
Mq 1959/2008
MHQ 1959/2008
HHQ (30.06.1981)
427 l/s
1,9 m³/s
7,31 m³/s
10,7 l/s km²
51,7 m³/s
113 m³/s
Abfluss am Pegel Bunnen[1]
AEo: 1778 km²
Lage: 66,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (16.09.1959)
MNQ 1955/2008
MQ 1955/2008
Mq 1955/2008
MHQ 1955/2008
HHQ (15.03.1981)
380 l/s
3,03 m³/s
16,7 m³/s
9,4 l/s km²
79,8 m³/s
130 m³/s
Abfluss am Pegel Herzlake[1]
AEo: 2246 km²
Lage: 43,9 km oberhalb der Mündung
NNQ (17.09.1959)
MNQ 1955/2008
MQ 1955/2008
Mq 1955/2008
MHQ 1955/2008
HHQ (02.11.1998)
1,22 m³/s
4,79 m³/s
21,5 m³/s
9,6 l/s km²
95 m³/s
152 m³/s
Linke Nebenflüsse Königsbach, Rosenmühlenbach, Düte, Lotter Beeke
Rechte Nebenflüsse Flöthengraben, Wierau, Belmer Bach, Nette, Nonnenbach, Südradde, Mittelradde
Durchflossene Stauseen Alfsee
Großstädte Osnabrück
Mittelstädte Bramsche, Melle, Meppen
Kleinstädte Bersenbrück, Haselünne, Löningen, Quakenbrück
Gemeinden Alfhausen, Badbergen, Bissendorf, Dissen am Teutoburger Wald, Essen (Oldenburg), Gehrde, Herzlake, Menslage, Rieste, Wallenhorst
Hasewehr in Osnabrück

Hasewehr in Osnabrück

Die Hase ist ein 169 km langer rechter Nebenfluss der mittleren Ems und durch die Else ein Nebenfluss der Weser in Niedersachsen (Deutschland) und hat ein Einzugsgebiet von 3086 km²[2].

Flusslauf[Bearbeiten]

Die Hasequelle im Puschkental unweit des Hankenüll
Die Hase in der Nähe des Kronensees bei Wellingholzhausen

Der Fluss entspringt südöstlich von Osnabrück im Teutoburger Wald bei Melle-Wellingholzhausen. Gespeist wird die Hase durch die Hasequelle und die Schwarze Welle (Almaquelle) im Quellgebiet Puschkental in Wellingholzhausen, sowie die Rehquellen zwischen Wellingholzhausen und Dissen. Von dort fließt die Hase nordwärts nach Wellingholzhausen, von wo ihr weiterer Flusslauf durch die Weser-Ems-Wasserscheide bestimmt wird.

Name[Bearbeiten]

Der Name des Flusses hat nichts mit dem Tier Hase zu tun. Bis in das späte 19. Jahrhundert war die Schreibweise „Haase“ üblich. Abzuleiten ist der Name von einem germanischen haswa (grau), fortgesetzt z.B. in angelsächsisch hasu oder altisländisch hǫss (graubraun), auch im Völkernamen Chasuarii (Haseanwohner), der u.a. bei Tacitus 34,1 belegt ist). Die Benennung eines Flusses nach einer Farbe ist nicht ungewöhnlich (vgl. z.B. den Namen der Elbe, der dem lateinischen Adjektiv albus, -a, -um (weiß/grau, blass, hell) verwandt ist.

Weser-Ems-Wasserscheide[Bearbeiten]

Zwischen den Meller Stadtteilen Wellingholzhausen und Gesmold, im Grenzgebiet der Bauerschaften Uhlenberg und Dratum-Ausbergen, weist die Hase eine Besonderheit auf: In einer Bifurkation teilt sich der Fluss auf 79,8 m über NN[3] in Hase und Else so, dass jeder Arm in ein anderes Flusssystem fließt. Allerdings ist dies keine natürliche Erscheinung, sondern das Produkt eines Streites um Wasserrechte. Zunächst wurde im 16. Jahrhundert ein Mühlengraben angelegt, um die Mühle am Schloss Gesmold besser betreiben zu können. Erst später tauchte der Name Else für die Abzweigung an der Hase auf und führte im 19. und 20. Jahrhundert zu einer Bifurkationseuphorie, weil man glaubte, dass man hier auf ein einzigartiges Naturphänomen verweisen könne.[4]

Flussverlauf[Bearbeiten]

Ein Drittel ihres Wassers fließt unter dem Namen Else in östliche Richtung und mündet bei Kirchlengern in die Werre, die weiter zur Weser läuft. Zwei Drittel des Wassers fließen in nordwestliche Richtung weiter nach Osnabrück in Richtung Bramsche, wo sie den Mittellandkanal unterquert („Hasedüker“ genannt) und sich in zwei Arme teilt, die Hohe Hase und die Tiefe Hase, die sich bei Rieste wieder vereinigen, in das Artland gelangen, wo sie sich erneut in mehrere Arme teilt und zufließende Bäche aufnimmt.

Vor Quakenbrück teilt sich der Fluss in Große Hase, Kleine Hase, die Trentlager Hase und die Wrau. Die heutige Kleine Hase beginnt als Wasserabschlag der Großen Hase an der Überfallhase (Schützenhofwehr in Quakenbrück) und mündet unterhalb Menslage in den Hahnenmoorkanal, der nach neun Kilometern bei Aselage (ein zu Herzlake gehörender ehemaliger Gutsbezirk) in die Große Hase einspeist. Diese Lauflänge beträgt 24 Kilometer.

Die letzten 1,6 km[5] der Hase (Ha) sind als Bundeswasserstraße[6] ausgewiesen, wovon die knapp 700 m Mündungsstrecke einen Teil des Dortmund-Ems-Kanals bilden. Zuständig ist dafür das Wasser- und Schifffahrtsamt Meppen.

Der Fluss brachte immer wieder Überschwemmungen, so dass bereits früh Eindeichungen und andere Eingriffe notwendig wurden. Größere Wassermassen wurden zu bestimmten Zeiten mittels Gattern auf Felder abgeleitet, um diese mit Mineralstoffen zu versorgen; es bildeten sich „Rieselwiesen“. Um größeren Überflutungen vorzubeugen, entstand ab 1972 der 220 Hektar große Alfsee zwischen Rieste und Alfhausen, der bis zu 13 Millionen Kubikmeter Hasewasser aufnehmen kann; ein Reservebecken fasst nochmals acht Millionen Kubikmeter.[7] Das Reservebecken ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Nutzung[Bearbeiten]

Schifffahrt[Bearbeiten]

Wasserkraft der Hase (ehemalige Wassermühle am Gut Stockum)
Die als Kanal ausgebaute Hasemündung in die Ems in Meppen

Für die Schifffahrt hat die Hase nie eine besondere Rolle gespielt. Nur der untere Lauf ist auf etwa 50 Kilometern Länge schiffbar.[8] Es verkehrten so genannte Emspünten[9], ein Schiffstyp, der mit seinem Plattboden die meisten Untiefen meistern konnte und daher noch bis in die 1920er Jahre auf flachen Flüssen eingesetzt wurde. Die Kähne waren in der Regel aus Eichenholz und mit einem Segel ausgestattet und mussten auf der Hase meist getreidelt werden.

Wassersport[Bearbeiten]

Die Hase wird auf weiten Strecken von Wassersportlern genutzt, und zwar vor allem von Kanuten, Ruderern und Schlauchboot-Fahrern. Am Alfsee, der vom Wasser der Hase gespeist wird, befindet sich eine Wasserski-Anlage sowie ein Bootshafen mit Slipanlage für Segelschiffe. Bei Quakenbrück wird auf der Hase Kanupolo gespielt.

Fischfang[Bearbeiten]

Nach dem Niedersächsischen Fischereigesetz von 1978 ist die Hase in drei Fischereibezirke eingeteilt, und zwar

  • Hase I (von der Bietendorfer Mühle bei Wellingholzhausen bis zur Kreuzung mit dem Mittellandkanal bei Bramsche)
  • Hase II (von der Kreuzung mit dem Mittellandkanal bis zum Brokhagenstau unterhalb Quakenbrück)
  • Hase III (vom Brokhagenstau bis zur Einmündung in den Dortmund-Ems-Kanal)[10]

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, bis zum Jahr 2015 ökologischen Zustand ihrer Fließgewässer zu verbessern und u.a. dadurch die „Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit“ für Fische zu erreichen. Bereits jetzt ist die Hase lebendiger als vor dem Beginn der Renaturierungsmaßnahmen. Selbst im Osnabrücker Stadtgebiet kommen in der Hase trotz massiver Eingriffe in der Vergangenheit noch etwa 30 Fischarten vor, wobei die meisten der Fische Besatzfische sind, die Angler aussetzen.[11] Entlang fast der gesamten Hase kann mit Fischereischein bzw. mit Gastkarte geangelt werden.

Orte an der Hase[Bearbeiten]

  • Melle-Wellingholzhausen – Hasequelle
  • Melle-GesmoldBifurkation
  • Osnabrück
  • Bramsche – im Süden der Stadt kreuzt die Hase den Mittellandkanal, im Ortsteil Epe trennt sich die Hase beim Hof Dallmann in Hohe und Tiefe Hase.
  • Rieste – Im Gemeindegebiet von Rieste ist die Hase in mehrere Arme geteilt: In Epe (Stadt Bramsche) teilt sich die Hase in Hohe und Tiefe Hase; nördlich von Rieste laufen die Arme wieder zusammen. Die Hohe Hase dient dabei zur Umflutung der Güter Kloster Malgarten (Ortsteil Epe-Malgarten der Stadt Bramsche) sowie der Kommende Lage (Gemeinde Rieste). Ein weiterer Nebenlauf der Hohen Hase ist der Sögelner Mühlenbach, der sich auf Sögelner Gebiet (Stadt Bramsche) der Tiefen Hase abscheidet und das Haus Sögeln umflutet. Dieser Nebenarm vereinigt sich in Rieste wieder mit die Tiefe Hase. Auf alten Karten ist der im Gemeindegebiet von Rieste auch noch der bis vor wenigen Jahrzehnten vorhandene, so genannte Wulfert-Graben zu erkennen. Dieser Nebenarm der Hohen Hase diente vor allem zur Berieselung von Wiesen. Ein weiterer Nebenarm auf Riester Gebiet ist die so genannte Alte Hase (auch Birke genannt), die unter anderem das Wohngebiet Hammer durchzieht.
  • Alfhausen
  • Bersenbrück – Der Fluss wird am Hase-Flutwehr künstlich geteilt. Ab hier verläuft westlich des Hauptflusslaufs der Hasekanal (Mühlenhase), der 1293 zur Versorgung des Zisterzienserinnenklosters Bersenbrück nebst zugehöriger Mühle angelegt wurde und weiter als Alte Hase bis östlich Badbergen verläuft.
  • Gehrde
  • Badbergen
  • Quakenbrück – Im Südosten teilt sich der Fluss in die Große Hase (die die Stadt im Nordosten passiert) und die Kleine Hase (die in mehreren Armen durch das Stadtgebiet fließt, von denen einer nach Norden zur Großen Hase abzweigt); er bildet ein Binnendelta an der Überfallhase.
  • Menslage – hier ist die Hase in der Kleinen Hase kanalisiert
  • Essen, Löningen – hier fließt sie in einem etwas nördlicheren Arm als Große Hase
  • Herzlake – Zusammenführung aus diesen zwei Armen
  • Haselünne – Zufluss der Südradde
  • Haselünne-Dörgen – Zufluss der Mittelradde
  • Haselünne-Lehrte
  • Bokeloh
  • Meppen – Mündung in die Ems

Zuflüsse[Bearbeiten]

Mündung der Wierau in die Hase bei Wissingen

Der Hase fließen unter anderem zu:


Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Böning: Entlang der Hase. Von Osnabrück über Quakenbrück nach Meppen. Sutton 2004. ISBN 3-89702-750-X.
  • Beiträge zur Limnologie der oberen und mittleren Hase. In: Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen. 4.1976 ISSN: 0340-4781
  • Werner Dobelmann: Die Hase prägte das Osnabrücker Nordland. Geographische und geschichtliche Aspekte, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 37 (1986), Nr. 1 (März 1986), S. 1–4 (posthum)
  • Werner Dobelmann: Siedlungen an der Hase, in: Am heimatlichen Herd – Heimatblatt 38 (1987), Nr. 3 (Juli 1987), S. 10–12 (posthum)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 2012, abgerufen am 7. Oktober 2012 (PDF, deutsch, 6184 KB).
  2. http://www.bifurkation.de/bifurkation/daten.html
  3. TK 25
  4. Stefan Kröger: »Das Osnabrück-Lexikon.« 2004 S. 27
  5. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  6. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 19 und 7 sowie Verz. F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  7. Böning: Entlang der Hase. S. 8
  8. http://www.umweltbildung.uni-osnabrueck.de/Hase/Verlauf
  9. http://www.emssaga.de/historie/
  10. Anlage 2 zum Niedersächsischen Fischereigesetz zu § 18 Abs. 1 (PDF; 159 kB)
  11. Stadt Osnabrück: Natur im Fluss, das Projekt Barrierefreie Hase

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien