Hasenpfoten-Segge

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Hasenpfoten-Segge
Hasenpfoten-Segge (Carex ovalis)

Hasenpfoten-Segge (Carex ovalis)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Hasenpfoten-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex ovalis
Gooden.

Die Hasenpfoten-Segge (Carex ovalis Syn.: Carex leporina), auch Hasen-Segge, Hasenfuß-Segge oder Hasenriedgras[1] genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Ihre Blüten werden meist vom Wind bestäubt (Anemophilie), jedoch nimmt man an, dass bei dieser Segge auch Insekten als Bestäuber fungieren könnten (Entomophilie). Ihre langlebigen Samen breiten sich selbst aus (Autochorie). Sie vermehrt sich jedoch auch vegetativ mit Hilfe ihres Rhizoms.

Allgemeine Verbreitung[Bearbeiten]

Die Hasenpfoten-Segge kommt in fast ganz Europa vor mit Ausnahme des nördlichen Skandinaviens. Ihr Areal erstreckt sich in Südeuropa vorwiegend auf die Gebirge bis Süd-Spanien und Sizilien; nach Osten erstreckt sich ihr Areal bis Russland, West-Sibirien und Mittel-Sibirien; ferner gibt es Vorkommen in Nordafrika von Marokko bis Libyen, im Kaukasus, in Anatolien und im Libanon.

Standorte und Verbreitung in Mitteleuropa[Bearbeiten]

Die Hasenpfoten-Segge braucht rohhumushaltigen oder torfigen Boden, der meist basenarm und kalifrei, sauer und mindestens zeitweise feucht ist. Sie geht auch auf nassen Sand und Lehm. Sie erträgt mäßige Konzentrationen an Stickstoff.

Sie besiedelt Kahlschläge und Raine; sie hat ihre Hauptverbreitung aber in Borstgras-Rasen und in Borstgras-Weiden.

In den Kalkgebieten Mitteleuropas ist sie selten; sonst kommt sie in Mitteleuropa zerstreut vor oder sie ist dort sogar häufig. Sie Steigt in den Alpen bis 200 m auf.

Die Hasenpfoten Segge ist eine der wenigen Seggen-Arten, die von weidendem Vieh gerne gefressen werden. Allerdings wächst sie auch in Borstgras-Weiden nicht zahlreich, so dass man von einem wirtschaftlichen Wert nicht sprechen kann.

Erwähnenswert ist noch, dass die Hasenpfoten-Segge auf offenen, rohhumushaltigen Böden auch als Pionierpflanze auftreten kann und damit dort die Begrünung einleiten kann. Das gilt auch für frisch angelegte Wege, auf denen sie sich wegen ihrer Trittunempfindlichkeit lange halten kann.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Hasenpfoten ist eine immergrüne, mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 bis 60 Zentimetern erreicht. Sie bildet keine Ausläufer aus, dafür bildet sie jedoch kleine bis mittelgroße feste Horste, die nicht zerfallen. Ihre Stängel besitzen unten fühlbare Knoten, die meist 2 bis 3 mm dick sind und abgerundet dreikantig erscheinen. Die Laubblätter sind stets kürzer als der Stängel, 2 bis 4 mm breit, starr, hellgrün bis gelbgrün gefärbt und innen in der oberen Hälfte doppelt gefaltet. Sie verlaufen meist in eine deutliche meist lange dreikantige Spitze. Die Blattscheiden sind mit deutlichen dunkelgrünen Nervenlinien versehen, sind jedoch meist bleich, selten braun gefärbt. Neben blühenden Sprossen gibt es auch vegetative Sprosse mit mehreren, übereinander angeordneten Blattetagen.

Die Hasenpfoten-Segge ist eine gleichährige Segge. Der Blütenstand bildet 4 bis 7 Ähren aus, die bis 4 cm lang werden. Die gedrängt, eiförmigen Ähren sind etwa 6 bis 10 mm lang und 5 bis 7 mm breit und gelbbraun bis braun gefärbt. An der Spitze des Ährchens befinden sich die weiblichen, am Grund die männlichen Blüten. Die länglichen spitzen Spelzen sind so lang wie die 3 bis 5 mm langen und 2 mm breiten geflügelten Schläuche, die zur Reifezeit nicht gespreizt sind. Sie umschließen zwei Narben. Die Hasenpfoten-Segge blüht im Juni und Juli.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Fischer, Jena, 1994. ISBN 3-334-60830-1
  • E. Foerster: Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes – Ein Schlüssel zum Bestimmen im blütenlosen Zustand. (Manuskript Kleve-Kellen März 1982)
  • Grau, Kremer, Möseler, Rambold, Triebel: Steinbachs Naturführer Gräser. Mosaik 1990, ISBN 3-576-10702-9
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 8: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Commelinidae Teil 2, Arecidae, Liliidae Teil 2): Juncaceae bis Orchidaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-3359-8.
  • Aichele/Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Franckh-Kosmos-Verlag, 2. überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 5, ISBN 3- 440-08048-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hasenpfoten-Segge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 82. (online)