Hasle LU

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LU ist das Kürzel für den Kanton Luzern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Haslef zu vermeiden.
Hasle
Wappen von Hasle
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Entlebuch
BFS-Nr.: 1005i1f3f4
Postleitzahl: 6166
Koordinaten: 646284 / 20323846.9786038.046944718Koordinaten: 46° 58′ 43″ N, 8° 2′ 49″ O; CH1903: 646284 / 203238
Höhe: 718 m ü. M.
Fläche: 40.30 km²
Einwohner: 1732 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 43 Einw. pro km²
Website: www.hasle-lu.ch
Hasle

Hasle

Karte
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Hasle ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Hasle besteht aus dem Dorf Hasle, den Ortsteilen Habschwanden und Heiligkreuz sowie zahlreichen Weilern, Einzelgehöften und Alphütten.

Die Nordgrenze von Hasle beginnt dort, wo die Entlen in die Kleine Emme einmündet. Sie führt von dort nach Westen zur Grossen Fontanne und in dieser bachaufwärts bis zur Enklave Dieplischwand (Gemeinde Entlebuch). Von dieser aus verläuft die Grenze in südöstlicher Richtung bis zur Zinggenbrücke, welche über die Kleine Emme führt. In diesem linksufrigen Teil der Gemeinde Hasle liegen auf einem nordwestlich liegenden Hang der Ortsteil Habschwanden (1,2 km nordwestlich des Dorfs; 849 m.ü.M.) und der Weiler Enetegg (2 km westlich des Dorfs; 822 m.ü.M.).

Der Grossteil der Gemeinde befindet sich allerdings auf dem rechtsseitigen Ufer der Kleinen Emme. Im Talboden, an der Strasse Luzern-Bern, liegt das Dorf Hasle. Dieses ist mittlerweile mit den Weilern Öschtor (im Südwesten), Gibel (im Süden), Feld (im Nordwesten), Bühl (im Norden) und Farbstutz (im Nordosten) zusammengewachsen. Durch das Dorf fliesst der Bibernbach, welcher gleich westlich des Dorfs von rechts in die Kleine Emme einmündet. Dieser Bibernbach bildet auf mehreren Kilometern Länge bis hin zu seiner Quelle die Grenze zur Gemeinde Schüpfheim. Sein Lauf führt westlich des Ortsteils Heiligkreuz (3,5 km südlich des Dorfs; 1'127 m.ü.M.) vorbei. Bei Schwarzmatt, südlich der Quelle des Bibernbachs, biegt die Grenze Richtung Osten ab hin zur Kleinen Entlen. Zwischen dieser und Heiligkreuz liegt der First (1'431 m.ü.M.). Von der Kleinen Entlen wendet sich der Grenzverlauf gegen Süden - immer dem Enggellauenbach entlang. Von dessen Quelle weg biegt sie in südöstlicher Richtung zur Enggellenfluh (1'902 m.ü.M.) ab, geht von dort in südwestlicher Richtung über einen Grat zur Schafmatt (1'979 m.ü.M) - und von diesem weiter über die Wasserfallenegg zum Feuerstein (2'040 m.ü.M.). Dieser liegt an der Kantonsgrenze zum Kanton Obwalden. Vom Feuerstein führt diese dem Wissgubergrat entlang bis zur Quelle des Wallerfallenbachs - einem der Quellbäche der Grossen Entlen. Die Grosse Entlen bildet auf ihrem gesamten Lauf bis zur Einmündung in die Kleine Emme beim Dorf Entlebuch die Gemeindegrenze zur Gemeinde Entlebuch. Das drittwichtigste Gewässer nach Kleiner Emme und Grosser Entlen ist die Kleine Entlen. Diese entspringt im Herzen der Gemeinde und fliesst in leicht nordöstlicher Richtung vom Zusammenfluss mit dem bereits erwähnten Enggellauenenbach durch ein stellenweise morastiges Tal. Auf 818 m.ü.M. mündet sie von links in die Grosse Entlen ein - die von diesem Punkt weg schlicht Entlen heisst.

Abgesehen vom Grat zwischen der Kleinen und der Grossen Entlen ist das ganze Gebiet ein Hochmoor. In diesem erheben sich die Gipfel Ebnetenfluh (1'833 m.ü.M.), Schimberg (1'815 m.ü.M.) und Hengst (1'809 m.ü.M.). Der ganze Hang der Schattsite (Schattenseite), dem Hang rechtsseitig der Kleinen Emme, ist gerodet. Um Heiligkreuz und entlang der Bäche gibt es grössere Waldgebiete. Im Romooser Hochwald östlich von Heiligkreuz entspringt der Gretenbach, der nach einigen Kilometern Lauf in nördlicher Richtung von links in die Entlen einmündet.

Vom gesamten Gemeindeareal wird die Hälfte (50,6 %) landwirtschaftlich genutzt. Weitere 39,6 % sind Wald und Gehölz (teilweise im Sumpfgebiet) und nur 2,9 % Siedlungsfläche.

Hasle grenzt an Doppleschwand (an der Grossen Fontanne), Entlebuch, Flühli, Romoos (ebenfalls an der Grossen Fontanne) und Schüpfheim im Kanton Luzern - und an die Gemeinde Giswil im Kanton Obwalden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1650 520
1745 1'007
1837 1'626
1850 1'567
1870 1'572
1900 1'283
1920 1'288
1970 1'644
1980 1'538
2004 1'742
2008 1'709

Die Bevölkerung wuchs fast zweihundert Jahre, von 1650 bis 1837, rasch an. Dann ging sie bis 1850 leicht zurück. Nach einer Stagnationsphase bis 1870 sank sie durch Abwanderung bis ins Jahr 1900 (1870-1900: -18,4 %). Dann folgten zwanzig Jahre ohne grosse Bevölkerungsbewegungen. Von 1920 bis 1970 wuchs sie dann wieder - mit Ausnahme der Fünfziger Jahre (1920-1970: +27,6 %). In den Siebziger Jahren ging die Zahl der Bewohner ein letztes Mal zurück (um 6,4 %). Seither wächst sie ununterbrochen (1980-2004: +13,3 %) und erreicht neue Höchstwerte.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Der lokale Dialekt unterscheidet sich stark von demjenigen der Stadt Luzern. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 96,41 % Deutsch, 1,88 % Albanisch und 0,47 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Dies ist zwar auch in Hasle nicht mehr der Fall. Dennoch ist die Bevölkerung weit überdurchschnittlich homogen, was das religiöse Bekenntnis betrifft. Heute (Stand 2000) gibt es 93,65 % römisch-katholische, 3,17 % evangelisch-reformierte und 0,47 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 1,06 % Muslime und 1,00 % Konfessionslose. Die Muslime sind herkunftsmässig Albaner.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2006 waren von den 1'704 Einwohnern 1'670 Schweizer und nur 34 (=2,0 %) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 94,71 % (einschliesslich Doppelbürger 95,71 %) Schweizer Staatsangehörige. Die wenigen Ausländer kommen aus Serbien, Kosovo, den Niederlanden, Deutschland und Italien.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit 1914 besitzt Hasle eine eigene Haltestelle an der Bahnlinie Luzern–Wolhusen–Bern. Der Ortsteil Heiligkreuz ist durch die Postautolinie Hasle-Heiligkreuz (LU) erschlossen. Der Ortsteil Bramboden der Gemeinde Entlebuch wird ebenso von Hasle aus erschlossen (Postautolinie Hasle-Bramboden).

Hasle liegt an der Hauptstrasse von Luzern nach Langnau-Bern/Schallenberg-Thun. Der nächstgelegene Autobahnanschluss Emmen-Nord an der A2 ist 30 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hasile taucht erstmals 1236 in einem Schutzbrief von Papst Gregor IX. an das Kloster Engelberg auf. Sie teilte das Schicksal des gesamten Inneren Amts Wolhusen, wie die Region Entlebuch unter der Herrschaft der Freiherren von Wolhusen hiess. Das Entlebuch verburgrechtete sich 1385 mit der Stadt Luzern. Endgültig zu Luzern kam es 1405, als die bisher regierenden Habsburger die ganze Gegend für 300 Goldgulden der Stadt verkauften. Der Ort beteiligte sich aktiv am Aufstand im Rahmen des grossen Schweizer Bauernkriegs. Am 26. Hornung (Februar) 1653 versammelten sich die Entlebucher beim Wallfahrtsort Heiligkreuz und beschworen mit dem Bundesbrief der X Aemter der Stadt Luzern den Wohlhuser Bund. Hasle gehörte bis 1798 zur Landvogtei Entlebuch, danach bis 1803 zum helvetischen Distrikt Schüpfheim. Seither ist es eine der Gemeinden im damals neu geschaffenen Amt Entlebuch.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auch in der kleinen Ortschaft Hasle im Entlebuch gibt es einen Totentanzzyklus mit acht überlebensgroßen Figurenpaaren. Er wurde 1687 an den Langhauswänden und im Chorraum des Beinhauses neben der Pfarrkirche St. Stephanus als Fresko ausgeführt. In diesem Fall sind die Stifter bekannt, weil deren Namen in den Kartuschen der gemalten Konsolen angegeben sind. Über jedem Paar stehen die zweizeiligen Dialoge zwischen dem Tod und seinem Opfer. Es sind abgebildet: Papst, Kaiser, Wirt, Schreiber, Müller, Jüngling, Bauer, Älpler.[2]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hasle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. "Muos ich doch dran - und weis nit wan". Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 219ff.