Hasso-Plattner-Institut

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Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH
Logo
Gründung 1998[1]
Ort Potsdam
Bundesland Brandenburg
Staat Deutschland
Institutsdirektor Christoph Meinel (Informatiker)
Studenten 460[2]
Mitarbeiter etwa 60[2]
davon Professoren 10 [2]
Website www.hpi.uni-potsdam.de
Ehemaliges Hauptgebäude

Die Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) ist ein An-Institut der Universität Potsdam und ist in Potsdam-Babelsberg angesiedelt. Gründer und Namensgeber des Instituts ist der SAP-Gründer und Aufsichtsratsvorsitzende Hasso Plattner. Einziger Gesellschafter ist die gemeinnützige Brandenburger Stiftung bürgerlichen Rechts „Hasso-Plattner Stiftung für Softwaresystemtechnik“.

Geschichte[Bearbeiten]

Panorama des Campus

Das HPI wurde 1998 durch eine Public-Private-Partnership geschaffen. Träger ist die gemeinnützige Hasso-Plattner-Stiftung für Softwaresystemtechnik. Es hat die Rechtsform einer GmbH. Das Land Brandenburg beteiligte sich an dieser Partnerschaft, indem es die 30.000 m² für die Institutsbauten am Griebnitzsee in Potsdam-Babelsberg zur Verfügung stellte. Die Errichtung der drei mehrgeschossigen Gebäude einschließlich des Uni-Instituts für Informatik kostete 36 Millionen Euro, von denen Hasso Plattner 18 Millionen Euro übernahm. Die andere Hälfte wurde mit Fördermitteln der Europäischen Union finanziert. Bei der Gründung erklärte Plattner, der Stiftung für den laufenden Instituts-Betrieb über 20 Jahre hinweg 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.[3] Der Campus wurde am 12. Oktober 2001 eingeweiht.[4]

Im Herbst 1999 nahm das HPI als An-Institut an der Universität Potsdam unter der Leitung von Siegfried Wendt seinen Lehrbetrieb auf. Seit 2004 wird das Institut von Christoph Meinel geleitet. Zu Beginn des Wintersemesters 2010/11 zählte das Institut rund 450 Studenten. Am HPI sollen sie lernen, komplexe IT-Systeme und Softwareprodukte zu verstehen, zu entwickeln und zu beherrschen.

Im Sommer 2010 wurde der rund 3800 m² Nutzfläche bietende Erweiterungsbau fertiggestellt. Er fungiert als neues Hauptgebäude des HPI und beherbergt verschiedene Professuren, unter anderem die HPI Research School und das Design Thinking Research-Programm.

Im Juni 2012 wurde eine vereinbarte Zusammenarbeit mit der Schufa bei der Grundlagenforschung rund um die technische Verarbeitung öffentlicher Daten aus sozialen Netzwerken seitens des HPI gekündigt, da sie auf massive Kritik u. a. von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und des Schufa-Verbraucherbeirats gestoßen war. Die Kritiker befürchteten, dass die von Nutzern auf Facebook, Twitter und anderen Netzwerken hinterlegten Daten für die Entwicklung von Scoringverfahren zur Beurteilung der Bonität genutzt werden sollten.[5]

Studium & akademisches Profil[Bearbeiten]

Hörsaalgebäude des Hasso-Plattner-Instituts

Jedes Jahr werden zum Wintersemester 80 Bewerber für den Studiengang IT-Systems Engineering angenommen. Abschließen kann man das Studium als Bachelor (nach sechs Semestern) und Master (nach weiteren vier Semestern).

Ihr Studium schließen die Studenten mit einem Bachelorprojekt ab, das sie zusammen mit einem Kooperationspartner aus Industrie, Forschung oder öffentlicher Verwaltung bearbeiten. Die Ergebnisse werden im Rahmen eines jährlich stattfindenden Bachelorpodiums der Öffentlichkeit präsentiert. Master-Studenten (120 Plätze in einem Kalenderjahr) werden von einem Professor als Mentor betreut. Alle zwei Wochen findet ein Softskills-Kolloquium mit externen Referenten, beispielsweise Hermann Scherer oder Günther Jauch statt[6]. Am HPI sind Semesterbeiträge der Universität Potsdam obligatorisch.

Interaktive Skulptur Mr. Net vom spanischen Künstler Jaume Plensa

Seit September 2012 betreibt das HPI die E-Learning-Plattform open HPI, die interaktive Kurse kostenlos im Internet zur Verfügung stellt.[7] Das Institut wolle damit eine „neue Ära der Wissensvermittlung einleiten“.[8]

Derzeit sind am Hasso-Plattner-Institut 10 Professoren und rund 50 wissenschaftliche Mitarbeiter tätig. Die Institutsverwaltung umfasst etwa 30 Mitarbeiter. Die Professoren werden in der Regel gemeinsam mit der Universität Potsdam berufen. Die Studenten sind an der Universität Potsdam immatrikuliert.

HPI School of Design Thinking und HPI Research School[Bearbeiten]

Nach dem Vorbild des Hasso Plattner Institute of Design in Palo Alto an der Stanford University wurde die HPI School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut etabliert. Zum Wintersemester 2007/08 nahmen erstmals 40 Studierende aus fast 30 verschiedenen Fachgebieten das Zusatzstudium auf. Die Potsdamer D-School arbeitet mit der d.school in Stanford zusammen.

In dieser „Erfinderschule“ sollen Studenten einen interdisziplinären Ansatz bei der Entwicklung neuer Produkte erlernen. In dem Teilzeitstudium wird in zwei Semestern die Fähigkeit vermittelt, Ideen für alle Lebensbereiche zu entwickeln. Auch der Lehrkörper besteht aus Teams unterschiedlicher Fachrichtungen. Leiter der Schule ist Ulrich Weinberg. Die Dozenten – Professoren nebst wissenschaftlichen Mitarbeitern für drei Klassen (bestehend aus drei Gruppen zu je vier bis fünf Studenten) – stammen von verschiedenen Hochschulen aus dem Raum Berlin-Brandenburg. Das Lehrpersonal wird jedes Semester neu zusammengestellt.

2005 wurde am HPI das interdisziplinäre Forschungskolleg eröffnet. An der HPI Research School widmen sich Nachwuchsforscher aller Fachgebiete des HPI dem Thema Service-oriented Systems Engineering. Eine Promotion wird von zwei verschiedenen HPI-Fachgebieten betreut. Jedes Jahr werden Stipendien für die Arbeit an der HPI Research School vergeben, im Wintersemester 2007/08 waren 15 Forscher in dem Kolleg tätig.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hasso-Plattner-Institut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Organisation des Hasso-Plattner-Instituts. Abgerufen am 22. September 2013.
  2. a b c Zahlen und Fakten. Abgerufen am 22. September 2013.
  3. Andreas Wilkens: Hasso-Plattner-Institut soll "Weltklasse-Niveau" erreichen. In: heise online. 5. November 2004, abgerufen am 2. Oktober 2012.
  4. http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Einweihung_des_Hasso-Plattner-Instituts_9815.html
  5. Schufa und Facebook-Daten: Hasso-Plattner-Institut zieht Notbremse. In: heise-online. 8. Juni 2012, abgerufen am 2. Oktober 2012.
  6. Soft-Skills-Kolloquium. Hasso-Plattner-Institut, 2012, abgerufen am 2. Oktober 2012.
  7. openHPI. 2012, abgerufen am 2. Oktober 2012.
  8. Laurence Thio: Bildung in Berlin und Brandenburg: Per Klick in den Hörsaal. In: taz.de. 3. September 2012, abgerufen am 2. Oktober 2012.

52.39395913.13349Koordinaten: 52° 23′ 38″ N, 13° 8′ 1″ O