Hattenhofen (Württemberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hattenhofen
Hattenhofen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hattenhofen hervorgehoben
48.6666666666679.5719444444444366Koordinaten: 48° 40′ N, 9° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 366 m ü. NHN
Fläche: 7,64 km²
Einwohner: 2901 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 380 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73110
Vorwahl: 07164
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 45
73110 Hattenhofen
Webpräsenz: www.hattenhofen.de
Bürgermeister: Jochen Reutter
Lage der Gemeinde Hattenhofen im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild
Hattenhofen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Hattenhofen ist eine kleine Gemeinde im Albvorland in Baden-Württemberg

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hattenhofen liegt zwischen Stuttgart und Ulm im Vorland der Schwäbischen Alb. Der Ort ist umgeben von zahlreichen Streuobstwiesen. Er gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Geologie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf dem Schwarzjura einer fossilreichen Schieferschicht, dem sogenannten Posidonienschiefer, und ist Bestandteil des 1979 gegründeten Grabungsschutzgebietes Versteinerungen Holzmaden.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbarorte sind Albershausen, Sparwiesen (Stadtteil von Uhingen), Bezgenriet (Stadtbezirk von Göppingen), Zell unter Aichelberg, Schlierbach und Ohmden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Hattenhofen gehören das Dorf Hattenhofen und das Gehöft Riedenhof sowie eine abgegangene Burg.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In römischer Zeit lässt sich eine Besiedlung der Gemarkung archäologisch nachweisen. Im Schäferesch bestand ein Gutshof.

Während der Merowingerzeit entstand am Südwestrand der Gemarkung eine Siedlung, die ausweislich archäologischer Funde mindestens bis ins 13. Jahrhundert Bestand hatte. Es handelt sich um die Wüstung Pippendorf. In der späten Merowingerzeit entstand der Ortsname. Er leitet sich von einem alemannischen Geschlecht der Hatto oder Hatten ab. Eine Besiedlung im Umfeld des späteren Dorfes darf angenommen werden. Die weitere Siedlungsentwicklung ist unbekannt. Wahrscheinlich stellen die Ortsteile Reustadt und Zebedäi eigene Siedlungskerne dar, die schließlich zu einem Dorf zusammengewachsen sind.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Hattenhoven erfolgte 1275 im Liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz. Mit der Grafschaft von Aichelberg kam Hattenhofen von 1334 bis 1339 an Württemberg. Bis 1365 war der Ort an die Herren von Lichtenstein verpfändet. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zum Amt Kirchheim kam Hattenhofen 1485 an das Amt Göppingen.

Der Dreißigjährige Krieg und die Pest forderten auch in Hattenhofen ihren Tribut. Von ehemals 600 Einwohnern haben bis 1637 nur 20 überlebt.

1938 wurde die Gemeinde dem Landkreis Göppingen zugesprochen. Zusammen mit den Gemeinden Aichelberg, Boll, Dürnau und Gammelshausen bildet der Ort seit 1970 den Gemeindeverwaltungsverband Raum Bad Boll.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1837 1004
1907 971
1939 879
1950 1373
1970 1714
1983 2671
2005 3004
2010 2933

Religionen[Bearbeiten]

Seit der Reformation ist Hattenhofen evangelisch geprägt. Auch heute leben überwiegend evangelische Christen im Ort. Daneben gibt es eine römisch-katholische sowie eine neuapostolische Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Wähler |50,6 % + 9,8 % Sechs Sitze +/- 0
Bürgergemeinschaft| 49,4 % + 1,9 % Sechs Sitze - 1
CDU Nicht mehr angetreten

Vor der Wahl wurden die Sitze von 14 auf zwölf reduziert.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Hattenhofen lautet: In Rot auf grünem Hügel zwischen zwei goldenen Laubbäumen ein silbernes Haus mit spitzem silbernem Ziegeldach, geschlossener Tür und zwei Fenstern.

Die Gemeinde führte seit 1916 ein Dienstsiegel mit einem Wappen, auf dem ein silbernes Obereck, und ein Baum neben einem Haus abgebildet waren. Das inzwischen entfernte Obereck stand für die Grafen von Aichelberg. Haus und Baum stehen für das Wort Hof, das im Ortsnamen steckt. Es handelt sich daher um ein so genanntes teilredendes Wappen. Das Wappen in heutiger Form wurde am 15. August 1959 offiziell von dem Innenministerium verliehen.

Die Ortsfarben sind Weiß-Rot.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hattenhofen, Ortsmitte, 1980, M.Hofheinz-Döring

Der Ort zeichnet sich durch ein charakteristisches Ortsbild mit restaurierten Fachwerkhäusern aus, das im Jahre 1985 zur Goldmedaille im Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden führte. Der Ort verfügt über einen Sauerbrunnen, aus dem trinkbares, hydrogencarbonathaltiges Wasser fließt. Bis in die 1950er Jahre diente der Brunnen noch zur Wasserversorgung der Einwohner.

Natur und Klimaschutz[Bearbeiten]

Neben den zahlreichen Streuobstwiesen, die den Ort umgeben, wurden auf der Gemarkung Hattenhofen mehrere Biotope angelegt, die für eine Vielzahl von Pflanzen und Tiere Lebensraum bietet. Die Gemeinde ist seit 1993 Mitglied im weltweiten „Klima-Bündnis“ und wurde für mehrere Klimaschutzprojekte ausgezeichnet. Außerdem hat Hattenhofen die erste ökologische Flurbereinigung in Baden-Württemberg durchgeführt. Derzeit (Dezember 2013) bemüht sich die Gemeinde um den "European Energy Award".

Einrichtungen und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zu den infrastrukturellen Einrichtungen zählen unter anderem die 2009 sanierte Sillerhalle, der 1975 errichtete Sportplatz sowie die 1978 errichterte Sauerbrunnenanlage. In Hattenhofen gibt es zwei Arztpraxen, einen Zahnarzt, eine Apotheke, Heilpraktiker, vier Gaststätten, zwei Banken, eine Postfiliale, mehrere Mezger und Bäcker, Friseurin und Blumenladen usw. sowie einen Supermarkt in der Ortsmitte. Seit 2008 gibt es ein DRK-Seniorenzentrum in der Ortsmitte.

Verkehr[Bearbeiten]

Hattenhofen liegt rund vier Kilometer von der Anschlussstelle Aichelberg an der Bundesautobahn 8 entfernt. Durch den Ort führt die Verbindungsstraße K 1419, die ihn mit Schlierbach und Bezgenriet verbindet. Über die K 1443 ist der Ort mit Albershausen, über die K 1421 mit Zell u. A. verbunden. Die Gemeinde ist dabei, die innerörtlichen und überortlichen Radwege zu verbessern bzw. neu anzulegen. Die örtliche Busfirma bedient den Schülerverkehr und die Linien in die Nachbarorte sowie nach Göppingen.

Bildung[Bearbeiten]

Hattenhofen verfügt nur noch über eine eigene Grundschule (Klassen 1 bis 4). Weiterführende Schulen gibt es in Nachbargemeinden sowie in der Stadt Göppingen. Hattenhofen hat einen Kindergarten, gemeindliche und private Kleinkindbetreuung und Kernzeitenbetreuung mit Mittagstisch.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Aus Hattenhofen stammen zudem der Urgroßvater des Dichters Ludwig Uhland sowie die Großmutter des Dichters Friedrich Hölderlin.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hattenhofen (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 286–287