Hattersheim am Main
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Main-Taunus-Kreis | |
| Höhe: | 100 m ü. NN | |
| Fläche: | 15,82 km² | |
| Einwohner: |
25.777 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1629 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65795 | |
| Vorwahlen: | 06190, 06145 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MTK | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 36 005 | |
| Stadtgliederung: | 3 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Rathausstraße 10 65795 Hattersheim am Main |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Antje Köster (SPD) | |
| Lage der Stadt Hattersheim am Main im Main-Taunus-Kreis | ||
Hattersheim am Main ist eine Stadt im Main-Taunus-Kreis in Hessen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Nachbargemeinden und -kreise [Bearbeiten]
Hattersheim grenzt im Nordosten an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Südosten an die Stadt Kelsterbach, im Südwesten an die Stadt Raunheim (beide Kreis Groß-Gerau) sowie im Westen an die Städte Flörsheim am Main und Hofheim am Taunus sowie die Gemeinde Kriftel.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Hattersheim besteht aus den drei Stadtteilen Hattersheim, Eddersheim und Okriftel.
Hattersheim [Bearbeiten]
Hattersheim ist verkehrstechnisch im Nordwesten an die A 66 (Hattersheim) und im Nordosten an die Flughafentangente B 40 (Hattersheim Ost) angebunden, außerdem über eine S-Bahn-Station an der Linie S1 (Rödermark-Ober-Roden–Frankfurt–Wiesbaden). Hattersheim hat eine evangelische Kirche,[2] eine katholische Kirche (St. Martinus) sowie eine Neuapostolische Kirche und zwei Moscheevereine, die Fatih-Moschee der IGMG (Vogelweidestraße) und den Marokkanischen Verein (Schützenstraße).
Eddersheim [Bearbeiten]
Im Jahr 2007 zählte der Stadtteil 4.986 Einwohner. Der Stadtteil liegt wie Okriftel am Main und ist Standort eines Wasserwerks und einer Schleuse. Der Ingenieur und Erfinder Anton Flettner stammte aus Eddersheim.
Eddersheim hat eine S-Bahn-Station an der Linie S1 (Rödermark-Ober-Roden–Frankfurt–Wiesbaden) sowie eine evangelische und eine katholische Kirche und eine kleine Kapelle.
Darüber hinaus entstanden in den letzten Jahren mehrere Reiterhöfe und Tennishallen, die im ganzen Rhein-Main-Gebiet für einen erhöhten Bekanntheitsgrad des Ortes sorgten.
Okriftel [Bearbeiten]
Im Jahr 2007 zählte der Stadtteil 7.563 Einwohner. Eine örtliche Fähre setzt Fußgänger und Radfahrer in Richtung Kelsterbach über den Main. Die Fähre ist in den Sommermonaten jeweils samstags, sonntags und feiertags in Betrieb.
Okriftel besitzt einen Kunstrasenfußballplatz, eine evangelische Kirche sowie eine katholische Kirche und einen Moscheeverein der Ahmadiyya Muslim Jamaat (Sindlinger Straße). Eine direkte S-Bahn- oder Autobahnanbindung besteht nicht.
Der Stadtkern von Okriftel wird von einer Industriebrache beherrscht, die heute Künstler und zahlreiche Kleinbetriebe beherbergt. Die Cellulosefabrik Phrix wurde 1884 gegründet und am 4. September 1970 geschlossen. Die Gründung bedeutete für den landwirtschaftlich geprägten Ort mit seinen damals etwa 650 Einwohnern den Einstieg in das Industriezeitalter. Bei der Schließung gingen über 1000 Arbeitsplätze verloren.[3][4] Die Phrix AG war 1948 als Hersteller von Cellulose und Kunststofffasern neugegründet und Anfang 1967 von der Ludwigshafener BASF gekauft worden.[5]
Ortsprägend ist auch das Hochhaus in der Sindlinger Straße am Ortsausgang.[6] Baubeginn war im März 1970, Anfang 1975 ging der Bauträger Alpha Bau Frankfurt in Konkurs. Helaba Landesbank Hessen-Thüringen kaufte einen Großteil der Wohnungen zu 70 % des Schätzpreises. Erst 1980 waren alle Wohnungen verkauft.[7]
Am Mainufer verlaufen mehrere Radwanderwege:
- Der Hessischen Radfernweg R3 (Rhein-Main-Kinzig-Radweg) führt unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters. entlang von Rhein, Main und Kinzig über Fulda nach Tann in der Rhön. Auf Teilstück bis Eltville – Hochheim am Main führt der R3 über die Rheingauer Riesling Route.
- Der Main-Radweg führt von den Quellen des Weißen- und Roten Mains bis nach Mainz zur Mündung in den Rhein.
- Die D-Route 5 (Saar-Mosel-Main) von Saarbrücken über Trier, Koblenz, Mainz, Frankfurt am Main, Würzburg und Bayreuth bis zur tschechischen Grenze (1.021 km).
Geschichte [Bearbeiten]
Das Gebiet um Hattersheim war schon früh besiedelt. So wurde im Gebiet um Hattersheim zwar keine Siedlung entdeckt, aber Ausgrabungen keltischen Ursprungs gesichert. Im Baugebiet Südwest wurde ein Gräberfeld entdeckt, welches ungefähr von 500 vor Christus bis 200 vor Christus genutzt worden ist.[8]
Die Endsilbe -heim in Hattersheim und Eddersheim deutet auf fränkische Siedlungen hin, die im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet worden sein könnten.[9] Ähnlich alt war der benachbarte Ort Heddingheim auf der Gemarkung des heutigen Kriftel. Heddingheim wurde im 16. Jahrhundert zur Wüstung.
1970 wurde Hattersheim zur Stadt erhoben und schon zwei Jahre später mit den Gemeinden Okriftel und Eddersheim zu einer neuen Stadt mit der offiziellen Bezeichnung Hattersheim am Main zusammengeschlossen. Hattersheim ist Teil der Industrieroute Rhein-Main.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Hattersheim | Eddersheim | Okriftel | Insgesamt |
|---|---|---|---|---|
| 1900 | 1.930 | 1.237 | 1.215 | 4.382 |
| 1925 | 2.698 | 1.505 | 1.689 | 5.892 |
| 1950 | 4.218 | 2.190 | 2.808 | 9.216 |
| 1960 | 7.043 | 1.900 | 3.793 | 13.736 |
| 1970 | 10.176 | 4.634 | 4.790 | 19.600 |
| 1975 | 12.670 | 4.837 | 5.755 | 23.262 |
| 1980 | 12.799 | 4.864 | 6.089 | 23.752 |
| 1985 | 12.001 | 4.655 | 7.550 | 24.206 |
| 1990 | 12.246 | 4.816 | 7.407 | 24.469 |
| 1995 | 13.008 | 4.757 | 7.614 | 25.379 |
| 2000 | 13.472 | 4.822 | 7.467 | 25.761 |
| 2005 | 13.950 | 4.946 | 7.602 | 26.498 |
| 2010 | 14.152 | 4.783 | 7.175 | 26.110 |
Sehenswertes [Bearbeiten]
- Das 1909 fertiggestellte Wasserwerk Hattersheim wurde nach den Plänen des Baumeisters Hand Dasen im Jugendstil errichtet. Auch Elemente des seinerzeit geforderten Heimatstils sind vorhanden. Die Förderung wurde mittels Saugpumpen betrieben. Ursprünglich sorgte eine Dampfmaschine für den Antrieb der Pumpen, die heute elektrisch betrieben werden. Derzeit (2011) fördert das Hattersheimer Wasserwerk nicht mehr täglich rund um die Uhr, sondern dient nur noch dazu, Verbrauchsspitzen in der Wasserversorgung auszugleichen und wird vorgehalten als Ausfallreserve für die Sicherung der Versorgung im Großraum Frankfurt.
- Die Wasserwerkchaussee beginnt zwischen Hattersheim und Okriftel und war die 1905 erbaute Zufahrtsstraße zum Wasserwerk. Sie ist etwa 2 km lang, mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und von Linden gesäumt.[11]
- Das Rosarium Hattersheim wurde 1997 angelegt und liegt zwischen den Stadtteilen Hattersheim und Okriftel, an der Wasserwerkallee. Es erinnert an den gewerblichen Rosenanbau, der in Okriftel bis in die 1970er Jahre betrieben wurde. Die Anlage ist Teil des Angebots des Regionalparks Rhein-Main. Im Rosarium blühen im Sommer über 6000 Rosen und andere Gewächse um einen künstlich angelegten Teich. Blickfang des Rosariums sind zwei Holzpyramiden im Eingangsbereich, die von Kletterrosen berankt werden.[12]
Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Im Mai finden in Hattersheim rund um den Posthof, der gesamten Innenstadt und den Bürgerpark die „Lufthansa Klassikertage“ statt (2009 zum 21. Mal). Diese Überregionale Veranstaltung wird durchgeführt von der „scuderia Lufthansa classico“. Es ist über zwei Tage ein lockerers Oldtimertreffen, mit Musik, Kleindarstellern und einer Oldtimer Prämierung. Seit einigen Jahren wird die Oldtimerveranstaltung durch einen Verkaufsoffenen Sonntag und ein Innenstadtfest ergänzt. Die Klassikertage sind eine feste Institution im Rhein-Main-Gebiet, es nehmen dabei über 1000 Oldtimer Fahrzeuge teil.
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 38,8 | 14 | 44,7 | 16 | 40,9 | 15 | |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 34,8 | 13 | 35,3 | 13 | 33,5 | 12 | |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 16,0 | 6 | 8,5 | 3 | 9,4 | 3 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 6,2 | 2 | 7,0 | 3 | 7,3 | 3 | |
| FWG | Freie Wähler-Gemeinschaft 1989 Hattersheim | 4,1 | 2 | 3,0 | 1 | 4,3 | 2 | |
| HWG | Hattersheimer Wähler Gemeinschaft | – | – | 1,5 | 1 | 4,6 | 2 | |
| Gesamt | 37 | 37 | 37 | |||||
| Wahlbeteiligung in % | 44,2 | 46,6 | 52,3 | |||||
Bürgermeister [Bearbeiten]
Antje Köster (SPD) wurde am 9. Mai 2010 in einer Stichwahl mit 56,7 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt und trat am 1. Oktober 2010 das Amt an. Die Wahlbeteiligung betrug 42,6 %. Frau Köster löste Hans Franssen (SPD) ab, der aus Altersgründen nicht mehr antrat.[13]
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Hattersheim am Main unterhält insgesamt drei Städtepartnerschaften: seit 1987 mit dem französischen Sarcelles, seit 1989 mit Santa Catarina im afrikanischen Inselstaat Kap Verde und seit 1992 mit dem ungarischen Mosonmagyaróvár.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Hattersheim war früher ein bedeutender Standort der Rosenzucht, die von einzelnen Gärtnereien immer noch betrieben wird. Zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil Okriftel liegt das öffentlich zugängliche Rosarium, es ist Teil des Regionalparks Rhein-Main.
Der Sitz der Sarotti AG, einer Tochtergesellschaft des Nestle-Konzerns, befand sich bis 1994 in Hattersheim. Neben Sarotti und der Cellulosefabrik Phrix war die Rhein-Main-Wellpappe GmbH seit 1957 der größte Arbeitgeber in der Voltastraße. Seit 1966 eine Zweigniederlassung der Holfelder Werke GmbH und Co. KG. wurde sie 1997 geschlossen.[14] Damit ging für Hattersheim das Industriezeitalter zu Ende. Verblieben ist vorwiegend Kleingewerbe. Die 1961 gegründete Deutsche Präzisions-Ventil GmbH ist heute mit 275 Beschäftigten eine der größten Betriebe in Hattersheim.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Anton Flettner (1885–1961), Erfinder des Flettner-Rotors und des Flettner-Doppelrotors; geboren im Stadtteil Eddersheim
- Jupp Jost (1920–1993), Maler, Grafiker, Bildhauer
- Lisa Bund (* 1988), Sängerin (Kandidatin bei Deutschland sucht den Superstar), wuchs in Hattersheim auf
- Wolfgang Trapp (* 1957), Profifußballer, u. a. SV Darmstadt 98, Eintracht Frankfurt, Union Solingen, Karlsruher SC, heute Trainer, startete seine Fußballkarriere bei Germania Okriftel
- Andreas Franz (1954–2011), bekannter deutscher Schriftsteller (u. a. Jung, blond, tot; Das achte Opfer, ...) geboren in Quendlinburg lebte bis zu seinem Tod in Hattersheim
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Stadt Hattersheim am Main
- Hattersheimer Jugendparlament
- Literatur von Hattersheim im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Homepage, abgerufen am 17. Dezember 2011
- ↑ RheinMain-Wiki: Cellulosefabrik Phrix (Okriftel)
- ↑ Panoramio: Ehemalige Cellulosefabrik Phrix in Okriftel
- ↑ Kelsterbach - Die Perle am Untermain: Phrix – Denk- und Mahnmal deutscher Industriegeschichte; Quellenangabe: Die BASF. Eine Unternehmensgeschichte. Herausgeber Wolfgang Abelshauser, Ch. Beck, 2003, S. 566
- ↑ Panoramio: Hochhaus Okriftel
- ↑ Hochhausfreunde Okriftel: Historie
- ↑ Keltendorf unter Stadt vermutet, gesichtet 1.Mai 2009
- ↑ Hattersheim.de: Stadtinfo, gesichtet 1. Mai 2009
- ↑ Website der Stadt Hattersheim: Stadtinformationen/Daten/Einwohnerstatistik. Hattersheim.de, Abgerufen 1. November 2010
- ↑ Regionalpark-Rheinmain: Wasserwerkallee, Hattersheim am Main
- ↑ Regionalpark-Rheinmain: Rosarium
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Hattersheim
- ↑ Route der Industriekultur Rhein-Main Hattersheim am Main: Routenführer Hattersheim (PDF; 323 kB), Stand Dezember 2004
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