Hatun Sürücü

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Hatun Aynur Sürücü (* 17. Januar 1982 in Berlin; † 7. Februar 2005 ebenda) war eine Deutsche kurdischer Herkunft, die einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer fiel. Sie wurde an einer Bushaltestelle in Berlin-Tempelhof von einem ihrer Brüder durch mehrere Kopfschüsse getötet. Ihr Tod sorgte bundesweit für Entsetzen und löste eine Debatte über Zwangsehen und Wertvorstellungen von in Deutschland lebenden muslimischen Familien aus.

Leben[Bearbeiten]

Hatun Sürücü war die Tochter des Gärtnergehilfen Kerem Sürücü (1940–2007) und dessen Frau Hanım.[1][2] Ihre Eltern sind sunnitische Kurden aus der ostanatolischen Provinz Erzurum in der Türkei. Sie siedelten Anfang der 1970er Jahre nach Berlin um. Acht ihrer insgesamt neun Kinder wurden in Deutschland geboren, Hatun Sürücü wuchs mit fünf Brüdern und drei Schwestern in Kreuzberg auf. Sie war das fünfte Kind der Sürücüs und ihre erste Tochter.[3] Nachdem sie sich in der Pubertät immer mehr gegen ihre Familie aufgelehnt hatte, meldete ihr Vater sie nach der 8. Klasse des Robert-Koch-Gymnasiums in Kreuzberg ab. Im Alter von 16 Jahren wurde sie mit ihrem Cousin Ismail in Istanbul zwangsverheiratet,[4] von dem sie 1999 schwanger wurde. Als sie sich mit ihm und seiner strenggläubigen Familie zerstritten hatte, kehrte sie alleine nach Berlin zurück, wo sie ihren Sohn Can (türk. „Seele“, „Leben“) zur Welt brachte. Sie selbst gab sich den Rufnamen Aynur, was „Mondstrahl“ bedeutet oder „jemand, der so hell leuchtet wie der Mond“.[3][5][6]

Im Oktober 1999 zog Sürücü aus der Wohnung ihrer Eltern in Kreuzberg beim Kottbusser Tor aus, legte ihr Kopftuch ab und fand in einem Wohnheim für minderjährige Mütter Zuflucht. Dort holte sie ihren Hauptschulabschluss nach. Zugleich suchte sie psychotherapeutische Unterstützung. Später bezog sie eine eigene Wohnung in Berlin-Tempelhof und begann eine Lehre als Elektroinstallateurin. Sie beendete die Lehre erfolgreich und stand 2005 nur wenige Tage vor dem Abschluss ihrer Gesellenprüfung. Da sie nach wie vor von ihrer Familie akzeptiert werden wollte, hielt sie weiterhin Kontakt zu Eltern und Geschwistern.[3]

Ermordung[Bearbeiten]

Tathergang[Bearbeiten]

Am 7. Februar 2005 wurde sie vor ihrer Wohnung an einer Bushaltestelle an der Tempelhofer Oberlandstraße mit drei Kopfschüssen getötet. Als Tatverdächtige nahm die Polizei am 14. Februar 2005 drei ihrer Brüder fest. Als Motiv wurde ein „Ehrenmord“ vermutet, da Sürücü ihren Ehemann wie ihre Familie verlassen und sich entschlossen hatte, ein selbständiges Leben zu führen. Der Polizei waren bereits vor dem Mord mehrere Drohungen gemeldet worden.

Reaktionen[Bearbeiten]

In der Öffentlichkeit wurde der Mordfall sofort mit sechs weiteren Tötungsdelikten in Berlin seit Oktober 2004 in Verbindung gebracht, bei denen man als Tatmotiv einen „Ehrenmord“ an einer Frau vermutete.

Weitere Aufmerksamkeit erregte der Fall durch die Diskussion in einer achten Klasse der Thomas-Morus-Oberschule in Berlin-Neukölln, in der drei Schüler den Mord billigten („Die hat doch selbst Schuld. Die Hure lief rum wie eine Deutsche“), woraufhin der Schuldirektor Volker Steffens einen offenen Brief an die Eltern schrieb („Diese Schüler zerstören den Frieden des Schullebens, wenn sie den Mord gutheißen. Wir dulden keine Hetze gegen die Freiheit.“). Damit löste er eine bundesweite Reaktion in den Printmedien und eine erneute Diskussion über ein Pflichtfach Wertekunde an Berliner Schulen aus. Bundespräsident Horst Köhler dankte Steffens in einem Brief vom Juli 2005 für sein Engagement und merkte an: „Ein falsches Verständnis von Toleranz, Harmoniestreben oder mangelnde Courage dürfen nicht dazu führen, dass grundlegende Regeln des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft außer Kraft gesetzt werden“. Die Schüler erhielten eine Abmahnung.

Am 22. Februar 2005 fand am Tatort eine Mahnwache statt, an der etwa 100 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam teilnahmen. Zu ihr hatte der Berliner Lesben- und Schwulenverband aufgerufen. Eine weitere, von Politikern und Künstlern initiierte Mahnwache fand am 24. Februar statt. Politiker und Frauenrechtlerinnen forderten von türkischen und islamischen Verbänden in Deutschland eine klare Stellungnahme zum Thema „Ehrenmord“. Am 5. März demonstrierten mehr als tausend Menschen, aufgerufen von Terre des Femmes und fast allen Berliner Frauenverbänden innerhalb und außerhalb der Parteien, beim Rathaus Neukölln gegen den „Ehrenmord“. Beim Internationalen Frauentag am 8. März 2005 wurde in vielen deutschen Städten gegen die Ermordung Sürücüs und gegen das Verbrechen sogenannter Ehrenmorde protestiert. Der kurdischstämmige Politiker Giyasettin Sayan warf den Veranstaltern vor, dass keine Kurden-Vertreter eingeladen worden seien. Sayan äußerte: „Wir sind alle aus der Türkei, aber wir sind nicht alle Türken.“ – selbst wenn eine Differenzierung die tatsächlichen Türken entlasten würde.[7]

Das Motto „Vergesst niemals Hatun!“ Kampagne gegen Ehrenmorde wurde am Internationalen Frauentag 2006 in Köln zum Leitmotiv einer Konferenz von muslimischen Frauenrechtlerinnen, die von Terre des Femmes, Women’s Liberation—Iran, No Shari'a—International Campaign Against Shari’a Court in Canada und dem Internationalen Komitee gegen Steinigung unterstützt wurde.[8][9] Am 2. Todestag 2007 organisierte die Berliner Landtags-Fraktion der Grünen eine Mahnwache am Tatort. Bei dieser Gedenkfeier war kein Vertreter der türkischen Vereine anwesend,[10] was von deren Seite nachträglich bedauert wurde.[11]

Gedenktafel
Ecke Oberlandstraße / Oberlandgarten

Trotz eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung Mitte 2006[12] wurde bis dahin noch keine Gedenktafel an ihrer Wohnung angebracht. Blumen und andere Andenken werden am Tatort regelmäßig noch in derselben Nacht von Unbekannten entfernt.[13] Auch am dritten Jahrestag ist auf einer Mahnwache das Fehlen einer Gedenktafel kritisiert worden. Die Hausverwaltung habe sich zwar grundsätzlich mit einer Gedenktafel einverstanden erklärt, wolle diese aber nur in etwa 100 Meter Entfernung vom Tatort dulden.[14] Im Juni 2008 endlich konnte eine Gedenktafel auf einem Felsstein vor dem Haus angebracht werden, auf türkisch und deutsch wird erläutert, dass sie ermordet worden sei, „weil sie sich Zwang und Unterdrückung ihrer Familie nicht unterwarf, sondern ein selbstbestimmtes Leben führte“.[15] Nach dem Mord zogen nach und nach alle Mieter aus dem Wohnhaus aus, das nun renoviert werden soll.[16]

Im Sommer 2006 wurde die damals 16-jährige Schwester Songül Sürücü von der Eberhard-Klein-Schule abgemeldet, da sie freiwillig in die Türkei ziehe. Nach Aussage von Pädagogen wirke die Angabe der Freiwilligkeit unglaubhaft, da sie sich während des Gerichtsprozesses „bei einer Pädagogin erkundigt hatte, wie sie von zu Hause ausbrechen könne.“[17]

Hatun Sürücüs Sohn Can lebt heute bei einer Pflegefamilie. Hatun Sürücüs Schwester Arzu Sürücü gab bekannt, dass sie das Sorgerecht für Can beantragen werde. Falls das Familiengericht den Antrag ablehne, solle der leibliche Vater, der in Istanbul lebt, das Sorgerecht erhalten.[18] Politiker aller Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses, wie Özcan Mutlu (Bündnis 90/Die Grünen), Giyasettin Sayan (Linkspartei.PDS), Berlins Jugendsenator Klaus Böger (SPD), Friedbert Pflüger (CDU), kritisierten die Absicht von Familie Sürücü, das Sorgerecht zu beantragen. Die Chancen dazu wurden von Juristen als sehr gering beurteilt. Am 20. Dezember 2006 hat das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg den Antrag der Schwester der Ermordeten auf das Sorgerecht für deren hinterbliebenen Sohn abgelehnt.[19] Die Schwester Arzu Sürücü legte gegen diese Gerichtsentscheidung Beschwerde ein,[20] die am 24. Juli 2007 vom Landgericht Berlin zurückgewiesen wurde.[21]

Vier Jahre nach dem Begräbnis, im März 2009, wurde bekannt, dass die Kosten für den Grabstein Hatun Sürücüs von der Familie noch nicht beglichen worden waren.[22] Das Grab befindet sich auf dem islamischen Teil des Landschaftsfriedhofes Gatow (bei Gatow im Süden vom Bezirk Spandau und nördlich von Potsdam).

Giyasettin Sayan, Abgeordneter im Berliner Parlament und flüchtlingspolitischer Sprecher der Partei Die Linke, wies im August 2011 erneut darauf hin, dass die Brüder Ayhan, Mutlu und ihr Vater eine ideologische Indoktrination in der Ashab-ı-Kehf-Moschee in Berlin-Gesundbrunnen erhalten hätten. Einige Mitglieder dieser kleinen Gemeinde hatten sich mit dem aus Deutschland ausgewiesenen Prediger Metin Kaplan solidarisiert,[23] insgesamt gelten deren Mitglieder als „extreme Ideologen“.[24] Ayhan Sürücü nahm zudem an Veranstaltungen der inzwischen verbotenen islamistischen Organisation Hizb ut-Tahrir teil.[25] Erst in der Haft machte Ayhan Sürücü seine ersten Bekanntschaften mit Deutschen.[4] Er selbst sieht sich als einen „ganz normale[n] Moslem, der seine Religion lebt und mit seinen Mitmenschen auskommen will.“[4] In der Haftanstalt ließ er sich zum Insassensprecher wählen.[4]

Gerichtsverfahren[Bearbeiten]

Prozess[Bearbeiten]

Im Juli 2005 erhob die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen die drei Brüder der Getöteten wegen gemeinschaftlichen Mordes, wobei sie ihnen niedrige Beweggründe und eine heimtückische Vorgehensweise zur Last legte.

Das Motiv war laut den Ermittlungen gekränkte Familienehre; die Brüder hätten sich für die Schwester geschämt, die eigenständig lebte und kein Kopftuch trug. Auch hätten sie befürchtet, sie würde ihren Sohn nicht gemäß den Traditionen erziehen. Der älteste Angeklagte Mutlu (* 1980) soll die Waffe besorgt und der mittlere Bruder Alpaslan (* 1981) in Tatortnähe „moralischen Beistand“ geleistet haben.

Am 14. September 2005 gestand der jüngste Bruder Ayhan (* 1986) den Mord. Am 9. März 2006 versuchte er, während eines Gefangenentransports zu entkommen. Dies war der erste Fluchtversuch aus einem Gefangenentransport in Berlin seit 1987.[26] Am 5. April 2007 wurde Ayhan Sürücü erneut verurteilt und erhielt drei Monate Haftverlängerung wegen einer Schlägerei in der Jugendstrafanstalt, Gefangenenmeuterei und Drogenbesitz.[27]

Prozessbeobachter, wie Rechtsanwältin Ulrike Zecher[28] und Soziologin Necla Kelek werten das Tatgeständnis des jüngsten Bruders als Taktik, um die Familie als verantwortliche Ordnungsmacht zu entlasten. Auch der Sozialwissenschaftler Ahmet Toprak geht davon aus, dass die ganze Familie in den Fall involviert war.[29] Ihr Kollege Werner Schiffauer bestreitet hingegen das Tatmotiv „Ehrenmord“, das er für zu undifferenziert hält.[30]

Am 11. Februar 2005 erhielt Ayhan von seinem Vater eine goldene Armbanduhr geschenkt. Nach Aussage der Ermittler werde in strenggläubigen islamischen Familien eine Uhr als Geschenk des Vaters für den Sohn als belohnend und aufwertend gesehen.[31] Jedes Mal, wenn die Hauptzeugin und ihre Mutter mit Bodyguards und Schusswesten den Gerichtssaal betraten, krempelte der Angeklagte Ayhan Sürücü den Ärmel hoch und zeigte demonstrativ seine goldene Armbanduhr.[32] Mittlerweile ist Ayhan Sürücü „bei vielen jungen Türken und Kurden längst zum Idol geworden“,[33] in der Jugendstrafanstalt Kieferngrund habe er eine „herausgehobene Position“ und „Märtyrerposition“.

Die Verteidigung versuchte, die Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin Melek (* 1987) mit einer mehr als zehnstündigen Befragung[34] und Gutachten zu erschüttern, um die These der Alleintäterschaft zu erhärten. Die Hauptzeugin und auch ihre Mutter stehen unter einem Zeugenschutzprogramm. Allein durch die Aussage von Melek, zur Tatzeit die Freundin des geständigen Ayhan Sürücü, war die Staatsanwaltschaft in der Lage, Anklage zu erheben. Richter Michael Degreif bescheinigte ihr zwar in seiner Urteilsbegründung, dass sie „im Prinzip eine glaubhafte Zeugin“ sei. Doch der Vorsitzende begründete den Freispruch ausschließlich damit, dass die Aussagen der Zeugin nicht ausreichten, den Beweis für die Täterschaft der Mitangeklagten zu erbringen. Prozessbeobachter kritisierten dagegen einen Mangel an Gründlichkeit der Prozessführung von ihm und vor allem von seinem Vorgänger Heinz-Peter Plefka, der im Dezember 2005 in den vorzeitigen Ruhestand ging.[35] Erst gegen Ende des Prozesses wurde zunehmend Kritik an der nachlässigen Prozessführung geäußert.[36] So etwa wurde kritisiert, dass Hinweisen auf die Anwendung von sexueller Gewalt gegenüber Hatun Sürücü nicht nachgegangen wurde und bei der Verhandlung offen ausgestoßene Drohungen der Angeklagten nicht angemessen vom Vorsitzenden Richter reglementiert wurden. Neclá Kelek erhob den schwersten Vorwurf: „… das Gericht [hätte], wenn es sich genauer mit der Tat und den Motiven beschäftigt hätte, durchaus mit den Mitteln der Strafprozeßordnung zu weiteren Erkenntnissen kommen können, als nur den reinen Tathergang zu rekonstruieren.“[37]

Nach Aussage der Berliner Landtagsabgeordneten Evrim Baba (Frauenpolitische Sprecherin der Linkspartei.PDS im Berliner Abgeordnetenhaus) müsse Melek nun ihr Leben lang damit rechnen, dass ihr etwas zustoße.[38]

Urteil[Bearbeiten]

Am 13. April 2006 verurteilte das Berliner Landgericht den jüngsten Angeklagten Ayhan Sürücü zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und drei Monaten und sprach die beiden mitangeklagten älteren Brüder, Alpaslan und Mutlu Sürücü, aus Mangel an Beweisen frei. Die Staatsanwaltschaft legte beim Landgericht Berlin Revision gegen das Urteil ein, über die der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Leipzig am 28. August 2007 verhandelte.[39] (siehe Revision)

Das Urteil stieß auf geteilte Reaktionen in den Medien und der Fachöffentlichkeit. Politiker wie Cem Özdemir[40] und der Orientalist Hans-Peter Raddatz[41] kritisierten den Richterspruch als zu nachsichtig. Berlins Innensenator Körting begrüßte dagegen das Urteil als Ausdruck eines funktionierenden Rechtsstaats. Gleichwohl legte er der Familie Sürücü die Ausreise aus Deutschland nahe. Dagegen meinte der Generalsekretär der Türkischen Gemeinde zu Berlin, Celal Atac: „Als Außenstehende können wir nicht sehen, was sich in der Familie abspielte.“

Die Berliner CDU-Fraktion forderte eine Änderung des Strafrechts für jugendliche Straftäter, da eine Volljährigkeit auch eine volle Straffähigkeit voraussetze. Die SPD-Bundestagsfraktion forderte dagegen, Zwangsehen als besonders schwere Fälle von Nötigung ins Strafgesetzbuch aufzunehmen. Sibylle Schreiber von Terre des Femmes äußerte, das Urteil sei ein falsches Signal für Täter, und forderte ein Ende der Toleranz der Deutschen gegenüber den „Parallelgesellschaften“.[42] Die türkischen Tageszeitungen Milliyet und Hürriyet distanzierten sich vom Urteil durch das Zitieren kritischer Äußerungen von türkischen Bürgern und durch eigene kritische Kommentare, in denen das Urteil als zu milde bewertet wurde.[43]

Migrationspolitikerinnen wie Ekin Deligöz, stellvertretende Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag (Bündnis 90/Die Grünen) und Sidar Demirdögen, Vorsitzende des Bundesverbands der Migrantinnen, warnten vor einer pauschalen Stimmungsmache gegen Ausländer. Weiterhin intensivierte sich die politische Debatte um den Weg einer besseren Förderung zur Integration von Migranten. Entgegen den Forderungen führender Politiker nach einer Verschärfung des Strafrechts und nach mehr Ausweisung setzte Deligöz auf „möglichst früh und möglichst lange, Sprachkurse, in denen die Kinder auch Sozialverhalten lernen. Und ein islamischer Religionsunterricht, der nicht unkontrolliert den islamischen Vereinen überlassen wird.“[44] Bundesinnenminister Schäuble kündigte eine Erhöhung des Jahresbudgets von 140 Mio. Euro für Sprachkurse an, falls diese nicht ausreichten.

Revision[Bearbeiten]

Am 28. August 2007 wurde das Urteil des Berliner Landgerichts, soweit die beiden älteren Brüder freigesprochen worden sind, vom 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes in Leipzig aufgehoben. Der BGH beanstandete die Beweiswürdigung als rechtsfehlerhaft. Das Landgericht sei bei der Bewertung der Belastungsindizien teilweise von falschen Anforderungen an seine Überzeugungsbildung ausgegangen. Das Landgericht habe seine Würdigung im Wesentlichen an den Angaben der früheren Freundin Ayhan Sürücüs als so genannter Zeugin vom Hörensagen ausgerichtet und dabei nicht ausreichend bedacht, dass deren Angaben durch Ayhan Sürücü selbst bestätigt worden sind, wenn er sie auch inhaltlich nicht mehr gelten lassen wollte. So sei die Erörterung der zentralen Frage, ob Ayhan Sürücü damals tatsächlich seiner Freundin, der er uneingeschränkt vertraute, die Unwahrheit erzählte, unvollständig geblieben. Nicht alle Umstände, die dem entgegenstehen könnten, seien vom Landgericht erörtert worden. Darüber hinaus weise die Beweiswürdigung Lücken auf, da beispielsweise eine SMS von Ayhan Sürücü an seinen Bruder Alpaslan wenige Minuten nach der Tat nicht berücksichtigt worden sei.[45]

In der mündlichen Urteilsbegründung bemängelte der Vorsitzende eine „durchgreifende Schwäche“ des Urteils trotz des „Bemühens um Gründlichkeit“ bei einer „heiklen“ und „besonders komplizierten“ Beweislage.[46]

Der Fall wurde an eine andere Strafkammer des Landgerichtes Berlin zur erneuten Verhandlung und Entscheidung zurückverwiesen. Seyran Ateş äußerte sich positiv zur Entscheidung und hoffte, dass in der neuen Verhandlung mehr über die kulturellen Hintergründe der Tat bekannt werden würde. In seltener Einmütigkeit begrüßten sowohl Politiker aller parlamentarischen Parteien[47] als auch Vertreter deutsch-türkischer Organisationen[48] die Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils.

Die beiden zunächst freigesprochenen, tatverdächtigen Brüder befinden sich zurzeit in der Türkei. Nur Mutlu Sürücü hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Um ein neues Verfahren eröffnen zu können, wurde ein internationaler Haftbefehl beantragt und über Interpol ausgeschrieben.[49] Im Fall Alpaslan Sürücü ist es aufgrund seiner türkischen Staatsbürgerschaft allenfalls möglich, das Verfahren an die Türkei abzugeben.[50]

Die türkischen Behörden lehnten es ab, Alpaslan und Mutlu Sürücü auszuliefern. Daher stellte die Berliner Staatsanwaltschaft im Jahr 2008 das Verfahren ein.[51]

Sürücüs Schwägerin und Gattin von Alpaslan Sürücü wurde von der Staatsanwaltschaft eine Falschaussage im Mordprozess vorgeworfen. Sie habe ihrem Mann ein falsches Alibi verschafft. Wegen seines Aufenthalts in der Türkei und da dort bisher kein Prozess gegen ihn eröffnet worden ist, konnte der Vorwurf noch nicht verhandelt werden.[52] Mittlerweile ist sie von ihm geschieden und möchte auch nicht zu ihm ziehen.[53]

Im Juli 2013, acht Jahre nach Sürücüs Ermordung, leiteten die türkischen Behörden offiziell Ermittlungen gegen die beiden in der Türkei wohnhaften Tatverdächtigen Alpaslan und Mutlu Sürücü ein.[54]

Am 4. Juli 2014 wurde Ayhan Sürücü unmittelbar nach seinem Haftende mit einem Flugzeug in die Türkei abgeschoben. Er habe nach Angaben der Berliner Ausländerbehörde während der Haftzeit keine „plausible Reue“ gezeigt, obwohl er in dieser Zeit eine Psychotherapie und eine dreijährige Lehre zum Tischler absolvieren konnte. Ayhan Sürücü dagegen habe „mit Deutschland abgeschlossen“, da ihm keinerlei Hafterleichterungen zugestanden worden seien. Zunächst wolle er im Haus seines Bruders Mutlu in Istanbul einziehen.[55] Ein Mithäftling meinte: „In Deutschland kann er mit dem Namen nichts mehr anfangen.“[53]

Auswirkungen[Bearbeiten]

Der Mord an Hatun Sürücü löste eine breite politische und gesellschaftliche Debatte aus über die gesellschaftliche Umstände, die zu ihrer Ermordung führten. Der Türkische Bund Berlin-Brandenburg stellte aus Anlass des Mordes sowie der daraufhin entbrannten öffentlichen Diskussion am 4. März 2005 einen Zehn-Punkte-Plan Zur Bekämpfung der Intoleranz gegenüber Frauen vor. Darin fordert der Verband u. a. eine „strikte Strafverfolgung der Zwangsverheiratung“ und ein „öffentliches und aktives Bekenntnis aller türkischen und islamischen Organisationen zum Selbstbestimmungsrecht der Frauen“.[56]

Ein Jahr nach der Ermordung Sürücüs betonten durchweg alle deutschen und türkischen Vertreter von Organisationen, die näher mit ihrem Tod und seinen gesellschaftlichen Hintergründen beschäftigt waren, dass zwischenzeitlich ein langsames Umdenken auf deutscher wie auf türkisch-kurdischer Seite eingesetzt habe. Dies sei zwar nur ein Anfang, nach vierzig Jahren türkisch-kurdischer Migration nach Deutschland aber eine dennoch hoffnungsvolle Perspektive.[57][58][59]

Unter Berufung auch auf ihre Ermordung gibt es seit 2006 in Berlin von der 7. bis zur 10. Klasse einen verpflichtenden Ethikunterricht. Eine kirchliche Initiative („Pro Reli“) wollte 2009 diese Regelung zugunsten eines Wahlpflichtfachs Religion/Ethik ab der 1. Klasse abschaffen.[60] Der Volksentscheid blieb erfolglos.

Der Integrationsbeauftragte des Berliner Senats, Günter Piening, äußerte im Februar 2007, dass seit dem Mord an Hatun Sürücü junge türkische und kurdische Frauen vermehrt staatliche Beratungsangebote aufsuchten.[61] Das anwachsende Interesse an Beratung steht allerdings im Gegensatz zu den zunehmenden Einsparungen dieser Frauenprojekte.[62][63] Vertreter des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB) gehen in die Schulen, diskutieren mit Schülern und behandeln in Foren Themen wie Ehre, Geschlechterrollen und Tradition.

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) konnte ihre Imame dazu bewegen, in den Predigten der Freitagsgebete sensibler über die Rechte der Frauen zu sprechen. Es wurden Fachtagungen über Gewalt und häusliche Gewalt veranstaltet und mittlerweile gebe es auch 13 muslimische Predigerinnen.[64]

Eine weitere Folge der Ermordung Hatun Sürücüs war die Gründung der (inzwischen aufgelösten) Frauenhilfsorganisation „Hatun und Can e. V.“ für gewaltbedrohte Frauen aller Nationalitäten. Es sollte betroffenen Frauen schnell, unbürokratisch und finanziell in Krisen geholfen werden, wie etwa bei einem Wegzug von Berlin.[65] Die Frauenrechtlerin und Anwältin Seyran Ateş äußerte sich zunächst positiv zu dieser Initiative: „Ich verneige mich vor diesen jungen Frauen. Was sie tun, ist fantastisch. […] Diese Zivilcourage und Hilfe ist genau das, was gebraucht wird, und was ich mir von türkischen Verbänden gewünscht hätte.“[65] Der Türkische Bund Berlin-Brandenburg (TBB) beschloss im April 2007, den Nothilfe-Verein „Hatun und Can e. V.“ personell, finanziell und organisatorisch zu unterstützen.[66] Im März 2010 wurde der Vereinsgründer festgenommen[67] und wurde von der Staatsanwaltschaft Berlin wegen betrügerischen Vorgehens angeklagt. Im September 2011 wurde er in erster Instanz wegen Spendenbetrugs zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Das Landgericht Berlin sah es als erwiesen an, dass er mit falschen Behauptungen Spendengelder in Höhe von rund 700.000 Euro erschlichen und für eigene Zwecke verwendet hat. Der Verein habe lediglich als Konstrukt gedient, um Spenden zu kassieren. Die Polizei konnte 360.000 Euro und einen 60.000 Euro teuren PKW sicherstellen, jedoch ist der Verbleib des restlichen Geldes nicht geklärt. Zwischen den Spendeneinnahmen und den ermittelten Ausgaben bestünde eine Deckungslücke und der Angeklagte habe von den Spendengeldern gut gelebt. Das Gericht war überzeugt, dass nur wenige Frauen tatsächlich finanzielle Hilfe oder anderweitige Unterstützung erhalten haben.[68]

Die Ermordung Sürücüs war auch Anlass für die Kampagne ihre Freiheit – meine Ehre[69] des Landes Nordrhein-Westfalen und migrantischer Organisationen ab November 2006, bei der junge Türken und Kurden für die Freiheit ihrer Schwestern eintreten.

Im Jahr 2010 wurde die Frage der Umbenennung einer Berliner Straße in Erinnerung an Hatun Sürücü kontrovers diskutiert.[70] Verbände wie Terre des Femmes und der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening unterstützen diese Forderung.[71] Am 2. Mai 2013 stimmte der Kulturausschuss Tempelhof-Schöneberg mehrheitlich für einen Antrag der CDU, eine Brücke vom Tatort Oberlandstraße zum Tempelhofer Feld nach Hatun Sürücü zu benennen. Sie solle damit für ihren „Mut und Verantwortung“ gewürdigt werden.[72]

Vom 26. Januar bis zum 7. Februar 2013 veranstaltete der Berliner Fußball-Club Türkiyemspor Berlin auf Initiative von Giovanna Krüger und Murat Dogan die „Hatun-Sürücü-Tage“[73] mit einem Fußballturnier aller Kreuzberger Frauenteams und einer Podiumsdiskussion zu Frauenrollen.[74]

Das 2007 ins Leben gerufene Neuköllner Anti-Gewalt-Projekt Heroes[75][76] beteiligte sich 2013 an der alljährlichen Gedenkwache am 7. Februar am Tatort neben Innensenator Frank Henkel,[77] der im Anschluss daran die Heroes in ihrer Projektstelle besuchte.[78]

Die Berliner Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vergab 2013 einen Ehrenpreis, den Hatun-Sürücü-Preis, an Projekte und Initiativen, welche die „Selbständigkeit von Mädchen und jungen Frauen in besonderer Weise unterstützen“.[79]

Rezeption in den Medien[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Radio-Beiträge[Bearbeiten]

  • Zwischen Ehre und Scham. Die Geschichte einer schrecklich bösen Familie. Feature von Stefan Berkholz, Produktion: SWR, Erstausstrahlung: 12. April 2007, Länge: 57 Min. Inhaltsangabe des SWR, Manuskript, (herunterladbare RTF-Datei, 28 S., 143 kB)
  • Gesicht verloren. Hörspiel, Regie: Barbara Kenneweg, Produktion: RBB, Ursendung: 4. März 2011, 22.05 Uhr, Länge: 54 Min., Text.

Drama[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Presse-Artikel

Reportagen

Dossier

Interviews

Prozess

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sabine Beikler: Sürücü-Mord kommt wieder vor Gericht. In: Der Tagesspiegel, 19. August 2007
  2. Murat Tosun: Töre cinayetinin anatomisi. In: Hürriyet, 7. Februar 2005, Übersetzung von Google.
  3. a b c Sabine Deckwerth, Frank Nordhausen: Das zweite Leben der Hatun Sürücü. In: Berliner Zeitung, 4. März 2005
  4. a b c d Matthias Deiß, Jo Goll: So brachte Ayhan Sürücü seine Schwester Hatun um. In: Die Welt, 26. Juli 2011
  5. Katja Füchsel, Werner van Bebber: Wo die Erinnerung lebt. In: Der Tagesspiegel, 5. Februar 2006
  6. Sabine am Orde: Die Last der Zeugin Melek A.. In: taz, 27. September 2005
  7. Mark Siemons: „Ehrenmorde“. Tatmotiv Kultur. In: FAZ, 3. März 2005, S. 37.
  8. Andrea Naica-Loebell: Tatmotiv Ehre. Telepolis, 8. März 2006
  9. Konferenz zum Thema Ehrenmorde am 8. März, zum Internationalen Frauentag in Köln (Version vom 26. September 2007 im Internet Archive), Terre des Femmes, März 2006;
  10. Hatun, unvergessen. In: Der Tagesspiegel, 8. Februar 2007
  11. Hatice Kilicer, Annette Kögel: Sürücü-Mahnwache: Türkische Vereine bedauern ihr Fehlen. In: Der Tagesspiegel, 9. Februar 2007
  12. Gedenktafel für Hatun Sürücü geplant. RBB, 27. Juni 2006
  13. Die Trauer verblasst. In: taz-Berlin, 7. Februar 2007
  14. Blumen und ein Kranz am Tatort – sonst nichts. In: Die Welt, 7. Februar 2008
  15. Gedenktafel für ermordete Hatun Sürücü. In: Der Tagesspiegel, 11. Juni 2008
  16. B.Z. in Hatuns Haus. In: B.Z., 3. Februar 2009
  17. Plutonia Plarre: Starke Mädchen leben gefährlich. In: taz-Berlin, 7. Februar 2007
  18. ler/AFP/ddp: Familie will Sorgerecht für Sohn von Hatun Sürücü. In: Spiegel Online, 16. April 2006
  19. Sürücüs Sohn bleibt in Pflegefamilie. In: Berliner Morgenpost, 21. Dezember 2006
  20. Sürücü-Schwester kämpft weiter um das Sorgerecht. In: Der Tagesspiegel, 5. Februar 2007
  21. Sabine Beikler: Sürücü-Familie erhält kein Sorgerecht. In: Der Tagesspiegel, 17. August 2007
  22. Annette Kögel: Mahnungen vom Steinmetz. In: Der Tagesspiegel, 2. März 2009
  23. Isabella Kroth: Hatun Sürücü: Blackbox Ehrenmord – Bollwerk Großfamilie. In: Focus online, 1. September 2011
  24. Annabel Wahba: Schwestermord. Der Fluch der bösen Tat. In: Die Zeit, 27. Juli 2009, Nr. 31; zur Rolle der Ashab-ı-Kehf-Moschee in Bezug zu den Sürücü-Brüdern.
  25. Sabine am Orde, Plutonia Plarre: Todesstrafe für ein Leben. In: taz, 7. Februar 2006
  26. Plutonia Plarre: Gefangene verpassen Absprung. In: taz, 17. März 2006
  27. Fall Sürücü: Strafzuschlag für den Mörder. In: Der Tagesspiegel, 7. April 2007
  28. Kronzeugin Melek: Mord sollte nicht ungesühnt bleiben. In: Die Welt, 8. Februar 2006
  29. Forderung von Unionsfraktionsvize Bosbach. Fünf Jahre Haft für Zwangsehen? (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung, Tagesschau, 14. April 2006
  30. Eine Lust am Schaudern. In: taz, 17. Oktober 2005; Interview mit Werner Schiffauer
  31. Sabine Deckwerth: Nach dem Mord eine Uhr als Geschenk. In: Berliner Zeitung, 8. November 2005
  32. Michael Mielke: Kronzeugin Melek: Mord sollte nicht ungesühnt bleiben. In: Die Welt, 8. Februar 2006
  33. Michael Mielke: Sürücü-Mord – Harte Strafen beantragt. In: Berliner Morgenpost, 8. April 2006
  34. Necla Kelek: Sie zahlt den Preis für unsere Freiheit. In: FAZ, 24. April 2006
  35. Sabine Deckwerth: Tochter tot, Sohn im Gefängnis, Familie glücklich. In: Berliner Zeitung, 15. April 2006
  36. Henning Kober: Ehre vor Gericht. In: Welt am Sonntag, 2. April 2006
  37. Necla Kelek: Der Fall Sürücü. Sie zahlt den Preis für unsere Freiheit. In: FAZ, 24. April 2006
  38. Alke Wierth: Lebenslang für die Zeugin. In: taz, 22. April 2006
  39. Revision im Fall Sürücü findet im August statt. In: Berliner Zeitung, 9. Mai 2007
  40. Cem Özdemir: Der Fall Sürücü zeigt die Grenzen der Justiz. In: taz, 18. April 2006
  41. Ehrenmord-Prozess: Neun Jahre Haft für Mörder von Sürücü. In: Rheinische Post, 13. April 2006
  42. Menschenrechtsexpertin Schreiber im „ZDF-Mittagsmagazin“: „Ehrenmord“-Urteil enttäuschend und falsches Signal. ZDF, 13. April 2006
  43. Empörung über „mildes“ Urteil. Wie türkische Blätter nach dem Urteil zum Sürücü-Mord berichten. In: Der Tagesspiegel, 24. April 2006
  44. Andrea Dernbach: „Wer Hass sät, wird Hass ernten.“ Deutsch-türkischen Politikerinnen macht die aktuelle Debatte um Integration Sorgen. In: Der Tagesspiegel, 20. April 2006
  45. Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs Nr. 117/07 vom 28. August 2007
  46. Bundesgerichtshof hebt „Ehrenmord“-Urteil auf. In: Der Tagesspiegel / ddp, 28. August 2007
  47. Keine Toleranz für Ehrenmorde. In: Der Tagesspiegel, 28. August 2007
  48. Türkische Verbände begrüßen Sürücü-Urteil. In: Der Tagesspiegel, 29. August 2007
  49. Sabine Beikler: Hatuns Bruder will sich neuem Prozess doch nicht stellen. In: Der Tagesspiegel, 20. Januar 2008
  50. Juristen: Kaum Chancen auf neuen „Ehrenmord“-Prozess. In: Der Tagesspiegel, 7. Februar 2008
  51. Sabine Beikler, Annette Kögel: Fall Sürücü kommt zu den Akten. In: Der Tagesspiegel, 2. Februar 2009
  52. jg / dpa: Schwägerin von Sürücü muss Geldstrafe zahlen. In: Der Tagesspiegel, 29. April 2009.
  53. a b Ferda Ataman: Fünf Jahre danach. Die verlorene Ehre der Familie Sürücü. In: Tagesspiegel, 6. Februar 2010.
  54. Timo Kather: Vollständige Aufklärung noch nicht in Sicht. Zähe Behörden-Zusammenarbeit im Mordfall Sürücü. In: Der Tagesspiegel, 24. Juli 2013.
  55. Bruder Ayhan aus Haft entlassen - Sürücü-Mörder in die Türkei abgeschoben. In: rbb aktuell, 4. Juli 2014.
  56. Zehn-Punkte-Plan des Türkischen Bunds Berlin-Brandenburg. In: Berliner Zeitung, 26. Februar 2005; ungekürzt und
    10-Punkte-Plan des TBB zur Bekämpfung der Intoleranz gegenüber Frauen. Migrationsrat, März 2005
  57. Die Diskussion gibt Mädchen Mut. In: taz-Berlin, 7. Februar 2006; Zitate über den deutsch-türkischen Prozess der Annäherung seit Sürücüs Tod
  58. Mehr Frauen setzen sich zur Wehr. In: Der Tagesspiegel, 7. Februar 2006; „Die Frauenrechtlerin Seyran Ateş über ihre Erfahrungen seit der Bluttat.“
  59. Einbürgerung. Neue Sachlichkeit. In: Der Tagesspiegel, 6. Mai 2006
  60. Pro Reli oder pro Ethik? Deutschlandradio, 26. April 2009
    Ulrich Zawatka-Gerlach: Ethik und Religion. Zehn Jahre Gezerre um die Werte. In: Der Tagesspiegel, 18. April 2009
  61. Ein Mord und seine Folgen. In: Die Welt, 4. Februar 2007
  62. Heide Oestreich: Den Frauen zeigen, dass sie nicht allein sind. In: taz, 7. Februar 2007; Interview mit Luise Baghramian, „Interkulturelle Initiative“ Berlin, siehe: taz.de
  63. Viele gute Absichten, wenig konkrete Unterstützung. In: taz-Berlin, 7. Februar 2007
  64. Julia Haak: Nur reden hilft. In: Berliner Zeitung, 7. Februar 2007
  65. a b Annette Kögel: Ihr seid nicht allein. Junge Deutschtürkinnen helfen anonym Opfern von Gewalt und Zwangsehen. In: Der Tagesspiegel, 14. Februar 2007
  66. Annette Kögel: Türkische Verbände helfen Frauen in Not. Unterstützung für „Hatun und Can e. V.“ zugesichert. In: Der Tagesspiegel, 10. April 2007
  67. Vereinsvorsitzender von Hatun und Can verhaftet. In: Der Tagesspiegel, 25. August 2010
  68. Fast fünf Jahre Haft für Gründer von Hatun & Can. In: Spiegel Online, 21. September 2011
  69. „ihre Freiheit – seine Ehre“ – Aktionsbündnis der Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten und des MGFFI (Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen)
  70. Patricia Hecht: Neuer Straßenname. Ständige Erinnerung an Hatun Sürücü gefordert. In: Der Tagesspiegel, 7. Februar 2010
  71. Kathleen Fietz: Eine Straße zum Gedenken. In: taz, 7. Februar 2010
  72. Stefan Jacobs: Berlin-Tempelhof. Brücke soll Hatun Sürücüs Namen tragen. In: Der Tagesspiegel, 3. Mai 2013.
  73. Hatun Sürücü Fußball Cup. Der Tagesspiegel, Video; aufgerufen am 28. Januar 2013, 4 Min.
  74. Stephan R.T.: Fußball, Diskussion, Filme und Gedenken. In: die-fans.de, 24. Januar 2013.
  75. Heroes – gegen Unterdrückung im Namen der Ehre Internetpräsenz
  76. Acht Jahre nach dem „Ehrenmord“. Berlin erinnert an Hatun Sürücü. In: RBB, 7. Februar 2013.
  77. Kerstin Hense: Gedenkfeier mit den Heroes. Blumen am Grab Hatun Sürücüs. In: Der Tagesspiegel, 7. Februar 2013.
  78. Video: Heroes Heroes – Arme Helden im Kampf gegen Gewalt. In: RBB-Klartext, 24. April 2013, 6:07 Min.
  79. Erstmals vergeben: Hatun-Sürücü-Preis. Auf: gruene-berlin.de, 13. Februar 2013.