Hatzfeld (Eder)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hatzfeld (Eder)
Hatzfeld (Eder)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hatzfeld (Eder) hervorgehoben
50.99258.5472222222222358Koordinaten: 51° 0′ N, 8° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 358 m ü. NHN
Fläche: 58,51 km²
Einwohner: 3040 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35116
Vorwahl: 06467
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 014
Stadtgliederung: 4 Stadtbezirke sowie Kernstadt
Adresse der
Stadtverwaltung:
Im Hain 1
35116 Hatzfeld (Eder)
Webpräsenz: www.hatzfeld-eder.de
Bürgermeister: Dirk Junker (parteilos)
Lage der Stadt Hatzfeld (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder) Battenberg (Eder) Bromskirchen Allendorf (Eder) Burgwald (Gemeinde) Rosenthal (Hessen) Gemünden (Wohra) Haina (Kloster) Frankenberg (Eder) Frankenau Bad Wildungen Lichtenfels (Hessen) Korbach Willingen (Upland) Diemelsee (Gemeinde) Diemelstadt Vöhl Volkmarsen Bad Arolsen Twistetal Waldeck (Stadt) Edertal Nordrhein-Westfalen Landkreis Kassel Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

Hatzfeld (Eder) ist eine Stadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Hatzfeld liegt im westlichen Hessen nordwestlich von Marburg und nördlich der Sackpfeife im Tal der Eder.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hatzfeld grenzt im Norden und Osten an die Stadt Battenberg (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Süden an die Stadt Biedenkopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Stadt Bad Berleburg (im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Hatzfeld gliedert sich in die Stadtteile Biebighausen, Eifa, Hatzfeld, Holzhausen und Reddighausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht der von Hatzfeld wird um 1138 als de Hepisvelt[2] erstmals urkundlich erwähnt. Wie die benachbarten Grafen von Battenberg war es während des hohen und späten Mittelalters überwiegend als mainzischer Parteigänger in die hessisch-mainzischen Auseinandersetzungen involviert. 1282 wird seine (heute weitgehend verfallene) Burg Hatzfeld erwähnt, zu deren Füßen ab 1340 eine Stadt errichtet wurde. Nach dem Aussterben der hessischen Linie der von Hatzfeld fielen Stadt und Herrschaft 1570 zuerst zur Hälfte, 1588 bzw. 1772 schließlich ganz an das Haus Hessen, dem die von Hatzfeld bereits 1311 ihre Burg zu Lehen aufgetragen hatten. 1866 kam Hatzfeld als Teil des hessen-darmstädtischen Hinterlandes zu Preußen und verlor gemäß preußischem Recht 1885 die Stadtrechte. Nach der Auflösung Preußens erlangte Hatzfeld die Bezeichnung Stadt 1950 wieder zurück.

Siehe auch: Burg Freundetrost

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Holzhausen/Eder eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Biebighausen hinzu. Eifa und Reddighausen folgten am 1. Januar 1974.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2013 Dirk Junker (parteilos). Am 18. November 2012 standen sich Dirk Junker (Bürgerliste Hatzfeld) und Ralf Schärer (Bürgerliste Reddighausen) in einer Stichwahl gegenüber. Junker setzte sich mit 53,2 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 77,1 % durch. Schärer erhielt 46,8 % der Stimmen.[4]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]

Kommunalwahl 2011
 %
30
20
10
0
24,3 %
19,6 %
15,9 %
14,3 %
11,2 %
8,0 %
6,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,4 %p
+0,4 %p
+4,6 %p
+1,6 %p
-4,2 %p
-1,2 %p
-0,6 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
BLR Bürgerliste Reddighausen 24,3 6 24,7 6 22,0 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,6 4 19,2 4 21,6 5
BLH Bürgerliste Hatzfeld 15,9 4 11,3 3 15,5 4
BLHolz Bürgerliste Holzhausen 14,3 3 12,7 3 13.3 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 11,2 3 15,4 3 17,4 4
BLE Bürgerliste Eifa 8,0 2 9,2 2 5,0 1
FDP Freie Demokratische Partei 6,8 1 7,4 2 5,2 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 61,6 58,5 63,0


Stadtkirche St. Johannes
Emmauskapelle
Kath. Kirche St. Hubertus

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Hatzfeld unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtkirche St. Johannes[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Johannes ist ein verschieferter Fachwerkbau aus dem 14. Jahrhundert. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt, doch wird die Emmauskapelle in einer Urkunde von 1379 als „alte“ Kirche bezeichnet, so dass zu dieser Zeit bereits die neue Kirche St. Johannes existiert haben muss. Sie wurde von dem Adelsgeschlecht derer „von Hatzfeldt“ im Stil einer gotischen Fachwerkkirche auf halber Höhe des Burgberges in der seit 1340 mit Stadtrecht versehenen „Talsiedlung“ erbaut. Im Chorraum, über dem Altar hängend, befindet sich ein spätgotisches Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist die zweitälteste Kirche des Ortes.

Emmauskapelle[Bearbeiten]

Die Emmauskapelle in Hatzfeld (Eder) ist die älteste der drei Hatzfelder Gotteshäuser. Als dreischiffige spätromanische Pfeilerbasilika mit wehrhaftem Westturm im 12. Jahrhundert erbaut, war sie dem Heiligen Cyriacus geweiht. Sie gehörte zum befestigten „Großen Hof zu Nieder-Hatzfeld“ – bis zur Anlage der Burg im späten 12. Jahrhundert war dies der Stammsitz der Herren von Hatzfeld. Mit dem Bau der ummauerten Stadt Mitte des 14. Jahrhunderts erlosch die Siedlung an dieser Stelle. Seit dieser Zeit wird die Kapelle als Begräbniskirche der Bürger von Hatzfeld genutzt. Der Hatzfelder Orgelbauer Johann Christian Rindt schuf 1706 eine Orgel mit sieben Registern für die Stadtkirche, die 1868 in die Emmauskapelle überführt wurde. Das bedeutende Instrument ist eine der ältesten Orgeln in Hessen.

Katholische Kirche St. Hubertus[Bearbeiten]

Auf dem Rath, einer Felsnase über dem Edertal, wurde 1898 von Alfred Graf Korff gen. Schmissing-Kerrsenbrock, Königlicher preußischer Oberförster in Hatzfeld, eine kleine Kapelle erbaut. Der passionierte Jäger nannte sie nach St. Hubertus; über dem Eingang ist ein mächtiges Hirschgeweih angebracht. Nach der Fertigstellung diente sie ihm und seiner Familie als Gotteshaus. Der Graf starb 1936 und wurde in der Hubertuskapelle beigesetzt. Neben dem Grafen wurden auch zwei seiner Kinder hier beigesetzt.

Die Enkelin des Grafen schenkte die Kapelle in den 1950er Jahren der katholischen Kirchengemeinde, die sie erweitern und umbauen ließ.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Radfernwege[Bearbeiten]

Entlang der Eder führen folgende Radwanderwege:

Oranier-Fahrrad-Route

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Im Hatzfelder Ortsteil Reddighausen ist das Unternehmen Viessmann Modellspielwaren beheimatet, ein Modellbahnzubehörhersteller, welcher seit 2010 auch sämtliche Rechte an der Marke Kibri besitzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige Personen der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Dehio/Ernst Gall/Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 2. Auflage Sonderausgabe Darmstadt 1982. S. 396.
  • Erich Keyser: Hessisches Städtebuch, Stuttgart 1957. S. 223–224.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen, 3. Auflage Gudensberg-Gleichen 2000. S. 143–144.
  • Georg Wilhelm Sante: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 4: Hessen, 3. Auflage Stuttgart 1976, Nachdruck 1993. S. 203–204.
  • Alexander Thon, Stefan Ulrich, Jens Friedhoff: „Mit starken eisernen Ketten und Riegeln beschlossen ...“. Burgen an der Lahn. Schnell & Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-2000-0, S. 62–65.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hatzfeld (Eder) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Hatzfeld, Landkreis Waldeck-Frankenberg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 15. April 2014, abgerufen am 11. Juli 2014.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390 und 391.
  4. Waldeckische Landeszeitung vom 18. November 2012.
  5. Wahlergebnis aus hsl.de.