Hauenstein (Pfalz)
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Südwestpfalz | |
| Verbandsgemeinde: | Hauenstein | |
| Höhe: | 348 m ü. NN | |
| Fläche: | 13,91 km² | |
| Einwohner: | 4068 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 292 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 76846 | |
| Vorwahl: | 06392 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PS | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 40 014 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Schulstraße 4 76846 Hauenstein |
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| Webpräsenz: | ||
| Ortsbürgermeister: | Bernhard Rödig (FDP) | |
Hauenstein, im Volksmund „Hääschde“ genannt, ist eine Ortsgemeinde im Osten des rheinland-pfälzischen Landkreises Südwestpfalz. In dem Schuhdorf und Luftkurort hat auch die gleichnamige Verbandsgemeinde ihren Sitz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die Gemeinde liegt im südlichen Pfälzerwald, dem Wasgau, im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Durch den Ort fließt etwa von Süd nach Nord die Queich, die sich weiter abwärts zu einem der Hauptabflusssysteme der Pfalz entwickelt.
Das Klima besitzt angesichts der etwas größeren Höhe zwar nicht die Mildheit der Oberrheinischen Tiefebene, zeichnet sich aber infolge der querliegenden Berge im Norden durch sehr gemäßigte Winter aus. Der umgebende Wald sorgt für ausreichende Niederschläge, welche die Sommer ausgeglichen gestalten und im Herbst zu hohen Erträgen bei Esskastanien und Speisepilzen führen.
[Bearbeiten] Geschichte
Wie nirgendwo sonst in der Südwestpfalz prägte die Schuhfertigung vom ausgehenden 19. Jahrhundert an das Leben der Menschen in Hauenstein. Nach dem Vorbild des 20 km entfernten Pirmasens (1857) wurde 1886 die erste Schuhfabrik eröffnet. Gründer waren die Brüder Carl-August und Anton Seibel. Schon 1890 machte Anton Seibel sich mit einer zweiten Fabrik selbständig. Zahlreiche weitere Unternehmer folgten. Bis 1914 entstanden 14 Schuhfabriken, die damals 1140 Menschen beschäftigten. Die Einwohnerzahl erhöhte sich von 673 im Jahre 1886 auf 4406 im Jahre 1961, als es sogar 36 Fabriken gab. Dann war der Boom zu Ende, und die Einwohnerzahl ging leicht zurück. Bis heute überdauert hat nur eine einzige Schuhfabrik.
[Bearbeiten] Religionen
2007 waren 76,2 Prozent der Einwohner katholisch und 12 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[1]
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat setzt sich aus 20 Mitgliedern zusammen. Bei der Wahl am 13. Juni 2004 gab es folgendes Ergebnis:
- CDU 54,7% (-5,1) - 11 Sitze (-1)
- GRÜNE 19,0% (-2,0) - 4 Sitze (=)
- FDP 14,1 (+6,3) - 3 Sitze (+1)
- SPD 12,2% (+0,8) - 2 Sitze (=)
[Bearbeiten] Wappen
Die Blasonierung des Wappens lautet: In geteiltem Schild oben in Rot ein silberbewehrter und -bezungter silberner Adler, unten von Blau, darin ein schwebendes gleichschenkliges silbernes Kreuz, und Gold geteilt. Es wurde 1964 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.[2]
[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaften
Offizielle
- Chauffailles (Burgund, Frankreich, seit 1965)
- Csenger (Ungarn)
Inoffizielle
- Steinegg (Südtirol, Italien)
- St. André-de-la-Marche (Maine-et-Loire, Frankreich)
- La Walck (Unterelsass, Frankreich)
- San Marco di Pascoli (Italien)
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Sakralgebäude
- katholisch
- Kirche St. Bartholomäus (erbaut 1787/88, mit mittelalterlichen Bildern und Heiligenfiguren)
- Pfarrkirche Christ-König (1933, Architekt: Albert Boßlet)
- Kapelle St. Katharina (1512, spätgotischer Stil)
- Maria - Königin des Friedens (Friedenskirche, Einweihung 1972)
- Kloster der Karmeliter-Schwestern (1958)
- evangelisch
[Bearbeiten] Industriedenkmäler
- Schusterdenkmal
- Deutsches Schuhmuseum Hauenstein (seit 1996, mit den größten Schuhen der Welt)
- Gläserne Schuhfabrik (Schauproduktion mit Besucherbeteiligung)
[Bearbeiten] Sport
- SC 1919 Hauenstein
- TV Hauenstein
- TTC Hauenstein
- DLRG Hauenstein
- TC Blau-Weiß Hauenstein
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Frühlingsfest (alljährlich 2. Woche im Mai)
- Kräuterwoche mit Kräutermarkt (Frühsommer)
- Hauensteiner Kerwe (1. Wochenende im September)
- Hääschdner Keschdemarkt (Hauensteiner Kastanienmarkt, Herbst)
- Schuhmachermarkt (alle drei Jahre im Sommer)
- Deutsch-Französischer Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt (seit 1980, 1. und 2. Adventswochenende)
- Waldfest (alljährlich an Fronleichnam, veranstaltet und begleitet vom Musikverein)
Seit 2002 wird alle vier Jahre die Deutsche Schuhkönigin gewählt:
| Jahr | Schuhkönigin | Schuhprinzessin |
|---|---|---|
| 2006 | Verena I. (Verena Hanß) | Katharina I. (Katharina Röckel) |
| 2002 | Steffi I. (Stefanie Schurig) | Sandra I. (Sandra Röckel) |
[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten
- Edelkastanien- und Wildgerichte im Herbst
- Pfälzer Winzeressig
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft
- Schuhindustrie
Die letzte Schuhfabrik Hauensteins heißt nach Josef Seibel, dem Enkel des ersten Firmengründers Carl-August, und wird vom Urenkel geleitet, der gleichfalls Carl-August Seibel heißt. Sie ist mittlerweile ein multinationales Unternehmen mit 2500 Werksangehörigen an fünf Produktionsstätten in Europa. Die Gesamtproduktion von über zwei Millionen Schuhen wird in mehr als 40 Länder vertrieben. Andere Schuhfabriken mussten rezessionsbedingt ihre Produktion einstellen, und viele verlegten sich auf den Schuhhandel. An den ca. 40 verkaufsoffenen Sonntagen von März bis Oktober laden gut ein Dutzend Geschäfte mit mehr als einer halben Million Paar Schuhe die Interessenten zur Anprobe.
- Tourismus
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts begann der Fremdenverkehr, die Schuhindustrie als Hauptwirtschaftszweig der Gemeinde abzulösen. So ist der Luftkurort Hauenstein inzwischen zur klassischen Freizeitregion geworden, die sowohl für aktive als auch lediglich Erholung suchende Urlauber vielfältige Angebote bereithält. Neben der Natur im Pfälzerwald bieten Ort und Umgebung ein dichtes Netz von Erholungsmöglichkeiten mit Privat- und Hotelzimmern, Ferienwohnungen und Gastronomie. Bekannte Ausflugsziele sind:
- Der Felsen, die nördliche Ortseinfahrt durch den großen Felsdurchbruch
- Aussichtspunkt Kreuzfelsen
- Fünf Hauensteiner Schuhwanderwege vom Ort in die umgebenden Wälder und zahlreiche weitere Wanderwege zu den Hütten im Pfälzerwald, vor allem der Hauensteiner Höhenweg und der Zwicktritschenweg
- Verschiedene Kletterfelsen, darunter der Burghalder und der Backelstein mit Resten mittelalterlicher Wehranlagen
[Bearbeiten] Verkehr
Hauenstein wird durch die Bundesstraße 10 (Pirmasens–Landau) erschlossen, die knapp nördlich des Ortes vorbeiführt. Parallel zur B 10 verläuft die Queichtalstrecke der Deutschen Bahn, die auch den Bahnhof Hauenstein bedient.
[Bearbeiten] Schulen
- Regionale Schule
- Marienschule (Grundschule)
[Bearbeiten] Kindergärten
- Katholischer Kindergarten St. Elisabeth
- Katholischer Kindergarten St. Hedwig (Bewegungskindergarten)
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Karl Anton Kreuter, Autor, Lehrer und Heimatforscher
- Markus Schächter, Intendant und Journalist
[Bearbeiten] Literatur
- Theo Schwarzmüller: Hauenstein gegen Hitler: Die Geschichte einer konfessionellen Lebenswelt. Verlag Bezirksverband Pfalz Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2007, ISBN 978-3-927754-62-1
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ KommWis, Stand: 31.12.2007
- ↑ Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
[Bearbeiten] Weblinks
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