Hauenstein (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hauenstein
Hauenstein (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hauenstein hervorgehoben
49.1897222222227.8619444444444348Koordinaten: 49° 11′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Hauenstein
Höhe: 348 m ü. NHN
Fläche: 13,91 km²
Einwohner: 3963 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76846
Vorwahl: 06392
Kfz-Kennzeichen: PS
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 014
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 4
76846 Hauenstein
Webpräsenz: www.hauenstein.de
Ortsbürgermeister: Bernhard Rödig (FDP)
Lage der Ortsgemeinde Hauenstein im Landkreis Südwestpfalz
Darstein Dimbach (Pfalz) Hauenstein (Pfalz) Hinterweidenthal Lug (Pfalz) Schwanheim (Pfalz) Spirkelbach Spirkelbach Wilgartswiesen Wilgartswiesen Clausen Donsieders Leimen (Pfalz) Merzalben Münchweiler an der Rodalb Rodalben Bottenbach Eppenbrunn Hilst Kröppen Kröppen Lemberg (Pfalz) Obersimten Ruppertsweiler Schweix Trulben Vinningen Bobenthal Bruchweiler-Bärenbach Bundenthal Busenberg Dahn Erfweiler Erlenbach bei Dahn Fischbach bei Dahn Hirschthal (Pfalz) Ludwigswinkel Niederschlettenbach Nothweiler Rumbach Schindhard Schönau (Pfalz) Biedershausen Herschberg Hettenhausen (Pfalz) Knopp-Labach Krähenberg Obernheim-Kirchenarnbach Saalstadt Schauerberg Schmitshausen Wallhalben Weselberg Winterbach (Pfalz) Geiselberg Heltersberg Hermersberg Höheinöd Horbach (Pfalz) Schmalenberg Steinalben Waldfischbach-Burgalben Althornbach Battweiler Bechhofen (Pfalz) Contwig Dellfeld Dietrichingen Großbundenbach Großsteinhausen Hornbach Käshofen Kleinbundenbach Kleinsteinhausen Mauschbach Riedelberg Rosenkopf Walshausen Wiesbach (Pfalz) Höheischweiler Höhfröschen Maßweiler Nünschweiler Petersberg (Pfalz) Reifenberg Rieschweiler-Mühlbach Thaleischweiler-Fröschen Pirmasens Zweibrücken Saarland Saarland Frankreich Landkreis Südliche Weinstraße Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landau in der Pfalz Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Deutsches Schuhmuseum

Hauenstein, im örtlichen Dialekt „Hääschde“ genannt, ist eine Ortsgemeinde im Osten des rheinland-pfälzischen Landkreises Südwestpfalz. In dem als „Schuhdorf“ bekannten Luftkurort hat auch die gleichnamige Verbandsgemeinde ihren Verwaltungssitz. Hauenstein ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, der zum Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen gehört. Durch den Ort fließt etwa von Süd nach Nord die Queich, die sich weiter abwärts zu einem der Hauptabflusssysteme der Pfalz entwickelt und in den Rhein mündet.

Das Klima besitzt angesichts der etwas größeren Höhe zwar nicht die Mildheit der Rheinebene, zeichnet sich aber dank der im Norden querliegenden Berge der Frankenweide durch sehr gemäßigte Winter aus. Der umgebende Wald sorgt für ausreichende Niederschläge, welche die Sommer ausgeglichen gestalten und im Herbst zu hohen Erträgen bei Esskastanien und Speisepilzen führen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Hauenstein im Jahr 1345 in einer Urkunde zur pfälzischen Kirchengeschichte. Bekannt wurde das Dorf durch die Schuhfertigung, die vom ausgehenden 19. Jahrhundert an das Leben der Menschen in Hauenstein bestimmte. Nach dem Vorbild des 20 km entfernten Pirmasens (1857) wurde 1886 die erste Schuhfabrik eröffnet; Gründer waren die Brüder Carl-August und Anton Seibel. Schon 1890 machte Anton Seibel sich mit einer zweiten Fabrik selbstständig. Zahlreiche weitere Unternehmer folgten. Bis 1914 entstanden 14 Schuhfabriken, die damals 1140 Menschen beschäftigten. Die Einwohnerzahl erhöhte sich von 673 im Jahre 1886 auf 4406 im Jahre 1961, als es sogar 36 Fabriken gab. Dann war der Boom zu Ende, und die Einwohnerzahl ging leicht zurück. Bis heute überdauert hat nur eine einzige Schuhfabrik.

Im Gegensatz zum nur wenige Kilometer entfernten, evangelisch geprägten Darstein, das 1930 als erste deutsche Gemeinde bei einer Reichstagswahl einen Stimmenanteil von 100 % für die NSDAP auswies, stimmte von der überwiegend katholischen Bevölkerung Hauensteins zu dieser Zeit nur ein außergewöhnlich kleiner Teil für die Nationalsozialisten. Noch bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erreichte die NSDAP in Hauenstein nur 4,8 Prozent, während die gemeinsame Liste aus Zentrum und Bayerischer Volkspartei auf 92,6 Prozent kam. Dies war reichsweit das beste Ergebnis einer nicht-nationalsozialistischen Partei in Gemeinden über 1000 Einwohnern.[3][4]

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 72,9 Prozent der Einwohner katholisch und 13,5 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hauenstein besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP Gesamt
2014 3 11 4 2 20 Sitze
2009 2 11 3 4 20 Sitze
2004 2 11 4 3 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In geteiltem Schild oben in Rot ein silberbewehrter und -bezungter silberner Adler, unten von Blau, darin ein schwebendes gleichschenkliges silbernes Kreuz, und Gold geteilt“.

Es wurde 1964 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.[7]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Offizielle Partnerschaften pflegt die Gemeinde mit Chauffailles (Kanton Chauffailles, Burgund, Frankreich) seit 1965 sowie mit Csenger (Kleingebiet Csenger, Ungarn). Inoffizielle Verbindungen bestehen mit Steinegg (Südtirol, Italien), Saint-André-de-la-Marche (Maine-et-Loire, Frankreich), La Walck (Unterelsass, Frankreich) und San Marco di Pascoli (Italien).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kapelle St. Katharina
Schusterdenkmal

Sakralgebäude[Bearbeiten]

Angesichts der Verteilung der beiden großen christlichen Konfessionen überwiegen die katholischen Sakralgebäude:

Einziges evangelisches Gotteshaus ist die Dreifaltigkeitskirche.

Industriedenkmäler[Bearbeiten]

Das Schusterdenkmal weist auf das Schusterhandwerk als Grundlage der Hauensteiner Schuhmanufakturen hin.

Das Deutsche Schuhmuseum wurde 1996 eröffnet. Es behandelt das Thema Schuhe auch allgemein und zeigt u. a. die „größten Lederschuhe der Welt“ (Größe 248) und den „größten Schuh der Welt“ (Größe 1.041).[8]

In der Gläsernen Schuhfabrik findet eine Schauproduktion statt, an der sich die Besucher beteiligen können.[9]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Im Herbst wirbt die örtliche Gastronomie mit pfälzischen Edelkastanien- und Wildgerichten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Schuhindustrie

Die letzte Schuhfabrik Hauensteins heißt nach Josef Seibel, dem Enkel des ersten Firmengründers Carl-August, und wird vom Urenkel geleitet, der gleichfalls Carl-August Seibel heißt. Sie ist mittlerweile ein multinationales Unternehmen mit 2500 Werksangehörigen an fünf Produktionsstätten in Europa. Die Gesamtproduktion von über zwei Millionen Schuhen wird in mehr als 40 Länder vertrieben. Andere Schuhfabriken mussten rezessionsbedingt ihre Produktion einstellen. Viele verlegten sich auf den Schuhhandel. An den ca. 40 verkaufsoffenen Sonntagen von März bis Oktober laden gut ein Dutzend Geschäfte mit mehr als einer halben Million Paar Schuhe die Interessenten zur Anprobe.

Tourismus

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts begann der Tourismus, die Schuhindustrie als Hauptwirtschaftszweig der Gemeinde abzulösen. So ist der Luftkurort Hauenstein inzwischen zur klassischen Freizeitregion geworden, die sowohl für aktive als auch lediglich Erholung suchende Urlauber vielfältige Angebote bereithält. Neben der Natur im Pfälzerwald bieten Ort und Umgebung ein dichtes Netz von Erholungsmöglichkeiten mit Privat- und Hotelzimmern, Ferienwohnungen und regionaler Gastronomie.

Bekannte Ausflugsziele sind:

  • Der Felsen, die nördliche Ortseinfahrt durch den großen Felsdurchbruch
  • Neding mit Felsentor und Nedingfelsen
  • Aussichtspunkt Kreuzfelsen
  • Fünf Hauensteiner Schuhwanderwege vom Ort in die umgebenden Wälder und zahlreiche weitere Wanderwege zu den Hütten im Pfälzerwald, vor allem der Hauensteiner Höhenweg und der Zwicktritschenweg
  • Verschiedene Kletterfelsen, darunter der Burghalder und der Backelstein mit Resten mittelalterlicher Wehranlagen

Verkehr[Bearbeiten]

Hauenstein wird durch die Bundesstraße 10 (PirmasensLandau) erschlossen, die knapp nördlich des Ortes vorbeiführt. Parallel zur B 10 verläuft die Bahnstrecke Landau–Rohrbach der Deutschen Bahn, die auch den Bahnhof Hauenstein und Hauenstein Mitte bedient.

Bildung[Bearbeiten]

Die Marienschule als Grundschule sowie die Wasgauschule als Realschule plus, die Hauptschul- oder Realschulabschluss anbietet, decken die Grundversorgung ab. Die nächsten Gymnasien befinden sich in Annweiler und Dahn.

Zwei katholische Kindertagesstätten (St. Elisabeth und St. Hedwig, letztere als Bewegungskindergarten) ermöglichen die vorschulische Erziehung.

Vereinswesen[Bearbeiten]

Sportvereine sind:

  • SC 1919 Hauenstein
  • TV Hauenstein
  • TTC Hauenstein
  • DLRG Hauenstein
  • TC Blau-Weiß Hauenstein
  • Schachklub 1972 Hauenstein
  • Schützenverein

Weitere Vereine haben vor allem die Geselligkeit zum Ziel:

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Maibaumstellen (alljährlich, 30.April, veranstaltet vom JGC Hauenstein)
  • Frühlingsfest (alljährlich 2. Woche im Mai)
  • Waldfest (alljährlich an Fronleichnam, veranstaltet und begleitet vom Musikverein)
  • Kräuterwoche mit Kräutermarkt (Frühsommer)
  • Schuhmachermarkt (alle drei Jahre im Sommer)
  • Hauensteiner Kerwe (1. Wochenende im September)
  • Hääschdner Keschdemarkt (Hauensteiner Kastanienmarkt, Herbst)
  • Bademanteltour (alljährlich, Eröffnung der Faschingskampagne, veranstaltet von der DPSG Hauenstein)
  • Deutsch-Französischer Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt (seit 1980, 1. und 2. Adventswochenende)

Deutsche Schuhkönigin[Bearbeiten]

Seit 2002 soll auf Initiative des Verbandes der Deutschen Schuhindustrie in Rheinland-Pfalz, der seinen Sitz in Pirmasens hat, alle vier Jahre die Deutsche Schuhkönigin gewählt werden, die von einer Schuhprinzessin unterstützt wird. In Abweichung von der Vorgabe war das 2006 gewählte Duo bis 2011 im Amt, das bundesweit ausgeschrieben wurde.[10] Am 11. September 2011 wurden die neuen Schuhhoheiten gekürt; neben der Deutschen Schuhkönigin gibt es seither zwei Schuhprinzessinnen.[11]

Jahr Schuhkönigin Schuhprinzessin Schuhprinzessin
2011 Nadine I. (Nadine Kästle) Aline I. (Aline Seibst) Katharina II. (Katharina Dimkas)
2006 Verena I. (Verena Hanß) Katharina I. (Katharina Röckel)
2002 Steffi I. (Stefanie Schurig) Sandra I. (Sandra Röckel)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hauenstein (Pfalz) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Vor 70 Jahren: Ein Ort gegen Hitler. Theo Schwarzmüller, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, 2003.
  4. Zwei Dörfer und der Stolz Adolf Hitlers. Ulli Kulke, Welt online, 5. November 2007.
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Schuhmeile Hauenstein: Der größte Schuh der Welt. Abgerufen am 21. Mai 2011.
  9. Schuhmeile Hauenstein: Gläserne Schuhfabrik. Abgerufen am 21. Mai 2011.
  10. Schuhkönigin Nadine I. Bericht auf den Seiten des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein, abgerufen am 30. Januar 2013.
  11. Schuhmeile Hauenstein: Schuhhoheiten – Schuhmeile Hauenstein. Abgerufen am 13. September 2011.