Haugesund

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Haugesund
Haugesund (Norwegen)
Haugesund
Haugesund
Basisdaten
Kommunennummer: 1106 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Rogaland
Koordinaten: 59° 25′ N, 5° 18′ O59.4166666666675.3Koordinaten: 59° 25′ N, 5° 18′ O
Fläche: 72 km²
Einwohner:

36.316 (30. Jun. 2014)[1]

Bevölkerungsdichte: 504 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Petter Steen jr. (H) (2001)
Lage in der Provinz Rogaland
Lage der Kommune in der Provinz Rogaland
Lage von Haugesund zwischen Hardangerfjord und Boknafjord

Haugesund ist eine junge Handelsstadt und Kommune an der Südwestküste von Norwegen mit rund 36.316 Einwohnern (Stand 30. Juni 2014). Die Stadt liegt an der Nordseeküste, etwa in der Mitte zwischen Bergen und Stavanger. Sie ist ein bedeutendes Einkaufs- und Handelszentrum mit einem Einzugsgebiet von etwa 200.000 Menschen. Haugesund liegt am Karmsund, dem historischen „Nordvegen“, dem Namensgeber für Norwegen. Über den Karmsund führt seit 1955 die 690 m lange Karmsundbrücke in die Nachbarkommune Karmøy. Haugesund bezeichnet sich als junge Stadt in alter Schale. Der Name setzt sich aus Haugen (dt.: Hügel) und Sund (dt. Meerenge) zusammen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Kommune Haugesund grenzt an die Nachbarkommunen Karmøy im Süden und Westen, im Norden an Sveio und im Osten an Tysvær. Die höchste Erhebung in der Gemeinde ist der Klauv (deutsch: Klaue) 246 moh. im Norden der Kommune. Die Gemeinde verteilt sich auf das Festland, sowie mehrere Inseln. Risøy und Hasseløy sind über Brücken erreichbar, Røvær, Vibrandsøy und andere sind nur mit Schiff zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Haugesund entstand als Umschlagpunkt und Poststelle für Seefahrende und Fischer zur Zeit der boomenden Heringsfischerei Ende des 19. Jahrhunderts. Die Stadt erhielt das Stadtrecht 1854. Das Wappen zeigt drei Möwen auf blauem Grund und spiegelt damit Geschichte und geographische Lage wider.

Bei Haraldshaugen soll König Harald Hårfagre (Harald I. genannt Schönhaar) der Sage nach begraben liegen. Ein 1872 errichteter granitener Obelisk mit 29 kleineren Monumenten aus 29 Landesteilen erinnert an die Reichsgründung 872 und den Reichsgründer Harald Schönhaar. In der Nähe, an einer alten Thing-Stätte in Krosshaugen, befindet sich ein Steinkreuz aus der Christianisierungszeit um das Jahr 1000.

Haugesund war Hurtigrutenhafen von 1896 bis 1919.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1769 1801 1815 1825 1835 1845 1855 1865 1875 1890 1900
Einwohner 843 917 1.058 1.243 1.500 1.830 2.668 5.037 6.192 7.813 10.664
Jahr 1910 1920 1930 1946 1950 1960 1970 1980 1990 2001 2006
Einwohner 14.798 20.276 20.775 22.821 23.865 27.073 27.195 27.000 27.736 30.705 31.738

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister (Ordfører) von Haugesund ist Petter Steen jr. von der Rechtspartei (Høyre). Die Rechtspartei erhielt bei den Wahlen 2011 38,2 % der Stimmen. Nach der Wahl wurde eine verpflichtende Zusammenarbeit mit der Fortschrittspartei eingegangen. Die übrigen Ergebnisse der Wahl sind in der Tabelle aufgeführt.

Stimmen in Prozent bei den Kommunalwahlen
Jahr Arbeiterpartei Fortschrittspartei Rechtspartei Chr. Volkspartei Zentrum Soz. Linke Linke Andere Parteien
2011 28,7 12,2 38,2 5,6 1,1 2,5 5,4 6,2

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Haugesund gibt es eine Hochschule mit Studiengängen zum Petroleums-Ingenieur, Feuersicherheits-Ingenieurswesen und anderen, und eine Fachschule für Krankenpflege. Jährlich, im August, findet ein Internationales Filmfestival (Den norske filmfestivalen) und das Jazz-Festival Sildajazz statt.

Die Stadt verfügt heute auch über mehrere Theater, ein bemerkenswertes Rathaus (1931), das Karmsund Volksmuseum, die Haugesund Bildergalerie (Schwerpunkt Gegenwartskunst), das Freilichtmuseum (Dokken) auf der Insel Hasseløy, ein Sinfonieorchester und eine eigene Tageszeitung (Haugesunds Avis). Der lokale Fernsehsender heißt TV Haugaland, Lokalradios sind Radio102 und Radio Haugaland.

In der Nachbarkommune Karmøy, nicht weit von Haugesund, befinden sich andere Denkmale, wie die Bautasteine bei Ferkingstad, als Zeugen der Vorzeit. Nähnadel Mariens an der Olavskirche in Avaldsnes und „Die fünf törichten Jungfrauen“. Bei Avaldsnes finden sich Gräberfelder aus der Bronze- und Eisenzeit.

Lutherische Kirchen sind Vår Frelsers kirke (1900), (Unser Erlöser), Skåre kirke (1856), Rossabø kirke (1974) und Udland kirke (2003), die einzige katholische Kirche ist St. Josef (1933), außerdem gibt es mehrere Freikirchen.

In Haugesund ist der Fußballverein FK Haugesund beheimatet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Stadt lebt wirtschaftlich neben dem Handel, der Fischerei und einer Schiffswerft auch von der Konservenindustrie und ihrem Tiefseehafen.

Verkehr[Bearbeiten]

Haugesund verfügt auf der Insel Karmøy über den internationalen Flughafen Haugesund, Karmøy (IATA-Flughafencode: HAU) mit Routenflügen nach Oslo-Gardermoen, Bergen Flesland, Fagernes, Kopenhagen, Sandefjord (Torp), London-Stansted und Bremen. Daneben gibt es auch Charter- und Frachtverkehr.

Eine Anbindung an die Schnellfähre (Flaggruten) Stavanger - Haugesund - Stord - Bergen ist gegeben. Ausflugschiffe fahren auf die nahegelegene Inseln Røvær und Feøy sowie nach Utsira (kleinste Kommune Norwegens) weiter draußen im Meer.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haugesund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Haugesund – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q2 2014