Hauhecheln

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Hauhecheln
Dornige Hauhechel (Ononis spinosa)

Dornige Hauhechel (Ononis spinosa)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Trifolieae
Gattung: Hauhecheln
Wissenschaftlicher Name
Ononis
L.

Hauhecheln (Ononis) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Das Hauptverbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration der Strauchigen Hauhechel (Ononis fruticosa).

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Bei Ononis-Arten handelt es sich um selten einjährige oder meist ausdauernde krautige Pflanzen, manchmal auch kleine Sträucher. Oft ist die oberirdischen Pflanzenteile drüsig bis klebrig behaart, was bei den Hülsenfrüchtlern eher die Ausnahme ist.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreiten sind meist dreiteilig. Von den gezähnten Teilblättchen ist das mittlere meist gestielt und die seitlichen ungestielt. Selten besteht die Blattspreite aus nur einem Teilblatt oder es sind sogar mehr als nur ein Paar seitliche Teilblätter vorhanden. Die zwei Nebenblätter sind mit den Blattstielen verwachsen.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Bei vielen Arten stehen die Blüten einzeln oder bis zu dritt in den Blattachseln, es können aber euch deutliche endständige, traubige oder rispige Blütenstände ausgebildet sein, die aber nicht so kompakt sind wie bei vielen Klee-Arten. Trag- und Deckblätter sind winzig oder fehlen. Die Blüten sind sitzend oder lang gestielt.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf ungleichen Kelchblätter sind verwachsen. Die Blütenkronblätter sind meist gelb, manchmal rot, rosa bis lila oder weißlich. Die Fahnen sind genagelt. Die Schiffchen sind schnabelartig verschmälert. Es sind zehn Staubblätter vorhanden. Alle Staubfäden sind röhrig verwachsen. Das einzelne lineal-längliche oder eiförmige Fruchtblatt enthält zwei bis viele Samenanlagen.[1]

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die Hülsenfrucht enthält wenige oder viele Samen. Die nierenförmigen Samen besitzen eine glatte oder punktierte Oberfläche.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gattung Ononis ist mit etwa 70 bis 80 Arten im Mittelmeergebiet von Europa über Nordafrika bis Kleinasien, im westlichen Asien und Äthiopien verbreitet. Nur die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa) und die Kriechende Hauhechel (Ononis spinosa L. subsp. procurrens) kommen in größeren Individuenzahlen auch in Mitteleuropa vor, aber auch: Bocks-Hauhechel (Ononis spinosa L. subsp. hircina), Mont-Cenis-Hauhechel (Ononis cristata), Strauchige Hauhechel (Ononis fruticosa), Gelbe Hauhechel (Ononis natrix), Rundblättrige Hauhechel (Ononis rotundifolia).

Die Ononis-Arten wachsen vor allem an trockenen Stellen wie Halbtrockenrasen oder Trockenrasen. Sie kommen auch mit mäßig nährstoffarmem Boden zurecht.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Ononis wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum[2] aufgestellt. Typusart ist Ononis spinosa L.[3] Der botanische Gattungsname Ononis ist aus dem griechischen Wort ónos für Esel abgeleitet. Synonyme für Ononis L. sind Bugranopsis Pomel und Passaea Adans..

Die Gattung Ononis gehört zur Tribus Trifolieae in der Unterfamilie Faboideae innerhalb der Familie der Fabaceae.[4]

Gelbe Hauhechel (Ononis natrix)
Rundblättrige Hauhechel (Ononis rotundifolia)

Es gibt etwa 70 bis 80 Ononis-Arten:[5][6][7]

Quellen[Bearbeiten]

  • Zhi Wei, Michael A. Vincent: Trifolieae: Ononis. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7, S. 547–548. (Abschnitt Beschreibung und Verbreitung).
  • S. I. Ali: Flora of West Pakistan 100: Papilionaceae. Stewart Herbarium, Rawalpindi 1977, S. 282, online.
  • Florian G. Turini, Christian Bräuchler, Günther R. Heubl: Phylogenetic relationships and evolution of morphological characters in Ononis L. (Fabaceae). In: Taxon. Band 59, Nr. 4, 2010, S. 1077–1090, Abstract.
  • Harald Förther, Dieter Podlech, Revision der Ononis natrix-Gruppe (Leguminosae) von Makaronesien, Nordafrika und dem angrenzenden Westasien. In: Mitteilungen der Botanischen Staatssammlung München. Band 30, 1991, S. 197–296, online (Abschnitt Systematik).
  • Robert Brian Ivimey-Cook: Ononis L. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 2: Rosaceae to Umbelliferae, Cambridge University Press, Cambridge 1968, ISBN 0-521-06662-X, S. 143–148 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)..
  • Wolfgang Blaschek, Rudolf Hänsel, Konstantin Keller: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Band 2, Springer, 1998, ISBN 3-5406-1619-5, S. 263–271, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Zhi Wei, Michael A. Vincent: Trifolieae: Ononis. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7, S. 547–548.
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 716, online.
  3. Ononis natrix bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  4. Ononis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  5. Eingabe in Suchmaske bei LegumeWeb from the ILDIS World Database of Legumes.
  6. Harald Förther, Dieter Podlech, Revision der Ononis natrix-Gruppe (Leguminosae) von Makaronesien, Nordafrika und dem angrenzenden Westasien. In: Mitteilungen der Botanischen Staatssammlung München. Band 30, 1991, S. 197–296, online.
  7. The Euro+Med PlantBase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hauhecheln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien