Haunetal

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Haunetal. Für den gleichnamigen Naturraum siehe Haunetal (Naturraum)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haunetal
Haunetal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haunetal hervorgehoben
50.7686111111119.6941666666667307Koordinaten: 50° 46′ N, 9° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 307 m ü. NHN
Fläche: 54,91 km²
Einwohner: 2984 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36166
Vorwahl: 06673
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 008
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Konrad-Zuse-Platz 6
36166 Haunetal
Webpräsenz: www.haunetal.de
Bürgermeister: Gerd Lang (parteilos)
Lage der Gemeinde Haunetal im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Thüringen Vogelsbergkreis Landkreis Fulda Schwalm-Eder-Kreis Werra-Meißner-Kreis Alheim Rotenburg an der Fulda Cornberg Nentershausen (Hessen) Bebra Bebra Wildeck Heringen (Werra) Philippsthal (Werra) Friedewald (Hessen) Ludwigsau Neuenstein (Hessen) Hohenroda Schenklengsfeld Schenklengsfeld Hauneck Haunetal Niederaula Kirchheim (Hessen) Breitenbach am Herzberg Ronshausen Bad HersfeldKarte
Über dieses Bild

Haunetal ist eine Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Osthessen, Deutschland. Haunetal ist die südlichste Gemeinde des Landkreises.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Haunetal liegt in der Vorderrhön, zwischen Bad Hersfeld, etwa 13 km, und Hünfeld, etwa 14 km entfernt. Die Gemeinde erstreckt sich auf beiden Seiten des Unterlaufes der Haune. Sie wird vom 524 m hohen Stoppelsberg überragt. Es liegt zwischen den Ausläufern des Knüllgebirges, der Rhön und des Vogelsberges

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Haunetal grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Niederaula, im Nordosten an die Gemeinde Hauneck (beide im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) im Osten an die Gemeinde Eiterfeld, im Süden an die Gemeinde Burghaun (beide im Landkreis Fulda) sowie im Westen an die Stadt Schlitz (im Vogelsbergkreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Hermannspiegel, Holzheim, Kruspis, Mauers, Meisenbach, Müsenbach, Neukirchen, Oberstoppel, Unterstoppel, Odensachsen, Rhina, Schletzenrod, Stärklos, Wehrda und Wetzlos.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortsteile Odensachsen und Rhina wurden 1003 zum ersten Mal urkundlich genannt, als Kaiser Heinrich II. den Reichsforst Ehringswald (Ehrenvirst) zwischen den Abteien Hersfeld und Fulda aufteilte.

Einige der heutigen Ortsteile gehörten schon im Mittelalter in der Herrschaft Wehrda und später im Amt Neukirchen zusammen. Die Orte gehörten größtenteils den Abteien Hersfeld oder Fulda, die sie an die Ritter von Romrod, von Trubenbach (später Trümbach), von Otensassen und von Haune (später Hune) als Lehen vergeben hatten. Die Letztgenannten waren die Erbauer der Burg Hauneck.

1886 wurde in Haunetal der Schriftsteller Heinrich Ruppel geboren. In einer Scheune im Ortsteil Neukirchen war gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Konrad Zuses Rechner Z4 untergestellt.

Konrad Zuses Werkstatt in Neukirchen Januar 2010

Konrad Zuse gründete 1949 im Ortsteil Neukirchen die Zuse KG; 1957 wurde der Firmensitz nach Bad Hersfeld verlegt.

Seit dem 16. Mai 1998 darf die Gemeinde Haunetal die Bezeichnung Marktgemeinde führen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Hermannspiegel, Mauers, Neukirchen, Oberstoppel und Rhina zur neuen Gemeinde Haunetal im Landkreis Hünfeld zusammengeschlossen. Am 31. Dezember 1971 kamen Meisenbach, Müsenbach, Odensachsen, Schletzenrod, Wehrda und Wetzlos (alle im Landkreis Hünfeld) hinzu. Unterstoppel (Landkreis Hünfeld) sowie die bisher zum Landkreis Hersfeld gehörenden Orte kamen am 1. August 1972 zur in den neuen Landkreis Hersfeld-Rotenburg wechselnden Gemeinde hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis (im Vergleich zu vorangegangenen Wahlen):

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
46,0 %
39,0 %
15,0 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,2 %p
-3,4 %p
+8,6 %p
-2,0 %p
Parteien und Wählergemeinschaften 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 46,0 11 49,2 11 47,2 11
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,0 9 42,4 10 40,3 9
FWG Freie Wählergemeinschaft Haunetal 15,0 3 6,4 2 9,3 2
FDP Freie Demokratische Partei 2,0 0
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 3,3 1
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 66,7 63,0 70,5

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister Stefan Euler (CDU) wurde am 4. September 2011 mit einem Stimmenanteil von 53,6 % gewählt. Er setzte sich gegen einen Gegenkandidat der SPD durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,4 %.

Tabelle der direkt gewählten Bürgermeister[3]:

Name von bis Anmerkungen
Helmut Ruppel 1993 1995 als CDU-Kandidat gewählt, erster direkt gewählter Bürgermeister
Hein-Peter Möller 1995 2011 als SPD-Kandidat gewählt, er wurde in den Jahren 2001 und 2007 wiedergewählt
Stefan Euler 2011 - als gemeinsamer Kandidat von CDU und FWG gewählt

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Evangelische Kirche Neukirchen Januar 2006

Die evangelische Kirche in Neukirchen ist im spätgotischen Stil 1515 auf teilweise romanischem Unterbau erbaut. Zur bemerkenswerten Inneneinrichtung zählen der geschnitzte Flügelaltar aus dem Jahr 1522 sowie der Taufstein aus dem Jahr 1588.

Oberhalb von Neukirchen und Oberstoppel auf dem Stoppelsberg, dem Hausberg von Haunetal, befindet sich die Burg Hauneck, deren Baugeschichte bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht. Noch weiter in die Vergangenheit weist die Sinzigburg, westlich vom Stoppelsberg im Haunetal. Nicht weit entfernt, ebenfalls an den Hängen des Stoppelsberges befindet sich das Naturdenkmal Lange Steine.

Weitere Bauten im Ortsteil Wehrda sind die gotische Wehrkirche mit alten Bauernfresken, das Schloss Hohenwehrda (erbaut um 1900 von Fürst von Kleidorff, heute ein Hermann-Lietz-Internat), das Gelbe Schloss Wehrda, das Rote Schloß in Wehrda (heute im Besitz von Johannes Freiherr von Campenhausen) und die Burgruine Altwehrda (vermutlich erste befestigte Ansiedlung in einem befestigten Wehrturm, erbaut durch das Rittergeschlecht derer von Trumbach, später derer von Stein).

Jüdischer Friedhof in Rhina

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Am Ortsteil Rhina liegt der 3.896 m² große jüdische Friedhof von Haunetal. Der Friedhof ist ein geschütztes Kulturdenkmal und befindet sich etwa 1 km südlich von Rhina zwischen der Bahnstrecke Bebra–Fulda und der Bundesstraße 27 im Tal der Haune. Ein weiterer Judenfriedhof befindet sich im Ortsteil Wehrda.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

An das überregionale Straßennetz ist die Gemeinde durch die Bundesstraße 27 angeschlossen, die durch die Gemeinde führt. Weiterhin hat die Gemeinde einen Bahnhof in Neukirchen, an der Bahnstrecke Bebra–Fulda.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Nordhessischer Verkehrsverbund gewährleistet.

Die Buslinien werden von der Regionalverkehr Kurhessen betrieben. Die Buslinien stellen vor allem die Verbindung mit Bad Hersfeld her.

Bildung[Bearbeiten]

In Neukirchen gibt es die Haunetal-Schule, eine Grundschule. Des Weiteren gibt es im Ortsteil Wehrda die Hermann-Lietz-Schule Schloss Hohenwehrda und in Rhina eine Zweigstelle der Volkshochschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Eine kulinarische Spezialität aus dem Haunetal ist der Ploatz, ein herzhafter Blechkuchen aus Roggenbrotteig mit unterschiedlichem Belag.

Quellen[Bearbeiten]

  • Harald Neuber Haunetaler Geschichte, mit einem Beitrag von Friedrich Krauser, Haunetal 1992, Herausgeber: Gemeindevorstand der Gemeinde Haunetal

Referenzen / Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398 bis 400.
  3. Daten zu den Direktwahlen des Bürgermeisters in Haunetal

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haunetal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Haunetal-Radweg – Reiseführer