Hauptfeldwebel

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Heer/ Luftwaffe, Hauptfeldwebel
Heer, Hauptfeldwebel Luftwaffe, Hauptfeldwebel

Dienstgradabzeichen eines Hauptfeldwebels der Bundeswehr am Feldanzug

Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee
NATO-Rangcode OR-7
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Hauptfeldwebel
Dienstgrad Marine Hauptbootsmann
Abkürzung (in Listen) HptFw (HF)
Besoldungsgruppe A8Z nach BBesO

Der Hauptfeldwebel (Abk.: HptFw / in Listen: HF) bezeichnet in Deutschland einen Soldaten im dritthöchsten Feldwebeldienstgrad bei der Bundeswehr. Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Hauptbootsmann.

Soldaten im Dienstgrad HptFw können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.

Den Dienstgrad HptFw können Berufssoldaten, Zeitsoldaten und beorderte Reservisten erreichen, wobei in letzter Zeit das Dienstalter durch die Neuordnung der Feldwebellaufbahn fällt. Der Dienstgrad kann frühestens ein Jahr nach Beförderung zum Oberfeldwebel und mit einer Gesamtdienstzeit von 8 Jahren mit entsprechender Beurteilung erreicht werden. Hauptfeldwebel werden als Kompaniefeldwebel, Zugführer, Kompanietruppführer, stellvertretende Zugführer und in Stäben eingesetzt.

Bei der Bundeswehr wurde der HptFw erst 1957, also zwei Jahre nach der Gründung, wieder eingeführt, diesmal als Dienstgrad. HptFw werden nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A8mA (mit Amtszulage) besoldet.

Andere Streitkräfte[Bearbeiten]

Hauptfeldwebel im Dienstgrad eines Oberfeldwebels mit den Spieß-Kolbenringen an den Ärmelaufschlägen

Das Äquivalent zu diesem herausgehobenen OR7-Unteroffiziersdienstgrad in der Wehrmacht und in der NVA, aber auch einer Reihe Streitkräfte des ehemaligen Warschauer Pakts, war der OR7-Dienstgrad Oberfeldwebel / Straschi sershant.

Im Unterschied zur Deutschen Bundeswehr war in der Wehrmacht und in der NVA der Hauptfeldwebel kein Dienstgrad, sondern die Amts- oder Dienststellungsbezeichnung für den Kompaniefeldwebel (englisch Company sergeant), was vor allem in Übersetzungen zu Verwirrung führt.

Wehrmacht[Bearbeiten]

Der Hauptfeldwebel der Wehrmacht wurde 1938 eingeführt und war kein Dienstgrad (im Gegensatz zur Bundeswehr), sondern die Dienststellungsbezeichnung für den Kompaniefeldwebel, auch „Spieß“. Dieser ersetzte die bisherige Bezeichnung „Oberfeldwebel der Truppe“ und war in der Regel ein Portepee-Unteroffizier im Range eines Feldwebels oder Oberfeldwebels. Kennzeichen waren zwei parallel aufgenähte, 9 mm breite, silberfarbene Unteroffizierslitzen, die „Kolbenringe“ oberhalb beider Ärmelaufschläge an Uniformjacke und Uniformmantel. Im Kriege gab es zudem auch die Dienststellungsbezeichnung „Hauptfeldwebel-Diensttuer“. Hierfür gelangten in Ausnahmefällen auch Unterfeldwebel (vergleichbar dem heutigen Stabsunteroffizier) zum Einsatz.

In der Waffen-SS war der SS-Stabsscharführer dem Spieß, Kompaniefeldwebel bzw. Hauptfeldwebel-Diensttuer vergleichbar.

Ordnungspolizei[Bearbeiten]

Äquivalent zum „Hauptfeldwebel" (Spieß) der Wehrmacht war der Geschäftsführende Hauptwachtmeister in geschlossenen Polizeiformationen (z. B. Ausbildungsbataillone, Polizei-Hundertschaften). Hier fungierten seit 1939 als Statussymbol für den Spieß über beiden Ärmelaufschlägen ebenfalls je zwei „Kolbenringe“ aus silberfarbener Unteroffizierslitze, ähnlich den Hauptfeldwebeln der Wehrmacht. Die Bestimmung wurde 1940 auf die Hauptwachtmeister-Diensttuer ausgedehnt.

NVA[Bearbeiten]

NVA Spieß-Kolbenring (einfach)

Auch in der Nationalen Volksarmee der DDR war der Hauptfeldwebel kein Dienstgrad wie in der Bundeswehr, sondern die Bezeichnung der Dienststellung, die bei der Bundeswehr dem Kompaniefeldwebel entspricht. Hierfür wurden Berufsunteroffiziere eingesetzt. Die Funktionsinsignien waren je ein 14mm breiter silberner Litzenstreifen, die „Kolbenringe“ oberhalb beider Ärmelaufschläge an Uniformjacke und Uniformmantel.

Mit der Einführung der Dienstgradgruppe der Fähnriche konnten auch diese in dieser Dienststellung eingesetzt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hauptfeldwebel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen