Hauptmann (Offizier)

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Capitain ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen kaiserlich türkischen Major siehe Johann Robert von Capitain.
Hauptmann
DH231-Hauptmann.png

Dienstgradabzeichen eines Hauptmanns der Bundeswehr am Dienstanzug (Artillerietruppe)

Dienstgradgruppe der Hauptleute
NATO-Rangcode OF-2
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Hauptmann
Dienstgrad Marine Kapitänleutnant
Abkürzung (in Listen) Hptm (H)
Besoldungsgruppe A11/12 nach BBesO

Der Hauptmann (en: Captain, fr: Capitaine, ru: Капитан) ist ein militärischer Offizierdienstgrad, der in Deutschland zur Dienstgradgruppe der Hauptleute, in Österreich zur Gruppe der Offiziere zählt. Die Anrede lautet im deutschsprachigen Raum Frau bzw. Herr Hauptmann. Das Äquivalent in den Marinestreitkräften zu diesem Dienstgrad ist der Kapitänleutnant.

Geschichte[Bearbeiten]

In den Heerhaufen des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit war der Feldhauptmann ganz allgemein der Anführer (das Haupt), der entweder von den Männern des Verbandes gewählt wurde oder aber als Militärunternehmer die Truppe selber aufgestellt hatte. Die Größe des Verbandes konnte stark variieren. Die Hauptleute wurden auf Latein capitaneus („Anführer“, abgeleitet von caput, „Haupt“) genannt, wovon die noch heute im romanischen, slawischen und angelsächsischen Sprachraum bei den Landstreitkräften gebräuchliche Dienstgradbezeichnung Kapitän herrührt.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Verwendung der französischen Bezeichnung Capitaine auch im deutschen Sprachraum gebräuchlich, da die französische Sprache zu dieser Zeit Verkehrssprache in militärischen Kreisen Europas war und das französische Heerwesen hohes Ansehen genoss.

Als Stabskapitän bezeichnete man in den damaligen Armeen einen Offizier, der sich im Rahmen der Kompaniewirtschaft keine eigene Kompanie leisten konnte und darum als Stellvertreter eines Kompanieinhabers fungierte. Gewöhnlich wurden die Kompanien der drei Stabsoffiziere eines Regiments (Major, Oberstleutnant, Oberst), die durch andere Aufgaben von der unmittelbaren Führung ihrer Kompanie abgehalten waren, von solchen Stabskapitänen kommandiert. Sie rangierten vor den Leutnants, jedoch hinter den „wirklichen“ Hauptleuten und bezogen auch weniger Sold als diese.

Daraus entwickelte sich die in einigen deutschen Armeen (z. B. in Bayern) noch im 19. Jahrhundert gebräuchliche Abstufung zweier Hauptmannsdienstgrade (z. B. Hauptleute/Kapitäne „1. und 2. Classe“).

In Deutschland nannte man bei der Kavallerie den einem Hauptmann entsprechenden Dienstgrad bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Rittmeister. In Österreich bestand der Dienstgrad noch bis in die 70er Jahre weiter.

Deutschland[Bearbeiten]

Verwendung Hauptmann (A12) gem. "Struktur HEER2011"

Bundeswehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Dienstgrade der Bundeswehr

Hauptmann (Abk.: Hptm / in Listen: H) ist ein Dienstgrad in der Bundeswehr. Es ist der dritte Offizierdienstgrad. Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Kapitänleutnant. Im Sanitätswesen der Bundeswehr (also vor allem im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr) sind ranggleich der Stabsarzt, Stabsapotheker und Stabsveterinär.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee, Unteroffizieren mit Portepee und Leutnanten Befehle erteilen.

Hauptleute werden häufig als stellvertretender Kompaniechef, Einsatzoffizier, Zugführer 1. Zug oder in Stäben von Verbänden ab Stufe Bataillon verwendet. Die Verwendung als Kompaniechef wird dann die Ausnahme sein[1]. Sie werden nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A 11 oder A 12 (bei einer Verwendung als Kompaniechef oder in vergleichbarer Dienststellung) besoldet. Stabsapotheker, Stabsärzte und Stabsveterinäre sind in der Besoldungsstufe A 13 eingeordnet.

Nach Abschluss eines zivilen Studiums mit der ersten Staatsprüfung oder mit einem universitären Masterabschluss kann man als Truppendienstoffizier mit wissenschaftlicher Vorbildung direkt mit dem Dienstgrad Hauptmann eingestellt werden.

Distinktionsabzeichen Hauptmann/Kapitänleutnant (OF-2)
Bundeswehr Logo Heer with lettering.svg Bundeswehr Logo Luftwaffe with lettering.svg Bundeswehr Logo Marine with lettering.svg
HD H 43 Hauptmann HAufkl.svg 231-Hauptmann.png SanH 231-Stabsarzt-(Zahnmedizin).png LD B 43 Hauptmann.svg Luftwaffe-231-Hauptmann.png MDS 43 Kapitänleutnant Trp.svg MDJA 43 Kapitänleutnant Trp Lu.svg MA OG5 43 Kapitänleutnant.svg
Dienstanzug
(Grundform
Aufklärer)
Feldanzug
(Panzertruppe)
Feldanzug
(Stabsarzt dent.)
Dienstanzug
(Grundform)
Feldanzug Schulterklappe Ärmelstreifen Aufziehschlaufe

Die Beförderung zum Hauptmann oder Kapitänleutnant kann frühestens nach fünfeinhalb Jahren Dienstzeit als Offizier vollzogen werden, bei besonderen Verwendungen auch schon nach fünf Jahren. Als besondere Altersgrenze für Hauptleute wurde die Vollendung des 56. Lebensjahres festgesetzt (§45 (2) Nr. 4 SG). Gemäß den NATO-Rangcodes wären diese Ränge mit OF-2[2] vergleichbar.

Nationale Volksarmee der DDR[Bearbeiten]

In Anlehnung an die sowjetischen Streitkräfte und die anderen Streitkräfte des Warschauer Pakts war in den Bewaffneten Organen der DDR der Hauptmann der dem Oberleutnant folgende nächsthöhere Offiziersrang. Im Unterschied zu den NATO-Streitkräften wurden vier Offizierssterne auf dem Schulterstück aufgebracht. Die Anordnung der Sterne entspricht der des Stabshauptmanns der Bundeswehr.

In der Volksmarine war die äquivalente Rangbezeichnung Kapitänleutnant.

Für Offiziere der NVA betrug die Regelstehzeit für die Beförderung vom Oberleutnant/ Oberleutnant zur See (OF1) Hauptmann/ Kapitänleutnant (OF2) vier Jahre.

Reichsheer, Reichswehr und Wehrmacht[Bearbeiten]

Hauptartikel: Dienstgrade der Wehrmacht

In Reichsheer, Reichswehr und Wehrmacht war der Hauptmann ein eigenständiger Offiziersrang der Dienstgradgruppe der Hauptleute. Das Äquivalent bei der Kavallerie und bei bespannten Truppenteilen (z. B. Artillerie) war der Rittmeister. Im NS-Ranggefüge entsprach dieser Dienstgrad dem Kapitänleutnant der Kriegsmarine beziehungsweise dem SS-Hauptsturmführer oder SA-Hauptsturmführer.

Österreich[Bearbeiten]

Auch bei der österreichischen Polizei und dem österreichischen Bundesheer gibt es den Dienstgrad Hauptmann als Verwendungsbezeichnung. Der Träger des Dienstgrades Hauptmann hält in der Regel die Funktion eines Kompanie-Kommandanten oder eines Mitglieds des Stabes eines kleinen oder großen Verbandes (Bataillon oder Regiment). Akademiker des gehobenen Dienstes im Auslandseinsatz auch ohne Offiziersausbildung erhalten in der Regel ebenfalls die Verwendungsbezeichnung Hauptmann.

Außerdem wird die Bezeichnung Hauptmann für zivile, leitende Beamte (E1) der Exekutive in Österreich, dazu gehören Bundespolizei und Justizwache, verwendet, die lediglich nach militärischem Muster organisiert sind. Ein direkter Vergleich mit den Dienstgraden des Bundesheeres ist nicht möglich.

Bei den Freiwilligen Feuerwehren hatten bis zur Verwendung der heutigen Dienstgrade die Kommandanten einer Feuerwehr den Dienstgrad eines Hauptmannes.

Schweiz[Bearbeiten]

Gradabzeichen Hauptmann der Schweizer Armee

In der Schweizer Armee ist ein Hauptmann (frz. capitaine, ital. capitano) entweder in der Funktion eines Kompaniekommandanten oder in einer Stabsfunktion eingesetzt (ab Stufe Bataillon und höher). In Auslandeinsätzen entspricht er dem NATO-Rangcode OF-2.

Der Armeeseelsorger trägt auch den Grad eines Hauptmanns.

Englischsprachiger Raum[Bearbeiten]

In englischsprachigen Landstreitkräften, z. B. der US Army oder der British Army, ist das Äquivalent des „Hauptmanns“ der Captain. Er hat den NATO-Rangcode OF-2. Der entsprechende Dienstgrad bei der Royal Air Force ist der Flight Lieutenant.

Dieser ist nicht mit dem maritimen Captain (Kapitän zur See) der englischsprachigen Marinen, z. B. der US Navy oder der Royal Navy, zu verwechseln, dessen Äquivalent der Colonel (Oberst) darstellt.

Bei der englischsprachigen Polizei werden Revierleiter oder vergleichbare Führungsränge der Kriminalpolizei häufig ebenfalls als „Captain“ bezeichnet. Dieser Rang ist in etwa mit einem deutschen Polizei-/Kriminalhauptkommissar oder einem Ersten Polizei-/Kriminalhauptkommissar vergleichbar.

In den USA ist bei den Police Departments (nicht bei den Sheriff's Departments) ein Captain der Revierleiter – somit ist ihm nicht ein Deutscher Polizeihauptkommissar, sondern ein Polizeirat bzw. Polizeioberrat gleichzusetzen. Deshalb ist der Polizeihauptkommissar nicht wie sonst ein Hauptmann (Captain), sondern ein Police-Lieutenant = Stellv. Revierleiter / Abteilungsleiter.

Türkei[Bearbeiten]

In der türkischen Armee heißt der entsprechende Dienstgrad traditionell Yüzbaşı, eine Bezeichnung, die übersetzt so viel wie „Herr von Hundert“ oder „Hundertschaftsführer“ (analog dem römischen Centurio) bedeutet und dem deutschen Lesepublikum in der eindeutschenden Schreibweise Jüsbaschi aus verschiedenen Büchern Karl Mays bekannt ist.

Vatikanstadt[Bearbeiten]

Die Schweizergarde kennt den Rang des Hauptmanns durch ihre enge Verbundenheit zur Schweizer Armee ebenfalls.

Sonstige Länder[Bearbeiten]

Mehrheitlich lautet die einem deutschen „Hauptmann“ entsprechende Dienstgradbezeichnung auch in anderen Sprachen wie im Englischen „Kapitän“, z. B.: frz. Capitaine, span. Capitán, ital. Capitano, port. Capitão, ndl. Kapitein, dän. Kaptajn, schwed. Kapten, norw. Kaptein, finn. Kapteeni, russ. und poln. Kapitan.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hauptmann – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.deutschesheer.de/resource/resource/MzEzNTM4MmUzMzMyMmUzMTM1MzMyZTM2MzEzMDMwMzAzMDMwMzAzMDY4NmE2ODY2NzY2ZTYyNjgyMDIwMjAyMDIw/INAH%2011.pdf
  2. OF - steht für das englischsprachige Officer