Hauptrotor
Der Hauptrotor ist die zwei- oder mehrblättrige dynamische Einheit, die durch ihre Drehung Auftrieb, Steuerung und Vortrieb eines Hubschraubers sicherstellt.
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Varianten[Bearbeiten]
Besitzt ein Hubschrauber einen einzigen Hauptrotor, so lässt dessen Drehung einen Drehimpuls entstehen, dem entgegengewirkt werden muss, damit sich die Hubschrauberzelle nicht um ihre Hochachse in die andere Richtung dreht. Dies wird üblicherweise durch einen Heckrotor bewerkstelligt. Eine andere Lösung ist der so genannte NOTAR der Firma McDonnell-Douglas, bei dem ein zusätzliches Gebläse Luft bis zum Ende des Heckauslegers führt, wo ihre Austrittsrichtung durch Ventile so gesteuert wird, dass ihr Impuls das nötige Gegendrehmoment erzeugt.
Der Hauptrotor wird meistens von der Triebwerkanlage über ein Untersetzungsgetriebe angetrieben. Bei einigen Hubschraubertypen allerdings wird er durch den Fahrtwind (siehe Tragschrauber) in Drehung gebracht und gehalten.
Beim Blattspitzenantrieb wird dagegen der Rückstoß aus komprimierter Luft verwendet, teils auch durch Treibstoffverbrennung unterstützt, um den Rotor in Drehung zu bringen. Die Luft wird dabei durch den Hauptrotormast und die Rotorblätter bis zu den Blattspitzen geführt. Das Verfahren hat den Vorteil, dass kein Drehmomentausgleich notwendig ist, wurde allerdings wegen der hohen Lärmentwicklung nicht weiter verfolgt. Beispiel ist der Sud-Ouest SO 1221 „Djinn“.
Ist der Hubschrauber mit einer Rotorbremse ausgestattet, kann der Hauptrotor nach der Landung gebremst werden (siehe unter Bristol 171 das Foto des Hauptgetriebes des Hubschraubers Sycamore).
Wirkungsgrad[Bearbeiten]
Mit der Kreisflächenbelastung kann näherungsweise der Wirkungsgrad eines Rotors ermittelt oder die mit steigender Belastung anwachsende Lärmentwicklung abgeschätzt werden.
Gegenläufige Hauptrotoren in verschiedenen Anordnungen[Bearbeiten]
Einige Hubschrauber besitzen zwei, selten auch drei oder vier Hauptrotoren, die sich in gegensinniger Richtung drehen. Sie können
- an den jeweiligen entgegengesetzten Enden der Zelle eingebaut werden
(Piasecki H-21, CH-47 Chinook) - an den Enden seitlicher Ausleger angebracht werden
(Focke-Achgelis Fa 223, Mil W-12, Kamow Ka-22, Bell-Boeing V-22; siehe Hubschrauber mit seitlichen Rotoren) - auf derselben Achse koaxial angeordnet sein
(Kamow-Hubschrauber) - ineinanderkämmende Rotoren, deren Achsen leicht V-förmig stehen
(Flettner Fl 282, Kaman K-Max).
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Ernst Götsch: Luftfahrzeugtechnik, Motorbuchverlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02006-8