Haus Konstruktiv

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Museum Haus Konstruktiv im ewz-Unterwerk Selnau

Das Museum Haus Konstruktiv in Zürich zählt zu den führenden Ausstellungshäusern für konkrete, konstruktive und konzeptuelle Kunst und stellt diese gezielt in einen Dialog mit der Gegenwartskunst.
Träger des Museum Haus Konstruktiv ist die Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst. Sabine Schaschl ist seit Frühjahr 2013 die Direktorin des Hauses.

Das Museum[Bearbeiten]

Das Museum Haus Konstruktiv befindet sich mitten in Zürich zwischen Paradeplatz und Stauffacher, in einer der schönsten Zürcher Industriebauten, dem ehemaligen Unterwerk Selnau. Die Institution pflegt als einzige in der Schweiz und eine der wenigen in Europa das Erbe des wichtigsten Schweizer Beitrags zur Kunstgeschichte: die konkret-konstruktive Kunst, zu deren Vertreter Max Bill (1908–1994), Camille Graeser (1892–1980), Verena Loewensberg (1912–1986) und Richard Paul Lohse (1902–1988) gehören. Die bis heute lebendige Geisteshaltung der Zürcher Konkreten sowie die Impulse der geistesverwandten konzeptuellen Kunst bilden den gedanklichen Ausgangspunkt des Museums. Es werden internationale und nationale Positionen vorgestellt und im Zentrum steht sowohl die Aufarbeitung, Bewahrung und Präsentation eines international geschätzten kunsthistorischen Erbes als auch das Sichtbarmachen seines Weiterwirkens in der Gegenwartskunst. Auf fünf Stockwerken entdecken die BesucherInnen in Wechselausstellungen und Sammlungspräsentationen Kunst und ihren historischen Kontext. Eine permanente Installation und gleichzeitig das Herzstück der Sammlung bildet der «Rockefeller Dining Room», der 1963/64 vom Schweizer Künstler Fritz Glarner für das Ehepaar Nelson A. Rockefeller in New York konzipiert und ausgeführt wurde. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel für das Prinzip des «Relational Painting» und ein einmaliges Zeugnis konkreter Raumgestaltung.
Parallel zu den Ausstellungen finden regelmässig Vorträge, Künstlergespräche, Führungen, Konzerte und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene statt.
Das Museum Haus Konstruktiv verfügt im Erdgeschoss über einen erlesenen Shop und über ein von Claudia Comte im Frühjahr 2014 neu gestaltetes modernes kleines Café. Zudem führt das Museum eine Fachbibliothek im Dachgeschoss, die während der Museumsöffnungszeiten geöffnet ist und ohne Zutritt zu den Ausstellungen kostenlos besucht werden kann. Die festgelegten Schwerpunkte werden laufend durch Neuerscheinungen ergänzt.

Die Geschichte und die Sammlung[Bearbeiten]

Träger des Museums Haus Konstruktiv ist die Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst. Sie wurde 1986 von engagierten Persönlichkeiten aus dem Umfeld der international wichtigen Zürcher Bewegung der konstruktiven und konkreten Kunst gegründet, zu der als bedeutendste Exponenten auch die Künstler Max Bill, Camille Graeser, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse gehörten. Von 1987 bis 2001 befand sich das «haus für konstruktive und konkrete kunst» – wie es 
damals noch hiess – im Seefeld. Im Frühjahr 2001 zog es dann, umbenannt in Haus Konstruktiv, in das historisch einmalige Gebäude des früheren ewz-Unterwerks Selnau um. Bis zu seiner Stilllegung 1998 hatte dieses Werk rund einhundert Jahre lang als Umformerstation gedient. Heute steht das
 Gebäude, das zwischen 1929–32 vom damaligen Stadtbaumeister Hermann Herter zu einem einheitlichen Baukörper im Stil des Neuen Bauens zusammengefasst worden war, unter Denkmalschutz. Es ist eines der markantesten und schönsten Zeugnisse der Zürcher Industriearchitektur. Nach Plänen der Architekten Roger Diener (Basel) und Meier + Steinauer (Zürich) wurde auf
 fünf Stockwerken mit insgesamt 1200m2 Ausstellungsfläche ein idealer Ort für die Wechselausstellungen und Sammlungspräsentationen geschaffen: Ein modernes, grosszügiges und lichtes Museum ist entstanden.
Die Sammlung des Museum Haus Konstruktiv verfügt über 800 ausgesuchte Werke, die immer wieder dialogisch zu den Wechselausstellungen präsentiert werden. Die meisten dieser Arbeiten – Malerei, Plastik, Zeichnung, Video – verdankt die Stiftung nicht nur den Künstlerinnen, Künstlern und deren Erben, sondern auch den grosszügigen Schenkungen privater Sammlerinnen und Sammler. Ihre Donationen ermöglichen es, das Netz zwischen den künstlerischen Positionen in der Sammlung weiter zu verdichten. Ziel ist es, die Sammlung in den kommenden Jahren zu einem immer komplexeren und vollständigeren Gesamtbild zu erweitern.

Ausstellungen (ab 2013)[Bearbeiten]

  • 2014: Logical Emotion – Contemporary Art from Japan
  • 2014: Haroon Mirza – Zurich Art Prize 2014
  • 2014: Auguste Herbin – Aus der Sammlung Lahumière
  • 2014: Tobias Putrih – Solar Limb
  • 2014: Florian Dombois – Angeschlagene Moderne
  • 2014: Delphine Chapuis-Schmitz – 48. There are things that ...31
  • 2014: Victor Vasarely – Die Wiederenteckung des Malers
  • 2013: Hans Jörg Glattfelder – Was der Fall ist
  • 2013: Fritz Glarner – The Rockefeller Dining Room
  • 2013: Adrián Villar Rojas – Films Before Revolution
  • 2013: Hot Spot Istanbul

Ausstellungskataloge (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

47.3724498.532237Koordinaten: 47° 22′ 21″ N, 8° 31′ 56″ O; CH1903: 682596 / 247421