Haus der Kultur und Bildung

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Das Turmhochhaus an der Stargarder Straße

Das Haus der Kultur und Bildung (HKB) ist ein kulturelles Veranstaltungszentrum in Neubrandenburg. Der im Zentrum der Stadt nördlich des Marktplatzes gelegene Gebäudekomplex gilt als bedeutendes Zeugnis der Architektur der 1960er Jahre in der DDR und ist für Mecklenburg-Vorpommern einzigartig. Das Turmhochhaus an der Südseite des Komplexes gehört zu den das Stadtbild prägenden Bauten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Foyer des HKB (1965)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lagen mehr als 80 Prozent der Neubrandenburger Altstadt in Trümmern. In den Jahren von 1952 bis zum Anfang der 1960er Jahre erfolgte der Neuaufbau der Innenstadt. Nach dem Entwurf der Berliner Architektin Iris Grund[1] wurde 1963 der Bau des Kulturzentrums begonnen, das 1965 eingeweiht wurde. Die gesamten Baukosten betrugen 13 Millionen Mark der DDR.

Der Stahlbetonskelettbau wurde in Form von vier Flügeln unterschiedlicher Kubatur um einen Innenhof errichtet. Die zum Marktplatz gelegene Südseite mit Foyer und Ausstellungshalle wurde großflächig verglast. Die Ausstellungshalle hat eine Grundfläche von 480 m². Der fensterlose Mehrzwecksaal mit Bühne umfasste damals 600 Plätze, die Zahl wurde später auf 450 reduziert. Er dient unter anderem als Spielstätte der Neubrandenburger Philharmonie und des Neustrelitzer Landestheaters. Im östlichen Flügel befindet sich die Regionalbibliothek Neubrandenburg. Im HKB waren zu DDR-Zeiten mehr als 50 Arbeitsgemeinschaften und Zirkel für Jugendliche und Erwachsene untergebracht.

Das südöstlich an der Stargarder Straße errichtete 56 Meter hohe turmartige Hochhaus mit 16 Etagen wurde als Stahlkonstruktion mit Vorhangfassaden errichtet. Die Plattform ermöglicht die Aussicht auf die Umgebung der Stadt einschließlich des Tollensesees sowie die mittelalterliche Stadtbefestigung. Das Turmhochhaus – auch unter der informellen Bezeichnung „Kulturfinger“ bekannt – wurde als dominantes Gegenstück zur Marienkirche angelegt, um die Überlegenheit der sozialistischen Gesellschaftsordnung zu demonstrieren.

Bis Januar 1992 war das HKB dem Kulturamt der Stadt unterstellt, dann wurde es zusammen mit der Stadthalle in die städtische Veranstaltungszentrum Neubrandenburg GmbH überführt. Das Eigentum an Grund und Gebäude wurde an die kommunale Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft übertragen, die 2005 einen Realisierungswettbewerb mit dem Ziel der Erweiterung und des Umbaus zu einem Medien- und Verwaltungszentrum durchführte.[2] Im Zuge der geplanten Veränderungen werden der Saal und der nördliche Flügel entfernt, ein neuer Saalbau soll über dem bisherigen Innenhof entstehen. Die Umbauarbeiten sollten ursprünglich 2010 abgeschlossen sein.[3] Das Innenministerium erteilte jedoch erst Ende 2010 nach Prüfung des Stadthaushalts die Genehmigung für die Baumaßnahme.[4] Der Umbau, für den Gesamtkosten in Höhe von 30,2 Millionen Euro eingeplant wurden, begann im März 2012 mit der Sanierung des Turmhochhauses und soll bis April 2014 beendet sein.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Haus der Kultur und Bildung auf einer Briefmarke der DDR von 1969
  • Volker Schmidt: Neubrandenburg. Ein historischer Führer. Hinstorff, Rostock 1997, ISBN 3-356-00726-2, S. 76–78.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Haus der Kultur und Bildung. In: archINFORM. Abgerufen am 30. November 2009
  2. Umbau und Erweiterung des Hauses der Kultur und Bildung (HKB) Neubrandenburg zu einem Medien- und Veranstaltungszentrum
  3. HKB - Haus der Kultur und Bildung bei bau-regie.de
  4. Sanierung des Hauses der Kultur und Bildung in der Stadt Neubrandenburg. Innenminister Lorenz Caffier gibt grünes Licht. Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern, 9. Dezember 2010, abgerufen am 27. Dezember 2010.
  5. nordkurier.de: Startschuss für HKB-Umbau, vom 20. März 2012

Weblinks[Bearbeiten]

53.5580535813.26027274Koordinaten: 53° 33′ 29″ N, 13° 15′ 37″ O