Haus des Meeres

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Haus des Meeres
Vollständiger Name Haus des Meeres
Motto Aqua Terra Zoo
Besonderheiten Befindet sich in einem Flakturm
Ort Fritz-Grünbaum-Platz 1
1060 Wien
Fläche 4000 m²[1]
Eröffnung 1957
Individuen 10.000 Arten[1]
Arten Schwerpunkte Meerestiere
Besucherzahlen 511.641(2013)[2]
Organisation
Leitung Michael Mitic (Direktor), Hans Köppen (Geschäftsführer)
Trägerschaft Gemeinnützige Privatstiftung: Vorstand Jörg Ott, Andreas Papez, Franz Six
Förderorganisationen Verein der Freunde des Haus des Meeres: Präsidentin Evelyn Kolar
Mitglied bei WAZA, EAZA, OZO, EUAC
www.haus-des-meeres.at
Haus des Meeres (Wien)
Haus des Meeres
48.19766666666716.352888888889Koordinaten: 48° 11′ 51,6″ N, 16° 21′ 10,4″ O

Das Haus des Meeres ist neben dem Tiergarten Schönbrunn und dem Lainzer Tiergarten einer von drei Zoos in Wien. Die hauptsächlich aus Vivarien bestehende Anlage befindet sich im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf.

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

Das Haus des Meeres zeigt auf über 4000 m² mehr als 10.000 Tiere.[1] Der Schwerpunkt des Zoos liegt bei der Aquarienhaltung von Tieren vorzugsweise aus dem Mittelmeer und aus tropischen Süß- und Seewasserhabitaten, etwa Piranhas, Meeresschildkröten und Korallen. Mit über einer halben Million Besucher konnte das Haus 2013 zum wiederholten Male einen Rekord vermelden.[3] Damit zählt es zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien.

Ergänzt wird das Angebot durch eine Terrarienabteilung sowie ein Tropenhaus mit Vögeln, Flughunden und Affen (u. a. Weißbüschelaffen), die nicht durch Gitter oder Glasscheiben von den Besuchern getrennt sind. Im Krokipark über der Eingangshalle sind Krokodile, Schildkröten, Fische, Affen und Vögel zu sehen. Zuletzt wurden ein Hammerhai-Rochenbecken im neu zugänglichen 10. Stock und eine Amazonaspassage im 9. Stock eröffnet. Vom 9. bis zum 10. Stock befindet sich das kleine Flakturmmuseum, welches nach der Devise Erinnern im Innern errichtet und erweitert wurde.

Das Haus des Meeres ist eine private Initiative. Die gemeinnützige Einrichtung kommt seit dem Jahr 2010 ohne Subvention der Stadt Wien aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Besonderheit des Hauses des Meeres ist die Unterbringung in einem ehemaligen Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg im Esterházypark. Schon bei der Gründung des Vereins Gesellschaft für Meeresbiologie am 26. November 1957, Präsident war Fritz Hartel, Vizepräsident Viktor Otte, durch Wissenschaftler und Wirtschaftstreibende, stand das Ziel fest, im ehemaligen Flakturm Esterházypark ein „Haus des Meeres“, das erste Seewasseraquarium in Österreich, zu etablieren. Diese Einrichtung sollte auch zu einem Zentrum der europäischen Meeresforschung ausgebaut werden. Die wissenschaftliche Leitung übernahmen Rupert Riedl und Ferdinand Starmühlner. Bis 1965 wurden die ersten eineinhalb Stockwerke des Gebäudes adaptiert und 40 Schaubecken eingerichtet, wobei in den ersten Jahren auch die Scheiben ausrangierter Wagen der Wiener Straßenbahn zum Einsatz kamen.[4] Am 24. Mai 1973 erfolgte die Änderung des Vereinsnamens in Haus des Meeres - Vivarium Wien, was dem tatsächlichen Tätigkeitsfeld, wie er sich nun darstellte, besser Rechnung tragen sollte. In den folgenden Jahrzehnten wurden nacheinander weitere Stockwerke erschlossen, die Haustechnik erneuert und der Tierbestand erweitert.

In Zusammenarbeit mit Kurt Kolar, dem späteren Vizedirektor des Tiergartens Schönbrunn, wurde das Vivarium 1992 um eine Quarantänestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien erweitert, die bis heute besteht. Am 23. Jänner 1997 wurde nach zwei Jahren Bauzeit das neue Hai- und Schildkrötenbecken, mit einer Systemmenge von über 120.000 Litern damals eines der größten Seewasseraquarien in Europa, eröffnet. Seit 1998 sind alle Stockwerke des Bauwerkes wieder mit einem Aufzug auch barrierefrei erreichbar, nachdem der seit Ende des Krieges nicht mehr funktionsfähige alte Aufzug ersetzt wurde. Zur artgerechten Haltung von Riesenschlangen, Leguanen, Waranen, Agamen, Mambas und anderen Reptilien und anlässlich des 40-jährigen Ausstellungsjubiläums wurden am 30. Juni 1999 mehrere Großterrarien der Öffentlichkeit präsentiert.[5]

Weißbüschelaffen im Tropenhaus
Haus des Meeres mit dem Tropenhaus

Die auch von außen augenfälligste Erweiterung des Vivariums, das Tropenhaus an der Westfassade, wurde am 7. September 2000 nach einjähriger Bauzeit eröffnet. Diese einem Wintergarten ähnlich mit Glaswänden versehene Konstruktion bietet Besuchern die Möglichkeit, freifliegende Vögel, Flughunde, freilaufende Weißbüschelaffen, Schildkröten u. a. in tropischem Klima zu beobachten und trug entscheidend zu einem neuen Rekord von 180.000 Besuchern in einem Jahr bei.

Europäischer Hecht

Eine speziell heimischen Fischarten gewidmete Abteilung wurde am 22. Mai 2002 eröffnet. Die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich und das Haus des Meeres, seit 2003 gemäß europäischen Richtlinien als Zoo zertifiziert, zählte 2004 erstmals mehr als 250.000 Besucher. Im selben Jahr wurde die sechste Gebäudeebene mit einem Aquaterrarium für Pfeilschwanzkrebse eröffnet. Seit April 2007 ist das Betreten der rundum führenden Plattform für Besucher des Hauses möglich.

Am 7. Mai 2007, nach Verzögerungen aufgrund technischer Probleme, wurde mit dem Hans & Lotte Hass Haibecken das größte Aquariumbecken Österreichs eröffnet. Das dem Taucher und Meeresforscher Hans Hass und seiner Frau gewidmete Becken fasst 300.000 Liter und beherbergt, nachdem bei der Übersiedelung sechs Haie starben,[6] je einen Teppichhai und einen Weißspitzen-Riffhai, mehrere Schwarzspitzen-Riffhaie, eine Atlantische Suppenschildkröte (Chelonia mydas) und verschiedene weitere Meeresfische.

Im Jahre 2009 wurde in einer Befragung im Bezirk eine Aufstockung für das Restaurant mehrheitlich befürwortet.[7] Der Besucherbereich des Zoos erstreckt sich seit Juli 2010 über alle neun Stockwerke und die Dachterrasse. Im Sommer 2013 wurde ein weiterer Ausbau abgeschlossen, im Zuge dessen ein neues Becken für die Hammerhaie errichtet wurde.[8] In den oberen Stockwerken befinden sich 22 Bildtafeln über die Geschichte der Flaktürme sowie die Dauerausstellung Erinnern im Innern, die sich – im ehemaligen Kommandoraum des Leitturms untergebracht – mit der historisch-technischen Funktion dieses Bauwerks befasst.

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Zootiere Homepage Haus des Meeres, abgerufen am 22. August 2014.
  2. 2013 über eine halbe Million Besuche! Homepage Haus des Meeres, abgerufen am 22. August 2014.
  3. 2013 wieder neuer Besucherrekord. Homepage Haus des Meeres, abgerufen am 22. August 2014.
  4. Haus des Meeres: 1957: Das erste Seewasseraquarium Österreichs
  5. Haus des Meeres: 1999: Urwaldabteilung
  6. vgl.: Zoopresseschau vom 10. Mai 2007
  7. Stadt Wien MariahilferInnen für das Restaurant am Flakturm, Rathauskorrespondenz vom 30. April 2009
  8. Haus des Meeres – Dach aktuell

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haus des Meeres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien