Hausen (bei Forchheim)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hausen
Hausen (bei Forchheim)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hausen hervorgehoben
49.68333333333311.033333333333271Koordinaten: 49° 41′ N, 11° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 271 m ü. NHN
Fläche: 13,52 km²
Einwohner: 3664 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 271 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91353
Vorwahlen: 09191 (teilw. 09190)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 134
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Heroldsbacher Str. 51
91353 Hausen
Webpräsenz: www.hausen.de
Erster Bürgermeister: Gerd Zimmer (SPD)
Lage der Gemeinde Hausen im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger Land Erlangen Landkreis Bamberg Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Bamberg Landkreis Bamberg Wiesenttal Igensdorf Hiltpoltstein Gräfenberg Hallerndorf Forchheim Hausen (bei Forchheim) Heroldsbach Eggolsheim Weißenohe Wiesenthau Weilersbach (Oberfranken) Unterleinleiter Pretzfeld Poxdorf (Oberfranken) Pinzberg Obertrubach Neunkirchen am Brand Leutenbach (Oberfranken) Langensendelbach Kunreuth Kleinsendelbach Kirchehrenbach Hetzles Gößweinstein Effeltrich Ebermannstadt Dormitz IgensdorfKarte
Über dieses Bild

Hausen ist eine Gemeinde im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken). Im Jahre 2007 wurde das Jubiläum 1000 Jahre Hausen gefeiert.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen Erlangen und Bamberg unweit der Stadt Forchheim.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Forchheim, Baiersdorf, Heroldsbach, Hallerndorf

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 2 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort Hausen am 1. November 1007 in der Gründungsurkunde des Bistums Bamberg durch Heinrich II. Neben dem Fürstbistum Bamberg hatten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts vor allem die Reichsstadt Nürnberg und das Fürstentum Bayreuth die gemeinsame Herrschaft über das kleine Dörfchen. Die Regeln für dieses so genannte Kondominat wurden im Forchheimer Rezess von 1538 festgelegt. In der napoleonischen Zeit wurde der Ort gemeinsam mit dem Fürstentum Bayreuth von 1806–1810 für knapp vier Jahre französisch, bevor er 1810 zum Königreich Bayern kam. Teil des Landkreises (damals: Landgericht) Forchheim wurde Hausen erst im Jahre 1857, da es aufgrund seiner engen Beziehungen zur Freien Reichsstadt Nürnberg bis dahin immer eher nach Mittelfranken orientiert war und zum damaligen Landgericht Herzogenaurach gehörte.

In ganz Deutschland bekannt wurde Hausen durch seine Pilatussage, in der behauptet wird, Pontius Pilatus sei in Hausen geboren, wobei mit den alten Hausnummern 48 und 73 sogar ganz konkret zwei Geburtshäuser genannt werden.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wimmelbach eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Hausen hat einschließlich des Bürgermeisters 17 Mitglieder.

CSU SPD Bürgerforum Wimmelbach UWG JUB Gesamt
2008 4 4 2 6 1 17 Sitze
2002 8 4 3 2 17 Sitze


Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt und unten gespalten; oben in Gold ein oberhalbes schwarzes Schöpfrad; unten vorne durch einen schrägen, gestürzten silbernen Sparren geteilt von Schwarz und Rot, hinten in Silber ein schräglinker roter Palmzweig.

Die Bedeutung des Wappens: das obige Wasserrad erinnert an die vielen Wasserräder, die einst die Region prägten. Die Farben Schwarz und Gold gehen auf das Wappen des Hochstifts Bamberg zurück, denn die Bamberger Bischöfe hatten früher die Wasserhoheit. Der Sparren zeigt die frühere Ortsherrschaft der Familie Haller von Hallerstein an. Der Palmzweig deutet auf den Kirchenpatron St. Wolfgang hin.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Ort ein reines Bauerndorf. Heute wohnen hier im Wesentlichen Pendler, die in den benachbarten Zentren Erlangen und Nürnberg arbeiten. Als bedeutende Industrieansiedlung ist das Dachziegelwerk der Firma Lafarge/Braas zu nennen (2009 wurde der Betrieb eingestellt und das Gelände verkauft). Seit den 1970er-Jahren führt der Main-Donau-Kanal an Hausen vorbei, ebenso wie die Autobahn A 73 (Frankenschnellweg). Die seit dem Jahre 1892 existierende Bahnlinie nach Höchstadt an der Aisch mit einer Haltestelle in Hausen ist inzwischen eingestellt und auf dem Gemeindegebiet abgebaut. Die Gemeinde Hausen ist für ihren erfolgreichen Frauenfußball bekannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Mittelpunkt des Ortes steht die im Jahre 1468 von der Nürnberger Patrizierfamilie Haller von Hallerstein erbaute Kirche, die später im Barockstil umgebaut wurde. Anziehungspunkt für Touristen ist vor allem auch eines der historischen Wasserschöpfräder in der Regnitz, mit denen die Bauern ihre Äcker bewässerten und von denen es früher in der Hausener Flur rund dreißig gab. Sehenswert ist auch das kleine Dorfmuseum im Greifenhaus, das einen guten Überblick zum Ort und zu seiner Geschichte gibt.

Kirche[Bearbeiten]

In Hausen befindet sich die Pfarrkirche Hl. Wolfgang. Kirchlich gehört Hausen zum Dekanat Forchheim und somit zum Erzbistum Bamberg. Zur Pfarrei Hausen gehört noch die Filialkirche St. Laurentius Wimmelbach.

Zusammen mit der Pfarrei Heroldsbach bildet die Pfarrei Hausen einen 2006 gegründeten Seelsorgebereich. Seelsorger im Seelsorgebereich Heroldsbach-Hausen sind Pfarrer Franz Noppenberger (seit 2008) und Gemeindereferent Christian Deuber (seit 2012).

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Kupfer: Geschichte des Dorfes Hausen/Ofr. Nachdruck des 1956 erstmals veröffentlichten Buches, Verlag Gürtler, Forchheim 1985
  • Engelbert Wagner: Hausen (bei Forchheim). Aus der Geschichte eines fränkischen Dorfes. Verlag Fränkischer Tag, Bamberg 1997. ISBN 3-928648-26-8
  • Gerhard Batz: Das Pilatus-Puzzle. Bestandsaufnahme und Hintergründe einer europäischen Sage in Franken. Palm & Enke, Erlangen 2003. ISBN 3-7896-0675-8 Leseprobe
  • Gerhard Batz: Die Jahrtausendchronik. Die Geschichte des Dorfes Hausen und seiner Landesherren aus Bamberg, Nürnberg und Bayreuth. Hausen 2007

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111102/183142&attr=OBJ&val=1200
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 462

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hausen (bei Forchheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

cz:Hausen (Forchheim)