Hausschlachtung

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Hausschlachtung (1947)
Utensilien, die Anfang des 19. Jahrhunderts bei einer Hausschlachtung verwendet wurden

Als Hausschlachtung wird in Deutschland eine Schlachtung außerhalb gewerblicher Schlachtstätten bezeichnet, in der Regel am Hof des Tierbesitzers, wobei das erschlachtete Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt des Tierbesitzers verwendet wird. Typisches Tier für eine Hausschlachtung ist das Schwein, doch es werden auch Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Huhn, Kaninchen und Esel geschlachtet.

Hausschlachtung von Schweinen[Bearbeiten]

Eine Hausschlachtung ist eine Schlachtung, bei der ein Schwein für den Eigenbedarf geschlachtet wird. Meist werden dazu junge, weibliche Schweine geschlachtet. Die Schweine sind schlachtreif, wenn sie ca. 8 Monate sind und gute 100 Kilo wiegen.

Zum Schlachten muss der Metzger das Schwein aus dem Stall treiben. Meist bindet er ihm dazu einen Strick um ein Hinterbein, drängt sich von hinten mit seiner Gummischürze gegen die Schinken und treibt das Schwein gemächlich vor sich her. Am Schlachtplatz (auf dem Hof oder in der Waschküche) wird das Schwein mit dem Strick an einem Ring am Boden festgebunden. Zum Betäuben muss das Schwein mit dem Bolzenschussgerät geschossen werden. Dazu drängt sich der Schlachter mit der Gummischürze von der Seite an das Schwein, streichelt die Sau beruhigend an Rücken und Nacken und folgt ihren Bewegungen mit dem schussbereiten Betäubungsgerät. Erst wenn das Schlachtschwein dann ruhig steht und den Kopf etwas hebt, setzt er ihm den Schussapparat genau in der Mitte zwischen Augen und Ohren senkrecht auf die Stirn und drückt ab. Durch das Betätigen des Abzughebels wird dem Schwein ein Bolzen ca. 10 cm ins Hirn geschossen und zerstört Teile des Gehirns. Dadurch wird das Schwein betäubt und bricht zusammen.

Die eigentliche Schlachtung erfolgt erst durch das Abstechen des Tieres. Beim Hausschlachten geschieht das meist im Liegen. Zum Abstechen kniet sich der Metzger von hinten mit der Gummischürze auf den Nacken der Sau, setzt einen Fuß vor ihr Maul und zieht dann den Kopf mit dem Gummistiefel soweit zurück, bis der Hals sich spannt. Dann packt er die Sau an der Pfote und zieht den freien Vorderlauf zur Seite. 2-3 fingerbreit vor dem Brustbein setzt er der Sau das Stechmesser an die Gurgel und sticht dann in Richtung Schwanz zu. Der Schlachtstich ist richtig, wenn das Blut beim Herausziehen des Messers in einem kräftigen Strahl herausschießt.

Das austretende Blut wird meist aufgefangen und gerührt, um Gerinnung zu verhindern. Es wird meist für Blutwurst oder ähnliches verwendet. Typisch ist auch, dass neben dem Fleisch alle verwertbaren Teile genutzt werden und alles sofort weiterverarbeitet wird (Warmschlachtung).

Siehe auch: Kesselfleisch und Schlachtplatte

Rechtliche Bestimmungen in Deutschland[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hausschlachtung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

In manchen Gegenden Deutschlands war der Tag der Schlachtung früher ein Festtag. Deshalb sprach man auch von einem Schlachtfest.

Weblinks[Bearbeiten]