Hautaufhellung

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Unter Hautaufhellung versteht man das Ausbleichen oder Beschichten der menschlichen Haut, um diese zu kosmetischen Zwecken heller zu machen.[1] Mit Hautbleichmitteln, inklusive illegalen und sehr hautschädlichen Mitteln wird aktuell (2013) bedeutend mehr Geld umgesetzt als mit Bräunungs- und Sonnenschutzprodukten (40 Milliarden, davon nur zwölf Milliarden mit legalen Mitteln, zu zehn Milliarden Dollar).[1] Weltweit sollen bis zu 27 Prozent aller nicht-weißen Frauen Hautaufheller benutzen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Eine besonders helle Haut galt in früheren Epochen oft als Schönheitsideal. Helle Haut wurde mit vornehmer Herkunft verbunden, wahrscheinlich deshalb, weil nur jemand, der sich nicht zur Arbeit ins Freie begeben musste, eine helle Haut behalten konnte. Noch heute spricht man in diesem Zusammenhang von vornehmer Blässe[2].

Oft wurden dazu Puder und Cremes mit hellen Pigmenten (z. B. das giftige Bleiweiß) auf die Haut aufgetragen. Auch gezieltes Meiden der Sonne (z. B. Aufenthalt in Höhlen auf der Osterinsel) wurde praktiziert.

Bekannt ist die Hautaufhellung:

Hautaufhellung in der europäischen Kosmetik[Bearbeiten]

Hautaufhellende Mittel werden in Form von Stiften und Cremes eingesetzt u. a. gegen

Neben bleichenden Mitteln kommen hier auch abdeckende Cremes („Camouflage“) und Stifte zum Einsatz. Durch eine medizinisch indizierte Hautaufhellung können Entstellungen der Haut weniger sichtbar gemacht werden, und damit dem Betroffenen psychisch geholfen werden. Dauerhafte Hautaufhellung kann auch als ungewollte Folge von Verbrennungen, Verätzungen und kosmetischen Peelingbehandlungen auftreten.

Durch die Unterdrückung der Melaninbildung wird die Haut empfindlicher gegen UV-Strahlen und deren Auswirkungen.

Der in Japan entwickelte Wirkstoff Rucinol beseitigt erstmals die Ursache einer erhöhten Melaninbildung (Hyperpigmentierung).

Einzig zugelassenes Arzneimittel in Deutschland ist die Kombination aus Hydrochinon, Tretinoin und Hydrocortison (Pigmanorm).

Hautaufhellung in Afrika und Asien[Bearbeiten]

Mittel zur Hautaufhellung werden von zahlreichen Afrikanern und Asiaten eingesetzt, um sich dem gesellschaftlichen Ideal einer möglichst hellen Haut anzunähern.

Häufig kommen dabei Cremes mit gefährlichen Inhaltsstoffen wie Quecksilber zur Anwendung. Solche Mittel sind zwar durchaus wirksam, können langfristig jedoch sogar zu einer Verdunkelung von Hautstellen und schwerwiegenden Erkrankungen führen.

Ziel der Behandlung sind bessere Chancen auf dem Heirats- und Arbeitsmarkt. Die erheblichen Gesundheitsgefahren und Kosten werden dabei in Kauf genommen. Die meisten Anwender bewahren Stillschweigen über das Bleichen ihrer Haut.

Eingesetzte Wirkstoffe[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Frank Patalong: Schönheitsideale: Die falsche Haut. Spiegel Online GmbH, Hamburg, 24. August 2013, abgerufen am 25. August 2013.
  2. Leipziger Wortschatz: [1] vornehm häufiger linker Nachbar von Blässe

Weblinks[Bearbeiten]