Hawaii-Emperor-Inselkette

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Hawaii-Emperor-Inselkette
Hawaii-Emperor-Inselkette in der Mitte

Hawaii-Emperor-Inselkette in der Mitte

Höchster Gipfel Mauna Kea (4205 m)
Lage im Pazifischen Ozean
Koordinaten 32° N, 174° O32.101111111111173.84754205Koordinaten: 32° N, 174° O

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Die Hawaii-Emperor-Inselkette (in deutscher Literatur manchmal auch als Hawaii-Imperator-Rücken bezeichnet) ist eine Inselkette von Schildvulkanen im Pazifischen Ozean, welche nur zum Teil bis über den Meeresspiegel reichen. Sie besteht aus über 129 größeren Vulkanen, die sich über eine Länge von 6100 Kilometern erstrecken und bis zu 89 Millionen Jahre alt sind.[1] Die Inselkette wird meist als Paradebeispiel für den sogenannten "Hotspot"-Vulkanismus angeführt.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die von Nord nach Süd perlschnurartig verlaufende 2800 Kilometer lange nördliche Emperor-Inselkette macht einen Knick und geht in die nach Südosten verlaufende, gleichfalls perlschnurartig angeordnete, Hawaii-Inselkette über. Diese wird manchmal auch Hawaii-Rücken genannt. Die Inselkette der Vulkane reicht somit vom Aleutengraben im Norden, wo die Pazifische Platte unter die Nordamerikanische Platte taucht, bis nach Hawaii.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Anordnung und das zunehmende Alter der Seamounts der Hawaii-Emperor-Inselkette erklärte erstmals John Tuzo Wilson mit einer mehr als 80 Millionen Jahre langen Bewegung der Pazifischen Kontinentalplatte über einen damals vermuteten ortsfesten Hotspot hinweg. Heute verfügbare geophysikalische Untersuchungen belegen Anomalien bis in den unteren Mantel (mindestens 1.200 km Tiefe).[2] Ursache für diese Anomalie könnte zwischen 200 bis 650 Mio. Jahren vor heute subduzierte ozeanische Kruste sein.[3]

Durch die Kontinentalplattendrift verlagert sich der aktive Vulkanismus mit einer Geschwindigkeit von ca. 8-10 cm im Jahr.[1]

Knick-Kontroverse[Bearbeiten]

Der Knick, der eine Änderung der Bewegung der Pazifischen Platte vor etwa 43 Millionen Jahre anzeigen soll, ist nach einer Theorie die Folge der Kollision des Indischen Subkontinents mit der Eurasischen Platte. Dabei hätte die Geschwindigkeit Indiens gen Norden abgenommen, der Subkontinent sich entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht und so wäre es zu einer Bewegungsänderung der Pazifischen Kontinentalplatte gekommen.

Der Hotspots unterhalb der Hawaii-Inselkette

Seit einigen Jahren gibt es einige wissenschaftliche Belege für die These, dass Hot-Spots durch die Konvektionsbewegungen im Erdmantel abgelenkt werden und daher nicht als ortsfest im Bezug zu den Bewegungen der Plattentektonik gelten können. Danach wäre der Hot-Spot in der Zeit von vor 81 bis 47 Millionen Jahre mit einer Geschwindigkeit von 40 Millimetern pro Jahr südwärts gewandert und hätte dann seine Bewegung stark vermindert. Die Kollision des Indischen Subkontinents mit der Eurasischen Platte käme damit zumindest nicht als direkte Ursache für den Knick in Frage.[4]

Die Berge unter der Meeresoberfläche[Bearbeiten]

Der nördlichste submarine Vulkan ist der Meiji Seamount, bei etwa 53° nördlicher Breite und 165° westlicher Länge. Es ist ein etwa 2000 m über dem Meeresboden liegendes Plateau, etwa 85 Millionen Jahre alt. Dem schließt sich südlich der Detroit Rise Seamount, mit einem Alter von etwa 81 Millionen Jahren an.

Viele dieser submarinen Vulkane wurden nach einem Tennō (japanischer Kaiser, Kammu, Kimmei, Kōkō, Meiji, Nintoku, Ōjin, Suiko, Yōmei, Yūryaku) oder Personen die mit diesen in Verbindung stehen (Jingū) benannt.

Die Inseln des Kure-Atolls und ca. 80 km weiter östlich die Midwayinseln, auf 28° nördlicher Breite und 177° westlicher Länge, sind die ersten Inseln der Nordwestlichen Hawaii-Inseln. Diese sind bis nahe zur Wasseroberfläche reichende oder sie sogar durchstoßende Vulkane. Die Kure-Insel (Hauptinsel des Kure-Atolls) ist demnach die älteste Insel der Hawaii-Emperor-Inselkette mit einem Alter von etwa 30 Millionen Jahren. Die nächst jüngeren Inseln sind die Midwayinseln mit einem Alter von etwa 28 Millionen Jahren. Ursprünglich waren die Midwayinseln ein großer Schildvulkan, der bis zur Wasseroberfläche oder auch darüber reichte. Über die Zeit wurde der Vulkan langsam abgetragen, so dass heute nur noch zwei kleine Hauptinseln und mehrere kleine Inseln, sowie ein heute 160 m hohes Atoll mit 6 km Durchmesser zu sehen ist.

Der jüngste Vulkan Lōʻihi liegt 35 Kilometer südöstlich der Insel Hawaiʻi[5]. Der größte Vulkan der Hawaii-Emperor-Inselkette ist der Mauna Kea, der vom Fuß unter Wasser bis zum Gipfel etwa 10.205 Meter hoch ist. Über Wasser erreicht er eine Höhe von 4.205 m[6].

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste diverser Seamounts[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Hans-Ulrich Schmincke: Vulkanismus. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-14102-4, S. 82.
  2. Cecily J. Wolfe, Sean C. Solomon, Gabi Laske, John A. Collins, Robert S. Detrick, John A. Orcutt, David Bercovici, Erik H. Hauri: Mantle Shear-Wave Velocity Structure Beneath the Hawaiian Hot Spot. In: Science. Bd. 326, Nr. 5958, 2009, S. 1388–1390, doi:10.1126/science.1180165, Digitalisat (PDF; 5,53 MB).
  3. Alexander V. Sobolev, Albrecht W. Hofmann, Klaus Peter Jochum, Dmitry V. Kuzmin, Brigitte Stoll: A young source for the Hawaiian plume. In: Nature. Bd. 476, Nr. 7361, 2011, S. 434–437, doi:10.1038/nature10321.
  4. John Tarduno, Hans-Peter Bunge, Norm Sleep, Ulrich Hansen: The Bent Hawaiian-Emperor Hotspot Track: Inheriting the Mantle Wind. In: Science. Bd. 324, Nr. 5923, 2009, S. 50–53, doi:10.1126/science.1161256.
  5. Hawaiian Volcano Observatory, Vulkan Loihi
  6. Hawaiian Volcano Observatory, Vulkan Mauna Kea