Hawaiigitarre

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Soldier'sJoy.ogg
Soldier’s Joy, North Carolina Hawaiians, 1929

Die Hawaiigitarre oder Lap-Steel-Gitarre ist eine Gitarre mit Stahlsaiten. Anders als beim gewöhnlichen Gitarrenspiel wird sie vom sitzenden Gitarristen auf dessen Oberschenkel gelegt; er spielt sie also auf seinem Schoß (Lap). Sie wird in einer offenen Stimmung (Open Tuning) gestimmt. Die linke Hand greift nicht, sondern spielt diese Form der Slide-Gitarre mit einem massiven Metallstab oder Rohr (Steel Bar) oder einem Bottleneck. Typisch für die Hawaiigitarre als Melodieinstrument ist der von Glissandi geprägte singende Ton. Das Instrument wird überwiegend in der Hawaiimusik sowie in der Pedal-Steel-Variante in der Country-Musik eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Sam Ku West

Die Erfindung dieser Technik wird dem hawaiischen Schüler Joseph Kekuku zugesprochen, der um 1895 statt die Saiten zu greifen diese mit einem Messerrücken verkürzt hat und charakteristische Effekte erzeugte. Während der Jahrhundertwende reisten erste Musiker, darunter auch Kekuku, auf das nordamerikanische Festland und traten in Vaudeville-Shows auf. Die Popularität der Vaudevilles nahm starken Einfluss auf die Beliebtheit der Hawaiimusik, und bald war die Steel-Guitar in den gesamten USA vertreten. Die ersten Musikaufnahmen wurden ca. 1915 vom Hawaiian-Quintett bei der US-amerikanischen Plattenfirma RCA Victor eingespielt. In der folgenden Zeit entwickelte sich die Hawaiimusik zu einer beliebten Stilrichtung. Die erste elektrisch verstärkbare Hawaiigitarre war die 1932 eingeführte Rickenbacker Frying Pan; dieses Modell war zugleich die erste in Serie hergestellte Gitarre mit einem elektromagnetischen Tonabnehmer. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam mit der populären Musik aus den USA auch die Hawaiimusik nach Deutschland. Besonders in den 1950er-Jahren entwickelte sich auch hier ein Markt für spezielle Hawaiigitarren.

[Bearbeiten] Gitarrentypen

Grundsätzlich lässt sich jede Gitarre verwenden. Ein zusätzlicher Aufsatz am Sattel erhöht die Saitenlage so, dass kein Kontakt mehr zum Griffbrett besteht. Spezielle Hawaiigitarren weisen als gemeinsames Baumerkmal einen rechteckigen kräftigen Hals auf (Squareneck). Es lassen sich im weiteren drei Grundtypen unterscheiden:

  • Eine klassische akustische Hawaiigitarre wurde von Hermann Weissenborn entwickelt. Sie hat sechs oder acht Saiten mit der Stimmung E-A-e-cis'-e'[1]. Ähnliche Modelle baut heute z. B. die Firmen Manzanita, Fender, Gretsch (EBM) und jüngst auch die schwäbischen Firmen Vando-Guitars sowie Bediaz-Music.
  • Resonatorgitarren (z. B. Dobro) gibt es ebenfalls in der Squareneckvariante.
  • Elektrische vollmassive Hawaiigitarren produzieren nach Vorbildern von Gibson und Fender heute viele weitere Elektro-Gitarren-Hersteller. In Deutschland zählen dreieckige Framus oder bauchige Roger-Gitarren zu den frühen E-Gitarren der 1950er-Jahre. Einige Modelle besitzen drei anschraubbare Füße, manche auch acht.

[Bearbeiten] Gitarristen

Zu den bekanntesten Spielern der klassischen Hawaiigitarre zählen Frank Ferera, Gabby Pahinui, Jerry Byrd, Ry Cooder und David Lindley, Jerry Douglas, Martin Huch, Sol Hoopii, Bob Brozman, Ben Harper, Ryan Adams, Fred Lunt von Taj Mahal’s Hula Blues Band, Cindy Cashdollar, Freddie Roulette, Glenn Kaiser, Jordan Rudess, John Butler und John Paul Jones.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Hawaiigitarre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Belege

  1. Erich Valentin: Handbuch der Instrumentenkunde, Regensburg (Gustav Bosse) 1954, S. 210f.
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