Hawleyit

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Hawleyit
Hawleyite-96144.jpg
Hawleyit-Kruste aus Nagylápafõ (Mátra-Gebirge, Ungarn)
Chemische Formel

CdS

Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.CB.05a (8. Auflage: II/C.01) nach Strunz
02.08.02.06 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin \bar{4}3m
Farbe hellgelb
Strichfarbe hellgelb
Mohshärte 2,5-3
Dichte (g/cm3) 4,87 (berechnet)
Glanz
Transparenz
Spaltbarkeit
Habitus

Hawleyit, chemisch β-Cadmiumsulfid ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung CdS und bildet hellgelbe, feinkörnig-pulvrige Überzüge auf Mineralen wie Sphalerit oder Siderit.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Das Mineral wurde erstmals 1954 von R.J. Traill und J.W. Boyle in der Hector-Calumet-Mine im Gebiet von Mayo im kanadischen Yukon-Territorium gefunden. Sie benannten es nach dem kanadischen Mineralogie-Professor James Edwin Hawley.[1]

Klassifikation[Bearbeiten]

In der Systematik nach Strunz wird Hawleyit zu den Metallsulfiden mit einem Verhältnis von Metall zu Schwefel, Selen oder Tellur von 1:1 gezählt. Nach der 8. Auflage bildet dabei zusammen mit Coloradoit, Stilleit, Rudashevskyit, Polhemusit, Sphalerit, Metacinnabarit und Tiemannit die Sphaleritgruppe. In der 9. Auflage bildet es mit diesen Mineralen und Sakuraiit eine Untergruppe der Sulfide mit Zink, Eisen, Kupfer oder Silber.

In der Systematik nach Dana bildet es mit Coloradoit, Stilleit, Rudashevskyit, Sphalerit, Metacinnabarit und Tiemannit die Sphalerit-Untergruppe der Sulfide, Selenide und Telluride mit der Zusammensetzung Am Bn Xp, mit (m+n):p=1:1.[2]

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten]

Hawleyit ist dimorph zu Greenockit, dies ist die hexagonale α-Modifikation des Cadmiumsulfides in der Natur. Dies ist vergleichbar mit den Zink-Analoga Sphalerit (kubisch) und Wurtzit (hexagonal).

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Hawleyit bildet sich sekundär durch Fällung meteorischem Wasser in Spalten und Brüchen des Erzes. Es ist vergesellschaftet mit Sphalerit, Siderit und Greenockit.

Neben der Typlokalität fand man Hawleyit unter anderem in Broken Hill und Kambalda in Australien, dem Montafon in Österreich, Theux und Andenne in Belgien, der Tanco-Mine in Kanada, Cerro Blanco und Caracoles in Chile, Komňa in Tschechien, Pinols in Frankreich, dem Schauinsland in Deutschland, Laurion in Griechenland, Nagylápafõ in Ungarn, Kolar in Indien, Killimor in Irland, Gadoni in Italien, Konan in Japan, Te Aroha in Neuseeland, Drammen in Norwegen, La Unión in Spanien, Martigny in der Schweiz, Tadschikistan, Ashover in England sowie mehreren Fundorten in den Vereinigten Staaten gefunden.[3]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Kristallstruktur von Hawleyit

Hawleyit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe F\bar{4}3m mit dem Gitterparameter a = 5,838 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle. Die Struktur entspricht damit der Sphalerit-Struktur.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R.J. Traill und J.W. Boyle: Hawleyite, isometric cadmium sulphide, a new mineral. In: American Mineralogist. 1955, 40, S. 555-559 (Volltext; PDF; 325 kB).
  2. New Dana Classification of Sulfide Minerals
  3. Hawleyit bei mindat.org (engl.)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hawleyit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hawleyit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien