Hayingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel behandelt die deutsche Stadt Hayingen, für den lothringischen Ort Hayingen siehe Hayange.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hayingen
Hayingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hayingen hervorgehoben
48.2752777777789.4780555555556661Koordinaten: 48° 17′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 661 m ü. NN
Fläche: 63,31 km²
Einwohner: 2198 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72534
Vorwahl: 07386
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 034
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktstraße 1
72534 Hayingen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Robert Riehle (CDU)

Hayingen ist eine Stadt im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Hayingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (95,4 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Hayingen liegt auf der Schwäbischen Alb.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Hayingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zum Alb-Donau-Kreis ¹

Münsingen, Ehingen ¹, Emeringen ¹, Zwiefalten, Pfronstetten und Hohenstein.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zu Hayingen mit den Stadtteilen Anhausen, Ehestetten, Hayingen, Indelhausen und Münzdorf gehören außer der Kernstadt Hayingen 13 weitere Dörfer, Weiler und Höfe.

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Reutlingen

Im Stadtgebiet liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Siedlungen; die 1208 als Altmanshusen und 1217 als Altmannishusin erwähnte Siedlung Altmannshausen. Altmannshausen war in Besitz des Klosters Salem und wurde 1329 an die Stadion verkauft. 1437 war der Ort unbewohnt; das 817 als Polstetin und 1208 als Bolstetin erwähnte Bolstetten ging in Altmannshausen auf, ebenso das 1268 als Horne/Uffenhorn Horn, das zu dieser Zeit im Besitz des Klosters Salem war. Ebenfalls in Besitz des Klosters Salem befanden sich der 1208 als Wilervelterwähnte Weilerfeld und das 1282 als oppidum Wineden erwähnte Winden (alle im Stadtteil Anhausen); die beiden Orte Ettenheim und das 1364 als Pflumersbuch erwähnte Pflummersbuch im Stadtteil Ehestetten; das nach 1329 abgegangene Gehöft Baldenstein, der Ort Bühlenfingen, und die um 1100 erwähnten Siedlungen Leimgrube (als loco Leimgrube), Maisinhart (als Maisinhart), Schlechtenbuch (als Slehtinbuch), Wildsberg (als Wildisberc) das 1523 genannte Steinhausen (Stünhuser Feld) und der 1208 als Vainhusen genannte Ort Vainhausen. Vainhausen befandt sich im Besitz des Klosters Heiligkreuztal, später im Besitz des Klosters Zwiefalten und ist im 15. Jahrhundert abgegangen (alle im Stadtteil Hayingen).[2]

[Bearbeiten] Klima

Hayingen ist ein Luftkurort auf der Schwäbischen Alb.

[Bearbeiten] Geschichte

Mittagsrast in Hayingen während des Zweiten Weltkriegs

Aus dem Jahr 756 stammt die erste urkundliche Erwähnung als Hayinger Mark im Lorscher Codex. Der Ritter Swigger von Gundelfingen gründete wahrscheinlich 1276 die Stadt. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam Hayingen im Rahmen der Mediatisierung vom Fürstentum Fürstenberg zum Königreich Württemberg. Dort gehörte die Stadt zum Oberamt Münsingen und später zum Landkreis Münsingen. Nach dessen Auflösung im Rahmen der Kreisreform wurde sie 1973 dem Landkreis Reutlingen zugeschlagen.

[Bearbeiten] Religionen

Aufgrund der Zugehörigkeit der Stadt zu den Fürstenberger Besitzungen blieb Hayingen auch nach der Reformation katholisch. Noch heute gibt es vier römisch-katholische Kirchen. Seit 1884 gab es in Hayingen eine Außenstelle der evangelischen Kirchengemeinde Zwiefalten. Die Kirchengemeinde Hayingen wurde 1953 selbständig, weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Heimatvertriebenen stark angewachsen war und außerdem nunmehr über ein eigenes Kirchengebäude verfügte.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat in Hayingen hat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 72,71 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Freie Wählervereinigung 38,1 % – 2,6 % 5 Sitze – 1
CDU 36,2 % + 4,0 % 5 Sitze ± 0
Neue Bürgerliste 25,7 % – 1,4 % 4 Sitze ± 0

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

[Bearbeiten] Bürgermeister

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Robert Riehle endet im Mai 2015.

  • seit 1975: Robert Riehle

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „In Blau über einer aus dem Unterrand emporkommenden, beiderseits mit je einem rot bedachten silbernen Turm besetzten silbernen Zinnenmauer ein goldener Schild, darin ein angehackter roter Schrägbalken.“

[Bearbeiten] Die Wappen der ehemaligen Gemeinden

Die Stadt besteht aus Hayingen und den bei der Gemeindereform hinzugekommenen Ortsteilen (mit ihren Wappen):

Anhausen
Anhausen
Ehestetten
Ehestetten
Indelhausen
Indelhausen
Münzdorf
Münzdorf

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hayingen liegt am Schwäbische-Alb-Südrand-Weg, einem Fernwanderweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

[Bearbeiten] Theater

  • Naturtheater Hayingen: Auf einer Freiluftbühne werden Theaterstücke in schwäbischem Dialekt aufgeführt. Über 1.100.000 Besucher haben das schwäbische Naturtheater seit der Gründung im Jahre 1949 schon besucht. Die Spielzeiten sind jährlich von Juli bis September. Es wird bei jedem Wetter gespielt, die Zuschauer sitzen unter einem Dach.

[Bearbeiten] Club

  • Bauwagen Hayingen: Jugendtreff der Gemeinde Hayingen.
  • Jugendclub Hayingen: Jugendtreff der Gemeinde Hayingen.
  • Container Hayingen: Jugendtreff der Gemeinde Hayingen.
  • Jugendclub Ehestetten e. V.: Jugendclub des Ortsteils Ehestetten.
  • Jugendclub P.U.G. e.V.: Jugendclub der Ortsteile Indelhausen/Anhausen

[Bearbeiten] Musik

  • Liederkranz Hayingen
  • Stadtkapelle Hayingen
  • Männergesangverein Ehestetten
  • Musikverein Ehestetten
  • Gesangverein Münzdorf
Schloss in Ehestetten

[Bearbeiten] Bauwerke

  • Das Alte Spital wurde 1536 erbaut und zählt somit zu den ältesten Bauwerken der Stadt.
  • Die Burg Derneck im Ortsteil Münzdorf wurde um 1350 errichtet.
  • Der Kappenturm ist Bestandteil der früheren Stadtmauer.
  • Die Stadtkirche St. Vitus stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert.
  • Das Rathaus und das Pfründnerhaus in Indelhausen stammen aus dem 16. Jahrhundert.
  • Burgruine Alt-Ehrenfels
  • Ruine Monsberg
  • Ruine Schülzburg aus dem 12. Jahrhundert.
  • Burgruine Wartstein (Württemberg)
  • Schloss Ehestetten
  • Ruine Maisenburg
  • Ruine der Burg Alt-Hayingen
  • Evang. Katharinenkirche: Am Ortsausgang Richtung Indelhausen, an der Abzweigung zum Naturtheater, steht die kleine Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde von Hayingen. Der älteste Teil der Kirche ist der Chor, eine alte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert und der Katharina von Alexandria geweiht. Diese Kapelle, im letzten Jahrhundert säkularisiert, schenkte die Stadt Hayingen im Jahr 1953 der Evangelischen Gemeinde in Hayingen. Diese existiert seit 1884 als Filiale der Zwiefalter Evangelischen Gemeinde und traf sich zum Gottesdienst in einem kleinen Betsaal im alten Fruchtkasten am Karlsplatz. Dieser war jedoch durch die Zuzüge von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg zu klein geworden. 1953/54 wurde dann die Kapelle zu der Kirche in ihrer jetzigen Form mit 120 Plätzen erweitert. Die alte Kapelle bildet den Chorraum; Sakristei und Kirchenschiff wurden angebaut. Dachhöhe und -neigung wurde von der alten Kapelle übernommen. Eine grundlegende Renovierung der Kirche erfolgte im Jahre 1988. Die Glocke wird bis heute zu jedem Gottesdienst von Hand geläutet. Die vier kleinen Fenster im Chor stellen dar: Martin von Tours, Erzengel Michael (der Drachentöter), Christophorus (übersetzt Christusträger) sowie Katharina von Alexandrien. Mit ihren 120 Plätzen ist die Kirche jedoch groß genug für die Gemeinde, die mit all den dazugehörigen Außenorten nur rund 450 Gemeindeglieder umfasst. Die Gegend um Zwiefalten und südlich davon ist ja überwiegend katholisch. Sie gehörte früher nicht zu Württemberg, sondern zu verschiedenen katholischen Herrschaften.

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

  • Bärenhöhle im Glastal
  • Bettelmannshöhle im Lautertal
  • Gerberhöhle, Ortsteil Anhausen
  • Wimsener Höhle, auch Friedrichshöhle genannt, mit einem Kahn befahrbare Wasserhöhle
  • Naturschutzgebiet Digelfeld, die mit 121 ha größte Wacholderheide der Schwäbischen Alb, bei Hayingen

[Bearbeiten] Sport

  • Luftsportverein Hayingen
  • TC Hayingen
  • TSV Hayingen
  • SV Ehestetten-Münzdorf (gegründet 1925)

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Stadtfest mit Kunst- und Handwerkermarkt, Mitte Juli
  • Naturtheater Hayingen , Anfang Juli - Anfang September

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Die Landesstraße 245 verbindet die Stadt mit Zwiefalten und damit mit der Bundesstraße 312. Die L 249 verbindet die Stadt mit Obermarchtal und damit mit der B 311.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 228.

[Bearbeiten] Bildung

In Hayingen gibt es mit der Digelfeldschule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Im Stadtteil Ehestetten besteht eine Grundschule.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt


[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 93–96

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Hayingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen