Hayingen

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Stadt Hayingen, für den lothringischen Ort Hayingen siehe Hayange.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hayingen
Hayingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hayingen hervorgehoben
48.2752777777789.4780555555556661Koordinaten: 48° 17′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 661 m ü. NHN
Fläche: 63,31 km²
Einwohner: 2141 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72534
Vorwahl: 07386
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 034
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 1
72534 Hayingen
Webpräsenz: www.hayingen.de
Bürgermeister: Robert Riehle (CDU)
Lage der Stadt Hayingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Hayingen ist eine Stadt im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Hayingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (95,4 %) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Hayingen liegt auf der Schwäbischen Alb.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Hayingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zum Alb-Donau-Kreis ¹

Münsingen, Ehingen ¹, Emeringen ¹, Zwiefalten, Pfronstetten und Hohenstein.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Hayingen mit den Stadtteilen Anhausen, Ehestetten, Hayingen, Indelhausen und Münzdorf gehören außer der Kernstadt Hayingen 13 weitere Dörfer, Weiler und Höfe.

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Reutlingen

Panorama von Süden

Im Stadtgebiet liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Siedlungen; die 1208 als Altmanshusen und 1217 als Altmannishusin erwähnte Siedlung Altmannshausen. Altmannshausen war in Besitz des Klosters Salem und wurde 1329 an die Stadion verkauft. 1437 war der Ort unbewohnt; das 817 als Polstetin und 1208 als Bolstetin erwähnte Bolstetten ging in Altmannshausen auf, ebenso das 1268 als Horne/Uffenhorn Horn, das zu dieser Zeit im Besitz des Klosters Salem war. Ebenfalls in Besitz des Klosters Salem befanden sich der 1208 als Wilervelterwähnte Weilerfeld und das 1282 als oppidum Wineden erwähnte Winden (alle im Stadtteil Anhausen); die beiden Orte Ettenheim und das 1364 als Pflumersbuch erwähnte Pflummersbuch im Stadtteil Ehestetten; das nach 1329 abgegangene Gehöft Baldenstein, der Ort Bühlenfingen, und die um 1100 erwähnten Siedlungen Leimgrube (als loco Leimgrube), Maisinhart (als Maisinhart), Schlechtenbuch (als Slehtinbuch), Wildsberg (als Wildisberc) das 1523 genannte Steinhausen (Stünhuser Feld) und der 1208 als Vainhusen genannte Ort Vainhausen. Vainhausen befand sich im Besitz des Klosters Heiligkreuztal, später im Besitz des Klosters Zwiefalten und ist im 15. Jahrhundert abgegangen (alle im Stadtteil Hayingen).[2]

Nördlich von Münzdorf befinden sich die Reste der Gipfelburg Burg Weiler.

Klima[Bearbeiten]

Hayingen ist ein Luftkurort auf der Schwäbischen Alb.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittagsrast in Hayingen während des Zweiten Weltkriegs

Aus dem Jahr 756 stammt die erste urkundliche Erwähnung als Hayinger Mark im Lorscher Codex. Der Ritter Swigger von Gundelfingen gründete wahrscheinlich 1276 die Stadt. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam Hayingen im Rahmen der Mediatisierung vom Fürstentum Fürstenberg zum Königreich Württemberg. Dort gehörte die Stadt zum Oberamt Münsingen und später zum Landkreis Münsingen. Nach dessen Auflösung im Rahmen der Kreisreform wurde sie 1973 dem Landkreis Reutlingen zugeschlagen.

Religionen[Bearbeiten]

Aufgrund der Zugehörigkeit der Stadt zu den Fürstenberger Besitzungen blieb Hayingen auch nach der Reformation katholisch. Noch heute gibt es vier römisch-katholische Kirchen die zum Dekanat Reutlingen-Zwiefalten gehören. Seit 1884 gab es in Hayingen eine Außenstelle der evangelischen Kirchengemeinde Zwiefalten. Die Kirchengemeinde Hayingen wurde 1953 selbständig, weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Heimatvertriebenen stark angewachsen war und außerdem nunmehr über ein eigenes Kirchengebäude verfügte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1. Dezember 1871 ¹ 1.806
1. Dezember 1900 ¹ 1.600
1. Dezember 1925 ¹ 1.519
17. Mai 1939 ¹ 1.380
13. September 1950 ¹ 1.656
6. Juni 1961 ¹ 1.849
27. Mai 1970 ¹ 2.114
Jahr Einwohnerzahlen
25. Mai 1987 ¹ 2.034
31. Dezember 1990 2.125
31. Dezember 1995 2.164
31. Dezember 2000 2.149
31. Dezember 2005 2.224
31. Dezember 2010 2.127
31. Dezember 2011 2.129

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Rathaus in Hayingen

Der Gemeinderat in Hayingen hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,00 % (2009: 72,71 %). Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Wählervereinigung (FWV) 40,9 % 6 Sitze (2009: 38,1 %, 5 Sitze)
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 39,1 % 5 Sitze (2009: 36,2 %, 5 Sitze)
Neue Bürgerliste (NB) 20,0 % 3 Sitze (2009: 25,7 %, 4 Sitze)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Robert Riehle endet im Mai 2015.

  • seit 1975: Robert Riehle

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über einer aus dem Unterrand emporkommenden, beiderseits mit je einem rot bedachten silbernen Turm besetzten silbernen Zinnenmauer ein goldener Schild, darin ein angehackter roter Schrägbalken.“

Die Wappen der ehemaligen Gemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus Hayingen und den bei der Gemeindereform hinzugekommenen Ortsteilen (mit ihren Wappen):

Anhausen
Anhausen
Ehestetten
Ehestetten
Indelhausen
Indelhausen
Münzdorf
Münzdorf

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hayingen liegt am Schwäbische-Alb-Südrand-Weg, einem Fernwanderweg des Schwäbischen Albvereins.

Theater[Bearbeiten]

Naturtheater Hayingen

Das Naturtheater Hayingen ist eine Freiluftbühne mit überdachten Zuschauerrängen, auf der vor allem Theaterstücke in schwäbischem Dialekt aufgeführt werden. Über eine Million Besucher haben das schwäbische Naturtheater seit der Gründung im Jahre 1949 besucht. Die Spielzeiten sind jährlich von Juli bis September.

Vereine[Bearbeiten]

Hayingen verfügt durch seine Gliederung in viele Ortsteile über ein reiches Vereinsleben, das sowohl Sportvereine wie den Luftsportverein Hayingen, den TC Hayingen, den TSV Hayingen und den SV Ehestetten-Münzdorf einschließt als auch Narrenzünfte und Jugendclubs wie der Bauwagen Hayingen e.V., der Jugendclub Ehestetten e. V. oder der Jugendclub P.U.G. e.V. der Ortsteile Indelhausen und Anhausen. Das musikalische Stadtleben gestalten sich neben den Kirchenchören, beispielsweise durch den Liederkranz Hayingen mit seinem Chor Hay-Fidelity, die Stadtkapelle Hayingen, den Männergesangverein und den Musikverein Ehestetten oder den Gesangverein Münzdorf.

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss in Ehestetten
Kappenturm
Rathaus Indelhausen

Die Stadt Hayingen besitzt in der Kernstadt eine Reihe mittelalterlicher Bauten, darunter das 1536 erbaute Alte Spital, das zu den ältesten Bauwerken der Stadt zählt. Der Kappenturm ist ein beliebtes Fotomotiv und noch erhaltener Bestandteil der früheren Stadtmauer. Die Stadtkirche St. Vitus im Ortskern aus dem 13. Jahrhundert trägt heute ein barockes Erscheinungsbild.

Zu den historischen Gebäude in den Ortsteilen zählen das Rathaus und das Pfründnerhaus in Indelhausen aus dem 16. Jahrhundert sowie das Schloss in Ehestetten.

Burgen[Bearbeiten]

Entlang des alten Handelsweges im Lautertal siedelten sich viele Burgen an, von denen aber nur wenige vollständig erhalten sind. Auf Hayinger Stadtgebiet befinden sich unter anderem die 1350 errichtete Burg Derneck im Ortsteil Münzdorf, die als Wanderheim dient, die um 1100 errichtete Münzdorfer Burgruine Weiler, die nur noch als Burgstelle erkennbar ist, die vor 1258 errichtete Ruine Monsberg, die stark erhaltene Ruine Schülzburg aus dem 12. Jahrhundert, die Ruine Wartstein (Württemberg) von vor 1185, deren Burgfried heute als Aussichtsturm über das Lautertal dient, sowie die Ruine Maisenburg aus dem 12. Jahrhundert, deren angeschlossenes Hofgut noch erhalten ist. Die ebenfalls oberhalb des Lautertals in Nachbarschaft der Maisen- und Schülzenburg gelegene Burg Alt-Hayingen ist eine frühkeltische Wallanlage aus der Zeit um 400. Außerhalb des Lautertals liegt die Burgruine Alt-Ehrenfels.

St. Katharinen[Bearbeiten]

Die kleine Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde von Hayingen liegt am Ortsausgang Richtung Indelhausen, an der Abzweigung zum Naturtheater. Der älteste Teil der Kirche ist der Chor, eine alte der Katharina von Alexandria geweihte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Diese Kapelle, im letzten Jahrhundert säkularisiert, schenkte die Stadt Hayingen im Jahr 1953 der Evangelischen Gemeinde in Hayingen. Diese existiert seit 1884 als Filiale der Zwiefalter Evangelischen Gemeinde und traf sich zum Gottesdienst in einem kleinen Betsaal im alten Fruchtkasten am Karlsplatz. Dieser war jedoch durch die Zuzüge von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg zu klein geworden. 1953/54 wurde die Kapelle zu der Kirche in ihrer jetzigen Form mit 120 Plätzen erweitert. Die alte Kapelle bildet den Chorraum; Sakristei und Kirchenschiff wurden angebaut. Dachhöhe und -neigung wurden von der alten Kapelle übernommen. Eine grundlegende Renovierung der Kirche erfolgte im Jahre 1988.

Die Glocke wird bis heute von Hand geläutet. Die vier kleinen Fenster im Chor stellen dar: Martin von Tours, Erzengel Michael (der Drachentöter), Christophorus sowie Katharina von Alexandrien. Mit ihren 120 Plätzen ist die Kirche groß genug für die Gemeinde, die mit all den dazugehörigen Außenorten nur rund 480[3] Gemeindeglieder umfasst.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Bärenhöhle im Glastal
Wacholderheide im Naturschutzgebiet Digelfeld
  • Bärenhöhle im Glastal
  • Bettelmannshöhle im Lautertal
  • Gerberhöhle, Ortsteil Anhausen
  • Wimsener Höhle, auch Friedrichshöhle genannt, mit einem Kahn befahrbare Wasserhöhle
  • Naturschutzgebiet Digelfeld, die mit 121 ha größte Wacholderheide der Schwäbischen Alb, bei Hayingen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Stadtfest mit Kunst- und Handwerkermarkt, Mitte Juli
  • Naturtheater Hayingen, Anfang Juli bis Anfang September

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Landesstraße 245 verbindet die Stadt mit Zwiefalten und damit mit der Bundesstraße 312. Die L 249 verbindet die Stadt mit Obermarchtal und damit mit der B 311.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 228.

Bildung[Bearbeiten]

In Hayingen gibt es mit der Digelfeldschule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Im Stadtteil Ehestetten bestand bis 2009 eine Grundschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Albert Stemmer (1856-1946), Postdirektor
  • Johannes Schwendele (1883-?), Stadtpfarrer, Stadtkamerer und Bischöflicher Kommissär sowie Namensgeber der örtlichen Schwendele-Straße
  • Gustav Jourdan (1884-1950), Künstler und Hochschullehrer, Mitbegründer des Naturtheaters und Namensgeber der örtlichen Jourdan-Straße
  • Gustav Wahl, Oberregierungsrat

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Schwendele: Ortschronik Hayingen: Geschichte der Stadt und der Pfarrei Hayingen, Schwabenverlag 1958.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 93–96
  3. http://kirchenbezirk-muensingen.de/index.php?menuar=3_29 Kirchengemeinde Hayingen, abgerufen am 7. April 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hayingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Anhausen, Ehestetten, Indelhausen, Münzdorf.