Heber (Höhenzug)

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Übersichtskarte Heber

Der Heber ist ein flächenmäßig kleiner, bis 313 m ü. NN m hoher Höhenzug im Nordostteil des Niedersächsischen Berglandes in den Landkreisen Goslar, Northeim und Hildesheim von Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Der in Nordwest-Südost-Richtung verlaufende Heber liegt im Südwesten des Innersteberglands am Übergang zum Leinebergland (Alfelder Bergland). Er zählt zum westlichen Harzvorland etwa zwischen Lamspringe am Quellgebiet der Lamme im Nordwesten und dem am Harz gelegenen Seesen an der Schildau im Südosten. 10 km im Norden liegt Bockenem an der Nette, 5 km südwestlich Bad Gandersheim an der Gande. Das Hebergebiet gehört zu den Landkreisen Hildesheim (nördlich), Goslar (östlich) und Northeim (westlich).

Umgeben ist der Heber von weiteren Höhenzügen: Harplage im Norden, nordwestliche Ausläufer des Harz im Südosten, Helleberg im Südwesten, Sackwald im Westen, Vorberge im Nordwesten und einige Kilometer entfernt der Hildesheimer Wald im Nordwesten. Am Heber entspringen mehrere Bäche, deren Wasser früher oder später in die nördlich verlaufende Innerste oder die westlich fließende Leine münden; der schmale Höhenzug ist die Wasserscheide zwischen den beiden Flüssen.

Die waldreiche, unbesiedelte Höhe ist von vielen Wanderwegen durchzogen, zu denen man von kurvenreichen, das Waldgebiet umrundenden Landes- und Kreisstraßen gelangt. Zu erreichen sind sie über die Bundesstraßen 64, 243 und 248 sowie von der A 7.

Heber von Osten gesehen

Beschreibung[Bearbeiten]

Blick von Rhüden zum Heber
Glashütte im Klosterforst Westerhof nahe dem Heber
Die „Kopfbuche“ bei Gremsheim

Der etwa 10 km lange und rund 1 bis 2 km breite Höhenzug ist mit Buchenwald und Fichtenforsten bewachsen. Die höchste Erhebung des Hebers ist der Mechtshäuser Berg mit 313,5 m ü. NN. Geologisch ist er ein überwiegend aus Kalkgestein zusammengesetzter Schichtkamm. Südwestlich des Hebers erstreckt sich die Heber-Börde, eine beckenartige Landschaft mit fruchtbaren Lössböden. Die den Heber überquerende K 363 hat beidseits Strecken mit 10 % Steigung. Auf dem Heber stehen 6 Windkraftanlagen.

Der Höhenzug Heber beginnt im Norden bei Lamspringe mit dem Heberberg (276,6 m ü. NN) und reicht bis nach Seesen-Ildehausen im Süden. Das Waldgebiet geht im Nordosten in den Klosterforst Westerhof über, dessen höchste Erhebung die Hohe Dehne (317,6 m) ist. Zwischen der kleinen Siedlung Heber und Bilderlahe ist der Wald auf dem Höhenrücken unterbrochen. Ein bis zwei Kilometer südwestlich von dort befinden sich das Wasserwerk Heber und die Hebersiedlung. Am südlichen Ende des Hebers befindet sich die zum Teil unbewaldete Kuppe Klei (312,9 m).

Im Norden des Hebers grenzt östlich der Klosterforst Westerhof an. Er wird auf mehreren Kilometern Länge von der Landesstraße 466 (Lamspringe–Rhüden) durchquert. Daran liegt der Lamspringer Ortsteil Glashütte. Mitten in den ausgedehnten Wäldern gründete hier im Tal des Schlörbachs das Kloster Lamspringe 1791 die namensgebende Glashütte, die bis 1914 in Betrieb war.

Sehenswertes[Bearbeiten]

In der Nähe des kleinen Dorfs Gremsheim steht die größte Süntelbuche Deutschlands. Im Südosten des Heberwalds liegt der Ort Mechtshausen mit der Ruhestätte des Dichters Wilhelm Busch. Ebenfalls im Süden oberhalb des Dorfs Bilderlahe steht die Burgruine Wohlenstein auf einem kegelförmigen Ausläufer des Hebers. Von dort überblickt man den südlichen Ausgang des Ambergaus.

Einige Kilometer westlich des Hebers wurden auf der alten Bahnstrecke KreiensenHildesheim auf rund 12 km Länge zwischen Lamspringe und Bad Gandersheim der Skulpturenweg Lamspringe eingerichtet mit Skulpturen internationaler Künstler aufgestellt, was dem Radweg die Bezeichnung Skulpturenweg einbrachte.

Erhebungen[Bearbeiten]

Zu den Erhebungen im Heber und nahe dem Heber gehören:

  • Hohe Dehne (317,6 m) – im Klosterforst östlich von Lamspringe
  • Mechtshäuser Berg (313,5 m) – höchster Berg im Heber südwestlich von Mechtshausen
  • Klei (312,9 m) – westlich von Engelade
  • Wausterberg (298 m) – östlich von Dannhausen
  • Clausberg (287 m) – südöstlich von Lamspringe
  • Schwalenberg (277 m) – südöstlich von Dannhausen
  • Heberberg (276,6 m) – direkt südöstlich von Lamspringe
  • Toter Mann (272 m) – südwestlich von Ammenhausen
  • Hoher Hagen (266 m) – südlich von Glashütte
  • Panshäuser Berg (258 m) – westlich von Rhüden bzw. nordwestlich von Oberpanshausen
  • Heberg (225 m) – südwestlich von Wohlenhausen

Fließgewässer[Bearbeiten]

Zu den Fließgewässern im und am Heber gehören:

  • Gande, entspringt im Südostteil des Sackwalds, passiert den Heber im Südwesten, rechter Nebenfluss der Leine
  • Eterna, entsteht südlich des Hebers, linker Nebenfluss der Gande
  • Lamme, entspringt am Nordwestrand des Hebers in Lamspringe, linker Nebenfluss der Innerste
  • Nette, entspringt im nordwestlichen Harz, linker Nebenfluss der Innerste
  • Riehe, entspringt im Südostteil des Sackwald, passiert den Heber im Nordwesten

Ortschaften[Bearbeiten]

Zu den Ortschaften am Rand des Hebers gehören:

Literatur[Bearbeiten]

  • Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung: Geographische Landesaufnahme 1:200000. Naturräumliche Gliederung Deutschlands. Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 99 Göttingen. Bad Godesberg 1963

Weblinks[Bearbeiten]

51.910.1314Koordinaten: 51° 54′ N, 10° 6′ O