Hechtia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hechtia
Hechtia podantha

Hechtia podantha

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Hechtioideae
Gattung: Hechtia
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Hechtioideae
Givnish
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Hechtia
Klotzsch

Hechtia ist die einzige Pflanzengattung der Unterfamilie Hechtioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Früher wurden sie in die Unterfamilie Pitcairnioideae eingeordnet. Die etwa 60 Arten sind vom südlichen Texas bis nördlichen Nicaragua verbreitet. Etwa 56 Arten kommen in Mexiko vor, das auch als Entwicklungszentrum dieser Gattung gilt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Habitus und bewehrte Blätter von Hechtia argentea
Ausschnitt eines Blütenstandes mit männlichen weißen Blüten von Hechtia guatemalensis

Die Bestimmung der Arten ist schwierig da oft ein Sexualdimorphismus vorliegt, aber in den Herbarien oft nur Exemplare eines Geschlechtes vorliegen und manchmal beispielsweise nur Fruchtstände.

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]

Bei Hechtia-Arten handelt sich um terrestrische, meist sukkulente (Xerophyten), ausdauernde Pflanzen, die durch vegetative Vermehrung oft große Bestände bilden. Sie wachsen meist lithophytisch auf Kalkstein und Vulkaniten oder auf kalkhaltigen Böden. Alle Arten weisen CAM-Mechanismus auf.

In grundständigen Rosetten stehen die derben Laubblätter zusammen. Die Blattränder sind meist stark bewehrt. Hechtia tillandsioides weicht davon ab, sie besitzt weiche, unbewehrte Laubblätter. Mindestens die Blattunterseite ist beschuppt.

Blütenstände, Blüten, Früchte und Samen[Bearbeiten]

Alle rezenten Hechtia-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), es gibt also weibliche und männliche Pflanzen. Die einzige polygamomonözische Art Hechtia gayorum gilt als ausgestorben. Sie haben einen langen, reichverzweigten Blütenstand. Die Blütenstände sind endständig und dann stirbt die Mutterpflanze nach der Samenbildung ab, oder manchmal sind Die scheinbar seitenständig und das Exemplar wächst neben dem Blütenstand weiter und bildet später immer weiter Blütenstände. Dies führte bei einigen Autoren zu der Meinung es gibt monokarpische und polykarpische Rosetten, das heißt aber nicht, dass diese Arten Monokarp oder Polykarp sind, weil ja die Exemplare immer durch ihre Seitentriebe (Kindel) weiterleben.

Die kurz gestielten, funktional eingeschlechtigen Blüten sind dreizählig. Die drei Kronblätter sind weiß, grün, gelb oder selten rosafarben. Der Fruchtknoten ist oberständig oder halboberständig.

Die Blütenformel lautet: \star\; K_3 \;  C_3 \; A_{3+3} oder G_{\underline{(3)}}

Die Kapselfrüchte enthalten kleine schmale, an einer Seite geflügelte Samen.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Hechtia wurde am 19. Dezember 1835 durch Johann Friedrich Klotzsch in Allgemeine Gartenzeitung, Band 3, S. 401[1] aufgestellt. Typusart ist Hechtia stenopetala Klotzsch. Der Gattungsname Hechtia ehrt den preußischen Regierungsrat Julius Gottfried Conrad Hecht (1771-1837). Klotzsch schreibt dazu: „Mag der Name das Andenken des Geheimen Regierungs-Rathes Herrn Julius Hecht, Ritter des rothen Adler-Ordens dritter Klasse, Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften u. s. w. in Potsdam, dem zu Ehren sie genannt ist, erhalten.“.

Hechtia ist die einzige Gattung der Unterfamilie Hechtioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).

Es gibt 60 (Stand 2012) bis 74 (Stand 2014) Hechtia-Arten:[2]
Unbewehrte Laubblätter von Hechtia caerulea
Bewehrte Laubblätter von Hechtia caudata
Bestand von Hechtia galeottii
Die Sorte 'Burgundi' von Hechtia montana
Stark beschuppte Laubblätter von Hechtia marnier-lapostollei
Bewehrte Laubblätter von Hechtia texensis
Ausschnitt eines Blütenstandes von Hechtia tillandsiodes

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q In „Species Index“ auf Hechtia klicken bei Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 3.1 (2012). zuletzt eingesehen am 12. Dezember 2014

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • T. J. Givnish, J. C. Pires, S. W. Graham, M. A. McPherson, L. M. Prince, T. B. Patterson: Phylogeny, biogeography, and ecological evolution in Bromeliaceae: Insights from ndhF sequences. In: J. T. Columbus, E. A. Friar, J. M. Porter, L. M. Prince, M. G. Simpson: Monocots: Comparative Biology and Evolution. Poales., Rancho Santa Ana Botanical Garden, Claremont, 2006, 23, Seite 3-26.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hechtia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hechtia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  • Steckbrief. (engl.)
  • Steckbrief. (engl.)