Hechtsee

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Hechtsee
Hechtsee.jpg
Geographische Lage Thierberg bei Kufstein
Zuflüsse Hechtbach
Abfluss zum Kieferbach
Orte in der Nähe Kufstein
Daten
Koordinaten 47° 36′ 32″ N, 12° 9′ 48″ O47.60888888888912.163333333333542Koordinaten: 47° 36′ 32″ N, 12° 9′ 48″ O
Hechtsee (Tirol)
Hechtsee
Höhe über Meeresspiegel 542 m ü. A.
Fläche 28,07 haf5
Länge 750 mf6
Breite 650 mf7
Volumen 8.803.328 m³dep1f8
Umfang 2,671 kmf9
Maximale Tiefe 57 mf10
Hechtsee mit Bruennstein-1.jpg
Hechtsee mit Brünnstein

Der Hechtsee ist ein kleiner See in den Brandenberger Alpen in Tirol, Österreich.

Geographie[Bearbeiten]

Der See liegt in den Brandenberger Alpen westlich von Kiefersfelden (Bayern) bzw. nördlich von Kufstein (Tirol). Er ist mit rund 0,28 km² Fläche der größte und mit maximal 57 m Tiefe der tiefste der sechs Seen westlich von Kufstein. Unweit seines Südufers erhebt sich der Thierberg (721 m). Nur wenige Meter vom Nordufer des Sees entfernt verläuft die deutsch-österreichische Grenze und damit die Grenze zwischen Bayern und Tirol.

Der größte Zufluss des Hechtsees ist der kleine Hechtbach, der aus einem kleinen Tal zwischen Hecht- und Längsee kommt. Die Wasseroberfläche ist normalerweise auf 542 me. Der Abfluss des Sees, der nach wenigen Metern die Staatsgrenze quert, mündet nach einem kleinen Wasserfall in den etwa 35 m tiefer liegenden Kieferbach.

Weitere Seen in und rund um Kufstein sind der Egelsee, der Längsee, die Maistaller Lacke, der Pfrillsee, der Stimmersee und der Thiersee.

Tektonik und Geschichte[Bearbeiten]

Die vier „Thierberg-Seen“ (Pfrillsee, Längsee, Hechtsee und Egelsee) sind tektonische Erscheinungen, kleine Einsturzbecken die vielleicht durch Hohlräume oder andere Karstphänomene begünstigt wurden. Der Inntalgletscher hatte sie allerdings in der letzten Eiszeit ausgeräumt, ausgeschürft und mit Moränenschutt und Schmelzwassersedimenten abgedämmt.

1755 und 1761 schwoll das Wasser des Sees so sehr an, dass er schließlich Schlamm aufwirbelnd, mit braunem, stinkendem Wasser aus den Ufern trat. Als Grund für dieses seltsame Phänomen stellten sich die beiden Erdbeben von Lissabon sowie die nahe Lage an einer tektonischen Transformzone (Inntal) heraus.

Hydrologie[Bearbeiten]

Der Hechtsee wird bereits seit Jahrhunderten durch eine zwei Meter hohe Mauer aufgestaut. Ohne sie wäre der Wasserspiegel entsprechend niedriger. Weil der See ab etwa 20 m Tiefe aus sauerstofflosem, schwefelwasserstoffhaltigem und zugleich nährstoffreichem Wasser besteht, wird seit den frühen 1990ern Wasser aus der Tiefe durch ein unter der Staumauer hindurchgeführtes Rohr abgelassen.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Hechtsee ist der beliebteste Badesee der Kufsteiner und wird im Sommer von vielen Besuchern aufgesucht. Nur wenige hundert Meter hinter dem Nordufer befindet sich direkt am Kieferbach eine Haltestelle des Wachtl-Express.

Es wird davon erzählt, dass im Hechtsee die Nixe Hechta lebte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hechtsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien