Heeresflugplatz Faßberg

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Fliegerhorst Faßberg
Faßberg Flugplatz Eingang.JPG
Kenndaten
ICAO-Code ETHS
Koordinaten
52° 55′ 10″ N, 10° 11′ 2″ O52.91937222222210.18384722222274.7Koordinaten: 52° 55′ 10″ N, 10° 11′ 2″ O
74,7 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2,2 km nordöstlich von Faßberg
Basisdaten
Betreiber GAF (German Air Force → Deutsche Luftwaffe)
Start- und Landebahnen
09/27 2440 m × 29 m Asphalt
09/27 1000 m × 50 m Gras

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Der Heeresflugplatz in Faßberg, offiziell Fliegerhorst Faßberg, ist ein deutscher Militärflugplatz in Niedersachsen. Mit 574 ha Gesamtareal ist er einer der flächenmäßig größten Flugplätze der Bundeswehr. Er wird von Heer und Luftwaffe der Bundeswehr gemeinsam genutzt. Letztere ist der Hausherr, die Heeresflieger sind jedoch der hauptsächliche Nutzer der Liegenschaft als Flugplatz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Fliegerhorst wurde 1934 für die noch „getarnte“ zukünftige Luftwaffe eröffnet, die dort am 1. Januar 1935 die Bombenschule Faßberg einrichtete. Sie wurde am 1. Mai 1935 in Kampffliegerschule Faßberg und am 1. November 1938 in Große Kampffliegerschule Faßberg umbenannt. Am 5. September 1939 wurde die Schule mit ihrem Stab nach Hörsching in Oberösterreich verlegt und in Große Kampffliegerschule Hörsching umbenannt. Am 18. Juni 1940 wurde in Faßberg die VI. (Ergänzungs-) Gruppe des Kampfgeschwaders 4 aufgestellt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nutzte die British Air Force of Occupation den Fliegerhorst, den die Alliierten zunächst als Airfield B.152 bezeichneten. Im Sommer 1945 lagen hier zunächst Spitfire XVI des 145. Wing (Geschwaders), das aus einer Staffel der RNZAF und drei Staffeln mit französischen Freiwilligen bestand, letztere verlegten im Herbst 1945 nach Friedrichshafen in die Französische Besatzungszone. Im Jahr 1946 lag hier das 135. Wing mit drei Staffeln Tempest V/II und das 160. Wing mit zwei Staffeln belgischer Spitfire. Letztere lagen hier bereits seit dem Herbst 1945 und verlegten, nunmehr mit belgischen Kokarden versehen, Mitte Oktober 1946 auf ihre neue Basis Beauvechain.

In den Jahren 1948 und 1949 war der nunmehr als RAF Fassberg bezeichnete Platz eine wichtige Drehscheibe der Berliner Luftbrücke.

Nach dem Ende der Luftbrücke wurde die Station wieder Stationierungsort von Jagdbombern, u. a. der Typen Vampire und ab Mai 1953 deren Nachfolger Venom des 121. Wing. Die letzten überhaupt mit Kolbenmotoren ausgerüsteten Flugzeuge der 2. Tactical Air Force der RAF, zwei Staffeln Mosquitos, hatten Faßberg bereits im Februar 1951 verlassen.

Nach Gründung der Bundeswehr wurde die Liegenschaft am 8. Dezember 1956 an diese übergeben.[1]

Der Fliegerhorst Faßberg war u. a. Standort einer Ausbildungseinrichtung für Flugzeugführer der Bundeswehr. Bis zum 30. Juni 1975 bestand auf dem Fliegerhorst Faßberg die Hubschrauberführerschule der Luftwaffe (HFSLw). Die HFSLw, welche truppendienstlich dem Lufttransportkommando unterstellt war, führte die Ausbildung von Hubschrauberführern auf den Mustern Bell UH-1D, Alouette II und Bell 47 G2 durch. Neben dem fliegenden Personal der Luftwaffe wurden auch Heeresflieger und Marineflieger sowie fliegerisches Personal des damaligen Bundesgrenzschutzes, Feuerwehr- und Polizeikräfte und Militärpersonen befreundeter Staaten zu Hubschrauberführern ausgebildet.

Bis kurz nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes 1990 war auf dem Fliegerhorst die IV. Abteilung des Fernmelderegiments 33 der Luftwaffe stationiert. Unter dem Codenamen Paper Mill war auf diesem Standort die Tieffliegermelde- und Leitzentrale. In ihr liefen die von verschiedenen Dauereinsatzstellungen gewonnenen Daten über Tiefflieger an der innerdeutschen Grenze zusammen und wurden ausgewertet.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Derzeit hat das Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“ der Heeresfliegertruppe hier seinen Standort. Auch das Technischen Ausbildungszentrum Luftwaffe (ab 18. Dezember 2013, vormals die Technische Schule der Luftwaffe 3 (TSLw 3), ) befindet sich hier. Außerdem die Deutsch-Französische Ausbildungseinrichtung Tiger (das Pendant zur Ausbildung der fliegenden Besatzungen befindet sich in Le Luc-Le Cannet), das Sanitätszentrum Faßberg, das Familienbetreuungszentrum Faßberg (inzwischen nach Lüneburg verlegt) und die Standortverwaltung Bergen, Außenstelle Faßberg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerd Scholz; Sebastian Nothing: Technische Schule der Luftwaffe 3 1956–2006, Transporthubschrauberregiment 10 1981–2006, Faßberg 2006, o. S. (S. 27).