Heeresgruppe G

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Die Heeresgruppe G war ein Großverband des Heeres der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges. Sie diente in den Jahren 1944/45 als Kommandobehörde für den südlichen Teil der deutschen Westfront. Unterstellt waren ihr vor allem die 1. Armee und die 19. Armee, zeitweise aber auch die 7. Armee, die 24. Armee und die 5. Panzerarmee.

Werdegang[Bearbeiten]

Die spätere Heeresgruppe wurde gemäß Führerbefehl vom 26. April 1944 unter der Bezeichnung Armeegruppe G in Südfrankreich aufgestellt.[1] Erster Oberbefehlshaber war Generaloberst Johannes Blaskowitz, unterstellt waren die 1. Armee an der Atlantikküste und die 19. Armee an der französischen Mittelmeerküste. Nach den erfolgreichen Landungen der Alliierten in der Normandie am 6. Juni und in Südfrankreich am 15. August 1944 kämpfte sich die Heeresgruppe im Spätsommer und Frühherbst nach Lothringen, in das Elsass und an den Westwall zurück. Am 9. September 1944 erfolgte die Umbenennung in Heeresgruppe G. Im November 1944 kämpfte sie mit nur 700.000 Soldaten gegen die 3. US-Armee des Generals Patton, der sie schwere Verluste zufügte.

Im Januar 1945 waren Teile der Heeresgruppe G am Unternehmen Nordwind, der letzten deutschen Offensive an der Westfront, beteiligt. Im März wurde sie im Rahmen der amerikanisch-französischen Operation Undertone von linken Rheinufer vertrieben und musste sich nach Süddeutschland zurückziehen. Bis zum Kriegsende wurden die Reste der Heeresgruppe auf die Nordalpen bzw. das Erzgebirge und den Böhmerwald (7. Armee) zurückgedrängt.

Am 29. April 1945 ordnete der Oberbefehlshaber im Südraum, Generalfeldmarschall Albert Kesselring, die Auflösung des Heeresgruppenkommandos an, da es über keinerlei Führungsmöglichkeiten mehr verfügte. Nach dem Selbstmord Hitlers wurde das Kommando jedoch bereits am 3. Mai wieder errichtet und mit der Durchführung der Kapitulation im süddeutsch-westösterreichischen Raum beauftragt. Am 5. Mai 1945 wurde die Kapitulation der Heeresgruppe G im Thorak-Gebäude in Baldham[2] (etwa 10 km von der östlichen Stadtgrenze Münchens) unterzeichnet und trat einen Tag später in Kraft.

Oberbefehlshaber[1][Bearbeiten]

Gliederung der Heeresgruppe[Bearbeiten]

Heeresgruppen-Truppen
  • Heeresgruppen-Nachrichten-Regiment 609
Unterstellte Einheiten
Datum unterstellte Armeen
1944
Mai 1944 1. Armee, 19. Armee
August 1944 19. Armee
September 1944 1. Armee, 19. Armee, 5. Panzerarmee
1945
Januar 1945 1. Armee
Februar 1945 1. Armee, 19. Armee
April 1945 1. Armee, 7. Armee, 19. Armee, 24. Armee

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Alle Angaben gemäß Dieter Robert Bettinger, Die Geschichte der Heeresgruppe G, Aachen 2010.
  2. Einige Quellen geben irrtümlicherweise als Ort der Kapitulation das nur wenige km entfernte Haar bei München an. In der Kapitulationsurkunde ist auch tatsächlich Haar genannt, unterzeichnet wurde sie jedoch im Thorak-Gebäude. Da das Gebäude damals hauptsächlich von Wald umgeben war, nannte man wohl den nächstgrößeren Ort, und das war Haar.