Hegyeshalom

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Hegyeshalom
Wappen von Hegyeshalom
Hegyeshalom (Ungarn)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Westtransdanubien
Komitat: Győr-Moson-Sopron
Kleingebiet bis 31.12.2012: Mosonmagyaróvár
Koordinaten: 47° 55′ N, 17° 9′ O47.91231388888917.153761111111Koordinaten: 47° 54′ 44″ N, 17° 9′ 14″ O
Fläche: 52,66 km²
Einwohner: 3.489 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 96
Postleitzahl: 9222
KSH kódja: 17905
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Gemeindeart: Großgemeinde
Bürgermeister: László Szőke (parteilos)
Postanschrift: Fő utca 134
9222 Hegyeshalom
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Hegyeshalom [ˈhɛɟɛʃhɒlom] (deutsch: Straß-Sommerein) ist eine Großgemeinde im ungarischen Komitat Győr-Moson-Sopron, mit einer Fläche von 52,66 km² und 3526 Einwohnern (Volkszählung 2001). Der Ort liegt an der Grenze von Ungarn zu Österreich.

Geografie[Bearbeiten]

Hegyeshalom liegt in der Kleinen Ungarischen Tiefebene im Nordwesten Ungarns. Sie hat einen Grenzübergang nach Nickelsdorf in Österreich.

Geschichte[Bearbeiten]

Zum ersten Mal wurde die ungarische Gemeinde im Jahre 1217 erwähnt. Das Dokument wies auf die Szűz Mária Templom (Kirche der Hl. Maria) hin, die auf einem Hügel gelegen war. Nach dem Krieg gegen die Türken wurde die Gemeinde von Deutschen besiedelt. Bei der Volkszählung 1941 waren von den 3550 Einwohnern noch ca. 1800 Deutsche, die in den Jahren 1945 und 1946 überwiegend ausgesiedelt wurden. Einen Aufschwung bedeutete der 1863 erfolgte Anschluss an die Bahnlinie Wien - Budapest. Zur bisher überwiegend bäuerlichen und deutschen Bewohnerschaft kommt nun der Zuzug eines magyarischen Bevölkerungsanteils, der vor allem im Eisenbahnwesen Beschäftigung fand.

Im Dorf Hegyeshalom bekam der Eiserne Vorhang am 2. Mai 1989 sein erstes Loch: ein Soldat zwickte den Draht durch, ein anderer legte den Zaun auf die Seite. Erste DDR-Flüchtlinge konnten dann die Grenze passieren. Etwa zwei Monate später durchtrennten die Außenminister Österreichs und Ungarns, Gyula Horn und Alois Mock, in der Nähe der Stadt Sopron im nordwestlichen Ungarn symbolisch den Rest des Grenzzauns.[1]

Grenzkontrollposten Hegyeshalom nach Eintritt der Slowakei und Ungarns in den Schengen-Raum

Bis zum 21. Dezember 2007 war der Grenzübergang Nickelsdorf/Hegyeshalom ein wichtiger Grenzübergang zwischen Österreich, der Slowakei und Ungarn. Die Grenzkontrollen wurden durch den Beitritt von Ungarn und der Slowakei zum Schengen-Raum hinfällig.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Grenzgemeinde liegt an der Autobahn M1 und der Wien-Raaber Bahn genannten Eisenbahnlinie zwischen den Metropolen Wien und Budapest. Am Eisenbahnknotenpunkt Hegyeshalom zweigen Nebenstrecken nach Bahnhof Bratislava-Petržalka und nach Szombathely über Csorna ab.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Mathes Nitsch (1884-1972), Journalist, Literat
  • Johann(es) Zimmermann (1872-1950), Evangelischer Pfarrer, Regionalhistoriker, Volkskundeforscher

Literatur[Bearbeiten]

  • Straß-Sommereiner Heimatbuch. Herausgegeben von Johann Nitsch und Hanns Schrödl, Amberg 1968

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. tagesschau.de: Ungarisches Dorf schrieb vor 25 Jahren Geschichte. Erster Schnitt durch Eisernen Vorhang. Abgerufen am 2. Mai 2014.
  2. deutschlandradio.de: Feiern zur Erweiterung des Schengen-Raums abgeschlossen; abgerufen am 2. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hegyeshalom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien