Hegyvidék

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Hegyvidék
Bergland
XII. Budapester Bezirk
Wappen von HegyvidékBerglandXII. Budapester Bezirk Karte von Ungarn, Position von HegyvidékBerglandXII. Budapester Bezirk hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Mittelungarn
Komitat: Budapest
Koordinaten: 47° 30′ N, 19° 0′ O47.519Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 19° 0′ 0″ O
Fläche: 26,67 km²
Einwohner: 55.922 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 2.097 Einwohner je km²
Postleitzahl: 1121-1126
KSH kódja: 24697
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Bezirk
Gliederung: Stadtteile
  • Budakeszierdő
  • Csillebérc
  • Farkasrét
  • Farkasvölgy
  • Istenhegy
  • Jánoshegy
  • Kissvábhegy
  • Krisztinaváros
  • Kútvölgy
  • Magasút
  • Mártonhegy
  • Németvölgy
  • Orbánhegy
  • Sashegy
  • Svábhegy
  • Széchenyihegy
  • Virányos
  • Zugliget
Bürgermeister: Zoltán Pokorni (Fidesz)
Postanschrift: Böszörményi út 23-25
1126 Budapest
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)

Als Hegyvidék wird der zwölfte Bezirk in Budapest (XII. Bezirk) bezeichnet. Der Bezirk liegt in der Mitte Budas in einem bergigen Gelände. Ein großer Teil der Fläche ist Waldgebiet.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Im Norden des Hegyvidék (Bergland) befindet sich der 2. Bezirk, im Osten der 1. Bezirk und im Süden grenzt er an den 11. Bezirk. Die westliche Grenze ist gleichzeitig auch die Stadtgrenze von Budapest. Nachbarorte sind Budakeszi und Budaörs. Mit rund 60.000 Einwohnern liegt der Hegyvidék im Vergleich zu anderen 23 Bezirken an 18. Stelle.

Der 12. Bezirk ist in folgende Stadtteile untergliedert: Budakeszierdő (teilweise), Csillebérc, Farkasrét, Farkasvölgy, Istenhegy, Jánoshegy, Kissvábhegy, Krisztinaváros (teilweise), Kútvölgy, Magasút, Mártonhegy, Németvölgy, Orbánhegy, Sashegy (teilweise), Svábhegy, Széchenyihegy, Virányos und Zugliget.

Geschichte[Bearbeiten]

Ignác Martinovics
Libegő im Winter
Statue von Jókai auf dem Svábhegy („Schwabenberg“)
Der Jánosberg 1920
„Elisabeth-Aussichtssturm“ auf dem János-Berg
Die Kindereisenbahn

Der 12. Bezirk existiert seit 1930, als die damals 10 Bezirke der Stadt umstrukturiert und um weitere Bezirke ergänzt wurden. Bis dahin war der Hegyvidék Teil des 1. Bezirks. Die Geschichte des Bezirks ist eng mit den kleineren Siedlungen, Gehöften, Wald- und Weinbergbesitzen verbunden, die sich unter der Verwaltung Budas befanden. Zwischen dem Burgberg und den Budaer Bergen, in dem vom Bach Ördögárok („Teufelsgraben“) ausgeformten Tal entstand die Krisztinaváros („Christinenstadt“). Sie erstreckt sich von Pasarét („Sauwiesen“) bis Tabán („Raitzenstadt“), die heute dem 1. und. 2. Bezirk angehören. Der Bereich am westlichen Fuß des Burgberges, wo sich heute der Park Vérmező („Blutfeld“) befindet, war im 18. Jahrhundert das sogenannte "Glacis". Dieser Bereich gehörte zum Schutzgürtel um die Burg und stand unter militärischer Kontrolle. Dass dort keine Gebäude errichtet werden durften, behinderte lange Zeit die Ausbreitung der Stadt in diese Richtung. 1920 wurde der Graben ausgemauert, Bäume gefällt und das Gelände für die Bebauung freigegeben. Der Kunstmäzen Albrecht Kasimir begann im Jahr 1772 auf Betreiben seiner Frau Maria Christina das Gebiet zu parzellieren. Seither trägt es offiziell den Namen Krisztinaváros. Einer der fünf Teile, aus denen die Krisztinaváros besteht ist Városmajor (kurz: "Major", dt: „Stadt-Meierhof“), im heutigen 12. Bezirk. Der Park wurde bereits 1787 von Joseph II. gegründet, nach dem er auch benannt ist. Durch die Grünanlage fließt der Ördögárok. An der nördlichen befindet sich die untere Endstation der Zahnradbahn.

Der nördliche Teil des Bezirks ist durch den Hunyad-Gipfel und die nach Süden und Norden abfallenden Täler geprägt. Der Großteil davon gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Besitz der Budaer Karmeliten. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Name des nördlichen Teils Sauwinkel, später Auwinkel. Erst im Zuge der Magyarisierung deutscher Namen wurde die Bezeichnung Pasarét gebräuchlich. Einer Theorie zufolge geht der Name auf den letzten Pascha von Buda, Abdulrahman, zurück. Eine andere Erklärung basiert darauf, dass der Bereich neben dem Ördögárok serbisch als "pasa" und deutsch als "Ried" bezeichnet wurde. Im Jahr 1847 taufte der Dichter und königliche Berater Gábor Döbrentei im Rahmen der Magyarisierung (Dűlőkeresztelő) den nördlichen engen Talabschnitt Zugliget und den südlichen Teil in Richtung Krisztinaváros nannte er Virányos. Dort befindet sich auch der alte Friedhof von Víziváros, wo der ungarische Jakobinerführer Ignác Martinovics und seine auf dem Vérmező hingerichteten Anhänger 1795 begraben wurden. Auf der Südseite des Hunyad liegt Kútvölgy, das früher Brunnthal hieß. In dem noch im 19. Jahrhundert von dichten Wäldern bewachsene Gelände gab es nur einige Obstplantagen und Äcker vereinzelter Gehöfte. Zugliget, wo es früher viele Wildschweine gab, gehörte einst zum Jagdgebiet von Matthias Corvinus. Daher leitet sich auch der deutsche Name Sauwiesen ab, der sich auch noch im Namen der Disznófő („Schweinekopf“)-Quelle wieder findet. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere nach der Zerstörung der Weinberge begann der Ausbau dieses Bereichs. Ein bedeutender Teil des Bezirks blieb aber bis heute ein unbebautes Ausflugsziel. Dort befindet sich die 1970 fertiggestellte Drahtseilbahn Libegő.

Die Täler und Hügel zwischen dem Svábhegy („Schwabenberg“) und dem Széchenyi-Berg liegen tiefer und sind weniger bebaut. Dort liegen der die Berge Mártonhegy, Istenhegy, Kis-Svábhegy und Orbánhegy. Hier befanden sich früher königliche Jagdreviere und später Besitztümer von Budaer Bürgern. Ende des 17. Jahrhunderts, zur Zeit der Rückeroberung Budas war auch diese Gegend Austragungsort der Stadtgeschichte. Dort waren aus strategischen Gründen Stellungen der Armee. Im 19. Jahrhundert hatte der Bereich Bedeutung als Weinbaugebiet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden dort, insbesondere auf Betreiben von Mór Jókai, immer mehr Villen errichtet. Die weitere Erschließung sowie der zunehmende Tourismus führten zum Bau der 1974 eröffneten Zahnradbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Széchenyi-Berg die Kindereisenbahn Budapest gebaut.

Den bekanntesten Teil des 12. Bezirks bildet der Kranz der Budaer Berge Jánoshegy, Svábhegy, Széchenyi-hegy, Csilleberc und der Wald von Budakeszi. Dort gibt es eine Vielzahl von Wanderwegen und Ausflugszielen sowie Skipisten. Der Jánoshegy gehört zum Nationalpark Duna-Ipoly. Mit 528,16 m ist es der höchste Punkt von Budapest. Auf dem Gipfel befindet sich der Erzsébet-kilátó („Elisabeth-Aussichtsturm“). Der Svábhegy im Zentrum der Budaer Berge ist durchschnittlich 480 m hoch. Das Dolomitgestein ist im Norden mit dem Svábhegy verbunden. Der Berg erhielt seinen Namen nach der Befreiung aus der türkischen Herrschaft, als dort deutsche Artilleriegeschütze stationiert waren. In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die Berge als Urlaubsziel immer beliebter und es entstand ein elegantes Villenviertel. Der Berg mit der größten Fläche ist der südöstlich gelegene Nyék-hegy, der 1860 so benannt wurde. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es dort nur wenige Ferienhäuser. Heute sind diese bis zum Gipfel des Berges anzufinden. Hinter der Bergkette befindet sich Csillebérc, ein Kinder- und Jugendzentrum. An der südlichen Flanke der Bergkette befinden sich mehrere Täler, Németvölgy („Deutschenthal“), Farkasvölgy („Wolfstal“) und Irhás-árok („Lederergraben“) sowie die Hochebene Farkasrét („Wolfswiese“), auf dem sich der gleichnamige Friedhof befindet. Von den Stadtteilen ist Németvölgy der größte. Der Name Deutschenthal wurde seit dem 17. Jahrhundert verwendet, da sich dort deutsche Truppen im Kampf gegen die Türken aufhielten. Die ungarische Übersetzung ist seit 1847 im Gebrauch. Die Äcker und Weingärten entstanden überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1884 wurde das Sportkrankenhaus Erzsébet Kórháza („Elisabeth-Krankenhaus“) des Ungarischen Roten Kreuzes eröffnet. Zur Jahrhundertwende siedelte sich dort das Industrieunternehmen Magyar Optikai Művek (MOM) an. Im Jahr 1951 wurde unter das Kulturzentrum MOM unter sowjetischer Leitung errichtet.

Kommunalpolitik[Bearbeiten]

Von 1990 bis 2006[Bearbeiten]

Nach den ersten Gemeindewahlen im Jahr 1990 wurde Gábor Sebes (SZDSZ) Bürgermeister. Bei den nächsten Wahlen 1994 ging eine Koalition aus MDF und KDNP hervor. Daraufhin wurde István Udvardy-Nagy Bürgermeister der konservativen Regierung. Diese Mehrheitsverhältnisse bestätigten sich auch bei den darauf folgenden Wahlen, jedoch wechselte Dr. György Mitnyan 1998 bis 2006 in das Amt des Bürgermeisters.

Seit 2006[Bearbeiten]

Mit der Wahl am 1. Oktober 2006 wurde das Gemeindeparlament auf eine Anzahl von 28 Mitgliedern festgelegt. Der Bürgermeister, gleichzeitig auch Vorsitzender des Repräsentativorgans, ist seither Zoltán Pokorni (Ungarischen Bürgerbund). Im 12. Bezirk gingen ohne Ausnahme die gemeinsamen Kandidaten von Fidesz und KDNP als Wahlsieger hervor. Die Vertreter der anderen Parteien MDF, MSZP und SZDSZ wurden über Kompensationslisten gewählt.

Bürgermeisterkandidat Partei Erhaltene Stimmen Ergebnis in Prozent
Zoltán Pokorni Fidesz-KDNP 20.073 59,55 %
Norbert Élő MSZP 10.321 30,62 %
Klára Ungár SZDSZ 3.312 9,83 %

Gewählte Volksvertreter nach Listenzugehörigkeit:

    Liste Repräsentanten Zusammensetzung des Gemeindeparlaments
  Fidesz-KDNP 16                                
  MSZP 6                                
  SZDSZ 4                                
  MDF 1                                

Kultur[Bearbeiten]

Das Kulturzentrum MOM
  • Musikschule: Solti György Zeneiskola [1]
  • Kunstschule THÉBA Művészeti Szakközépiskola [2]
  • Kulturzentrum MOM

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Plakette des Europa Nostra-Preises an der Barabas-Villa

Partnerschaften[Bearbeiten]

Der Bezirk unterhält Partnerschaften mit der belgischen Gemeinde Watermael-Boitsfort und mit der rumänischen Stadt Odorheiu Secuiesc.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cemetery Farkasrét – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien