Heidegger und der Nationalsozialismus

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Wie Martin Heideggers Verhältnis zum Nationalsozialismus zu beurteilen ist, wird bis heute in den Medien und von Historikern und Philosophen diskutiert. Hier wird ein Überblick über den Stand der Forschungskontroverse und einschlägige Aussagen Heideggers sowie einiger Zeitgenossen gegeben.

Martin Heidegger, Pinselzeichnung von Herbert Wetterauer

Inhaltsverzeichnis

Die Heidegger-Kontroverse [Bearbeiten]

Mit der Veröffentlichung des Buches Heidegger et le nazisme[1] von Victor Farías flammte 1987 in Frankreich, vor allem in der Tagespresse, eine bis heute nicht abgeschlossene Diskussion auf. Farías veröffentlichte Mitschriften von Vorlesungen Heideggers, die anscheinend nationalsozialistisches Gedankengut enthalten, um zu zeigen, dass dieser sein ganzes Leben lang "politisch-praktisch im Sinne des Nationalsozialismus agiert"[2] habe. "Gnadenlos gut dokumentiert, dieses Buch ist eine Bombe"[3], äußerte Roger-Pol Droit und auch Richard Rorty beurteilte die Neuerscheinung überschwänglich[4]. Dabei ist zu bedenken, dass es sich um nichtautorisierte Texte handelt. Insgesamt stieß das Buch auf scharfe Kritik, wobei vor allem die mangelnde philosophische Kompetenz des Autors gerügt wurde. Dies wirkt sich wiederum disqualifizierend auf die von Farías angestrebte Verknüpfung von Biographie und Philosophie aus.[5] "Die Fachleute", so Silvio Vietta, "waren sich relativ einig: Victor Farías Buch ist philosophisch eher flach, dokumentarisch lücken- und fehlerhaft."[6] Der bedeutendste Heidegger-Schüler Hans-Georg Gadamer urteilte entsprechend: „Es ist zu bedauern, daß das Buch von Farías (…) auch seinen Informationen nach gänzlich äußerlich und längst überholt ist und daß es dort, wo es Philosophisches berührt, von grotesker Oberflächlichkeit ist und von Unkenntnis geradezu strotzt.“[7] Hugo Ott äußerte, Farías Methode sei unter historisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten völlig inakzeptabel[8]. Schließlich erschien 1988 das Buch Heidegger – anatomie d'un scandale vom Freund und Übersetzer Heideggers ins Französische François Fédier, der den Untersuchungen von Victor Farías am deutlichsten widersprach[9] (in den 60er-Jahren hatte schon Fédier in einem Aufsatz[10] auf die Angriffe von Guido Schneeberger[11], Paul Hühnerfeld[12] und Theodor W. Adorno[13] geantwortet, jedoch ohne mediale Wirkung). Insbesondere zitierte Fédier zahlreiche damalige Studenten, die von einer seit 1934 wahrnehmbar wachsenden oppositionellen Haltung Heideggers gegen das NS-Regime Zeugnis abgelegt haben (siehe Zeugnisse der Studenten). Einer von ihnen, Walter Biemel, erzählt wie er Victor Farías persönlich begegnet sei:

Anlässlich einer öffentlichen Diskussion in Düsseldorf erzählte mir Victor Farías am Rande der Tagung, Freunde hätten ihm vor der Veröffentlichung seines Buches geraten, mit Personen zu sprechen, die Heidegger während der Zeit des Nationalsozialismus gekannt hätten. Sie hätten ihm auch einige Namen genannt, so den von Margherita von Brentano, die auch in Berlin lebte und leicht zu erreichen war, und auch meinen Namen. Und dann fuhr er fort: "Das habe ich nicht getan." Auf meine Frage: "Warum nicht?" antwortete er lächelnd: "Weil ich das dann vielleicht nicht mehr hätte sagen können." Das nur als Beispiel für die Art und Weise, wie mit Heidegger umgegangen wurde und leider noch umgegangen wird.[14]

Biemel nimmt Bezug auf eine neue Entwicklung der Diskussion: 2005 entbrannte die Heidegger-Debatte in Frankreich abermals, diesmal zwischen Emmanuel Faye und François Fédier, die in diesem Zusammenhang auch in einer TV-Diskussion im Februar 2007 beim Sender Public-Sénat auftraten[15]. Besonders Faye hatte sich mit Vehemenz dafür eingesetzt, zwischen Heideggers Denken und dem Nationalsozialismus eine tiefgreifende und ungebrochene Verbindung herzustellen: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie[16]. "Der französische Philosoph Emmanuel Faye hält Martin Heideggers Philosophie für nichts anderes als NS-Propaganda" schrieb Willem van Reijen in der Badischen Zeitung[17]. Dafür hatte sich Faye auch auf Materialien und Schriften Heideggers berufen, die noch nicht veröffentlicht waren und nur ihm vorlagen. Nach der Veröffentlichung erschienen viele Aussagen von Faye als bewusste Verstellung[18] und ihm wurde von einem Autorenkollektiv „polemische Verschleierung“, Unwahrheit und Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen[19]. Doch Persönlichkeiten wie die Philosophen Jacques Bouveresse, Georges-Arthur Goldschmidt, Jean Bollack, Michel Onfray, die Historiker Jean-Pierre Vernant, Pierre Vidal-Naquet, Paul Veyne und der Nazijäger Serge Klarsfeld nahmen ihn in Schutz.[20]

Medard Boss, der Schweizer Psychiater und Freund des Freiburger Philosophen, äußerte sich 2006 in seinem Vorwort des Buches Zollikoner Seminare ablehnend gegenüber den Vorwürfen in Richtung Heidegger: "Bei Nachforschungen kam deutlich genug zum Vorschein, daß Martin Heidegger der am gründlichsten verleumdete Mensch war, der mir bisher begegnet war; verstrickt in ein Lügennetz vieler seiner Kollegen. Die meisten von denen, die der Sache des Heideggerschen Denkens nicht ernstlich etwas anhaben konnten, versuchten dem Menschen Heidegger durch persönliche Attacken beizukommen. Rätselhaft blieb nur, weshalb sich dieser gegen die Verleumdungen nicht öffentlich zur Wehr setzte."[21] Fédier kommentiert in Zuspitzung das Schweigen Heideggers gar mit der Bemerkung Nietzsches, dass der Philosoph "das schlechte Gewissen seiner Zeit zu sein" hat. Maurice Blanchot schreibt hingegen, "daß Heideggers irreparabler Fehler in seinem Schweigen zur Vernichtung liegt"[22]. Laut Heinrich Wiegand Petzet hat Heidegger sein anfangs enges Verhältnis zum Nationalsozialismus selbst als "die größte Dummheit seines Lebens"[23] bezeichnet.

Hier werden vor allem zwei Aspekte untersucht :

  • Die Frage nach der Eigenständigkeit des philosophischen Werks, d.h. ob Heideggers Philosophie unabhängig von seiner Person und dem Engagement für den Nationalsozialismus gesehen werden kann (wie abgesehen von den Einsprüchen von Habermas, Adorno und Marcuse früher üblich).
  • Ob Heidegger als Person (über eine diffus bündische und antidemokratische Position hinaus) die Ideologie der Nationalsozialisten teilte.

Werk [Bearbeiten]

Jürgen Habermas sieht im Werk vor 1933 eher Potentiale für antifaschistischen Widerstand. Derrida hielt hingegen die Schriften nach 1945 aufgrund ihrer radikalen Lösung von der traditionellen Metaphysik für antifaschistisch. Trotz allem kritisierte er Heidegger harsch, nicht ohne die Notwendigkeit zu betonen, ihn zu lesen. Nach der Niederlegung des Rektorats lassen sich, so Silvio Vietta, zahlreiche Passagen seiner noch zu NS-Zeiten gehaltenen Vorlesungen als implizite Kritik am Nationalsozialismus erkennen.[24] 1938 zum Beispiel sprach Heidegger von den "mühseligen Anfertigungen so widersinniger Erzeugnisse, wie es die nationalsozialistischen Philosophie sind."[25]

In äußerst grober Darstellung lassen sich, Dieter Thomä folgend[26], acht verschiedene Positionen so zusammenfassen :

  1. Die erste Position vollzieht eine strikte Trennung von Person und Werk: Heideggers philosophisches Werk und seine Unterstützung des Nationalsozialismus werden unabhängig voneinander betrachtet. (Rorty[27], Arendt[28], Lyotard[29])
  2. Heidegger wird als Vertreter der deutschen Intelligenz gesehen, der aufgrund der soziologischen und historischen Umstände dem Nationalsozialismus zugeneigt war (Palmier[30], Sluga[31]).
  3. Heideggers Philosophie war zu jeder Zeit mit dem Nationalsozialismus unverträglich, da er einen imaginären „Privatnationalsozialismus“ vertreten habe, bzw. steht in direktem Gegensatz zur NS-Ideologie. Es gibt allenfalls äußere Ähnlichkeiten, wie Gegnerschaft zu Bolschewismus und Liberalismus. (Young[32], Pöggeler[33], Fédier[34]).
  4. Es existiert eine Nähe zwischen Heideggers Denken und dem Nationalsozialismus, jedoch muss diese in Abwägung der Zeit um 1933 und danach untersucht werden. Hierbei wird das Problem der Heterogenität von Heideggers Werk betont. Heideggers Werk ist somit 'Steinbruch': einiges davon ist produktiv und kann aufgegriffen werden (Steiner[35], Schwan[36]).
  5. Das NS-Engagement Heideggers ist einer bestimmten Phase seines Denkens zuzuordnen, die der in „Sein und Zeit“ noch nicht gänzlich überwundenen Philosophie des Subjekts geschuldet ist. (Derrida[37] Köchler[38]) Eine Überwindung wird erst im Spätwerk geleistet. Von hier aus lesend, lässt sich Heideggers Philosophie als exklusiver Beitrag zur Analyse des Nationalsozialismus nutzen: von Bedeutung sind dabei Heideggers Brief über den »Humanismus« und der Vortrag „Die Frage nach der Technik“ (Lacoue-Labarthe[39]).
  6. Nach dieser Lesart kann Heideggers „Sein und Zeit“ gegen die NS-Ideologie gewendet werden, seine späten Texte seien hingegen an seine Äußerungen in der Zeit des Nationalsozialismus angelehnt (Franzen[40], Habermas[41]). Die Abwendung vom Subjekt im Spätwerk wird kritisch beurteilt, da Heidegger nunmehr eine blinde Hingabe an „Geschick“ mit einer Abkehr vom Wahrheitsbezug verbindet (Tugendhat[42]) und sich dabei auch nach dem Krieg nicht von seinem nationalistisch-rassistischen Denken gelöst hat (Marten[43]).
  7. Es besteht ein starker Bezug von „Sein und Zeit“ und auch der späten Schriften zum NS-Engagement. Das Nachdenken über Heidegger als Philosoph muss die Analyse seines NS-Engagements einbeziehen (Rockmore[44]). Ebenso in diesem Zusammenhang wird Heidegger als Grundmotiv „Hass auf die Moderne“ unterstellt (Ferry/Renaut[45]).
  8. Schließlich äußerst zugespitzt: Heideggers Philosophie ist „bis in ihre innersten Zellen faschistisch“ (Adorno[46]) und lässt sich nur von der NS-Verstrickung her verstehen (Farias[47]), (Faye[48]), dabei ist Heidegger stets Philosoph und Nazi (Lévy[49]).

Person [Bearbeiten]

Fehleinschätzung des politischen Geschehens? [Bearbeiten]

Rainer Thurnher kommt im Hinblick auf die Frühphase des Nationalsozialismus zu folgender Einschätzung: „Die dokumentierten Appelle und Reden – darunter auch die vieldiskutierte Rektoratsrede – zeigen Heidegger auf einem Niveau, das tief unter dem seiner denkerischen Bemühungen – der vorangegangenen wie der nachfolgenden – liegt.“[50] Den Grund für Heideggers begeistertes Engagement sieht er in einer „Fehleinschätzung“ des politischen Geschehens. Im Wintersemester 1932/33 blieb Heidegger fast die ganze Zeit oben auf seiner Hütte in Todtnauberg: "ideale Bedingung für geistige Arbeit, aber schlechte", so Silvio Vietta, "um die politischen Geschehnisse zu verfolgen und zu verstehen"[51]. War dies also lediglich ein Missverständnis? So urteilte eigentlich der Bereinigungsausschuss im August 1945, nachdem Gerhard Ritter zu Protokoll gab, dass er "aus vertrautem Umgang mit Heidegger"[52] wisse, dass Heidegger seit 1934 innerlich zu einem Gegner des Nationalsozialismus geworden sei:

Der Philosoph Professor Martin Heidegger lebte vor dem Umbruch von 1933 in einer völlig unpolitisch-geistigen Welt, stand aber in freundlicher Berührung (auch durch seine Söhne) mit der damaligen Jugendbewegung und gewissen literarischen Wortführern der deutschen Jugend wie Ernst Jünger, die das Ende des bürgerlich-kapitalistischen Zeitalters und das Heraufkommen eines neuen deutschen Sozialismus ankündigten. Von der nationalsozialistischen Revolution erwartete er eine geistige Erneuerung des deutschen Lebens auf völkischer Grundlage, gleichzeitig, wie sehr viele deutsche Gebildete, eine Aussöhnung der sozialen Gegensätze und eine Rettung der abendländischen Kultur von den Gefahren des Kommunismus. Von den politisch-parlamentarischen Vorgängen, die der Machtergreifung des Nationalsozialismus vorangingen, besaß er keine klare Vorstellung, glaubte aber an die geschichtliche Mission Hitlers, die ihm selbst vorschwebende Geisteswende herbeizuführen. … So endete sein Rektoratsjahr schon am Schluss des W.S. 1933/34 … seitdem hat sich Heidegger ganz und gar auf seine philosophischen Studien zurückgezogen, der Partei immer tiefer entfremdet, zuletzt in schärfster innerer Oppositionshaltung, ohne diese jedoch nach außen klar hervortreten zu lassen. … Als Nazi kann er schon seit 1934 nicht mehr bezeichnet werden, und eine Gefahr, dass er jemals wieder nazistischen Ideen Vorschub leisten würde, besteht nicht.[53]

Die Kommission kam aber zu dieser sehr milden Beurteilung gegen das Votum Adolf Lampes (Heidegger widersetzte sich 1933 der Verlängerung einer Lehrstuhlvertretung durch Lampe, "wegen politischer Unverlässigkeit"[54]). Der Senat stellte sich auch gegen dieses milde Votum mit dem Argument, dass es keine Handhabe mehr gebe, gegen andere belastete Mitglieder des Lehrkörpers vorzugehen und dass "der intellektuelle Verführer Heidegger (...) viele jüngere Gelehrte auf die schiefe Bahn geführt habe"[55]. Dann beurteilte Karl Jaspers in seinem Gutachten vom Dezember 1945 Heideggers Denkstil als "unfrei, diktatorisch, communikationslos" und schädlich für "die heute innerlich fast widerstandslose Jugend". Nach ihm sei eigentlich "die Denkungsart wichtiger als der Inhalt politischer Urteile"[56]. Folglich beschloss der Senat am 19. Januar 1946 den Entzug der Lehrbefugnis. Rüdiger Safranski in seiner Biographie Heideggers ist der Meinung, dass die Universität in seinem Fall ein Exempel statuieren wollte, "um gegenüber der Militärverwaltung glaubwürdig zu bleiben"[57]. Heidegger war überrascht, dass er überhaupt zur Verantwortung gezogen wurde. Er hatte kein Schuldgefühl bekundet. Doch tatsächlich war er im Jahr 1933 von Hitler verzaubert. In einem Brief an seinen Bruder Fritz vom 4. Mai 1933 hatte Heidegger sein Engagement für die neue Bewegung erklärt:

Du darfst die ganze Bewegung nicht von unten her betrachten, sondern vom Führer aus und seinen großen Zielen. Ich bin gestern in die Partei eingetreten nicht nur aus innerer Überzeugung, sondern auch aus dem Bewußtsein, daß nur auf diesem Wege eine Läuterung und Klärung der ganzen Bewegung möglich ist. Wenn Du Dich im Augenblick dazu auch nicht entschließt, so möchte ich Dir doch raten, Dich auf einen Eintritt innerlich vorzubereiten und dabei in keiner Weise auf das zu achten, was um Dich vorgeht an niedrigen und weniger erfreulichen Dingen.[58]

Der Heidegger-Forscher Otto Pöggeler versucht dieses Engagement zu relativieren: "Er war nicht der einzige Getäuschte: Roosevelt war vom Auftreten Hitlers begeistert, die Londoner Times unterstützte Hitlers Forderungen, und bald kam es angesichts des neuen Kurses dazu, daß man in den Londoner Kinos Beifall klatschte, wenn die Wochenschau das Bild Hitlers zeigte. (...) Wenn Heidegger bei Regimefernen wie Jaspers Hitler gegen den Vorwurf des Primitivismus mit dem Argument verteidigte, Hitler habe aber wunderbare Hände, so konnte nachgewiesen werden, daß auch Toynbee nach einer Audienz von 1936 von Hitler festhielt: "he has beautiful hands" (...). Nun mag man darauf hinweisen, daß man sich damals in Mein Kampf über die wahren Ziele Hitlers habe orientieren können; doch dieses Buch wurde kaum gelesen und schon gar nicht ernst genommen."[59]

Die Stimmung in Deutschland wurde beschrieben von Sebastian Haffner, der sie selbst erlebte, als "ein sehr weit verbreitetes Gefühl der Erlösung und Befreiung von der Demokratie"[60]. So kommentiert Safranski: "Nicht nur bei den Feinden der Republik gab es dieses Gefühl der Erleichterung über das Ende einer Demokratie. Auch die meisten ihrer Anhänger hatten ihr nicht mehr die Kraft zugetraut, die Krise meistern zu können. Es war, als hätte sich ein lähmender Bann gelöst. Etwas wirklich Neues schien sich anzukündigen: eine Volksherrschaft ohne Parteien mit einem Führer, von dem man hoffte, daß er Deutschland wieder einig nach innen und selbstbewußt nach außen machen werde. Hitlers "Friedensrede" vom 17. Mai 1933, worin er erklärte, daß "die grenzenlose Liebe und Treue zum eigenen Volkstum" den "Respekt" vor den nationalen Rechten anderer Völker einschließe, tat ihre Wirkung. Die Times schrieb: Hitler hat "tatsächlich für ein einiges Deutschland gesprochen". Sogar unter der jüdischen Bevölkerung gab es - trotz dem Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April und der Entlassung jüdischer Beamter seit dem 7. April - zum Teil eine begeisterte Zustimmung zur "Nationalen Revolution". Georg Picht erinnert sich, wie Eugen Rosenstock-Huessy im März 1933 bei einem Vortrag erklärte, die nationalsozialistische Revolution sei der Versuch der Deutschen, den Traum Hölderlins zu verwirklichen."

Daher warnte Heidegger 1960 einen jungen Mann vor dem Fehler, "den Nationalsozialismus nur von heute aus im Rückblick und im Hinblick auf das [zu] beurteilen, was nach 1934 allmählich deutlich ans Licht kam"[61], nämlich die Rassenpolitik Hitlers. Doch waren 1933 die erklärten Feinde der „nationalsozialistischen Revolution“, so schreibt Safranski, "natürlich vor allem die Juden und die politisch Oppositionellen. Das mußte Heidegger wissen."[62] Außerdem haben zahlreiche Kommentatoren, beispielsweise Wolfgang Röd[63] oder Tom Rockmore[64], in der Antrittsrede vom 27. Mai 1933 Anklang an die nationalsozialistische Blut-und-Boden-Rhetorik gesehen.

Antrittsrede [Bearbeiten]

Heidegger führte an einer Stelle seiner Rektoratsrede aus:

Die geistige Welt eines Volkes ist nicht der Überbau einer Kultur, sowenig wie das Zeughaus für verwendbare Kenntnisse und Werte, sondern sie ist die Macht der tiefsten Bewahrung seiner erd- und bluthaften Kräfte als Macht der innersten Erregung und weitesten Erschütterung seines Daseins.[65]

Heidegger hat in einer späteren Rechtfertigung zur Rektoratsrede die Rede von "erd- und bluthaften Kräften" unterschlagen und beansprucht, eine zur Ideologie Alfred Rosenbergs gegenteilige Position vertreten zu haben[66]. Günther Anders bestreitet die Plausibilität dieser Einlassungen und spricht sogar von einer "Falschheit Heideggers"[67]. Hierbei aber zitiert er selbst die Rektoratsrede falsch und ersetzt "eines Volkes" durch "unseres Volkes". Nach Alfred Denker mache das einen großen Unterschied: "Die "Kräfte" sind verbunden mit der Bodenständigkeit eines jeden Volkes und nicht spezifisch deutsch. Die Bodenständigkeit ist die Grundlage einer geistigen Welt"[68]. Um zu beweisen, dass dieses Thema damals nicht ausschließlich im nationalsozialistischen Kontext vorkam, führen François Fédier und Beda Allemann[69] einen Satz des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber an : "Das Blut ist die tiefste Machtschicht der Seele" (1911, Drei Reden über das Judentum), und vom antifaschistischen Schriftsteller Antonin Artaud : "Alle wahre Kultur stützt sich auf die Rasse und das Blut" (1936). Außerdem sprach Heidegger über das fragliche Thema in einer Freiburger Vorlesung dieser Zeit und schränkte die Bedeutung von "Blut und Boden" wie folgt ein:

Es ist heute viel die Rede von Blut und Boden als vielberufener Kräfte. Bereits haben die Literaten, die es ja auch heute noch gibt, sich ihrer bemächtigt. Blut und Boden sind zwar mächtig und notwendig, aber nicht hinreichende Bedingung für das Dasein eines Volkes.[70]

Auf diese Stelle verweist beispielsweise Daniel Morat.[71] Heideggers Begriff des Volkes, der nun ab 1933 verstärkt auftrat, ist dabei nicht durch ein biologisches Privileg ausgezeichnet, wie bei Alfred Rosenberg, sondern geschichtlich, durch die Hingabe an ein „Geschick“ (Schicksal). Hierin erfüllte sich für Heidegger die Aufgabe, dass das deutsche Volk „sein eigenes Wesen behalte und rette“, so Heidegger am 10. November 1933.[72] Dabei spielt das Prinzip der Führerschaft eine wesentliche Rolle: „Das Wesen der nationalsozialistischen Revolution“, so erläuterte Heidegger am 15. August 1934, „besteht darin, daß Adolf Hitler jenen neuen Geist der Gemeinschaft zur gestaltenden Macht einer neuen Ordnung des Volkes erhöht und durchgesetzt hat.“[73] „Der Führer selbst und allein ist die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz.“ (Oktober 1933)[74] Andererseits spreche Heidegger von der "Blindheit des Biologismus gegenüber der geschichtlichen existenziellen Grundwirklichkeit des Menschen bzw. eines Volkes"[75]. Schon 1934 werde die rassistische Auffassung des Volkes als lächerlich bezeichnet:

Wir könnten nun die einzelnen Lebensläufe zusammenstellen, mit charakterologischen Gutachten versehen, vielleicht noch ergänzt durch Schädelmessungen usw. Wir werden damit uns selbst ebenso verfehlen wie durch die geographisch-astronomischen Annahmen. Selbst wenn wir alle Ergebnisse lückenlos in Kartotheken einordneten und in Kurven aufzeichneten, wäre diese Angabe und Bestimmung unserer selbst, trotz der vielen Rücksichten, ein lächerliches Bemühen.[76]

Insgesamt haben Kommentatoren Schwierigkeiten die Rektoratsrede zu interpretieren. Als Vernichtung der Wissenschaft und der Universität durch Zerstörung der Freiheit und der Universalität interpretiert Reinhard Brandt Heideggers Rede. Deren Ziel sei die "Umwandlung der liberalen akademischen Universität in eine von einem einzigen Führerwillen durchherrschte völkische Einheit, die Zerstörung der kosmopolitischen Vernunft durch die völkische Autarkie, die Freiheit vom Joch allgemeiner Ideen in der Selbstbehauptung des Deutschen gegen die Not von außen und innen."[77] Manche aber halten sie für zweideutig, sogar widersprüchlich. Zum Beispiel Tom Rockmore (der das Vorwort zur englischen Ausgabe des Buches von Farias verfassen hat) schreibt: "the rectoral address [is] the main exoteric document of Heidegger's public identification with National Socialism". Sofort fügt er aber hinzu: "his speech is quasi-Platonic, in fact a form of right-wing Platonism"[78]. Eben hier sieht der Philosoph Jacques Taminiaux einen Widerspruch. Nach ihm auch sei diese Rede zwar „das eindeutigste Symptom“ dafür, dass sich Heidegger im Hinblick auf den Nationalsozialismus kompromittiert habe, jedoch müsse man „einräumen, dass die Rektoratsrede der NS-Ideologie gar nicht entspricht. (…) Diese erweist sich tatsächlich als ein den Umständen entsprechendes Remake vom ersten entscheidenden Text in der Tradition des politischen Denkens, dessen sich die NS-Ideologie, von Natur aus, ein für allemal zu entledigen gedachte, die Rede ist von Platons „Der Staat“."[79] Andererseits hat Teresa Orozco in mehreren Arbeiten gezeigt, wie die politische Interpretation Platons seit den zwanziger Jahren dem autoritären Machtstaat Vorschub leisten konnte.[80] Bemerkenswert aber ist in dieser Hinsicht, dass der regimeferne Philosoph Jaspers, der sich für den Erhalt der authentischen Fassung der Rektoratsrede bedankte, in einem Brief an Heidegger vom 23. August 1933 trotzdem Komplimente schrieb. Er nannte die Einführung des Führerprinzips und die Entmachtung der Kollegialorgane einen "außerordentlichen Schritt" und wünschte dem neu installierten "aristokratischen Prinzip" vollen Erfolg[81]:

Der große Zug Ihres Ansatzes im frühen Griechentum hat mich wieder wie eine neue und sogleich wie selbstverständliche Wahrheit berührt. Sie kommen darin mit Nietzsche überein, aber mit dem Unterschied, daß man hoffen darf, daß Sie einmal philosophisch interpretierend verwirklichen, was Sie sagen. Ihre Rede hat dadurch eine glaubwürdige Substanz. (...) Mein Vertrauen zu Ihrem Philosophieren, das ich seit dem Frühjahr und unseren damaligen Gesprächen in neuer Stärke habe, wird nicht gestört durch Eigenschaften dieser Rede, die zeitgemäß sind, durch etwas darin, was mich ein wenig forciert anmutet und durch Sätze, die mir auch wohl einen hohlen Klang zu haben scheinen. Alles in allem bin ich nur froh, dass jemand so sprechen kann, dass er an die echten Grenzen und Ursprünge rührt.[82]

Eine wirkliche Zustimmung Jaspers' wurde von Lars Lambrecht bezweifelt[83], da Jaspers selbst seine Aussage nach dem Krieg widerrief: in Wirklichkeit habe er Abscheu empfunden[84]. Diese Verunsicherung der Kommentatoren hat Karl Löwith, der 1933 in Freiburg war, treffend mit ironischem Unterton zusammengefasst: "Der ,Arbeits-' und ,Wehrdienst' wird eins mit dem ,Wissensdienst' [wie im Platons Idealstaat], so daß man am Ende des Vortrags nicht weiß, ob man Diels' Vorsokratiker in die Hand nehmen soll oder mit der SA marschieren."[85] Es muss aber beachtet werden, dass nie von der SA die Rede ist. Die Heideggersche Rektoratsrede, "in der weder der Name Hitler noch der Begriff Nationalsozialismus auftauchen", entspräche nicht, urteilt der Historiker Bernd Martin, "der damals gängigen und von oben gewünschten Linie des angepaßten Verhaltens. Im Kontext mit anderen Universitätsreden ihrer Zeit gesehen, bildete sie eine Ausnahme, so daß ihr schon aus diesem Grunde keine von der Propaganda zugewiesene große Rolle beschieden sein konnte"[86]. Daher scheut sich nicht Eduard Langwald, der extremste Verteidiger Heideggers, zu übertreiben und die Rektoratsrede eine "Kampfansage gegen den Hitlerismus" oder "Anti-Mein-Kampf-Ansprache"[87] zu nennen, da Heidegger an einer Stelle die Grenzen des Führerprinzips betont habe:

Alle Führung muß der Gefolgschaft die Eigenkraft zugestehen. Jedes Folgen aber trägt in sich den Widerstand. Dieser Wesensgegensatz im Führen und Folgen darf weder verwischt, noch gar ausgelöscht werden.[88]

War das Rektorat Heideggers ein Folgen und ein Widerstand zugleich?

Das Rektorat [Bearbeiten]

An seinem zweiten Amtstag verbot Heidegger wie auch sein Vorgänger, Wilhelm von Möllendorff, der deshalb entlassen worden war, das Aufhängen eines antisemitischen Plakats in der Universität (vielleicht aber nur aus ästhetischen Gründen, vermutet Hugo Ott[89]), und am 10. Mai habe er eine Bücherverbrennung von Studenten untersagt (es regnete, hält Hugo Ott entgegen, und Fédier antwortet, dass Bücherverbrennungen in ganz Deutschland an diesem Tag unter dem Regen stattfanden). Schließlich gab Heidegger in seiner Selbstrechtfertigungsschrift nach 1945 zu verstehen, dass er das Rektorenamt 1934 unter Protest niedergelegt habe, weil von ihm gefordert worden sei, zwei Kollegen aus politischen Gründen zu ersetzen[90]. Aber der Grund für die Niederlegung wäre eigentlich, so Farias, Ott und Faye, dass seine Hochschulpolitik weder an der Universität noch bei der Partei genügend Unterstützung fand. Heidegger beteiligte sich ausdrücklich und entschieden während seines Rektorats an Propaganda und Gleichschaltungspolitik der „Bewegung“. Er wirkte bei dem Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, das am 11. November 1933 bei einem Festakt in Leipzig abgelegt wurde, an führender Stelle mit; er war Mitglied des Präsidiums und hielt (nach der Begrüßung durch den örtlichen Rektor) die Eröffnungsrede: Keiner kann fernbleiben am Tage der Bekundung dieses Willens,...Heil Hitler. Für die Übersetzung des Machwerks, das er als "Markstein" bezeichnet, in mehrere Sprachen und für den Druck sammelte er als Rektor Geld bei den Freiburger Dekanen; sein Schreiben dazu vom 13. Dezember 1933 endet mit: "Es bedarf keines besonderen Hinweises, dass Nichtarier auf dem Unterschriftenblatt nicht erscheinen sollen" (ursprünglich ist aber der Satz nicht von Heidegger selbst sondern von Göpfert[91]). Dieses Blatt sollte Faksimiles der Unterschriften aller Bekennenden abbilden.[92]

Nach Safranski teilte doch auch der regimeferne Philosoph Karl Jaspers im Sommer 1933 die Überzeugung Heideggers, dass sich mit der nationalsozialistischen Revolution auch eine vernünftige Erneuerung der Universität durchführen lasse, wenn nur die Machthaber auf die Gelehrten von Rang hören[93]. Auch Alfred Denker urteilt, dass Jaspers im nationalsozialistischen Regime die Möglichkeit sah, die Universität zu reformieren[94]. Im Juli 1933 hatte Jaspers seine "Thesen zur Frage der Hochschulerneuerung" ausgearbeitet, und konnte auf Grund seines Entwurfs die neue Universitätsverfassung von Baden bejahen. Heimlich hegte er die Hoffnung, dass Heidegger, der informiert war, das Ministerium des Kultus und Unterrichts auffordern würde, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Die »Thesen« waren, wie seine Denkschrift „Die Idee der Universität“ von 1923, welche sich um eine Wiederbelebung neuhumanistischer Ideale bemühte, ein Votum für eine platonische elitäre Aristokratie an der Universität, verbunden mit dem Weberschen Gedanken der verantwortungsethischen Rechenschaftspflicht all derer, die Macht innehaben[95]. 1930 hatte er Heidegger geschrieben: "Der Plan einer aristokratischen Universität, den wir neulich besprachen, ist vorläufig utopisch. Wir brauchen ihn aber nicht durchaus fallen zu lassen. Wenn das Reich wirklich einmal eine "Reichsuniversität" will, so könnte eine Chance sein. Sie wären dann unentbehrlich."[96]

Heidegger ein Denunziant? [Bearbeiten]

Heidegger scheute sich auch nicht, seinen philosophischen Gegner, Richard Hönigswald, mit dem zeitgemäßen Jargon zu diffamieren und aktiv zu dessen Verdrängung aus dem Amt beizutragen. Reinhold Aschenberg spricht von einem „im Text des Machwerks offen evozierten germanofaschistischem Diskurskontext.“[97] Für Dr. Einhauser, einen Oberregierungsrat im Bayerischen Kultusministerium, schrieb Heidegger in einem erbetenen Gutachten am 26. Juni 1933:

Sehr geehrter Herr Einhauser, ich entspreche gerne Ihrem Wunsche und gebe Ihnen im Folgenden mein Urteil. (1) Hönigswald kommt aus der Schule des Neukantianismus, der eine Philosophie vertreten hat, die dem Liberalismus auf den Leib zugeschnitten ist. Das Wesen des Menschen wurde da aufgelöst in ein freischwebendes Bewusstsein überhaupt und dieses schließlich verdünnt zu einer allgemein logischen Weltvernunft. Auf diesem Wege wurde unter scheinbar streng wissenschaftlicher philosophischer Begründung der Blick abgelenkt vom Menschen in seiner geschichtlichen Verwurzelung und in seiner volkhaften Überlieferung seiner Herkunft aus Blut und Boden. Damit zusammen ging die bewusste Zurückdrängung jeden metaphysischen Fragens, und der Mensch galt nur noch als Diener einer indifferenten, allgemeinen Weltkultur. Aus dieser Grundeinstellung sind die Schriften Hönigwalds erwachsen. (2) Es kommt aber noch hinzu, dass nun gerade Hönigswald die Gedanken des Neukantianismus mit einem besonders gefährlichen Scharfsinn und einer leerlaufenden Dialektik verficht. Die Gefahr besteht vor allem darin, dass dieses Treiben den Eindruck höchster Sachlichkeit und strenger Wissenschaftlichkeit erweckt und bereits viele junge Menschen getäuscht und irregeführt hat. (3) Ich muss auch heute noch die Berufung dieses Mannes an die Universität München als einen Skandal bezeichnen, der nur darin seine Erklärung findet, dass das katholische System solche Leute, die scheinbar weltanschaulich indifferent sind, mit Vorliebe bevorzugt, weil sie gegenüber den eigenen Bestrebungen ungefährlich und in der bekannten Weise ‚objektiv-liberal’ sind. Zur Beantwortung weiterer Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung. Mit ausgezeichneter Hochschätzung! Heil Hitler! Ihr ergebener Heidegger.“[98]

Nach Eduard Langwald aber war Heidegger nie ein „Denunziant aus nazistischer Gesinnung“[99]. Safranski ist der Meinung, dass Heidegger 1933 eigentlich "die Opportunisten vom Revolutionären Aufbruch fernzuhalten" gedachte[100]. Nach zum Beispiel einem fachlichen Streit 1931 mit seinem Kollegen Eduard Baumgarten, der einen Antrag auf Aufnahme in die SA und den NS-Dozentenbund gestellt hatte, habe Heidegger diesen 1933 bei der nationalsozialistischen Professorenschaft als "alles andere als Nationalsozialist" denunziert[101]. Sein Beitritt wurde durch Heidegger verhindert, aber Baumgarten konnte mit Hilfe der NSDAP eine brillante Karriere trotzdem fortsetzen[102] (am 1. Mai 1937 wurde er Mitglied der Partei und erhielt den Kantischen Lehrstuhl in Königsberg). Die Echtheit des Briefes Heideggers ist aber umstritten, da Baumgarten nur selbst eine einzige Kopie erhalten hatte (durch angeblich einen sympathisierenden Sekretär). In dieser Kopie soll sich das Wort vom "Juden Fraenkel", das Jaspers als Beleg für Antisemitismus 1945 zitierte (obwohl Heidegger Fraenkel 1933 verteidigte), befinden. 1931 wollte Baumgarten bei Heidegger Assistent werden, der sich aber für Werner Brock entschied, welcher 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft nach England (mit Hilfe Heideggers) emigrieren musste[103].

Heidegger habe auch den bekannten Chemiker, Prof. Hermann Staudinger, aufgrund seines Pazifismus im Ersten Weltkrieg bei einer NS-Behörde denunziert[104]. Langwald ist aber überzeugt, dass Heidegger selbst „schon um 1910 mit der Friedensbewegung sympathisierte und seit dem Ende des Ersten Weltkrieges ein überzeugter Verächter des Krieges“ war. Er hält es also für unwahrscheinlich, dass Heidegger plötzlich „ein blindwütiger Macho gewesen“ sei[105]. Für Heidegger war vermutlich eher Staudinger, so schreibt Safranski, "einer dieser Wissenschaftler, die allen Zwecken dienstbar sind, wenn es sich nur für sie persönlich lohnt"[106]. Er wird von Heidegger als Opportunist bezeichnet, der "sich heute als hundert-prozentiger Freund der nationalen Erhebung ausgibt" (laut Fédier war Staudinger 1933 tatsächlich ein übereifriger Verteidiger der nationalsozialistischen Revolution[107]). Trotzdem konnte Staudinger seine Vorlesungserlaubnis behalten.

Heidegger nutzte noch seine Autorität als Rektor, um Max Müller von seiner Position als Studentenführer zu entfernen, und schrieb an die Universitätsverwaltung, dass Müller gegenüber dem Regime "negativ eingestellt" sei. So kommentiert Langwald : „Erstens war es die Wahrheit. Aber gewichtiger noch ist zweitens: Max Müller war ein spontaner junger Philosoph, der nur schwer seine wahre Meinung über die Nazis verhehlen konnte, so daß vermutlich viel zu viele um seine eigentliche Einstellung wußten“.[108] Außerdem habe Heidegger seine Autorität auch genutzt, so Georg Picht, um einen nationalsozialistischen Studentenführer zu entfernen.

Der Philosoph als Revolutionär [Bearbeiten]

Umstritten[109] ist die These der Heideggerianer François Fédier und Julian Young, jener habe keine Unterstellung der Universität unter den Staat, sondern genau das Gegenteil gefordert (eben habe er die Rektoratsrede "Die Selbstbehauptung der deutschen Universität" betitelt), und sich bemühte seine Studenten vor Indoktrination durch die groben Formen der Nazipropaganda zu schützen[110]. Als Beispiel zitiert Young den damaligen Studenten Georg Picht :

Wie Heidegger selbst sich diese Revolution vorstellte, wurde mir bei einer denkwürdigen Gelegenheit deutlich. Es war angeordnet worden, daß zum Zweck der politischen Erziehung jeden Monat ein Vortrag gehalten werden sollte, der für sämtliche Studenten obligatorisch war. Kein Raum in der Universität war groß genug; es wurde der Paulus-Saal gemietet. Zum ersten dieser Vorträge lud Heidegger, der damals Rektor war, den Schwager meiner Mutter, Victor von Weizsäcker, ein. Alle waren ratlos, denn daß Weizsäcker kein Nazi war, wußte jeder. Aber Heideggers Wort war Gesetz. Der Student, den er als Leiter der philosophischen Fachschaft eingesetzt hatte, fühlte sich bemüßigt, die Veranstaltung mit einer programmatischen Rede über die nationalsozialistische Revolution zu beginnen. Nach wenigen Minuten scharrte Heidegger mit den Füßen und rief mit seiner scharfen, in der Erregung überschnappenden Stimme: , Dieses Geschwätz hört jetzt auf'.' Total vernichtet verschwand der Student von Podium. Er mußte sein Amt niederlegen. Victor von Weizsäcker aber hielt einen makellosen Vortrag über seine medizinische Philosophie, in dem von Nationalsozialismus mit keinem Wort, wohl aber von Siegmund Freud die Rede war.[111]

Nach Pichts Erinnerung kommentierte sein Onkel Weizsäcker im Nachgang zu seinem Vortrag die für Picht verwunderliche Haltung Heideggers zum Nationalsozialismus:

Ich bin ziemlich sicher, daß das ein Mißverständnis ist – so etwas gibt es in der Geschichte der Philosophie noch öfter. Aber eines hat Heidegger von allen voraus: er merkt, daß hier etwas vor sich geht, von dem die anderen keine Ahnung haben.[112]

Nach Karl Löwith waren die Nationalsozialisten selbst verwirrt, weil Heidegger zu viel intellektuellen Ehrgeiz hatte:

Die kleinbürgerliche Orthodoxie der Partei hat Heideggers Nationalsozialismus verdächtigt, weil die Rassen- und Judenfrage darin keine Rolle spielt. Sein und Zeit ist dem Juden Husserl, das Kantbuch dem Halbjuden Scheler gewidmet. Heideggers Geistesart schien nicht der ‚nordischen Art’ gemäß, welche frei vor der Angst vor dem Nichts sei. Umgekehrt hat es der Germanist H. Naumann fertig gebracht, die germanische Mythologie in den Begriffen von Sein und Zeit zu erklären, und in Odin die ‚Sorge’ und in Baldur das ‚man’ entdeckt! Sowohl diese Zustimmung als auch jene Ablehnung kann man nicht ernst nehmen, weil Heideggers Entscheidung für Hitler die Übereinstimmung mit der Ideologie und dem Programm der Partei weit übertrifft. Er war und blieb Nationalsozialist, am Rande und in der Vereinzelung, die aber keineswegs wirkungslos ist. Er war es schon allein durch den Radikalismus, mit dem er die Freiheit des je eignen und deutschen Daseins auf die Offenbarkeit des Nichts stellte.“[113]

Sein Versuch, die Revolution philosophisch zu beeinflussen, schien aber unspektakulär. Er veranstaltete ein „Wissenschaftslager“, eine Art Platonische Akademie im Wald, die beim Zusammensein und Singen zur Gitarre eine neue geistige Gemeinschaft erfinden sollte. Das wird von Tom Rockmore als ein Umerziehungslager beschrieben[114], aber von Safranski als eher ein „ganz gewöhnliches Lagerleben mit Leuten, die eigentlich über das Alter von Pimpfen schon hinaus waren“[115]. Nach Safranski habe es Auseinandersetzungen mit SA-Studenten aus Heidelberg gegeben, „die gegen das Bündische das Militärische setzten und einen militanten Antisemitismus vertraten“. Bruno Altmann, der 1943 als ausgebürgerter Deutscher jüdischer Herkunft in KZ Majdanek ermordet wurde, schrieb 1938 im französischen Exil: „Über Heideggers Entwicklung sind viele Witze gerissen worden: den schlechtesten hat er selbst gemacht, als er nach allem Nationalsozialist wurde.“[116] Am 23. April 1934 reichte Heidegger sein Rücktrittsgesuch ein, das am 27. April auch vom Minister (sehr schnell, kommentiert Silvio Vietta) angenommen wurde. Der Freiburger Historiker Gerhard Ritter schrieb im Januar 1946 an Karl Jaspers, der gerade ein Gutachten über Heidegger zu Händen der Bereinigungskommission verfaßt hatte:

Heidegger ist kein starker Charakter. Vielleicht ist er nicht unbedingt aufrichtig, jedenfalls irgendwie "hintersinnig" im Sinn der Schwarzwälder "Schlitzohren". Aber er ist kein gemeiner Denunziant. Und das festzustellen, scheint mir wesentlich. Hinzufügen möchte ich noch, daß er, wie ich aus sehr genauer und beständiger Kenntnis weiß (wir gehörten immerhin einem gemeinsamen philosophischen Kränzchen an) seit dem 30. Juni 34 heimlich ein erbitterter Gegner des Nazismus war und auch den Glauben an Hitler, der ihn 1933 zu seiner verhängnisvollen Verirrung geführt hat, vollständig verloren hatte.[117]

Nach dem Rektorat: ein „geistiger Widerstand“? [Bearbeiten]

Über die Zeit nach dem Rektorat führte Heidegger aus:

Ich zeigte auch öffentlich meine Einstellung zur Partei, indem ich an ihren Versammlungen nicht teilnahm, ihre Insignien nicht trug und, ab 1934, mich weigerte, meine Kurse und Vorlesungen mit dem sogenannten deutschen Gruß [Heil Hitler] zu beginnen. (...) Es war nichts besonderes an meinem geistigen Widerstand während der vergangenen elf Jahre.[118] 1936 begannen die Nietzsche-Vorlesungen. Alle, die hören konnten, hörten, daß dies eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus war.[119]

Victor Farías[120] und Hugo Ott[121] haben diese Einstellung bezweifelt, da Heidegger einmal in Rom 1936 Karl Löwith gegenüber noch "keinen Zweifel über seinen Glauben an Hitler" zu erkennen gegeben und das Parteiabzeichen, das Hakenkreuz, getragen habe. "Er war nach wie vor überzeugt", berichtet Löwith, "daß der Nationalsozialismus der für Deutschland vorgezeichnete Weg sei; man müsse nur lange genug 'durchhalten'."[122] François Fédier hält aber dieses einzelne Zeugnis für irrelevant (testis unus testis nullus), weil Löwith schon lange nicht mehr in Deutschland war, während in Freiburg zahlreiche Studenten bezeugten, daß Heidegger tatsächlich zwischen 1934 und 1944 "öffentlich - und immer deutlicher - eine entschiedene Opposition gegen das Naziregime bekundet hat."[123] Daher äußerte der Sohn Hermann Heidegger in einem Interview unter dem Titel Auch mein Vater hat Widerstand geleistet :

Geistigen Widerstand gewiß. Denn wenn man vom deutschen Widerstand spricht, muß man immer unterscheiden zwischen aktivem Widerstand und jenem, der rein geistig war. Und als Historiker muß ich sagen, daß auch mein Vater zweifellos einen geistigen Widerstand geleistet hat. Keinen aktiven, weil die Struktur seiner Persönlichkeit ihm das nicht erlaubte. Aber es gibt genügend Zeitzeugen, die bestätigen, daß Heidegger in seinen Vorlesungen und Seminaren wirklich gefährliche Sachen gesagt hat.[124]

Hugo Ott antwortete Hermann Heidegger : "Diese zur Überschrift geronnene Feststellung entspricht der von Martin Heidegger seit 1953 in Leserbriefen bekundeten "Legende" - im Zusammenhang mit der publizistischen Auseinandersetzung nach der 1953 erfolgten Veröffentlichung von Einführung in die Metaphysik (Vorlesung SS 1935). Nach meiner Ansicht ist es eine Verhöhnung derjenigen Menschen, die tatsächlich Widerstand geleistet haben." Heidegger hatte noch 1953 in dieser 1935 gehaltenen Vorlesung über den Nationalsozialismus die Phrase von der „inneren Wahrheit und Größe dieser Bewegung“ drucken gelassen[125]. In einem Brief vom 18. März 1968 an Herrn S. Zernach in Jerusalem schrieb er hierzu:

Aus der 1935 gehaltenen und 1953 wortgenau veröffentlichen Vorlesung 'Einführung in die Metaphysik' wird immer wieder der eine Satz S. 152 herausgegriffen und das Ganze der Vorlesung übergangen, aus dem hervorgeht, dass meine Stellung zum Nationalsozialismus in jener Zeit bereits eindeutig gegnerisch war. Die verständigen Hörer dieser Vorlesung haben daher auch begriffen, wie der Satz zu verstehen sei. Nur die Spitzel der Partei, die – wie ich wusste – in meiner Vorlesung saßen, verstanden den Satz anders, sollten es auch. Man musste diesen Leuten hier und da einen Brocken zuwerfen, um sich die Freiheit der Lehre und Rede zu bewahren. … Schließlich möchte ich auf meine Nietzsche-Vorlesung verweisen von 1936 bis 1940, die jeder Hörer eindeutig als grundsätzliche kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus verstanden hat.

Im Kontext geht es anscheinend um eine Kritik am Nationalsozialismus:

Was heute vollends als Philosophie des Nationalsozialismus herumgeboten wird, aber mit der inneren Wahrheit und Größe dieser Bewegung (nämlich mit der Begegnung der planetarisch bestimmten Technik und des neuzeitlichen Menschen) nicht das Geringste zu tun hat, das macht seine Fischzüge in diesen trüben Gewässern der "Werte" und der "Ganzheiten".

Der Klammerzusatz wurde aber 1935 in der Vorlesung eigentlich nicht ausgesprochen und erst 1953 veröffentlicht. Daher hat Jürgen Habermas in seinem Vorwort an Heidegger und der Nationalsozialismus von Victor Farías behauptet, dieser einzige Satz zeige, "daß sich Heidegger von seiner anfänglichen politischen Option bis zum Ende des Krieges keineswegs gelöst" habe. "Während bisher die nationale Revolution mit ihren Führern an der Spitze eine Gegenbewegung zum Nihilismus darstellte, meint Heidegger nun, daß sie ein besonders charakteristischer Ausdruck, also ein bloßes Symptom jenes verhängnisvollen Geschicks der Technik sei, dem sie doch einst entgegenwirken sollte."[126] Silvio Vietta erwidert, dass die Äußerung Habermas' widersprüchlich sei, denn "Gegenbewegung" und "Ausdruck" bedeuten geradezu eine entgegengesetzte Einstellung zum Nationalsozialismus[127], und dass die Kategorie der "Größe" hier keine positive Konnotation habe, sondern bedeute nur, daß der Faschismus "etwas spezifisch Neuzeitliches extrem ausgeprägt zur Darstellung bringt: die Herrschaft des rechnenden Denkens selbst."[128] In einem Vortrag von 1938 führte Heidegger aus: "Jedes geschichtliche Zeitalter ist nicht nur verschieden groß gegenüber anderen; es hat auch je seinen eigenen Begriff von Größe."[129]. Außerdem hat Heidegger in derselben Vorlesung von 1935 Einführung in die Metaphysik die Rassenpolitik als ein Symptom der "Entmachtung des Geistes" bezeichnet:

Ob dieser Dienst der Intelligenz sich nun auf die Regelung und Beherrschung der materiellen Produktionsverhältnisse (wie im Marxismus) (...) oder ob er sich in der organisatorischen Lenkung der Lebensmasse und Rasse eines Volkes vollzieht, gleichviel, der Geist wird als Intelligenz der machtlose Überbau zu etwas Anderem, das, weil geist-los oder geist-widrig, für das eigentlich Wirkliche gilt.[130]

Schließlich zitiert Vietta Alexander Schwan über die von Heidegger zwischen 1936 und 1938 verfassten Beiträge zur Philosophie: "Die Beiträge sind ein einziges großes Dementi für Victor Farías' Behauptung, Heidegger sei anhaltend, auch im ideologischen Sinne ein überzeugter Nationalist gewesen!"[131] Zum Beispiel macht sich Heidegger in diesen Beiträgen anscheinend lustig über die antisemitische Ideologie, indem er ironisch schreibt:

... die Endform des Marxismus, die wesentlich weder mit Judentum noch gar mit dem Russentum etwas zu tun hat. Wenn irgendwo noch ein unentfalteter Spiritismus schlummert, dann im russischen Volk; der Bolschewismus ist ursprünglich westlich, europäische Möglichkeit: das Heraufkommen der Massen, die Industrie, Technik, das Absterben des "Christentums" im "Liberalismus" ; sofern aber die Vernunftherrschaft als Gleichsetzung aller nur die Folge des Christentums ist und dieses im Grunde jüdischen Ursprungs (vgl. Nietzsches Gedanke vom Sklavenaufstand der Moral), ist der Bolschewismus in der Tat jüdisch; aber dann ist auch das Christentum im Grunde bolschewistisch![132]

Trotz des Ausrufungszeichens sieht aber Emmanuel Faye keine Ironie: Heidegger wie Hitler unterscheide nicht zwischen Marxismus und Judentum. Lediglich integriere er zum Schluss das Christentum "in seine Zurückweisung" und denke also wirklich, dass das Christentum im Grunde bolschewistisch sei[133]. Nach Emmanuel Faye also enthalten die Beiträge "das ,völkische Prinzip' und Heideggers Antisemitismus"[134]. Otto Pöggeler betont[135] aber, dass sich Heidegger mit seiner von 1936 bis 1940 in Freiburg gehaltenen Nietzsche-Vorlesung vom Nationalsozialismus absetzt, wenn dort die rationalitas der nationalsozialistischen „totalen Mobilmachung“ aus dem animal rationale laut Heidegger bloß noch in die brutalitas führt. 1938 schrieb er dazu:

Daher gehören in das vom unbedingten Machtwesen bestimmte Zeitalter die großen Verbrecher. Sie lassen sich nicht nach sittlich-rechtlichen Maßstäben beurteilen. Man kann das tun, aber man erreicht so niemals ihr eigentliches Verbrechertum. Auch gibt es keine Strafe, die groß genug wäre, solche Verbrecher zu züchtigen. Jede Strafe bleibt wesentlich hinter ihrem Verbrecherwesen zurück. Auch die Hölle und dergleichen ist zu klein im Wesen gegen das, was die unbedingten Verbrecher zu Bruch bringen. Die planetarischen Hauptverbrecher sind sich ihrem Wesen nach zufolge ihrer unbedingten Knechtschaft gegenüber der unbedingten Ermächtigung der Macht völlig gleich. Historisch bedingte und als Vordergrund sich breitmachende Unterschiede dienen nur dazu, das Verbrechertum ins Harmlose zu verkleiden und gar noch sein Vollbringen als »moralisch« notwendig im »Interesse« der Menschheit darzutun. Die planetarischen Hauptverbrecher der neuesten Neuzeit, in der sie erst möglich und notwendig werden, lassen sich gerade an den Fingern einer Hand abzählen.[136]

Auch mit seiner 1942 Vorlesung „Hölderlins Hymne »Der Ister«“ habe Heidegger für die damalige Zeit verhältnismäßig deutliche Worte in der Öffentlichkeit geäußert, die seine Abkehr vom nationalsozialistischen Gedankengut deutlich machen. So lehnt Heidegger hier vor allem die Idee einer geschlossenen Weltanschauung ab, die für ihn Erstarrung bedeutet und das Ende alles Fragens. Der Politisierung aller Lebensbereiche im Nationalsozialismus hält er die antike Polis entgegen:

Man kann heute, wenn man es überhaupt tut, kaum eine Abhandlung oder ein Buch über das Griechentum lesen, ohne nicht überall auf die Versicherung zu stoßen, daß hier, bei den Griechen nämlich, »Alles« »politisch« bestimmt sei. Die Griechen erscheinen in den meisten »Forschungsergebnissen« als die reinen Nationalsozialisten. Dieser Übereifer der Gelehrten scheint gar nicht zu merken, daß er mit solchen »Ergebnissen« dem Nationalsozialismus und seiner geschichtlichen Einzigartigkeit durchaus keinen Dienst erweist, den dieser außerdem gar nicht benötigt. Diese Eiferer entdecken jetzt plötzlich überall das »Politische«, und die Gelehrten des vorigen Jahrhunderts, die als sorgfältige Werkleute erst Texte und Ausgaben schufen, nehmen sich vor diesen »neuesten Entdeckungen« aus wie blinde Dummköpfe. (...) Die Polis läßt sich nicht »politisch« bestimmen.[137]

Trotz allem bleibt Heidegger nach Pöggeler in alten Denkmustern, die für Deutschland eine geschichtliche Sonderposition zwischen »amerikanischem System« und »Bolschewismus« darstellt. Die Idee vom »Land der Dichter und Denker« für das eine Sonderrolle als »Kulturnation« gesehen wurde, bestimme auch noch Heideggers Denken:

Rußland und Amerika sind beide, metaphysisch gesehen, dasselbe; dieselbe trostlose Raserei der entfesselten Technik und der bodenlosen Organisation des Normalmenschen. (...) Wir liegen in der Zange. Unser Volk erfährt als in der Mitte stehend den schärfsten Zangendruck, das nachbarreichste Volk und so das gefährdetste Volk und in all dem das metaphysische Volk.[138]

Zeugnisse der Studenten [Bearbeiten]

Max Müller, einer von Heideggers Studenten in den Jahren 1928 bis 1933 (er hörte auf, Heideggers Vorlesungen zu besuchen, nachdem letzterer der NSDAP beigetreten war), machte 1985 bei einem Gespräch diese Aussage: „An Politik hat niemand von seinen Schülern damals gedacht. In den Übungen kam kein politisches Wort vor.“ Dennoch:

Im Jahre 1933 ging es in den Heideggervorlesungen keineswegs unpolitisch zu. Zum Beispiel erinnere ich mich an einen improvisierten Satz aus der Logikvorlesung: 'Die Logik ist natürlich das richtige Denken existierend-konkreter Menschen. Auch in die Logik kann man die Gestalt des Führers hineinbringen.' Aber wohlgemerkt: So etwas hätte Heidegger schon 1934/35 nicht mehr gesagt. Seit dieser Zeit fiel, soweit ich das als Nichtteilnehmer beurteilen kann, in seinen Lehrveranstaltungen kein politisches Wort mehr.[139]

1946 meldete sich aber ein anderer Student Heideggers zu Wort, Siegfried Bröse, Abteilungsleiter des badischen Wirtschaftsministeriums und Sozialdemokrat, der 1933 aus dem Staatsdienst entlassen worden war. Er hatte mit einer Ausnahme alle Vorlesungen vom Frühjahr 1934 bis zum Ende des Nationalsozialismus gehört. In einem Brief vom 14. Januar 1946 an Rektor Arthur Allgeier beteuert er, dass niemand »über die Haltung Herrn Professor Heideggers in Vorlesungen und Übungen ein so vollkommenes Zeugnis ablegen kann wie ich«. Bröse bestätigt darin, dass Heidegger in seiner Lehrtätigkeit spätestens von der Jahreswende 1934/35 an mit wachsender Deutlichkeit gegen den Nationalsozialismus Stellung nahm und dass seine Studenten und Hörer den Mut bewunderten, mit dem er seine Angriffe vortrug. Dieser habe immer häufiger »gegen den Nationalsozialismus« und »in seinen Vorlesungen öffentlich zu Reden des Reichspropagandaministers Goebbels und anderer Exponenten des Nationalsozialismus Stellung« genommen »und zwar manchmal mit einer Schärfe und Deutlichkeit ablehnend kritisierend, daß seine Schüler als Folge zum mindestens politische Schwierigkeiten fürchten mußten«.[140] Ebenso erzählt Georg Picht:

Ich war nicht erstaunt, als ich von einem jüngeren Mann aufgesucht wurde, der mir sagte: "Fragen Sie mich nicht nach meinen Informationsquellen. Sie begeben sich in große persönliche Gefahr, wenn man Sie so oft mit Herrn Professor Heidegger zusammensieht." Ich bedankte mich und fügte hinzu, er solle sich nicht wundern, wenn das so bliebe. Heidegger war einer der wenigen Menschen, mit denen ich damals über Politik offen sprechen konnte. Als ich 1942 meine Stelle als Lehrer an der Schule Birklehof kündigte, weil diese von der SS übernommen werden sollte, sorgte er mit Hilfe des Archäologen Schuchhardt dafür, daß ich als Assistent am Seminar für Klassische Philologie angestellt wurde, obwohl ich nicht in die Partei eintreten wollte. Dem verdanke ich vermutlich mein Leben.[141]

Walter Biemel berichtete von den Erfahrungen, die er von 1942 bis 1944 im Seminar Heideggers gemacht hat:

Ich hätte mir nicht vorgestellt, dass ich in Deutschland auf so eine Gruppe von Personen stoßen könnte, die die Naziherrschaft kritisierten und ablehnten. (...) Zu den Zentralen Mitgliedern gehörte Georg Picht (...). Oft kam auch seine Frau, die Pianistin Edith Picht-Axenfeld, die aus rassischen Gründen nicht mehr auftreten durfte. Sehr bald freundete ich mich mit Margherita von Brentano an, deren Vater sehr früh von seinem Posten als Gesandter beim Vatikan zurückgetreten war, weil er sich mit den Nazis nicht kompromittieren wollte, und mit Marly Wetzel, deren Mutter Engländerin und eine vehemente Kritikerin der Zustände in Deutschland war. Die Assistentin Heideggers, Therese Gisbertz, lehnte die herrschenden Zustände auch kategorisch ab. Ein holländischer Philosoph, Jan van der Meulen, arbeitete über Hegel und äußerte sich nicht über Politik; er war ein ausgebildeter Arzt und half uns, wenn Not am Mann war. Ein Germanist mit anthroposophischem Hintergrund war ebenfalls kritisch eingestellt. Als man ihm eine Stelle anbot unter der Bedingung, dass er in die Partei eintrete, sprach er darüber mit Heidegger. Heidegger riet ab und sagte „Sehen Sie mich, man kann nicht mehr austreten. Es ist furchtbar.“ Ein katholischer Priester, Schumacher, Bruder des Professors für Geschichte der Medizin, der uns später öfter auf eine Villa bei Hinterzarten einlud (uns, d. h. Margherita von Brentano, Marly Wetzel und mich), verbarg sein Ablehnung der Nazis auch nicht. Dr. Siegfried Bröse, ein Kunsthistoriker, der seit mehreren Jahren Mitglied des Seminars war, war auch als Kritiker bekannt und beliebt. (...) Hier in Deutschland, im Oberseminar Heideggers, fand ich eine Oase, eine andere Welt, in der die politischen Hassparolen nicht mehr wirkten. (...) Und als ich Heidegger näher kennenlernte, erfuhr ich, wie energisch er die Führung des Landes ablehnte und die Ideologie der Partei mit ihrem Biologismus verurteilte. Er nannte die Führer Verbrecher. Eine solche Äußerung konnte die Todesstrafe zur Folge haben, aber er scheute sich nicht. (...) Umso enttäuschter war ich dann nach dem Ende des Krieges, als ich in Belgien erfuhr, dass er Lehrverbot erhalten hatte. Keiner der anderen Professoren, bei denen ich gehört hatte, war gegenüber dem Nationalsozialismus so kritisch angestellt gewesen. Aber man wollte seinen Irrtum von 1933 nicht verzeihen und übersah gerne, dass er der einzige Rektor gewesen war, der schon 1934 zurückgetreten war. (...) Heidegger erlöste uns von der Diktatur der Nazis. Wir waren ihm dankbar.[142]

Nach der Veröffentlichung des Buches von Victor Farías erreichten 1986 der Badische Zeitung in Freiburg Briefe damaliger StudentInnen, wie "Hermine Rohner, Grundelfingen" :

Ich habe von 1940 bis 1943 in Freiburg studiert. Es gab in dieser Zeit unter den ordinierten Professoren der Philosophischen Fakultät keinen, der in den Vorlesungen durch irgendeine Bemerkung den Nazis den erwarteten Tribut gezollt hätte. Wahrscheinlich war diese Art von Abstinenz schon eine Mutprobe, denn alle ließen es dabei bewenden - übrigens auch Erik Wolf in den Vorlesungen, die ich bei ihm gehört habe - bis auf einen: Martin Heidegger. Er hat sich nicht gescheut, gerade auch in seinen überfüllten Vorlesungen für Hörer aller Fakultäten, wenn er nicht mit "seinen" Schülern rechnen konnte, mit aller durch seine Konzise Wortwahl für ihn typischen Schärfe am Nationalsozialismus so offen Kritik zu üben, daß ich oft erschrocken den Kopf eingezogen und nach dem Unheil, das über die Geschwister Scholl hereingebrochen war, inständig gewünscht habe, es möchte niemand von der Mentalität jenes Münchner Pedells unter den Hörern sein, weil Heidegger ein ähnliches Schicksal wohl kaum erspart geblieben wäre. Ich wunderte mich oft, dass er dann nach ein paar Tagen "noch da" war. Einige dieser kritischen Äußerungen hätte ich wegen ihre Brisanz nach zehn Jahren noch aus dem Gedächtnis zitieren können, heute kann ich es leider nicht mehr. Es ist indessen unvorstellbar, daß Walter Biemel (mit seinen "dürftigen" Beweisen) ein Einzelfall ist, denn es müßte auch heute noch genug Zeugen geben, die nicht unter dem Verdacht der Zugehörigkeit zur "Heidegger-Mafia" stehen (um den Jargon solcher zänkischer Ausfälle einmal aufzugreifen), aber in der Öffentlichkeit mehr Gewicht haben als ich. Jedenfalls müßte dieser mütige Alleingang Heideggers in den letzten Jahren des "Dritten Reiches" mit in die Waagschale geworfen werden, denn er wiegt schwer, viel schwerer, als es sich einige offenbar nachgeborene Autoren des besprochenen Heftes vorstellen können.[143]

Und "Prof. Dr. H. Ruprecht, Freiburg":

Im Jahre 1941 hatte ich ein Gespräch mit Martin Heidegger, das in den Zusammenhang der gegenwärtigen Auseinandersetzung um ihn gehört. Ich war als Assistent ans deutsche Seminar der hiesigen Universität gekommen. Der damalige Ordinarius Professor Witkop wurde von der Fakultät gedrängt, mich zum Eintritt in die Partei zu bewegen. Er riet mir, Heidegger um Rat zu bitten. Ich ging zu Heidegger und berichtete auf seine Frage hin zunächst von meinen politischen Schwierigkeiten in Berlin, wo ich einige Jahre als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Dozent der Lessing-Hochschule gearbeitet hatte. Heidegger hörte gespannt, aber ruhig zu. Schließlich fragte ich, ob ich als Assistent in die Partei eintreten müsse. Da sprang er vom Sitz auf den Worten: "Was - jetzt noch? Hereinkommen Sie schon, aber heraus nicht mehr, das sehen Sie an mir!" Er versprach sich für mich einzusetzen und schrieb an Witkop, er möge den Assistenten ohne Parteiabzeichen festhalten. Wenn Heidegger also damals noch eine Machtstellung hatte, so nutzte er sie gegen die Partei.[144]

Hans Ludwig Gottschalk, der Sohn des Philosophieprofessors Jonas Cohn, schrieb 1978:

Als Rektor verhielt sich Heidegger dann völlig korrekt, forderte z. B. meinen Vater auf, weiterhin zu lesen, als mein Vater ihm nach dem 1. April anbot, die Vorlesungen einzustellen, da er keine Schwierigkeiten haben, noch mit dem »Hitlergruß« grüßen wolle. Ferner hat Heidegger versucht, vermeidbare antisemitische Ausschreitungen der Studenten zu verhindern. Als die Studenten zu ihm kamen und um seine Erlaubnis baten, einen Erlaß anzubringen, »Jüdische Professoren sollen auf Hebräisch veröffentlichen«, lehnte er die Genehmigung mit der Bemerkung ab, »ein jeder blamiert sich so gut er kann«. Auch hat er weder meinem Vater noch mir die Benützung der Universitätsbibliothek verboten oder erschwert. Ich traf ihn im Juni 1938 kurz vor meiner Übersiedlung nach England im Katalograum, er begrüßte mich sehr freundlich und sagte für alle hörbar: »Es wird nicht immer so bleiben«. (...) Selbst die Nazibonzen waren mit seiner Wahl als Rektor wenig zufrieden, so nützlich er sich als Aushängeschild bei der »Revolution der dritten Kapellmeister« verwenden ließ - hier sei an Wilhelm Furtwängler oder den Physiker Philipp Lenard erinnert. Aber Heidegger erwies sich als für die Verwaltungsgeschäfte eines Rektors ungeeignet und wurde daher 1934 gegen den deutschnationalen Strafrechtler Kern ausgewechselt. Das war keine politische Demonstration Heideggers, sondern ein von der Universität mit schadenfrohem Lächeln gern akzeptiertes Ende einer unwürdigen Epoche. Auch nachher hat Heidegger nicht zu dem bekannten Freiburger Widerstandskreis um Gerhard Ritter und Constantin von Dietze, oder dem katholischen um Engelbert Krebs und Dr. Gertrud Luckner gehört. (...) Als ich 1949 das erste Mal wieder nach Freiburg kam, (...) keiner wusste etwas von einer klaren Stellungnahme gegen das 1000jährige Reich, sein Machthaber oder seine Schandtaten. Ich fand und finde das auch heute bedauerlich, wie der Marburger Theologe Bultmann; denn man hätte es erwartet.[145]

Verhältnis zu Husserl und Arendt [Bearbeiten]

Heideggers Mitgliedschaft in der NSDAP und seine Weigerung, zum Holocaust Stellung zu nehmen, belastete seine Freundschaften unter anderem mit Edmund Husserl, Karl Löwith, Hans Jonas, Paul Celan, Karl Jaspers und Hannah Arendt. Es wird immer wieder behauptet, mit 33 seien die Beziehungen zwischen Jaspers und Heidegger abgebrochen. Das stimmt nicht.[146] Aber im Brief an Jaspers vom 9. Juli 1946 nennt Arendt Heidegger "einen potentiellen Mörder". Arendt geht auf Jaspers Anmerkung in seinem vorherigen Brief zu einem Schreiben gegen Husserl (als Juden) ein, das - wie Jaspers vermutet - jeder Rektor verfassen musste und Professoren unterschrieben hatten. Arendt schreibt: „Mir hat immer geschienen, daß Heidegger in dem Moment, wo er seinen Namen unter dieses Schriftstück zu setzen hatte, hätte abdanken müssen.“ Nach weiteren Erläuterungen: der Brief sei Husserl wahrscheinlich mehr oder minder gleichgültig gewesen. Das „wirklich Irreparable“ richte oft jenen Wall auf, „der Menschen wirklich scheidet;“ fährt sie fort: „.. da ich weiß, daß dieser Brief und diese Unterschrift ihn (Husserl) beinahe umgebracht haben, kann ich nicht anders, als Heidegger für einen potentiellen Mörder zu halten.“[147] In seinem Antwortbrief stimmt ihr Jaspers zu. „Ihre Beurteilung Heideggers teile ich durchaus - leider.“[148] Die beiden aber lagen falsch[149]. Heidegger unterschrieb eigentlich nichts, aus dem einfachen Grund, dass er am 14. April 1933 (Wagner-Erlass) noch nicht im Amt war, sondern erst am 22. April. Es war also nicht er, sondern der ehemalige Rektor. Ende April, zugunsten des Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, mußte die Beurlaubung von Husserl rückgängig gemacht werden: das war die Aufgabe des neuen Rektors Heidegger, der ihm zugleich durch Elfride Blumen schickte. Trotzdem wurde Husserl von der Parteimitgliedschaft Heideggers schwer enttäuscht[150]

Dass Heidegger Husserl den Zutritt zu Bibliothek verwehrt habe, ist auch ein Gerücht (die Redaktion des "Spiegel" erklärte Fédier 1966, dass die Information auf Aussagen von Freiburger Universitätsprofessoren beruhe[151]). Heidegger selbst wies es scharf als Verleumdung zurück.[152] Hugo Ott bestätigt : “Martin Heidegger hat weder als Rektor für den Bereich der Universitätsbibliothek, noch als Institutsdirektor für den Bereich der Seminarbibliothek ein Verbot erlassen. Dieser immer wieder erhobene Vorwurf ist unhaltbar.”[153] Walter Biemel erzählt, wie er es selbst 1944 nachgewiesen hat :

Während unserer [Biemel und Heidegger] Tätigkeit am Archiv konnten manche Mißverständnisse geklärt werden, so das immer wieder auftauchende Gerücht, Heidegger habe Husserl verboten, die Universitätsbibliothek zu besuchen. Husserl erhielt bis zu seinem Tod regelmäßig die Liste der Neuanschaffungen der Bibliothek. Er verwendete die Rückseite der Blätter, um sich darauf Notizen zur Krisis-Thematik zu machen. Wäre ihm der Besuch der Bibliothek verboten worden, so wäre solch eine Information unsinnig, sie hätte zu allererst eingestellt werden müssen. Ein anderes Gerücht lautete, Heidegger habe Husserl aus politischen Gründen den Lehrstuhl weggenommen. Im Archiv befand sich ein Schreiben, in dem Heidegger Husserl bat, ein Semester länger zu lehren, dass er so schnell nicht von Marburg weg könne. Daß Husserl Heidegger als Nachfolger ausdrücklich vorgeschlagen hatte, war auch nur wenigen bekannt.[154]

Widersprüchliche Aussagen gibt es bezüglich Heideggers Verhalten gegenüber Husserl in den 1930er Jahren; Heidegger selbst sprach hier von rein philosophisch-sachlichen Streitigkeiten, die nichts mit 1933 zu tun haben: „Die Differenzen in sachlicher Hinsicht verschärften sich. Husserl hat anfangs der dreißiger Jahre eine öffentliche Abrechnung mit Max Scheler und mir gehalten deren Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ.“[155] Wegen seines Nichterscheinens bei Husserls Krankenbett und dessen Beisetzung gestand er gegenüber Husserls Ehefrau Malvine Husserl „menschliches Versagen“ ein und bat um Entschuldigung. Als Heideggers Hauptwerk: Sein und Zeit 1941 in der 5. Auflage neu aufgelegt wurde, fehlte die Widmung für Edmund Husserl auf Vorschlag und Wunsch des Verlegers Hermann Niemeyer, hingegen blieb die Fußnote auf Seite 38 bestehen, wo Heidegger seinem Lehrer Husserl seinen Dank aussprach. Ein möglicher Grund für die Entfernung auf der ersten Seite ist, dass es wohl mit der Widmung an den Juden Edmund Husserl im nationalsozialistischen Deutschland nicht erneut aufgelegt hätte werden können. In der 4. Auflage 1935 sowie in der 6. Auflage 1949 waren die Widmungen vollständig.

Arendt nahm 1950 wieder brieflichen und persönlichen Kontakt auf, der – nach erneuten Unterbrechungen – erst mit ihrem Tod endete. In dem zuerst 1969 veröffentlichten Text „Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt“ preist Arendt die Qualität von Heideggers Denken, unter der Hommage ist jedoch der Hinweis auf Heideggers Kompromittierung durch seinen Versuch, sich auf die Politik einzulassen, kaum versteckt.[156][157] Arendt liegt jedoch nichts ferner, als dies aus dem spezifischen Denken Heideggers zu erklären. Vielmehr vergleicht sie Heidegger und Platon, die beide "ihre Zuflucht zu Tyrannen und Führern nahmen." Hierbei handelt es sich um eine "déformation professionnelle" großer Denker.[158] Ihre Achtung vor Heidegger beruhe darauf, dass er aus seinem Fehler gelernt und sich fortan auf die Domäne des Denkens beschränkt habe.[159] Neben Jaspers hielt Arendt Heidegger für den größten zeitgenössischen Philosophen, attestierte ihm jedoch 1949 in einem Brief an Jaspers Charakterlosigkeit, in dem Sinne, „daß er buchstäblich keinen hat, bestimmt auch keinen besonders schlechten.“ Sie setzte jedoch hinzu: „Dabei lebt er doch in einer Tiefe und mit einer Leidenschaftlichkeit, die man nicht vergessen kann.“[160] Und sie meinte: „Heidegger selbst korrigierte seinen eigenen 'Irrtum' schneller und radikaler als viele derjenigen, die später zu Gericht über ihn saßen.“[161]

Heidegger ein Antisemit? [Bearbeiten]

Karl Jaspers, der mit einer jüdischen Frau verheiratet war, stellte in seinem Gutachten vom Dezember 1945 fest: „In den zwanziger Jahren war Heidegger kein Antisemit. (...) Er hat in dieser Frage nicht nur Zurückhaltung geübt. Das schließt nicht aus, daß ihm, wie ich annehmen muß, in anderen Fällen der Antisemitismus gegen sein Gewissen und seinen Geschmack ging.“[162]. Doch zitiert Emmanuel Faye aus einem persönlichen Brief Heideggers an seine zukünftige Frau aus dem Jahr 1916, in dem dieser vor der „Verjudung“ der Wissenschaft warnt:

Die Verjudung unserer Kultur u. Universitäten ist allerdings schreckerregend u. ich meine die deutsche Rasse sollte noch soviel innere Kraft aufbringen um in die Höhe zu kommen. Allerdings das Kapital![163]

Es handelt sich aber genau genommen nicht um einen Brief, sondern um ein indirektes Zitat, das nebenbei und ohne Kontext von der Herausgeberin Gertrud Heidegger angeführt worden ist. Doch 1920 aus Meßkirch schrieb Heidegger seiner Frau nachweislich: "Hier spricht man viel davon, daß jetzt so viel Vieh aus den Dörfern von den Juden fortgekauft wird (...). Die Bauern werden hier oben allmählich auch unverschämt u. alles ist überschwemmt von Juden u. Schiebern."[164] Nach der Lektüre eines von Heidegger als schlecht empfundenen Werkes über Hölderlin schrieb er seiner Frau: "manchmal möchte man schon geistiger Antisemit werden"[165] - und zeigte sich in dem Kontext unsachlich, jedoch mit ironischer Distanz zum tatsächlichen „geistigen“ Antisemitismus der Zeit. Emmanuel Faye behauptet, dass Heidegger Spinoza als "Fremdkörper in der Philosophie" bezeichnet haben soll. Dieses Zitat ist jedoch nicht in den Schriften Heideggers nachzuweisen, und Safranski berichtet, dass Heidegger Mitte der Dreißigerjahre Spinoza verteidigte, als er in einer Vorlesung sagte, wenn Spinozas Philosophie jüdisch sei, dann sei die ganze Philosophie von Leibniz bis Hegel auch jüdisch.

Safranski beschreibt Heideggers Jugendhaltung zu Juden mit einem Begriff Sebastian Haffners als „Konkurrenzantisemitismus“. Diese damals in akademischen Kreisen weit verbreitete Form des Antisemitismus sieht in den Juden eine besondere Gruppe, die im akademischen Bereich eine führende, ihrem proportionalen Anteil an der Gesamtbevölkerung nicht entsprechende Rolle einnimmt.[166] Heidegger hat andererseits auch jüdische Kollegen in Schutz genommen und antisemitische Protestaktionen von Studenten verhindert[167]. Trotz allem sei er zu jüdischen Kollegen auf Distanz gegangen. Safranski betont jedoch, dass bei Heideggers Haltung nicht von einem rassischen Antisemitismus gesprochen werden kann. Heidegger kam es mehr auf die Entscheidungen an, die ein Mensch traf, nicht auf seine Abstammung. In Heideggers Worten: der Entwurf war ihm wichtiger als die Geworfenheit. Was Heideggers damalige Begeisterung für den Nationalsozialismus betrifft, so kommt Safranski zu dem Urteil, Heidegger habe seine frühe Philosophie auf den Nationalsozialismus projiziert. Später habe Heidegger, so Safranski, sein Verhältnis zum Nationalsozialismus grundlegend geändert und in diesem nicht mehr einen möglichen Widerstand zur Moderne entdeckt, sondern ihn als deren konsequentesten Ausdruck gesehen: technische Raserei, Herrschaft und Organisation, totale Mobilisierung. Heidegger hat ebenso die Bedrohung betonen wollen, die vom Rassismus ausgeht, und den real existierenden Nationalsozialismus als Verrat an der Revolution – die eine metaphysische, keine politische sein sollte – verstanden.[168]

Auch Dieter Thomä urteilt, dass nicht von einem biologischen Rassismus Heideggers gesprochen werden könne – schon weil dies mit Heideggers Philosophie im Widerspruch stehe. Insgesamt stößt man jedoch auf sich durchkreuzende Diskurse für und gegen den Antisemitismus.[169] Jaspers behauptet, dass Heidegger im Mai 1933 gesagt haben soll: „Es gibt aber eine gefährliche internationale Verbindung der Juden“[170], und "dass er 1933 wenigstens in gewissen Zusammenhängen Antisemit geworden" sei[171]. Es gab andererseits schon 1932 Gerüchte, Heidegger sei Antisemit, aber er leugnete heftig. In einem Brief an Hannah Arendt schrieb er ironisch:

Ich bin dieses Wintersemester beurlaubt (...). Wer trotzdem kommt und dringlich promovieren muß und es auch kann, ist ein Jude. Wer monatlich zu mir kommen kann, um über eine laufende große Arbeit zu berichten (weder Dissertations- noch Habilitations-Projekt) ist wieder ein Jude. Wer mir vor einigen Wochen eine umfangreiche Arbeit zur dringenden Durchsicht schickte, ist ein Jude. Die zwei Stipendiaten der Notgemeinschaft, die ich in den letzten 3 Semestern durchsetzte, sind Juden. Wer durch mich ein Stipendium nach Rom erhält, ist ein Jude. Wer das »enragierten Antisemitismus« nennen will, mag es tun. Im übrigen bin ich heute in Universitätsfragen genau so Antisemit wie vor 10 Jahren und in Marburg, wo ich für diesen Antisemitismus sogar die Unterstützung von Jacobsthal und Friedländer fand. Das hat mit persönlichen Beziehungen zu Juden (z.B. Husserl, Misch, Cassirer und anderen) gar nichts zu tun. Und erst recht kann es nicht das Verhältnis zu Dir berühren.[172]

Wenige Monate später trat Heidegger in die NSDAP ein. Nach Safranski offenbare Heidegger mit dieser Verteidigung, dass er eigentlich "die Deutschen in Juden und Nichtjuden einteilt", und lasse sogar "anklingen, daß er die Juden an der Universität als zudringlich empfindet" (Safranski verweist aber nur auf eine Teilparaphrase dieses Briefes)[173].

Eine ausbleibende Distanzierung vom Nationalsozialismus? [Bearbeiten]

Heidegger äußerte sich nie ausführlich oder eindeutig über seine Parteimitgliedschaft während des Dritten Reichs. Am 7. März 1950 schrieb er aber Jaspers: "Ich bin seit 1933 nicht deshalb nicht mehr in Ihr Haus gekommen, weil dort eine jüdische Frau wohnte, sondern weil ich mich einfach schämte." Und dann am 8. April fügte er hinzu, dass "von Jahr zu Jahr, je mehr das Bösartige herauskam, auch die Scham wuchs, jemals hier unmittelbar und mittelbar mitgewirkt zu haben."[174] Am 5. Juli 1949 hatte er schon Jaspers geschrieben: "...die Auseinandersetzung mit dem deutschen Unheil und seiner weltgeschichtlich-neuzeitlichen Verflechtung wird den Rest unseres Lebens durchdauern!" Heidegger erklärte sich bereit zu einer Zwiesprache, aber Jaspers, kommentiert Walter Biemel, "wollte offensichtlich eine Art öffentliches Schuldbekenntnis von Heidegger. Heidegger wiederum hatte in seinen Vorlesungen so deutlich die biologistische und rassistische Weltanschauung kritisiert und sein Denken so von jeder Weltanschauungsposition distanziert, daß er es nicht für nötig hielt, dies nach dem Krieg noch einmal zu wiederholen"[175]. Heidegger erklärte nur im September 1966 im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel:

Ich sah damals keine Alternative. Bei der allgemeinen Verwirrung der Meinungen und der politischen Tendenzen von 32 Parteien galt es, zu einer nationalen und vor allem sozialen Einstellung zu finden, etwa im Sinne des Versuchs von Friedrich Naumann.[176]

Dass er sich nach dem Krieg kaum über seine Beziehung zum Nationalsozialismus äußerte, erklärte Heidegger selbst damit, dass er sein Denken vor billigen Einwänden ad personam schützen wolle. Hierdurch wolle er Ersatzhandlungen vorbeugen, die statt das Denken den Denkenden angreifen. Ob eine solche Trennung von Person und Denken jedoch möglich ist, ist – zumindest für die Zeit um 1933 – umstritten.[177] Heidegger selbst sah sich für die Gräuel des Nationalsozialismus in keiner Form in Verantwortung, da er Kernthesen der nationalsozialistischen Ideologie nie akzeptiert habe, urteilt der Heidegger-Forscher Otto Pöggeler:

Als 1945 die Tore der Konzentrations- und Vernichtungslager geöffnet wurden, konnte Heidegger sich sagen, daß er mit den Urhebern der Unmenschlichkeit dort nichts gemeinsam gehabt habe. In der Tat hatte er nie akzeptiert, was sich doch als Kern des Nationalsozialismus herauskristallisiert hatte: den Rassengedanken, den Kampf um die Weltherrschaft von einem totalitären System aus. So schrumpfte für Heidegger die eigene Beteiligung an der nationalsozialistischen Bewegung auf einen kurzen Irrtum zusammen.[178]

Heideggers erste öffentliche Äußerung nach dem Krieg erfolgte 1949 in einer Vortragsreihe in Bremen (Manuskripte in GA 79). Hier finden sich einige Sätze zum Holocaust, wie im Vortag über „Das Ge-stell“. Ackerbau sei „jetzt motorisierte Ernährungsindustrie, im Wesen das Selbe wie die Fabrikation von Leichen in Gaskammern und Vernichtungslagern, das Selbe wie die Blockade und Aushungerung von Ländern, das Selbe wie die Fabrikation von Wasserstoffbomben.“[179] Diese Äußerung wurde stark kritisiert als "Gleichsetzung der präzedenzlosen Vernichtung der europäischen Juden mit modernem Ackerbau", "Banalisierung", sogar "Antisemitismus neuen Typs"[180]. Es muss aber beachtet werden, dass Heidegger eigentlich "das Selbe" und nicht "dasselbe" schreibt. Heidegger sagt also nicht, dass Ernährungsindustrie und Holocaust gleich sind. "Das Selbe ist niemals das Gleiche", gibt er genauer an. "Das Selbe ist ebensowenig nur der unterschiedlose Zusammenfall des Identischen. Das Selbe ist vielmehr das Verhältnis des Unterschiedes."[181] Heidegger erwähnt aber die Juden nicht. Dennoch sagte 2006 in einem Interview der französisch-jüdische Philosoph Jean-Claude Milner : "Ich kann nur feststellen, wie das Denken Heideggers für die jüdische Intellektuelle wichtig war. Diesen anderen Fakt kann ich auch nur feststellen: was Gaskammern betrifft, der einzige philosophische Satz ist von Heidegger."[182]

Dieser Vortrag wurde von Heidegger später in stark umgearbeiteter Form noch einmal gehalten, diesmal unter dem Titel „Die Frage nach der Technik“ (GA 7). Hier findet sich nur noch der Satz „Ackerbau ist jetzt motorisierte Ernährungsindustrie.“ In einem anderen Bremer Vortrag ("Die Gefahr") sprach Heidegger nochmals vom Holocaust, den er dabei erneut in einen anderen Beziehungszusammenhang stellte und mit fragwürdigen Zahlenangaben verband:

Hunderttausende sterben in Masse. Sterben Sie? Sie kommen um. Sie werden umgelegt. Sterben Sie? Sie werden Bestandsstücke eines Bestandes der Fabrikation von Leichen. Sterben Sie? Sie werden in Vernichtungslagern unauffällig liquidiert. Und auch ohne Solches – Millionen verelenden jetzt in China durch den Hunger in ein Verenden. Sterben aber heißt, diesen Austrag vermögen. Wir vermögen es nur, wenn unser Wesen das Wesen des Todes mag. Doch inmitten der ungezählten Tode bleibt das Wesen des Todes verstellt.[183]

Der französische Philosoph Emmanuel Faye hat es mit dem fraglichen Begriff "ontologischer Negationismus" vorgelegt: Heidegger leugnete das Sterben in Vernichtungslagern[184]. Diese Sätze sind aber zu verstehen mit Hilfe der Analyse vom Tode in Sein und Zeit (§§ 46-53) als die eigenste, unbezügliche, unüberholbare "Seinsmöglichkeit, die je das Dasein selbst zu übernehmen hat" - was die "Fabrikation von Leichen" schaffte zu vernichten. Heidegger meint also, dass die Opfer des NS-Regimes sozusagen zweimal getötet wurden. Genauso[185] sagte Primo Levi: "man zögert, ihren Tod, vor dem sie nicht erschrecken, als Tod zu bezeichnen, weil sie zu müde sind, ihn zu fassen."[186] Hannah Arendt benutzte[187] in ihrem Werk über Konzentrationslager diese vom Holocaust technische Deutung Heideggers.[188] So ging, schreibt Silvio Vietta, die Heideggersche Kritik am Nationalsozialismus über in eine Kritik an einer zukünftigen, rein technologisch orientierten Gesellschaft[189]. In dem viel beachteten Interview, das auf Heideggers Wunsch erst nach seinem Tod im Mai 1976 veröffentlicht wurde, sagte er im Zusammenhang mit der Deutung der Technik:

Ich sehe gerade die Aufgabe des Denkens darin, in seinen Grenzen mitzuhelfen, dass der Mensch überhaupt erst ein zureichendes Verhältnis zum Wesen der Technik erlangt. Der Nationalsozialismus ist zwar in die Richtung gegangen; diese Leute aber waren viel zu unbedarft im Denken, um ein wirklich explizites Verhältnis zu dem zu gewinnen, was heute geschieht und seit drei Jahrhunderten unterwegs ist.

Viele von Heideggers ehemaligen Schülern bedrückte sein Schweigen nach 1945. In einem Brief bat Herbert Marcuse, der ursprünglich bei Heidegger habilitieren wollte, diesen 1947 darum, Stellung zu beziehen und sich öffentlich vom Nationalsozialismus zu distanzieren. Marcuse hatte sich bereits 1934 im Exil mit Heideggers Rektoratsrede auseinandergesetzt.[190] Heidegger antwortete hierauf:

… Wenn ich Ihrem Brief entnehme, daß es Ihnen ernst ist mit einer richtigen Beurteilung meiner Arbeit und meiner Person, so zeigt mir gerade Ihr Schreiben, wie schwer ein Gespräch mit Menschen ist, die seit 1933 nicht mehr in Deutschland waren und die den Beginn der nationalsozialistischen Bewegung von ihrem Ende aus beurteilen. Zu den Hauptpunkten Ihres Briefes möchte ich folgendes sagen.

1. Zu 1933: ich erwartete vom Nationalsozialismus eine geistige Erneuerung des ganzen Lebens, eine Aussöhnung sozialer Gegensätze und eine Rettung des abendländischen Daseins vor den Gefahren des Kommunismus. Diese Gedanken wurden ausgesprochen in meiner Rektoratsrede (haben Sie diese ganz gelesen?), in einem Vortrag über 'Das Wesen der Wissenschaft' und in zwei Ansprachen an die Dozenten und Studenten der hiesigen Universität. Dazu kam noch ein Wahlaufruf von ca. 25/30 Zeilen, veröffentlicht in der hiesigen Studentenzeitung[191]. Einige Sätze darin sehe ich heute als Entgleisung an. Das ist alles.

2. 1934 erkannte ich meinen politischen Irrtum, legte unter Protest gegenüber Staat u. Partei mein Rektorat nieder. Daß man n. 1. propagandistisch im In- u. Ausland ausnutzte, n. 2. aber ebenso propagandistisch verschwieg, kam mir nicht zur Kenntnis u. kann mir nicht zur Last gelegt werden.

3. Sie haben völlig recht, daß ein öffentliches, allen verständliches Gegenbekenntnis von mir fehlt; es hätte mich ans Messer geliefert und die Familie mit. Jaspers sagte dazu: Daß wir leben, ist unsere Schuld.

4. Ich habe in meinen Vorlesungen und Übungen von 1934/44 einen so eindeutigen Standpunkt eingenommen, daß von denen, die meine Schüler waren, keiner der Naziideologie verfiel. Meine Arbeiten aus dieser Zeit werden, wenn sie einmal erscheinen, dafür zeugen.

5. Ein Bekenntnis nach 1945 war mir unmöglich, weil die Nazianhänger in der widerlichsten Weise ihren Gesinnungswechsel bekundeten, ich aber mit ihnen nichts gemein hatte.

6. Zu den schweren berechtigten Vorwürfen, die Sie aussprechen 'über ein Regime, das Millionen von Juden umgebracht hat, das den Terror zum Normalzustand gemacht hat und alles, was ja wirklich mit dem Begriff Geist und Freiheit u. Wahrheit verbunden war, in sein Gegenteil verkehrt hat', kann ich nur hinzufügen, daß statt 'Juden' 'Ostdeutsche' zu stehen hat und dann genauso gilt für einen der Alliierten, mit dem Unterschied, daß alles, was seit 1945 geschieht, der Weltöffentlichkeit bekannt ist, während der blutige Terror der Nazis vor dem deutschen Volk tatsächlich geheimgehalten worden ist.[192]

Jean-Michel Palmier berichtet, wie er einmal mit Ernst Jünger über Heideggers Schweigen zum Rektorat gesprochen habe. Jünger habe damals die boshafte Auskunft gegeben: Heidegger habe sich für seinen politischen Irrtum deshalb nicht entschuldigen wollen, weil er von seinem Standpunkt aus eher hätte erwarten müssen, dass Hitler wiederauferstünde und um Verzeihung bäte, ihn, Heidegger, irregeführt zu haben.[193]

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Theodor W. Adorno: Jargon der Eigentlichkeit. In: Gesammelte Schriften. Bd. 6, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2003.
  • Jürg Altwegg (Hrsg.): Die Heidegger Kontroverse. Athenäum, Frankfurt a. M. 1988. ISBN 3-610-04714-3. (Eine Sammlung kritischer Stellungnahmen zum Farias-Buch)
  • Günther Anders: Über Heidegger. Hrsg. von Gerhard Oberschlick in Verbindung mit Werner Reimann als Übersetzer, mit einem Nachwort von Dieter Thomä. C.H.Beck, München 2001. ISBN 3-406-48259-7.
  • Reinhard Brandt: Universität zwischen Selbst- und Fremdbestimmung. Kants "Streit der Fakultäten". Mit einem Anhang zu Heideggers "Rektoratsrede" (Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Sonderbd. 5). Akademie Verlag, Berlin 2003 ISBN 3-05-003859-4.
  • Critical Inquiry Ausgabe 15, Nr. 2, The University of Chicago Press 1989, dort: Symposium on Heidegger and Nazism
  • Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus I. Dokumente. Heidegger-Jahrbuch Band 4. Alber, Freiburg / München 2009. ISBN 978-3-495-45704-7.
  • Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen. Heidegger-Jahrbuch Band 5. Alber, Freiburg / München 2009. ISBN 978-3-495-45705-4.
  • Victor Farias: Heidegger und der Nationalsozialismus. Mit einem Vorwort von Jürgen Habermas. S. Fischer, Frankfurt/M. 1989 (Ed. Verdier, Lagrasse 1987). ISBN 3-10-020402-6.
  • Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie, Matthes & Seitz Berlin 2009 (Albin Michel, 2005; Le Livre de Poche, 2007), ISBN 978-3-88221-025-5.
  • Johannes Fritsche: Historical Destiny and National Socialism in Heidegger's Being and Time. University of California Press, Berkeley 1999.
  • Hassan Givsan: Heidegger – Das Denken der Inhumanität. Eine ontologische Auseinandersetzung mit Heideggers Denken. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, ISBN 3-8260-1388-3. (Zugl. Darmstadt, Techn. Hochsch, Habil-Schr, 1996, ISBN idem.)
  • Hassan Givsan: Eine bestürzende Geschichte: Warum Philosophen sich durch den »Fall Heidegger« korrumpieren lassen. Königshausen & Neumann, Würzburg 1998, ISBN 3-8260-1389-1.
  • Hassan Givsan: Zu Heidegger. Ein Nachtrag zu »Heidegger - Das Denken der Inhumanität«. Königshausen & Neumann, Würzburg 2011, ISBN 978-3-8260-4541-7.
  • George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen. Aus dem Amerikanischen von Rainer Alisch und Thomas Laugstien. Argument (Sonderband AS 205), Hamburg und Berlin 1993, ISBN 3-88619-205-9.
  • George Leaman: Die Universitätsphilosophen der „Ostmark“. In: FORVM 481–484, April 1994, Seite 25–31.
  • Bernd Martin: Heidegger und das „Dritte Reich“: Ein Kompendium. WBG, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-10929-5.
  • Ernst Nolte: Martin Heidegger: Politik und Geschichte im Leben und Denken. Propyläen, Berlin / Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-549-07241-4.
  • Heinrich Wiegand Petzet: Auf einen Stern zugehen. Begegnungen und Gespräche mit Martin Heidegger 1929–1976. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7973-0414-5 (vom Hause Heidegger sanktionierte Biographie).
  • Herman Philipse: Heidegger's Philosophy of Being: A Critical Interpretation. Princeton University Press, Princeton 1998, ISBN 978-1-40082295-9 (eine philosophische Analyse, § 14: Heidegger and Hitler, S. 246 – 274)
  • Otto Pöggeler: Philosophie und Politik bei Heidegger. Alber, Freiburg / München 1972, 2., um ein Nachwort erweiterte Auflage 1974, ISBN 3-495-47261-4.
  • Tom Rockmore: On Heidegger's Nazism and Philosophy, University of California Press and Harvester Wheatsheaf, Berkeley 19921, 2. Ausgabe mit einem neuen Vorwort 1997 (direkter Link).
  • Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. S. Fischer, Frankfurt/M. 1999.
  • Guido Schneeberger: Nachlese zu Heidegger. Dokumente zu seinem Leben und Denken. Mit zwei Bildtafeln. Bern 1962.
  • Alexander Schwan: Politische Philosophie im Denken Heideggers. 1989, ISBN 978-3-531-12036-2
  • Bernhard H. F. Taureck (Hrsg.): Politische Unschuld? In Sachen Martin Heidegger. Wilhelm Fink, München 2007, ISBN 978-3-7705-4537-7
  • Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart 2003.
  • Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik. Max Niemeyer, Tübingen 1989.
  • Hugo Ott: Martin Heidegger. Unterwegs zu seiner Biographie. Campus, Frankfurt/M. 1988, ISBN 978-3-593-34633-5
  • Holger Zaborowski: Eine Frage von Irre und Schuld?. S. Fischer, Frankfurt/M. 2009, ISBN 978-3-596-18017-2

Filmische Rezeption [Bearbeiten]

  • Jeffrey Van Davis: Only a God Can Save Us. Dokumentation. D/USA/F 2009. 120 min.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Hier eine Rezension von Alex Steiner
  2. Victor Farías Heidegger und der Nationalsozialismus, Fischer, Frankfurt 1989 S. 40
  3. Le Monde, 14/10/1987 hier ansehbar.
  4. "Farias' book includes more concrete information relevant to Heidegger's relations with the Nazis than anything else available" Richard Rorty, review of Heidegger and Nazism in the New Republic, quoted on the Temple University Press promotional page for Heidegger and Nazism
  5. Vgl. Oliver Jahrhaus: Martin Heidegger. Ein Einführung. Stuttgart 2004, S. 35.
  6. Silvio Vietta, Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1989 S. 2.
  7. Hans-Georg Gadamer: Zurück von Syrakus?. in: Jürg Altwegg (Hrsg.): Die Heidegger Kontroverse. Frankfurt a. M. 1988, s. Anm. 20, S. 179.
  8. zitiert von Julian Young Heidegger, Philosophy, Nazism Cambridge University Press 1997 p.39, Hugo Ott Paths and Wrong Paths, N & K p.138
  9. Siehe die Resenzion von Pierre Turgeon auf Französisch, Revue Liberté, vol. 30, n°6, (180) 1988, p. 3-7: Docteur Jekyll et Mr. Heidegger?
  10. François Fédier, Trois attaques contre Heidegger in Nr.234 vom November 1966 der Literaturzeitschrift Critique. Siehe die Rezension von Beda Allemann, "Heidegger und die Politik" in Otto Pöggeler (Hrsg.), Heidegger: Perspektiven zur Deutung seines Werks, Beltz Athenäum, Königstein/Ts. 1984, S. 246
  11. Guido Schneeberger, Nachlese zu Heidegger, Bern 1962
  12. Paul Hühnerfeld, In Sachen Heidegger, Hamburg 1959 und München 1961. Rezension von Ludwig Marcuse, Die Zeit, 1. Mai 1959
  13. Theodor W. Adorno, Jargon der Eigentlichkeit, Frankfurt am Main 1964
  14. Walter Biemel "Bericht eine Zeitzeugen zu den Seminaren Heideggers 1942-1944" in Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen. Heidegger-Jahrbuch Band 5. Alber, Freiburg / München 2009. S. 370
  15. Video in der Bibliothèque Médicis
  16. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie, Matthes & Seitz Berlin 2009 (Albin Michel, 2005; Le Livre de Poche, 2007)
  17. Badische Zeitung Fr, 20. März 2009
  18. Ablehnende Rezension in „Die Zeit“, Antwort Fayes auf die Rezension. Weitere Entgegnung zu Faye von Goedart Palm, weitere Rezension in der „TAZ“
  19. Heidegger, à plus forte raison, Paris : Fayard, 2007 (François Fédier (Hrsg.), Philippe Arjakovsky, Henri Crétella, Pascal David, François Fédier, Hadrien France-Lanord, Matthieu Gallou, Gérard Guest, Jean-Pierre Labrousse, François Meyronnis, Jean-Luc Nancy, François Nebout, Étienne Pinat, Nicolas Plagne, Alexandre Schild, Bernard Sichère, Éric Solot, Pierre Teitgen, Stéphane Zagdanski). Vgl. Alexander Kissler: Alleingehenkönnen, Süddeutsche Zeitung, Nr. 101, 4. Mai 2010, S. 14.
  20. Vgl. Joseph Hanimann: Grundsatzdebatte auf schmaler Basis, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2005. Kein Buch über Heidegger?, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Oktober 2006. Wie Heideggers Zukunft aussieht, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Februar 2007.
  21. in Heidegger, Zollikoner Seminare, Klostermann 2006 S. XI
  22. in »Ein Brief von Maurice Blanchot an Catherine David. Die Apokalypse denken« (1987)
  23. Heinrich Wiegand Petzet: Auf einen Stern zugehen. Begegnungen und Gespräche mit Martin Heidegger 1929–1976. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-7973-0414-5, 1983 S. 43. Vgl. Frédéric de Towarnicki, A la rencontre de Heidegger. Souvenirs d'un messager de la Forêt-Noire, Gallimard 1993 p.125. Zu Towarnicki sagte Heidegger zweimal "Dummheit". Und zu François Fédier "eine Grosse Dummheit": "Une grosse bêtise", Gespräch mit Catherine David (PDF; 192 kB), Nouvel Observateur 27. Oktober 1987
  24. Vgl. Silvio Vietta: Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1989.
  25. in einem nicht vorgetragenen Zusatz seines Vortrages "Die Zeit des Weltbildes", in Holzwege, Frankfurt a.M. 1963 S. 92
  26. Vgl. Dieter Thomä : Heidegger und der Nationalsozialismus. in: Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger Handbuch, Stuttgart 2003, S. 159.
  27. Richard Rorty: Contingency, irony, and solidarity, Cambridge u. a., 1989; Ders.: Eine andere mögliche Welt., in: Christoph Jamme / Karsten Harries (Hrsg.): Martin Heidegger. Kunst – Politik – Technik., München, 1992, S. 135–142.
  28. Hannah Arendt: Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt, in: dies.: Menschen in finsteren Zeiten., München/Zürich 1989, S. 172–184.
  29. Jean-François Lyotard: Heidegger und „die Juden“. (Hg. Peter Engelmann), Wien 2005.
  30. Jean-Michel Palmier: Heidegger et le national-socialisme. In: Michel Haar (Hrsg.): Heidegger, Paris, 1983, S. 333–353.
  31. Hans Sluga: Heidegger's Crisis. Philosophy and Politics in Nazi Germany, Cambridge / London, 1993, S. 30–35.
  32. Julian Young: Heidegger, philosophy, Nazism, Cambridge u. a., 1997.
  33. Otto Pöggeler: Der Denkweg Martin Heideggers, Pfullingen, 1983; ders.: Philosophie und Politik bei Heidegger, Freiburg/München, 1972; ders.: Den Führer führen? Heidegger und kein Ende, in: Philosophische Rundschau 32, 1985, S. 26–67.
  34. François Fédier: La question politique, in: Magazin littéraire 235, 1988, S. 51–52.
  35. George Steiner: Martin Heidegger, New York, 1978.
  36. Alexander Schwan: Politische Philosophie im Denken Heideggers, Opladen, 1989; Ders.: Zeitkritik und Politik in Heideggers Spätphilosophie, in: Annemarie Gethmann-Siefert / Otto Pöggeler (Hrsg.): Heidegger und die praktische Philosophie, Frankfurt a. M., 1988, S. 93–107.
  37. Jacques Derrida: De l'esprit. Heidegger et la question., Paris, 1987, (dt. Übers.: Vom Geist, Frankfurt a. M., 1992); Ders.: Die Hölle der Philosophie. Ein Gespräch mit Jacques Derrida., in: Jürg Altwegg (Hrsg.): Die Heidegger Kontroverse, Frankfurt a. M., 1988, S. 83–93.
  38. Hans Köchler: "Ist Heideggers Fundamentalontologie gesellschaftsfähig? Zur Frage der systematischen Wertung seines nationalsozialistischen Engagements", in: Politik und Theologie bei Heidegger. Politischer Aktionismus und theologische Mystik nach "Sein und Zeit". Innsbruck: Arbeitsgemeinschaft für Wissenschaft und Politik, 1991, S. 7-27.
  39. Philippe Lacoue-Labarthe: La fiction du politique, Paris, 1987 (dt. Übers.: Die Fiktion des Politischen, Stuttgart, 1990.
  40. Winfried Franzen: Von der Existenzialontologie zur Seinsgeschichte, Meisenheim 1975, S. 80f.
  41. Jürgen Habermas: Heidegger – Werk und Weltanschauung, in: V. Farias: Heidegger und der Nationalsozialismus, Frankfurt a. M., 1989, S. 11–37.
  42. Ernst Tugendhat: Der Wahrheitsbegriff bei Husserl und Heidegger, Berlin, 1967.
  43. Ein rassistisches Konzept von Humanität. Überlegungen zu Victor Farias’ Heidegger-Buch und zum richtigen Umgang mit Heideggers Philosophie (PDF; 123 kB), Badische Zeitung 19./20. Dez. 1987 (= Nr. 293), S. 14; Edith Stein und Martin Heidegger (PDF; 258 kB), Edith Stein Jahrbuch 2 (1996), S. 347-360; sowie: Heideggers Geist (PDF; 194 kB), Allmende 20 (1988), S. 82-95
  44. Tom Rockmore: On Heidegger's Nazism and Philosophy, Berkeley u. a., 1997.
  45. Luc Ferry / Alain Renaut: Heidegger et les Modernes, Paris, 1988.
  46. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, Bd. 19, Frankfurt a. M., 1976, S. 637ff.
  47. Victor Farias: Heidegger et le nazisme, Lagrasse, 1987.
  48. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Berlin 2009.
  49. Bernard-Henri Lévy: Sartre. Der Philosoph des 20. Jahrhunderts, München/Wien, 2002.
  50. Rainer Thurnher: Martin Heidegger. in: Heinrich Schmidinger, Wolfgang Röd, Rainer Thurnher: Geschichte der Philosophie. Band XIII, München 2002, S. 199.
  51. Silvio Vietta, Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1989 S. 17.
  52. Rüdiger Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser 1994, S. 388
  53. zitiert bei Hugo Ott Martin Heidegger, Campus Verlag, Frankfurt (Main) 1992 S. 134
  54. Rüdiger Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser 1994, S. 388
  55. zitiert bei Hugo Ott, Martin Heidegger, Campus Verlag, Frankfurt (Main) 1992 S. 307f.
  56. Martin Heidegger / Karl Jaspers: Briefwechsel 1920–1963. Hrsg. W. Biemel u. H. Saner. Frankfurt a. M. 1990, S. 272.
  57. Rüdiger Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser 1994, S. 391.
  58. GA16 S. 93
  59. Otto Pöggeler, Neue Wege mit Heidegger, Karl Alber, Freiburg 1992 S. 248
  60. zitiert von R.Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser 1994, S. 270
  61. Brief an Hans-Peter Hempel, 19. September 1960
  62. R.Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser 1994, S. 296
  63. Der Weg der Philosophie, Bd. 2. Von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert, C.H.Beck, München 2. A. 2009, ISBN 3-406-58581-7, S. 460 (online einsehbar).
  64. On Heidegger's Nazism and philosophy, University of California Press, Berkeley - Los Angeles 1992, ISBN 0-520-07711-3, S. 64 (online einsehbar).
  65. Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg am 27. Mai 1933 [Hervorheb. von MH.], in: GA 16 Teil 1: Veröffentlichte Schriften 1910 - 1976. Reden ISBN 3-465-03040-0 S. 112, online lesbar (die entsprechenden Seiten sind aber nicht online lesbar; Nachtrag 30. Sept. 2012 16:10). Auch als Einzeldruck, zuerst "Durchgesehene Neuauflage des Drucks" Korn, Breslau 1933; identisch mit Ausg. Klostermann, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-465-01596-7;1990, ISBN 3-465-02243-2; davon Reprint 2010/11 (angekündigt>).
  66. Antrag auf die Wiedereinstellung in die Lehrtätigkeit (Reintegrierung), Brief vom 4. November 1945, Nr. 182 in GA I/16, Veröffentlichte Schriften 1910-1976. Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges, Klostermann, Frankfurt/M. 2000, S. 397-404, hier S. 398f.
  67. Günther Anders Über Heidegger (hg. G. Oberschlick), C. H. Beck, München 2001, S. 361(online einsehbar).
  68. Alfred Denker: "Martin Heidegger, Karl Jaspers und die Universitätsreform", in Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen Heidegger-Jahrbuch Band 5. Alber, Freiburg / München 2009 S. 44
  69. Beda Allemann, "Heidegger und die Politik" in Heidegger: Perspektiven zur Deutung seines Werks, Pöggeler (ed.), Beltz Athenäum 1994, S.258
  70. Sein und Wahrheit, GA II/36/37, Freiburger Vorlesungen Sommersemester 1933 und Wintersemester 1933-34, Klostermann, Frankfurt/M. 2001, S. 263 (online einsehbar)
  71. vgl. Daniel Morat. Von der Tat zur Gelassenheit. Konservatives Denken bei Martin Heidegger, Ernst Jünger und Friedrich Georg Jünger, 1920-1960. Veröffentlichungen des Zeitgeschichtlichen Arbeitskreises Niedersachsen 24, Wallstein Verlag, Göttingen 2007, ISBN 3-8353-0140-3, S. 136 (online einsehbar).
  72. Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (GA 16), S. 188.
  73. Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (GA 16), S. 302.
  74. Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges (GA 16), S. 184.
  75. zitiert von Daniel Morat, ebd.
  76. GA 38: Logik als die Frage nach dem Wesen der Sprache S. 54f.
  77. Reinhard Brandt, Universität, s. Literatur, S. 167-195.
  78. On Heidegger's Nazism and philosophy, University of California Press, Berkeley - Los Angeles 1992, ISBN 0-520-07711-3, S. 115
  79. Jacques Taminiaux, Art et événement : spéculation et jugement des Grecs à Heidegger, Paris, Belin, "L’extrême contemporain", 2005. p.9 sqq.
  80. Teresa Orozco, Platonische Gewalt- Gadamers politische Hermeneutik der NS-Zeit (Argument-Sonderband N. F. 7), , Berlin 1995, S. 33-45; S. 50-53; Teresa Orozco: Die Platon-Rezeption in Deutschland um 1933, in: Korotin, Ilse (Hrsg.), „Die besten Geister der Nation“. Philosophie und Nationalsozialismus, Wien 1994, S. 141-185
  81. Martin Heidegger, Karl Jaspers Briefwechsel Klostermann 1990 S. 155-6.
  82. Martin Heidegger / Karl Jaspers: Briefwechsel 1920–1963. Hrsg. W. Biemel u. H. Saner. Frankfurt a. M. 1990, Brief vom 23. September 1933.
  83. Lars Lambrecht, Es „dürfen der wenigen nicht zu wenig sein“ ZÖSS Discussion Paper No. 14 / 2008 S. 9 hier ansehbar
  84. Karl Jaspers, Notizen zu Martin Heidegger, hg. v. H. Saner, München/Zürich, S. 182
  85. Karl Löwith Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933: ein Bericht, Metzler, 1986 S. 33
  86. Bernd Martin, "Heidegger und die Reform der deutschen Universität 1933", Sonderdrucke aus der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg S. 52. Originalbeitrag erschienen in: Martin Heidegger : ein Philosoph und die Politik. Freiburg: Rombach, 1986. (Freiburger Universitätsblätter ; 92), S. 49 - 69
  87. Eduard Langwald, Das ANDERE sagen: Studien zu Martin Heidegger und seinem Werk, LIT, Münster 2004 S. 115
  88. Gesamtausgabe Bd. 16 Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges 1910 - 1976 S.116
  89. Hugo Ott Martin Heidegger, Campus Verlag, Frankfurt (Main) 1992 S. 180
  90. Gesamtausgabe. 16, S. 387 und 570.
  91. Victor Farias, Heidegger und der Nationalsozialismus, 1989 S.224
  92. GA 16, S. 216.
  93. R.Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser 1994, S. 293-5.
  94. Alfred Denker: "Martin Heidegger, Karl Jaspers und die Universitätsreform", in Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen Heidegger-Jahrbuch Band 5. Alber, Freiburg / München 2009 S. 38-40
  95. Die »Thesen« sind abgedruckt in: Jahrbuch der Österreichischen Karl-Jaspers-Gesellschaft. Hrsg. von Elisabeth Hybašek und Kurt Salamun. Jg. 2 (1989), pp. 5-27. Online ansehbar (PDF; 1,3 MB) Vgl. Martin Heidegger, Karl Jaspers: Briefwechsel, Klostermann 1990 S. 262f.
  96. Brief vom 24. Mai 1930 in Martin Heidegger, Karl Jaspers Briefwechsel Klostermann 1990 S. 135-6.
  97. Reinhold Aschenberg : Ent-Subjektivierung des Menschen: Lager und Shoah in philosophischer Reflexion, Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, 122
  98. zitiert nach Reinhold Aschenberg : Ent-Subjektivierung des Menschen: Lager und Shoah in philosophischer Reflexion, Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, 121-122, der die Gliederungsziffern eingefügt hat, und auf das Zitat bei Claudia Schorcht: Philosophie an den Bayerischen Universitäten 1933-1945, Harald Fischer, Erlangen 1990, 161, verweist, wo der Text ohne Gliederungsziffern und abschließenden Gruß wiedergegeben ist. Schorcht nennt als Quelle: HStA, MK, 43772, Heidegger am 25.[!]6. 1933; die Unterstreichungen Aschenbergs wurden hier weggelassen.
  99. Eduard Langwald, Das ANDERE sagen: Studien zu Martin Heidegger und seinem Werk. LIT, Münster 2004, p.197
  100. Rudiger Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser, München 1994 S.321
  101. Vgl. Eduard Baumgarten #Denunziation durch Heidegger. Das Gutachten im Wortlaut auf Google-Books.
  102. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 1999, S. 307
  103. Silvio Vietta, Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1989 S. 44
  104. Victor Farías: Heidegger und der Nationalsozialismus. Frankfurt am Main: S. Fischer 1989, 439 S.
  105. Eduard Langwald, Das ANDERE sagen: Studien zu Martin Heidegger und seinem Werk. LIT, Münster 2004, S 193 u. 195.
  106. Rudiger Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser, München 1994 S.321
  107. François Fédier: Heidegger – anatomie d'un scandale., Laffont 1988 p.98
  108. Eduard Langwald, Das ANDERE sagen: Studien zu Martin Heidegger und seinem Werk. LIT, Münster 2004, S. 197.
  109. Alex Steiner: The Case of Martin Heidegger, Philosopher and Nazi
  110. Julian Young Heidegger, Philosophy, Nazism Cambridge University Press 1997 S.20
  111. Georg Picht "Die Macht des Denkens" in Erinnerung an Martin Heidegger Neske, Pfullingen, 1977, S.198
  112. Georg Picht "Die Macht des Denkens" in Erinnerung an Martin Heidegger Neske, Pfullingen, 1977, 198ff, zitiert nach Eduard Langwald: Das Andere sagen: Studien zu Martin Heidegger und seinem Werk, Lit, Münster 2004, 212
  113. Karl Löwith: ‚Der okkasionelle Dezisionismus von Carl Schmitt’, in: ders.: Heidegger – Denker in dürftiger Zeit. Zur Stellung der Philosophie im 20. Jahrhundert, Stuttgart 1984, 31-71, ursprünglich unter dem Pseudonym Hugo Fiala in: Revue internationale du droit/Internationale Zeitschrift für Theorie des Rechts, 1935, 101-123, hier 67-68; die Passage zu Heidegger stammt erst aus dem Jahr 1940, so der Herausgeber in seiner Erläuterung S. 290
  114. Tom Rockmore On Heidegger's Nazism and Philosophy University of California Press 1992, S. 68
  115. Rudiger Safranski, Ein Meister aus Deutschland, Hanser, München 1994 S.307
  116. Heidegger und der Nationalsozialismus I, Heidegger Jahrbuch 4, Herausgeber: Alfred Denker und Holger Zaborowski. Verlag Karl Aber, Freiburg/München, 2009.
  117. Gerhard Ritter, Ein politischer Historiker in seinen Briefen, Boldt 1984 S.409
  118. Martin Heidegger, Brief an den Rektor der Universität Freiburg vom 4. November 1945, a.a.O., S. 64ff.
  119. Spiegel Interview, GA16 S.664
  120. Victor Farías Heidegger und der Nationalsozialismus, Fischer, Frankfurt 1989 S. 314
  121. Hugo Ott Martin Heidegger, Campus Verlag, Frankfurt (Main) 1992 S. 131
  122. Karl Löwith "Mein Leben in Deutschland..." Stuttgart 1986 S. 57
  123. Fédier zitiert von Beda Allemann, "Heidegger und die Politik" in Heidegger: Perspektiven zur Deutung seines Werks, Otto Pöggeler (ed.), Beltz Athenäum, 1994, S. 254
  124. "Auch mein Vater hat Widerstand geleistet." Hermann Heidegger im Gespräch über seinen Vater mit Antonio Gnoli und Franco Volpi. Erstveröffentlichung in der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". Die erste deutschsprachige Veröffentlichung, in einer von Hermann Heidegger leicht überarbeiteten und ergänzten Fassung, erschien in der "Badischen Zeitung".
  125. Einführung in die Metaphysik, GA 40, S. 152.
  126. Jürgen Habermas, "Heidegger - Werk und Weltanschauung" in Victor Farías Heidegger und der Nationalsozialismus, Fischer, Frankfurt 1989 S. 22 u. 26
  127. Silvio Vietta, Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1989 S. 5
  128. Silvio Vietta, Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1989 S. 31
  129. Heidegger: Holzwege, Frankfurt a.M. 1963 S. 88
  130. Einführung in die Metaphysik, GA 40, S. 35.
  131. Alexander Schwan: "Die Politische Philosophie im Denken Heideggers" im Rheinischer Merkur/Christ und Welt Nr. 17, 28. April 1989
  132. Beiträge zur Philosophie (vom Ereignis) (1936-1938), GA 65 S. 54.
  133. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Berlin 2009 S. 372.
  134. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. Berlin 2009 S. 366.
  135. Otto Pöggeler: Der Denkweg Martin Heideggers. Günther Neske, Stuttgart 1994, S. 384f. Siehe Der Spiegel online: Heidegger - Gegen Rasse und Masse
  136. Die Geschichte des Seyns, 1938/40, §61 „Macht und Verbrechen“, Gesamtausgabe, Band 69, Frankfurt am Main, Vittorio Klostermann, 1998, S. 79.
  137. Gesamtausgabe Abt. 2 Vorlesungen Bd. 53. Hölderlins Hymne 'Der Ister' - Seite 98.
  138. Einführung in die Metaphysik, GA 40, S. 28.
  139. Max Müller, "Martin Heidegger - Ein Philosoph und die Politik, Ein Gespräch" mit Bernd Martin und Gottfried Schramm, in: Günther Neske und Emil Kettering (hsg.) Antwort. Martin Heidegger im Gespräch., Pfüllingen 1988 S. 193 u. 211.
  140. Anton M. Fischer, Martin Heidegger - der gottlose Priester: Psychogramm eines Denkers, Rüffer & Rub, 2008 S. 492
  141. Georg Picht "Die Macht des Denkens" in Erinnerung an Martin Heidegger Neske, Pfullingen, 1977, S. 200
  142. Walter Biemel "Bericht eine Zeitzeugen zu den Seminaren Heideggers 1942-1944" in Alfred Denker, Holger Zaborowski (Hrsg.): Heidegger und der Nationalsozialismus II. Interpretationen. Heidegger-Jahrbuch Band 5. Alber, Freiburg / München 2009. S. 367
  143. Badische Zeitung 13. August 1986 (zitiert von Fédier)
  144. Badische Zeitung 10. November 1987 (zitiert von Fédier)
  145. Hans L. Gottschalk: "Heideggers Rektoratszeit", Brief vom 8. Januar 1978 an Günther Neske, in: Günther Neske und Emil Kettering (Hrsg.): Antwort. Martin Heidegger im Gespräch., Pfüllingen, Neske 1988 S. 187-8. Online ansehbar
  146. Walter Biemel, "Bemerkungen zum Briefwechsel" in Karl Jaspers: Philosoph unter Philosophen, Richard Wisser u. Leonard H. Ehrlich (eds.), Würzburg, K&N 1993 S. 166
  147. Briefwechsel (TB-Ausgabe) S. 84
  148. (S.99)
  149. Seyla Benhabib, The Personal is not the Political (October/November 1999 issue of Boston Review.)
  150. R.Safranski Ein Meister aus Deutschland, Hanser 1994 S.297
  151. Beda Allemann, "Heidegger und die Politik" in Otto Pöggeler (Hrsg.) Heidegger: Perspektiven zur Deutung seines Werks, Beltz Athenäum, Königstein/Ts. 1984, S. 248
  152. Spiegel-Interview in Reden und Zeugnisse (GA 16), S. 661.
  153. Hugo Ott, Martin Heidegger, Unterwegs zu seiner Biographie Campus Verlag S.168
  154. Walter Biemel "Erinnerungsfragmente" in Erinnerung an Martin Heidegger Neske 1977 S.22
  155. Spiegel-Interview in Reden und Zeugnisse (GA 16), S. 660.
  156. Hannah Arendt: Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt. in Günther Neske und Emil Kettering (Hg.): Antwort – Martin Heidegger im Gespräch. Tübingen 1988.
  157. vgl. hierzu: Julia Kristeva: Hannah Arendt, 2001, S. 46
  158. Hannah Arendt: Martin Heidegger ist achtzig Jahre alt. in Günther Neske und Emil Kettering (Hg.): Antwort – Martin Heidegger im Gespräch. Tübingen 1988, S. 244
  159. Günter Magiera: Die Rehabilitierung der Meinung. Arendts Auseinandersetzung mit Platon und Heidegger, 2004, S. 51
  160. Arendt / Jaspers: Briefwechsel 1926–1969. München 2001, Brief vom 29. September 1949.
  161. Vgl. Elzbieta Ettinger: Hannah Arendt – Martin Heidegger. Eine Geschichte. übers. von Brigitte Stein, München 1995, S. 15.
  162. Martin Heidegger, Karl Jaspers Briefwechsel Klostermann 1990 S. 271. Siehe auch Ulrich Sieg: "Die Verjudung des deutschen Geistes". Ein unbekannter Brief Heideggers, Die Zeit, 22. Dezember 1989 (Zeit-online)
  163. Martin Heidegger: Mein liebes Seelchen!. Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfriede 1915-1970, hrsg. und kommentiert von Gertrud Heidegger, München 2005, 51
  164. Martin Heidegger: Mein liebes Seelchen!. Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfriede 1915-1970, hrsg. und kommentiert von Gertrud Heidegger, München 2005, 112
  165. Martin Heidegger: Mein liebes Seelchen!. Briefe Martin Heideggers an seine Frau Elfriede 1915-1970, hrsg. und kommentiert von Gertrud Heidegger, München 2005, 116
  166. Vgl. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt a. M. 2001, S. 289.
  167. Spiegel Interview, GA16 S.654
  168. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland. Frankfurt a. M. 2001, S. 326–329.
  169. Vgl. Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. in Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger Handbuch. Stuttgart 2003, S. 148f.
  170. Martin Heidegger, Karl Jaspers Briefwechsel Klostermann 1990 S. 257
  171. Martin Heidegger, Karl Jaspers Briefwechsel Klostermann 1990 S. 271
  172. Hannah Arendt - Martin Heidegger. Briefe 1925 - 1975, Frankfurt 1998, S. 68f.
  173. Rüdiger Safranski: Ein Meister aus Deutschland Hanser 1994 S. 299
  174. Martin Heidegger / Karl Jaspers: Briefwechsel 1920–1963. Hrsg. W. Biemel u. H. Saner. Frankfurt a. M. 1990, S. 201.
  175. Walter Biemel, "Bemerkungen zum Briefwechsel" in Karl Jaspers: Philosoph unter Philosophen, Richard Wisser u. Leonard H. Ehrlich (eds.), Würzburg, K&N 1993 S. 168
  176. Spiegel-Interview in Reden und Zeugnisse (GA 16), S. 655.
  177. Vgl. Dieter Thomä: Heidegger und der Nationalsozialismus. in Dieter Thomä (Hrsg.): Heidegger Handbuch. Stuttgart 2003, S. 156f.
  178. Otto Pöggeler: Der Denkweg Martin Heideggers. Günther Neske, Stuttgart 1994, S. 386.
  179. Bremer und Freiburger Vorträge (GA 79), S. 27.
  180. https://clemensheni.wordpress.com/2010/08/21/wurden-die-juden-gar-nicht-als-juden-ermordet/#_edn14
  181. S. 52
  182. Le Monde, 14. Dezember 2006
  183. Bremer und Freiburger Vorträge (GA 79), S. 56.
  184. Emmanuel Faye: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie, Berlin: Matthes & Seitz, S. 407
  185. Todd Samuel Presner, Mobile Modernity: Germans, Jews, Trains, "Death without dying", Columbia University Press p.221
  186. Primo Levi: Ist das ein Mensch? Erinnerungen an Auschwitz. Frankfurt am Main: S. Fischer 1961, S. 91
  187. François Rastier, Heidegger aujourd’hui, 2009, p.7 (PDF; 515 kB)
  188. Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, "Die Konzentrationslager", Seiten 907-943
  189. Silvio Vietta, Heideggers Kritik am Nationalsozialismus und der Technik, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1989 S. 11
  190. Herbert Marcuse: Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalitären Staatsauffassung. In: Zeitschrift für Sozialforschung 3, 1934, Heft 2.
  191. Text des Aufrufs: Deutsche Studenten. Die nationalsozialistische Revolution bringt die notwendige Umwälzung unseres deutschen Daseins. (folgt Foto H.s) An Euch ist es, in diesem Geschehen die immer Drängenden und Bereiten, die immer Zähen und Wachsenden zu bleiben. Euer Wissenwollen sucht das Wesentliche, Einfache und Große zu erfahren. Es verlangt, dem Nächstbedrängenden und Weitestverpflichtenden ausgesetzt zu werden. Seid hart und echt in Euerem Fordern. Bleibt klar und sicher in der Ablehnung. Verkehrt das errungene Wissen nicht zum eitlen Selbstbesitz. Verwahrt es als den notwendigen Urbesitz des führerischen Menschen in den völkischen Berufen des Staates. Ihr könnt nicht mehr die nur "Hörenden" sein. Ihr seid verpflichtet zum Mitwissen und Mithandeln an der Schaffung der künftigen hohen Schule des deutschen Geistes. Jeder muss jede Begabung und Bevorzugung erst bewähren und ins Recht setzen. Das geschieht durch die Macht des kämpferischen Einsatzes im Ringen des ganzen Volkes um sich selbst. Täglich und stündlich festige sich die Treue des Gefolgschaftswissens. Unaufhörlich wachse Euch der Mut zum Opfer für die Rettung des Wesens und für die Erhöhung der innersten Kraft unseres Volkes in seinem Staat. Nicht Lehrsätze und "Ideen" seien die Regeln Eures Seins. Der Führer selbst und allein ist die heutige und künftige deutsche Wirklichkeit und ihr Gesetz. Lernet immer tiefer zu wissen: Von nun an fordert jedwedes Ding Entscheidung und alles Tun Verantwortung. Heil Hitler! Martin Heidegger, Rektor, in Freiburger Studentenzeitung 3. November 1933; wieder in Der Freiburger Kreis. Widerstand und Nachkriegsplanung 1933 - 1945. Ausstellungskatalog. Stadt Freiburg, 1990. Reihe: Veröffentlichungen aus dem Archiv der Stadt, 25. Einf. Ernst Schulin, Hgg. Dagmar Rübsam, Hans Schadek ISBN 3923272278 S. 25 (Faksimile)
  192. GA 16, S. 430f.
  193. Vgl. Der Spiegel 18. August 1986, S. 167.