Heiden (Münsterland)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Münster | |
| Kreis: | Borken | |
| Höhe: | 79 m ü. NN | |
| Fläche: | 53,39 km² | |
| Einwohner: |
8043 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 151 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 46359 | |
| Vorwahl: | 02867 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BOR, AH, BOH | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 54 028 | |
| LOCODE: | DE HDN | |
| NUTS: | DEA34 | |
| Gemeindegliederung: | keine Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausplatz 1 46359 Heiden |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heiner Buß | |
| Lage der Gemeinde Heiden im Kreis Borken | ||
Heiden ist eine Gemeinde im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Borken im Regierungsbezirk Münster.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Sie liegt südlich der Berge im Naturpark Hohe Mark.
Die Gemeinde besteht aus einem Dorfkern und ehemals drei Bauernschaften (Dorfbauernschaft, Leblich, Nordick), welche mittlerweile zu zwei Bauernschaften (Leblich und Nordick) zusammengefasst wurden. Die alte „Dorfbauernschaft“ ist gebietsmäßig zum größten Teil zu Nordick zu zählen.
Die Bauernschaft Nordick grenzt im Norden an Velen, Reken, Ramsdorf und Gemen. Auf der Grenze zwischen Nordick und Velen befindet sich ein artesischer Brunnen mit einem Wassertretbecken. Auf der Grenze zu Ramsdorf überquert man den Lünsberg, welcher einem eine Aussicht über die Wälder der Gegend bietet. Darüber hinaus ist Nordick bekannt durch den Reitsport, da sich eine Reitanlage inkl. Reithalle dort befindet, welche regelmäßig für Turniere genutzt wird. Nordick ist flächen- und einwohnermäßig kleiner als Leblich.
In Leblich befindet sich auch das Naturdenkmal „Teufelsteine“. Ansonsten sind weithin sichtbar einige Windräder zu erkennen. Inmitten Leblichs liegt die Vogelstange der vor über 350 Jahren gegründeten Schützenbruderschaft. Südlich grenzt Leblich an Marbeck, Rhade und Lembeck sowie im Westen an die Kreisstadt Borken.
Heiden ist über die Bundesautobahn 31 (Anschlussstelle Reken/Heiden) zu erreichen.
Geschichte [Bearbeiten]
Um das Jahr 870 wurde das Heidedorf in einer Schenkung an das Kloster Werden erstmals urkundlich erwähnt.
Die Teufelssteine sind der Sage nach folgendermaßen nach Reken gekommen:
Der Teufel befand sich auf dem Weg nach Aachen, um den Dom, den Karl der Große errichtet hatte, zu zerstören. Zu diesem Zweck hatte er alle großen Findlinge im Land zusammengesucht und trug diese in einem Sacke auf dem Rücken nach Aachen. Bei Heiden begegnete ihm ein Schuster, der zwölf Paar verschlissene Schuhe auf dem Rücken trug. Diesen fragte der Teufel, wie weit es bis Aachen sei. Der Schuster hatte den Teufel am Pferdefuß erkannt und sagte: „Ich komme geradewegs aus Aachen, die Schuhe, die ich auf dem Rücken trage, habe ich von dort bis hier verschlissen.“ Da schüttelte der Teufel unter fürchterlichem Fluchen den Sack aus.
Das Volk erzählt ferner, dass die Steine niemand zählen kann, und dass niemand die Steine ohne Schaden von ihrer Stelle holen und zerstören kann. Einst holte sich ein Bauer einen flachen Deckstein und verwendete ihn als Platte für seinen neuen Backofen. In der Geisterstunde der folgenden Nacht entstand im ganzen Haus ein Poltern und Lärmen, die Kühe hatten sich im Stalle losgerissen, die Schweine rannten wie toll im Stall umher und die Hühner flatterten entsetzt von ihren Stangen. Bei näherem Zuschauen fand man den neuen Backofen eingestürzt, und am folgenden Tage lag der flache Stein wieder an seiner ursprünglichen Stelle in der Gesellschaft der anderen Teufelsteine.
Die Geschichte der Teufelssteine
3,5 Kilometer östlich von Heidens Ortskern liegen die Steine in einer Kiefern bewachsenen Dünenlandschaft, die eiszeitlichen Ursprungs ist. Sie entstand während der Weichsel-Eiszeit vor rund 50.000 Jahren, als Norddeutschland schon nicht mehr vom Eis bedeckt war, aber wegen der noch herrschenden Kälte keine Vegetationsdecke trug, die den leichten Sandboden hätte festhalten können.
Herkunft der Teufelssteine
Das Baumaterial der Teufelsteine stammt aus der Saale-Eiszeit (vor rund 145.000 Jahren) aus einer mehr als 100 Meter dicken Eisschicht, die damals das Land von Norden her verschoben hatte. Bei ihrer Ausbreitung von Norden nach Süden hatte diese Eismasse ihren Untergrund eingeebnet. So sind die vielfarbigen Kiesel, Gerölle und Findlinge aus Gneis, Granit, Quarzit und anderen Gesteinsarten mit dem Eis aus Skandinavien dort hin gekommen. Die geologische Bezeichnung „Geschiebe“ für dieses Gesteinsmaterial ist ein Hinweis darauf. Nach dem Abschmelzen des Eises blieben die Steine liegen oder wurde von den oft reißenden Schmelzwasser-Strömen zu dicken Schotterpaketen zusammengeschwemmt.
Während der jüngeren Steinzeit vor rund viertausend Jahren wurden die bis zu sieben Tonnen schweren und vom Gewicht des Eises rund geschliffenen Steinbrocken zu einem Steinkammergrab von 21 Metern Länge und etwa 1,70 Metern Breite zusammengestellt. Die Findlinge wurden zunächst auf Baumstamm-Rollen zur „Baustelle“ geschafft. Dort hat man die Steine unter Einsatz von hölzernen Hebeln und Muskelkraft ausgerichtet. Für das Dach des Steinkammergrabes suchten sich die Baumeister große, flache Steinplatten. Um sie nach oben zu schaffen, schütteten sie rund um die offene Grabanlage schiefe Ebenen aus Sand und Erde auf.
Auf diese Weise entstand schließlich eine geschlossene Grabkammer mit einer Innenhöhle von rund anderthalb Meter. Zwischen dem zweiten und dritten Wandstein an der Südostseite des Grabes blieb eine schmale Eingangsöffnung für die Beisetzungen.
Die Teufelsteine wurden über lange Zeit als Kollektivgrab genutzt. Es enthielt Überreste einer ganzen Reihe von Bestattungen. Den Toten hatte man Nahrungsvorräte in kunstvoll geformten und verzierten Tongefäßen mitgegeben. Scherbenfunde aus jüngerer Vergangenheit belegen dies.
Wo genau die Erbauer der Teufelsteine gelebt und gewohnt haben, ist unbekannt. Was man aber herausgefunden hat, ist folgendes: Sie waren Bauern, wohnten in rechteckigen Pfostenhäusern und bauten Weizen und Gerste an. Das haben Wissenschaftler aus Funden in der Nähe anderer Riesensteingräber geschlossen.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat besteht aus 26 Räten. Nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009 sind die Sitze wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen aufgeteilt:
| CDU | SPD | GRÜNE | UWG | |
|---|---|---|---|---|
| 2009 | 14 Sitze | 6 Sitze | 3 Sitze | 3 Sitze |
Wappen, Banner und Flagge [Bearbeiten]
Der Gemeinde ist mit Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vom 17. April 1956 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels und einer Flagge verliehen worden.
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Im blauem Feld zwei silberne (weiße) Balken, deren unterem ein goldenes (gelbes) Hünengrab aufsitzt.“
Dem Gemeindewappen wurde das Wappen der Herren von Heiden - in Silber drei blaue Balken - zu Grunde gelegt. An Stelle des dritten Balkens erinnert das jungzeitliche Großsteingrab "Teufelsteine" an die Besiedlung und Bedeutung des Ortes in vorgeschichtlicher Zeit. [2] [3]
Banner und Flagge [Bearbeiten]
Beschreibung des Banners: „Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1:3:1 längsgestreift mit dem Wappen oberhalb der Mitte.“
Beschreibung der Flagge: „Im quadratischen blauen Flaggentuch, zwei weiße Balken, deren unterem ein gelbes Hünengrab aufsitzt; am fliegenden Ende drei weiße nach unten abgeschrägte Lätze.“ Die Hauptsatzung gibt keine Flaggenbeschreibung.“[4]
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Es besteht eine Städtefreundschaft mit der thüringischen Stadt Heilbad Heiligenstadt sowie eine Städtepartnerschaft mit Lancaster (Wisconsin) in den USA.
Heilbad Heiligenstadt Noch vor der Wiedervereinigung beider Deutscher Staaten wurden auf Antrag der CDU-Frauenunion (Bürgerantrag vom 12. Dezember 1989) erste schriftliche Kontakte mit der Stadt Heiligenstadt aufgenommen. Der Grund für die Kontaktaufnahme fand sich in der Tatsache, dass die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, die Heiligenstädter Schulschwestern, über viele Jahre ihren Dienst im früheren Krankenhaus und heutigen Altenheim von Heiden verrichtet haben. Danach entwickelte sich sehr schnell ein reger Dialog zu den offiziellen Vertretern der Stadt Heiligenstadt, den Schwestern im Bergkloster der Heiligenstädter Schulschwestern und den Menschen und Gruppierungen in der Stadt. Parallel dazu fanden intensive Beratungen für die Verwaltungsaufgaben durch Bedienstete der Gemeinde, Hilfsaktionen durch den Werbekreis Heiden, ein Austausch von Jugendlichen und viele Aktivitäten durch die Vereine statt. Die Gemeinde Heiden hat am 9. März 1991 mit der Stadt Heiligenstadt einen Freundschaftsvertrag abgeschlossen und dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung beider Kommunen beurkundet.
Lancaster/Wisconsin USA Die Idee zu einer Städtepartnerschaft mit Lancaster in Wisconsin (USA) liegt in der Musik begründet. Vor vielen Generationen sind Mitglieder der Familie Busch aus Heiden nach Wisconsin ausgewandert. Auf der Suche nach ihren Wurzeln kam die Familie Busch Ende der 1980er Jahre nach Heiden. Im Heimathaus fand ein gemeinsamer Abend mit Mitgliedern der Musikkapelle statt, zumal auch die Familie Busch musiziert. Sie bilden in Lancaster einen wichtigen Teil der dortigen Musikband. So entstand sehr schnell der Wunsch der Heidener Musikkapelle zu einem Besuch in Lancaster. Dieser fand dann im Jahre 1995 statt. Seither gibt es unter den Musikerinnen und Musikern einen regen Austausch. Aber auch erste Aufenthalte von Schülern und Studenten in Amerika folgten. Bei einem Besuch von Mitgliedern der Musikkapelle in Lancaster im Jahr 2007 äußerte die „City Lancaster“ in Person des Mayors Jerome H. (Jerry) Wehrle, den Wunsch eine offizielle Partnerschaft mit Heiden zu begründen.
Die Städtepartnerschaft soll dazu dienen dass sich auf der Grundlage der freundschaftlichen Kooperation, der Gleichheit und des gegenseitigen Nutzens die Stadt Lancaster und die Gemeinde Heiden zur Förderung und Erweiterung der Kultur-, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Städten entwickelt. Außerdem ist geplant, zur Förderung ihres Wohlstands und zur weiteren Vertiefung der Freundschaft zwischen den Menschen der beiden Länder einen weit angelegten Austausch auf Gebieten wie z. B. Bildung, Wissenschaft, Technologie, Sport und Gesundheit zu praktizieren. Am 11. Mai 2010 war es nun soweit. Der Rat hat die offizielle Partnerschaft in der Sitzungsurkunde 051/2010 beschlossen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
- Pfarrkirche St. Georg
- Westmünsterlandhalle Heiden
Parks [Bearbeiten]
- Vogelpark
- Biotop
- Kranenmeer
- Wildpark am Frankenhof
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
- Teufelssteine
Die Teufelsteine (niederdeutsch „Düwelsteene“) sind Hauptbestandteil des Wappens der Gemeinde Heiden. Sie wurden während der Saale-Eiszeit durch Eismassen dorthin geschoben. Eine Heidener Sage behauptet allerdings, dass der Teufel persönlich die Steine dort abgeworfen hat, als er in Heiden von einem Schuster erfuhr, wie weit es noch bis Aachen sei, wo er eigentlich mit den Steinen den dortigen Dom zerstören wollte. - Naturschutzgebiet Kranenmeer
- Das ehemalige Naturschutzgebiet Römersee
- Artesischer Brunnen
- In direkter Nähe zum Naturschutzgebiet „Schwarzes Venn“ liegt auf der Grenze zu Velen der Artesische Brunnen. Ein Wassertretbecken, das gerade in den Sommermonaten gut besucht ist. Der Artesische Brunnen liegt im Nord-Osten Heidens an der Grenze zu Velen und Reken und ist über den Venneweg zu erreichen.
Sport [Bearbeiten]
Freizeitmöglichkeiten bieten das Heiden-Spassbad, ein Frei- und Wellenbad, die Westmünsterlandhalle für Sport- u. Kulturveranstaltungen, das Freizeitgelände mit dem Biotop sowie die Reithalle.
Der größte Sportverein ist der FC Viktoria Heiden, der neben Fußball auch noch Badminton und Leichtathletik anbietet. Der Heidener Sportplatz besitzt zwei Natur- und einen Kunstrasenplatz. Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung spielt seit der Saison 2004/2005 ununterbrochen in der Landesliga 4 Nord. Darüber hinaus existiert auch noch der Tennisverein TC Heiden 81, dem fünf Ascheplätze zur Verfügung stehen.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Das jährliche Schützenfest (am 2. Wochenende im August) und Dullendienstag (Junggesellenschützenfest; immer am Dienstag nach dem Schützenfest)
- Die Bauernschaften Leblich und Nordick feiern abwechselnd jedes Jahr an Pfingsten ihr Schützenfest. In den geraden Jahren feiert die Schützenbruderschaft Nordick und in den ungeraden Jahren die Schützenbruderschaft Leblich.
- Der Maibökendag im April, als verkaufsoffener Sonntag, mit Trödelmarkt und kulturellen Darbietungen der Heidener Vereine
- Der Heidener Herbst im September, mit dem Teufelslauf als Volkslauf mit verschiedenen Altersklassen und Strecken.
Bildung [Bearbeiten]
In Heiden gibt es zwei Schulen. Die Mariengrundschule und die Ludgerushauptschule. Um an eine Ober- oder Hochschulreife zu gelangen, bedienen sich die Heidener der Realschulen in Bhf.-Reken, Velen und Borken, sowie der Gymnasien Borken und Maria Veen.
Literatur [Bearbeiten]
- Ludger Kremer und Bert Sniers (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 1). 2. Auflage. 1976.
- Ludger Kremer (Hrsg.): Das alte Heiden im Bild (= Heidener Schriften. Bd. 2). 1979.
- Aloys Küper, Ludger Kremer (Hrsg.): Geschichte der Freigrafschaft und des Kirchspiels Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 3). 1981.
- Ludger Kremer (Hrsg.): Heiden im Zweiten Weltkrieg (= Heidener Schriften. Bd. 4). 1985.
- Ludger Kremer (Hrsg.): Daomaols in Häiden ... (= Heidener Schriften. Bd. 5). 1991.
- Ludger Kremer und Timothy Sodmann (Hrsg.): Die Flurnamen der Gemeinde Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 6). 1994.
- Ludger Kremer (Hrsg.): 1125 Jahre Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 7). 1996.
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
- ↑ Hauptsatzung der Gemeinde Heiden, § 2. Abgerufen am 10. Februar 2013 (PDF; 59 kB).
- ↑ Das Heidener Wappen. Abgerufen am 10. Februar 2013.
- ↑ Banner und Flagge der Gemeinde Heiden. Abgerufen am 10. Februar 2013.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Gemeinde
- Heiden: historisch – familienkundliche Entwicklung in GenWiki
- Links zum Thema Heiden im Open Directory Project
