Heiden (Münsterland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heiden
Heiden (Münsterland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heiden hervorgehoben
51.8258333333336.933055555555679Koordinaten: 51° 50′ N, 6° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Borken
Höhe: 79 m ü. NHN
Fläche: 53,39 km²
Einwohner: 8071 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46359
Vorwahl: 02867
Kfz-Kennzeichen: BOR, AH, BOH
Gemeindeschlüssel: 05 5 54 028
Gemeindegliederung: keine Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
46359 Heiden
Webpräsenz: www.heiden.de
Bürgermeister: Heiner Buß
Lage der Gemeinde Heiden im Kreis Borken
Kreis Borken Nordrhein-Westfalen Kreis Kleve Kreis Wesel Kreis Coesfeld Kreis Coesfeld Niedersachsen Kreis Steinfurt Niederlande Raesfeld Heiden Rhede Bocholt Borken Reken Velen Stadtlohn Heek Ahaus Gescher Legden Schöppingen Gronau Vreden Südlohn IsselburgKarte
Über dieses Bild
Heiden, moderne Kirche im Platz

Heiden (plattdeutsch Häiden[2]) ist eine Gemeinde im Westmünsterland im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Borken im Regierungsbezirk Münster.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Heiden liegt im Westen der Westfälischen Bucht und im Norden des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland. Es befindet sich südlich der Berge, etwa 5,5 km (Luftlinie) südöstlich der Stadt Borken.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus einem Dorfkern und ehemals drei Bauernschaften (Dorfbauernschaft, Leblich, Nordick), welche mittlerweile zu zwei Bauernschaften (Leblich und Nordick) zusammengefasst wurden. Die alte „Dorfbauernschaft“ ist gebietsmäßig zum größten Teil zu Nordick zu zählen.

Die Bauernschaft Nordick grenzt im Norden an Velen, Reken, Ramsdorf und Gemen. Auf der Grenze zwischen Nordick und Velen befindet sich ein artesischer Brunnen mit einem Wassertretbecken. Auf der Grenze zu Ramsdorf überquert man den Lünsberg, welcher einem eine Aussicht über die Wälder der Gegend bietet. Darüber hinaus ist Nordick bekannt durch den Reitsport, da sich eine Reitanlage inkl. Reithalle dort befindet, welche regelmäßig für Turniere genutzt wird. Nordick ist flächen- und einwohnermäßig kleiner als Leblich.

In Leblich befindet sich auch das Naturdenkmal „Teufelsteine“. Ansonsten sind weithin sichtbar einige Windräder zu erkennen. Inmitten Leblichs liegt die Vogelstange der vor über 350 Jahren gegründeten Schützenbruderschaft. Südlich grenzt Leblich an Marbeck, Rhade und Lembeck sowie im Westen an die Kreisstadt Borken.

Geschichte[Bearbeiten]

Um das Jahr 870 wurde das Heidedorf in einer Schenkung an das Kloster Werden erstmals urkundlich erwähnt.

Am 1. Januar 1975 wurde ein Teilgebiet der Kreisstadt Borken, das bis 1969 zur Gemeinde Marbeck gehörte, mit damals etwa 240 Einwohnern eingegliedert. Am selben Tag wurde ein Teilgebiet mit damals etwa 150 Einwohnern an die Nachbargemeinde Velen abgetreten.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 26 Ratsmitgliedern. Nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009 sind die Sitze wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen aufgeteilt:

CDU SPD GRÜNE UWG
2009 14 Sitze 6 Sitze 3 Sitze 3 Sitze

Wappen, Banner und Flagge[Bearbeiten]

Der Gemeinde ist mit Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vom 17. April 1956 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels und einer Flagge verliehen worden.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Im blauem Feld zwei silberne (weiße) Balken, deren unterem ein goldenes (gelbes) Hünengrab aufsitzt.“

Dem Gemeindewappen wurde das Wappen der Herren von Heiden - in Silber drei blaue Balken - zu Grunde gelegt. An Stelle des dritten Balkens erinnert das jungsteinzeitliche Großsteingrab der Teufelssteine an die Besiedlung und Bedeutung des Ortes in vorgeschichtlicher Zeit.[4][5]

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Beschreibung des Banners: „Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1:3:1 längsgestreift mit dem Wappen oberhalb der Mitte.“

Beschreibung der Flagge: „Im quadratischen blauen Flaggentuch, zwei weiße Balken, deren unterem ein gelbes Hünengrab aufsitzt; am fliegenden Ende drei weiße nach unten abgeschrägte Lätze.“ Die Hauptsatzung gibt keine Flaggenbeschreibung.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht eine Städtefreundschaft mit der thüringischen Stadt Heilbad Heiligenstadt sowie eine Städtepartnerschaft mit Lancaster (Wisconsin) in den USA.

Heilbad Heiligenstadt Noch vor der Wiedervereinigung beider Deutscher Staaten wurden auf Antrag der CDU-Frauenunion (Bürgerantrag vom 12. Dezember 1989) erste schriftliche Kontakte mit der Stadt Heiligenstadt aufgenommen. Der Grund für die Kontaktaufnahme fand sich in der Tatsache, dass die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, die Heiligenstädter Schulschwestern, über viele Jahre ihren Dienst im früheren Krankenhaus und heutigen Altenheim von Heiden verrichtet haben. Danach entwickelte sich sehr schnell ein reger Dialog zu den offiziellen Vertretern der Stadt Heiligenstadt, den Schwestern im Bergkloster der Heiligenstädter Schulschwestern und den Menschen und Gruppierungen in der Stadt. Parallel dazu fanden intensive Beratungen für die Verwaltungsaufgaben durch Bedienstete der Gemeinde, Hilfsaktionen durch den Werbekreis Heiden, ein Austausch von Jugendlichen und viele Aktivitäten durch die Vereine statt. Die Gemeinde Heiden hat am 9. März 1991 mit der Stadt Heiligenstadt einen Freundschaftsvertrag abgeschlossen und dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung beider Kommunen beurkundet.

Lancaster/Wisconsin USA Die Idee zu einer Städtepartnerschaft mit Lancaster in Wisconsin (USA) liegt in der Musik begründet. Vor vielen Generationen sind Mitglieder der Familie Busch aus Heiden nach Wisconsin ausgewandert. Auf der Suche nach ihren Wurzeln kam die Familie Busch Ende der 1980er Jahre nach Heiden. Im Heimathaus fand ein gemeinsamer Abend mit Mitgliedern der Musikkapelle statt, zumal auch die Familie Busch musiziert. Sie bilden in Lancaster einen wichtigen Teil der dortigen Musikband. So entstand sehr schnell der Wunsch der Heidener Musikkapelle zu einem Besuch in Lancaster. Dieser fand dann im Jahre 1995 statt. Seither gibt es unter den Musikerinnen und Musikern einen regen Austausch. Aber auch erste Aufenthalte von Schülern und Studenten in Amerika folgten. Bei einem Besuch von Mitgliedern der Musikkapelle in Lancaster im Jahr 2007 äußerte die „City Lancaster“ in Person des Mayors Jerome H. (Jerry) Wehrle, den Wunsch eine offizielle Partnerschaft mit Heiden zu begründen.
Die Städtepartnerschaft soll dazu dienen dass sich auf der Grundlage der freundschaftlichen Kooperation, der Gleichheit und des gegenseitigen Nutzens die Stadt Lancaster und die Gemeinde Heiden zur Förderung und Erweiterung der Kultur-, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Städten entwickelt. Außerdem ist geplant, zur Förderung ihres Wohlstands und zur weiteren Vertiefung der Freundschaft zwischen den Menschen der beiden Länder einen weit angelegten Austausch auf Gebieten wie z. B. Bildung, Wissenschaft, Technologie, Sport und Gesundheit zu praktizieren. Am 11. Mai 2010 war es nun soweit. Der Rat hat die offizielle Partnerschaft in der Sitzungsurkunde 051/2010 beschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Georg
  • Westmünsterlandhalle Heiden

Parks[Bearbeiten]

  • Vogelpark
  • Biotop
  • Kranenmeer
  • Wildpark am Frankenhof

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Teufelssteine
  • Etwa drei Kilometer vom Ort entfernt liegen die Teufelssteine, (niederdeutsch „Düwelsteene“) in einer eiszeitlichen Dünenlandschaft. Dabei handelt es sich um ein steinzeitliches Großsteingrab der Trichterbecherkultur.
  • Naturschutzgebiet Kranenmeer
  • Das ehemalige Naturschutzgebiet Römersee
  • Artesischer Brunnen
    In direkter Nähe zum Naturschutzgebiet „Schwarzes Venn“ liegt auf der Grenze zu Velen ein artesischer Brunnen. Die Quelle wurde mit einem Wassertretbecken eingefasst, das in den Sommermonaten gut besucht ist.

Sport[Bearbeiten]

Freizeitmöglichkeiten bieten das Heiden-Spassbad, ein Frei- und Wellenbad, die Westmünsterlandhalle für Sport- u. Kulturveranstaltungen, das Freizeitgelände mit dem Biotop sowie die Reithalle.

Der größte Sportverein ist der F.C. Viktoria Heiden 1921 e.V., der neben Fußball auch noch Badminton und Leichtathletik anbietet. Der Heidener Sportplatz besitzt zwei Natur- und einen Kunstrasenplatz. Die 1. Mannschaft der Fußballabteilung spielt seit der Saison 2004/2005 ununterbrochen in der Landesliga 4 Nord. Darüber hinaus existiert auch noch der Tennisverein TC Heiden 81 e.V., dem fünf Ascheplätze zur Verfügung stehen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Das jährliche Schützenfest (am 2. Wochenende im August) und Dullendienstag (Junggesellenschützenfest; immer am Dienstag nach dem Schützenfest)
  • Die Bauernschaften Leblich und Nordick feiern abwechselnd jedes Jahr an Pfingsten ihr Schützenfest. In den geraden Jahren feiert die Schützenbruderschaft Nordick und in den ungeraden Jahren die Schützenbruderschaft Leblich.
  • Der Maibökendag im April, als verkaufsoffener Sonntag, mit Trödelmarkt und kulturellen Darbietungen der Heidener Vereine
  • Der Heidener Herbst im September, mit dem Teufelslauf als Volkslauf mit verschiedenen Altersklassen und Strecken.

Bildung[Bearbeiten]

In Heiden gibt es zwei Schulen. Die Mariengrundschule und die Ludgerushauptschule. Um an eine Ober- oder Hochschulreife zu gelangen, bedienen sich die Heidener der Realschulen in Bhf.-Reken, Velen und Borken, sowie der Gymnasien Borken und Maria Veen.

Verkehr[Bearbeiten]

Heiden liegt westlich der Bundesautobahn 31 (Anschlussstelle Reken/Heiden). Von der Autobahn zweigt an der Anschlussstelle Borken die nördlich an der Ortschaft vorbeiführende Bundesstraße 67 ab, die nahe Borken auf die Bundesstraße 70 (Borken–Raesfeld) trifft. Mehrere Landes- oder Kreisstraßen, die an der Autobahn beginnen oder von den Bundesstraßen abzweigen, führen nach Heiden.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ludger Kremer, Bert Sniers (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 1). 2. Auflage. 1976, OCLC 215149067.
  •  Ludger Kremer (Hrsg.): Das alte Heiden im Bild (= Heidener Schriften. Bd. 2). 1979, DNB 820901733.
  •  Aloys Küper, Ludger Kremer (Hrsg.): Geschichte der Freigrafschaft und des Kirchspiels Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 3). 1981, DNB 871068354.
  •  Ludger Kremer (Hrsg.): Heiden im Zweiten Weltkrieg (= Heidener Schriften. Bd. 4). 1985, DNB 871225034.
  •  Ludger Kremer (Hrsg.): Daomaols in Häiden ... (= Heidener Schriften. Bd. 5). 1991, OCLC 236095167.
  •  Ludger Kremer, Timothy Sodmann (Hrsg.): Die Flurnamen der Gemeinde Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 6). 1994, ISBN 3-927851-53-1.
  •  Ludger Kremer (Hrsg.): 1125 Jahre Heiden (= Heidener Schriften. Bd. 7). 1996, OCLC 67922795.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Elisabeth Piirainen, Wilhelm Elling: Wörterbuch der westmünsterländischen Mundart. Vreden 1992, ISBN 3-926627-09-3.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Heiden, § 2. Abgerufen am 10. Februar 2013 (PDF; 59 kB).
  5. Das Heidener Wappen. Abgerufen am 10. Februar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heiden (Münsterland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien