Heidenrod

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heidenrod
Heidenrod
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heidenrod hervorgehoben
50.2133333333337.9969444444444370Koordinaten: 50° 13′ N, 8° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Rheingau-Taunus-Kreis
Höhe: 370 m ü. NHN
Fläche: 95,94 km²
Einwohner: 7762 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65321
Vorwahlen: 06120, 06124, 06772, 06775
Kfz-Kennzeichen: RÜD, SWA
Gemeindeschlüssel: 06 4 39 005
Gemeindegliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 9
65321 Heidenrod
Webpräsenz: www.heidenrod.de
Bürgermeister: Volker Diefenbach (SPD)
Lage der Gemeinde Heidenrod im Rheingau-Taunus-Kreis
Lorch (Rheingau) Rüdesheim am Rhein Geisenheim Oestrich-Winkel Kiedrich Eltville am Rhein Walluf Schlangenbad Bad Schwalbach Heidenrod Aarbergen Hohenstein (Untertaunus) Taunusstein Hünstetten Idstein Niedernhausen Waldems Rheinland-Pfalz Wiesbaden Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Heidenrod ist mit knapp 96 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Gemeinde im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen und gehört hessenweit zu den Gemeinden mit den meisten Ortsteilen, es sind 19 an der Zahl. Die Gemeindeverwaltung befindet sich in Laufenselden, dem mit Abstand größten Ortsteil.

Das Gemeindegebiet ist nur gut einen Quadratkilometer kleiner als das Stadtgebiet der nahegelegenen Großstadt Mainz, diese hat allerdings 25mal mehr Einwohner. Mit knapp 7.800 Einwohnern liegt Heidenrod im Kreisvergleich im Mittelfeld zwischen Schlangenbad und Rüdesheim am Rhein.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Heidenrod liegt im westlichen Hintertaunus nördlich des Taunushauptkamms und westlich der Aar, zwischen Koblenz und Wiesbaden, etwa auf halber Strecke zwischen Rhein und Lahn. Das Gemeindegebiet erstreckt sich rund um das hochgelegene Waldgebiet der Kemeler Heide, die zu dem Höhenrücken gehört, auf dem die als Bäderstraße bekannte Bundesstraße 260 verläuft. Die beiden höchstgelegenen Ortschaften des westlichen Taunus, Kemel (Ortskern auf 510 m Höhe) und Mappershain (Ortskern auf 500 m Höhe) sind Ortsteile von Heidenrod. Der Mappershainer Kopf, etwa 500 m nordwestlich des gleichnamigen Ortes, ist mit 548 m der höchste Berg des westlichen Hintertaunus. Durch die Höhenlage bedingt entspringt im Gemeindegebiet eine Vielzahl von Bächen, die in alle Himmelsrichtungen zu den Gemeindegrenzen abfließen und die Heidenrod eine sehr komplexe Struktur von Wasserscheiden bescheren. So liegt fast jeder Ortsteil in einem anderen Tal oder allein auf einem Bergrücken zwischen zwei Tälern.

Auf dem Gemeindegebiet entspringen westlich des Ortsteils Kemel die Quellbäche der Wisper, die sich zwischen den Ortsteilen Wisper und Geroldstein vereinigen. Im Ortsteil Mappershain entspringt der Dörsbach. Etwa 60 % des Gemeindegebiets besteht aus Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Heidenrod grenzt im Norden an die Gemeinden Holzhausen an der Haide, Rettert, Berndroth, Dörsdorf, Eisighofen und Reckenroth (alle Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz), im Nordosten an die Gemeinde Aarbergen, im Osten an die Gemeinde Hohenstein, im Südosten an die Stadt Bad Schwalbach, im Südwesten an die Stadt Oestrich-Winkel, im Westen an die Stadt Lorch, sowie die Gemeinden Welterod, Strüth, Weidenbach, Diethardt und Nastätten (alle im Rhein-Lahn-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten]

Die Großgemeinde Heidenrod besteht aus insgesamt 19 Ortsteilen (in Klammern die jeweilige Einwohnerzahl nach dem Stand vom 14. November 2012):[2]

Algenroth (77), Dickschied (473), Egenroth (172), Geroldstein (91), Grebenroth (346), Hilgenroth (103), Huppert (525), Kemel (1.219), Langschied (238), Laufenselden (1.894), Mappershain (246), Martenroth (67), Nauroth (582), Niedermeilingen (328), Obermeilingen (93), Springen (460), Watzelhain (362), Wisper (94) und Zorn (447).

Sechs der Ortsteile haben nicht mehr als je rund einhundert Einwohner.

Für jede der zuvor selbständigen Gemeinden wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat errichtet. Die frühere Gemeinde Dickschied-Geroldstein wurde in zwei Ortsbezirke geteilt und erhielt für jeden Ortsteil einen Ortsbeirat.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen hatten sich am 31. Dezember 1971 zunächst 16 eigenständige Gemeinden zu einer Großgemeinde unter dem neuen Namen Heidenrod zusammengeschlossen. Am 1. Juli 1972 kam Martenroth hinzu.[4][5] Die 18. ehemalige Gemeinde Hilgenroth wurde am 1. Januar 1977 durch Gesetz nach Heidenrod eingegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl in Heidenrod 2011
 %
50
40
30
20
10
0
42,4 %
32,0 %
14,0 %
7,7 %
3,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,8 %p
-6,5 %p
+6,7 %p
-6,3 %p
-0,7 %p
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,4 13 35,6 11
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,0 10 38,5 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,0 4 7,3 2
BIH Bürgerinitiative Heidenrod 7,7 3 14,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 3,9 1 4,6 2
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 58,8 54,7

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Heidenrod unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Durch die Topographie des Gemeindegebietes bedingt gibt es in Heidenrod acht Kläranlagen. Es gilt, 18 Dorfgemeinschaftshäuser, 15 Freiwillige Feuerwehren und 16 Friedhöfe zu unterhalten. Das rege Vereinsleben der Heidenroder drückt sich in der Zahl von 84 Vereinen aus.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft (RTV) ist die lokale Nahverkehrsgesellschaft des Rheingau-Taunus-Kreis. Sie ist Gesellschafterin des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Durch Heidenroder Ortsteile Grebenroth, Laufenselden, Huppert und Kemel führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Grundschule Kemeler Heide
  • Fledermausschule (Grundschule)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Seit 1988 produziert die Janeco International GmbH in Grebenroth Glückskekse für die ganze Welt, bis zu 25 Millionen Stück jährlich. 2007 siedelte die Kopp-Umwelt GmbH auf einem ehemaligen Militärgelände in Kemel und machte daraus einen Naturenergiepark. Das Unternehmen hat zwei 134 Meter hohe Windkraftanlagen errichtet, es betreibt ein Biomassekraftwerk und eine Biogasanlage ist geplant. Schon 2013 erzeugt das Unternehmen bis zu 40 Millionen Kilowattstunden jährlich aus erneuerbaren Energien und ist mit 85 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber in Heidenrod. Die Gemeinde plant bis Ende 2014 die Errichtung von bis zu zwölf Windkraftanlagen entlang der Bäderstraße und erhofft sich dadurch jährliche Einnahmen von 800.000 Euro für die Gemeindekasse.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Am 3. Juni 2012 wurde im Ortsteil Langenseifen eine aus Lärchenholz gefertigte Kapelle der evangelischen Gemeinde als Sakralraum übergeben. Das in der Feldgemarkung stehende Gebäude wird von der Bevölkerung als kleiner Dom bezeichnet.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ortsteile der Gemeinde Heidenrod Einwohnerzahl HW
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Heidenrod PDF-Datei 99 KB
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 378.
  5. Gemeindegrenzenkarte Hessen 1:200.000 nach dem Stand vom 1. Juli 1972
  6. Gesetz zur Neugliederung des Rheingaukreises und des Untertaunuskreises vom 26. Juni 1974 (GVBl. I S. 312)
  7. a b HESSISCHE WIRTSCHAFT vom September 2013: Das Glück kommt aus Heidenrod, Seite 20 und 21
  8. Wie ein kleiner Dom in FAZ vom 4. Juni 2012, Seite 37

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heidenrod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien