Heidgraben
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Pinneberg | |
| Amt: | Moorrege | |
| Höhe: | 11 m ü. NN | |
| Fläche: | 5,37 km² | |
| Einwohner: |
2480 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 462 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 25436 | |
| Vorwahl: | 04122 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PI | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 56 023 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Amtsstraße 12 25436 Moorrege |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Udo Tesch (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Heidgraben im Kreis Pinneberg | ||
Heidgraben ist eine Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein.
Der Anteil der in der Landwirtschaft oder als Baumschuler tätigen Einwohner ist nur noch gering, die überwiegende Mehrzahl pendelt zu Arbeitsplätzen in der Umgebung oder nach Hamburg. Heidgraben hat eine Grundschule. Einkaufsmöglichkeiten am Ort sind nicht vorhanden, die Gemeinde bemüht sich aber um Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes in einem geplanten Dorfzentrum.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie und Verkehr [Bearbeiten]
Heidgraben liegt 18 Kilometer nordwestlich von Hamburg am Rande der Marschgebiete auf den in die Marsch hineinragenden Geestgebieten. Es grenzt an die Kleinstädte Uetersen und Tornesch, sowie an die Gemeinden Klein Nordende und Groß Nordende.
Das relativ große Gemeindegebiet ist eher zerstreut besiedelt. Neben dem Ortszentrum im Bereich der Schule gibt es an den Rändern weitere Siedlungsschwerpunkte wie Heidgraben-Nordwest zur Marsch hin und die Randzonen zu den Nachbarstädten Uetersen und Tornesch. Weite Teile des Gemeindegebiets sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Grundlage ist die vom Landrat des Kreises Pinneberg erlassene Schutzgebietsverordnung „Moorige Feuchtgebiete (LSG 07)“.
An den öffentlichen Nahverkehr ist es durch eine Busverbindung im HVV zwischen Tornesch und Uetersen angebunden. Von Tornesch aus bestehen Bahnverbindungen nach Elmshorn, Pinneberg und Hamburg (HVV-Tarif).
Östlich von Heidgraben verläuft die Bundesautobahn 23 von Pinneberg nach Elmshorn. Daran ist Heidgraben über die Auffahrt Tornesch oder die Auffahrt Elmshorn angeschlossen.
Geschichte [Bearbeiten]
Entstehung des Ortes [Bearbeiten]
Erstmals ist Heidgraben in den Pinneberger Amtsbüchern 1688 urkundlich erwähnt worden. Man kann aber davon ausgehen, dass es sich zu dieser Zeit noch nicht um ein Dorf, sondern um weitgehend unbesiedeltes Gebiet handelte. Im heutigen Gemeindegebiet erstreckte sich eine unfruchtbare Moor- und Heidelandschaft, durchzogen von einem großen Graben (Heidgraben), der in die Marsch führte und zur Entwässerung der Sumpf- und Moorgebiete angelegt worden war. Die Bewohner der angrenzenden fruchtbaren Marschgebiete stachen hier Torf, der als Brennmaterial diente.
Am Beginn des 18. Jahrhunderts begann die allmähliche Kultivierung. 1735 ist Heidgraben in den Unterlagen der Amtsvogtei Uetersen erstmals als Dorf erwähnt. Verwaltungsmäßig gehörte es zum Bezirk Groß-Nordende, ab 1835 zum Distrikt Groß-Nordende innerhalb der Amtsvogtei Uetersen.
Die ersten Siedler in Heidgraben lebten zunächst in höhlenartigen Behausungen, bauten erst später strohgedeckte Häuser, wie die fünf Söhne der Familie Hans Krohn. Viele Kolonisten mussten zusätzlich bei den Marschbauern arbeiten, um sich und ihre Familie zu ernähren. In der übrigen Zeit stachen sie Torf, hielten etwas Vieh, und begannen das Land nach und nach zu kultivieren. Da der Mist ihres kleinen Viehbestandes zur Düngung anfangs nicht ausreichte, mussten sie bei ihren Torffahrten Dünger aus den Städten mitbringen. Erst allmählich verbesserte sich die Lage etwas, so dass die Neubauern auch Fleisch und Milcherzeugnisse auf den umliegenden Märkten verkaufen konnten. Weitere Erzeugnisse der immer noch armen Bewohner Heidgrabens waren Heide zum Dachdecken und Schrubber aus Heide oder Reisig, sowie Wäscheklammern aus Holz.
Weitere Entwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| bis 1894 |
Die Bevölkerung der Gemeinde wächst stetig. Die Kinder des Dorfes besuchen die Schule in Groß Nordende. Das ist angesichts der schlechten Wegeverhältnisse sehr beschwerlich, zumal der Schulweg für einige Schüler über 4 km beträgt. 1890 werden die Gemeindevertreter vom Landrat angewiesen, einen Schulsteig anzulegen.
Das alte Schulgebäude (Baujahr 1826) von Groß Nordende existiert 2009 noch. Es wird aber schon lange nicht mehr als Schule genutzt. Das Foto zeigt den Zustand von 1983. |
| 1894 | Heidgraben erhält eine eigene Schule. Es handelt sich um eine einklassige Volksschule mit Lehrerwohnung. Der Unterricht beginnt mit 46 Kindern. |
| 1906 | Die Heidgrabener Liedertafel wird als Männergesangverein gegründet. |
| 1913 | Die Schule erhält einen Erweiterungsbau, so dass zwei Klassen eingerichtet werden können. |
| 1928 | Bau der Straße zwischen Tornesch und Groß-Nordende über Heidgraben (Hauptstraße/Betonstraße) Verlegung elektrischer Leitungen |
| 1934 | Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Heidgraben |
| ab 1945 | Anstieg der Bevölkerung durch Flüchtlinge. Bau von einfachen Einzelhäusern zur Aufnahme der Flüchtlingsfamilien. |
| 1949 | Der Heidgrabener Sportverein wird gegründet. |
| 1953 | Gründung der „Volksbücherei“ in den Räumen der Schule. Heute: Gemeindebücherei Heidgraben |
| 1957 | Die Schule wird um zwei zusätzliche Klassen erweitert. Weitere Erweiterungen folgten 1989, 1991 und 2004/2005. |
| 1963 | „Schulverein Heidgraben e.V.“ wird gegründet |
| 1972/73 | Einrichtung einer Kinderspielstunde |
| 1972 | Bau einer Turnhalle |
| 1974 | Die Heidgrabener Schule wird Grundschule. |
| 1979 | Die Heidgrabener Liedertafel nimmt Frauen als Sängerinnen und Mitglieder auf. |
| 1986 | Bau der Räumlichkeiten für einen Kindergarten. Erweiterungen 1995 und 2002 |
| 1995 | Anerkennung der Einrichtung als Kindergarten durch das Jugendamt Pinneberg |
| 1999/2000 | Bau eines neuen Sportplatzes |
| 2001 | Bau von Jugendräumen für die offene Jugendarbeit |
| 2004 | Gründung der Jugendfeuerwehr Heidgraben |
Politik [Bearbeiten]
Seit der Kommunalwahl 2008 hat die SPD elf und die CDU sechs Sitze der Gemeindevertretung.
Partnerschaften [Bearbeiten]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bekannte Heidgrabener [Bearbeiten]
- Justin Balk (* 1972), Sänger und Songwriter
- Stephanie Grebe (* 1988), deutsche Tischtennisspielerin und Teilnehmerin bei den Paralympischen Spielen 2012
- Hubertus Lehner (1907–2006), expressionistischer Maler und Grafiker
- Gisela Lehner, geborene Felde, (1919–1998), Malerin und Grafikerin
Literatur [Bearbeiten]
- Dietrich Wettschereck: Kleine Chronik von Heidgraben
- Heimat-Spiegel. Wissenswertes, Veranstaltungen, Informationen, Unterhaltung aus Uetersen, Tornesch, Moorrege, Heidgraben und der Haseldorfer Marsch. Uetersen 1973
- De Schrubberdörper. Zeitung für Heidgraben. Parteilich, regional, abhängig. SPD-Ortsverein Heidgraben 1983
- Luise Ladewig: Die Geschichte des Hofes Heidgraben, Birkenweg 72 : die Eigentümer und Bewohner des Hofes mit ihren Familien sowie die Entstehung der Stelle sind in dieser kurzen Zusammenstellung aufgeführt. Neuendeich 1993
- Luise Ladewig: Die Geschichte der Gärtnerei in Heidgraben, Betonstraße 91 : Die Entstehung der Stelle, ihre Eigentümer und Bewohner seit ihrer Gründung am 24. Nov. 1719 - 1994. Neuendeich 1994
- Luise Ladewig: Das Volkszähl-Register der Gemeinde Heidgraben vom 1 . 2. 1835. Neuendeich 1996
- Luise Ladewig: Verzeichnis der am 1. Feb. 1840 vorhandenen Volkszahl a. w. d. a. in den Gemeinden Groß Nordende, Heidgraben, Heist, Moorrege, Neuendeich u. Kurzenmoor . Neuendeich 1999
- Festschrift der Heidgrabener Liedertafel zum 100jährigen Jubiläum. Heidgraben 2006
Weblinks [Bearbeiten]
-
Commons: Heidgraben – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien - Gemeinde Heidgraben beim Amt Moorrege
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)
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