Heidgraben

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde im Kreis Pinneberg. Für die gleichnamigen Wassergräben, siehe Heidgraben (Pinnau) und Heidgraben (Bach).
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Heidgraben führt kein Wappen
Heidgraben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heidgraben hervorgehoben
53.7059.681944444444411Koordinaten: 53° 42′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Amt: Moorrege
Höhe: 11 m ü. NN
Fläche: 5,37 km²
Einwohner:

2480 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 462 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25436
Vorwahl: 04122
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 023
Adresse der Amtsverwaltung: Amtsstraße 12
25436 Moorrege
Webpräsenz: www.amt-moorrege.de
Bürgermeister: Udo Tesch (SPD)
Lage der Gemeinde Heidgraben im Kreis Pinneberg
Appen Barmstedt Bevern Bilsen Bokel Bokholt-Hanredder Bönningstedt Borstel-Hohenraden Brande-Hörnerkirchen Bullenkuhlen Ellerbek Ellerhoop Elmshorn Groß Nordende Groß Offenseth-Aspern Halstenbek Haselau Hasloh Heede Heidgraben Heist Helgoland Hemdingen Hetlingen Holm Klein Nordende Klein Offenseth-Sparrieshoop Kölln-Reisiek Kummerfeld Langeln Lutzhorn Moorrege Neuendeich Osterhorn Pinneberg Prisdorf Quickborn Raa-Besenbek Rellingen Schenefeld Seester Seestermühe Seeth-Ekholt Tangstedt Tornesch Uetersen Wedel Westerhorn Haseldorf Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Steinburg ElbeKarte
Über dieses Bild
Gemeindezentrum Heidgraben
Schulstraße im Frühjahr
Heidgraben-Nord-West

Heidgraben ist eine Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein.

Der Anteil der in der Landwirtschaft oder als Baumschuler tätigen Einwohner ist nur noch gering, die überwiegende Mehrzahl pendelt zu Arbeitsplätzen in der Umgebung oder nach Hamburg. Heidgraben hat eine Grundschule. Einkaufsmöglichkeiten am Ort sind nicht vorhanden, die Gemeinde bemüht sich aber um Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes in einem geplanten Dorfzentrum.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Verkehr [Bearbeiten]

Heidgraben liegt 18 Kilometer nordwestlich von Hamburg am Rande der Marschgebiete auf den in die Marsch hineinragenden Geestgebieten. Es grenzt an die Kleinstädte Uetersen und Tornesch, sowie an die Gemeinden Klein Nordende und Groß Nordende.

Das relativ große Gemeindegebiet ist eher zerstreut besiedelt. Neben dem Ortszentrum im Bereich der Schule gibt es an den Rändern weitere Siedlungsschwerpunkte wie Heidgraben-Nordwest zur Marsch hin und die Randzonen zu den Nachbarstädten Uetersen und Tornesch. Weite Teile des Gemeindegebiets sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Grundlage ist die vom Landrat des Kreises Pinneberg erlassene Schutzgebietsverordnung „Moorige Feuchtgebiete (LSG 07)“.

An den öffentlichen Nahverkehr ist es durch eine Busverbindung im HVV zwischen Tornesch und Uetersen angebunden. Von Tornesch aus bestehen Bahnverbindungen nach Elmshorn, Pinneberg und Hamburg (HVV-Tarif).

Östlich von Heidgraben verläuft die Bundesautobahn 23 von Pinneberg nach Elmshorn. Daran ist Heidgraben über die Auffahrt Tornesch oder die Auffahrt Elmshorn angeschlossen.

Geschichte [Bearbeiten]

Entstehung des Ortes [Bearbeiten]

Erstmals ist Heidgraben in den Pinneberger Amtsbüchern 1688 urkundlich erwähnt worden. Man kann aber davon ausgehen, dass es sich zu dieser Zeit noch nicht um ein Dorf, sondern um weitgehend unbesiedeltes Gebiet handelte. Im heutigen Gemeindegebiet erstreckte sich eine unfruchtbare Moor- und Heidelandschaft, durchzogen von einem großen Graben (Heidgraben), der in die Marsch führte und zur Entwässerung der Sumpf- und Moorgebiete angelegt worden war. Die Bewohner der angrenzenden fruchtbaren Marschgebiete stachen hier Torf, der als Brennmaterial diente.

Am Beginn des 18. Jahrhunderts begann die allmähliche Kultivierung. 1735 ist Heidgraben in den Unterlagen der Amtsvogtei Uetersen erstmals als Dorf erwähnt. Verwaltungsmäßig gehörte es zum Bezirk Groß-Nordende, ab 1835 zum Distrikt Groß-Nordende innerhalb der Amtsvogtei Uetersen.

Die ersten Siedler in Heidgraben lebten zunächst in höhlenartigen Behausungen, bauten erst später strohgedeckte Häuser, wie die fünf Söhne der Familie Hans Krohn. Viele Kolonisten mussten zusätzlich bei den Marschbauern arbeiten, um sich und ihre Familie zu ernähren. In der übrigen Zeit stachen sie Torf, hielten etwas Vieh, und begannen das Land nach und nach zu kultivieren. Da der Mist ihres kleinen Viehbestandes zur Düngung anfangs nicht ausreichte, mussten sie bei ihren Torffahrten Dünger aus den Städten mitbringen. Erst allmählich verbesserte sich die Lage etwas, so dass die Neubauern auch Fleisch und Milcherzeugnisse auf den umliegenden Märkten verkaufen konnten. Weitere Erzeugnisse der immer noch armen Bewohner Heidgrabens waren Heide zum Dachdecken und Schrubber aus Heide oder Reisig, sowie Wäscheklammern aus Holz.

Weitere Entwicklung [Bearbeiten]

Jahr Ereignis
bis 1894
Gr Nordende Alte Schule.jpg
Die Bevölkerung der Gemeinde wächst stetig. Die Kinder des Dorfes besuchen die Schule in Groß Nordende. Das ist angesichts der schlechten Wegeverhältnisse sehr beschwerlich, zumal der Schulweg für einige Schüler über 4 km beträgt. 1890 werden die Gemeindevertreter vom Landrat angewiesen, einen Schulsteig anzulegen.

Das alte Schulgebäude (Baujahr 1826) von Groß Nordende existiert 2009 noch. Es wird aber schon lange nicht mehr als Schule genutzt. Das Foto zeigt den Zustand von 1983.

1894 Heidgraben erhält eine eigene Schule. Es handelt sich um eine einklassige Volksschule mit Lehrerwohnung. Der Unterricht beginnt mit 46 Kindern.
1906 Die Heidgrabener Liedertafel wird als Männergesangverein gegründet.
1913 Die Schule erhält einen Erweiterungsbau, so dass zwei Klassen eingerichtet werden können.
1928 Bau der Straße zwischen Tornesch und Groß-Nordende über Heidgraben (Hauptstraße/Betonstraße)
Verlegung elektrischer Leitungen
1934 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Heidgraben
ab 1945 Anstieg der Bevölkerung durch Flüchtlinge. Bau von einfachen Einzelhäusern zur Aufnahme der Flüchtlingsfamilien.
1949 Der Heidgrabener Sportverein wird gegründet.
1953 Gründung der „Volksbücherei“ in den Räumen der Schule. Heute: Gemeindebücherei Heidgraben
1957 Die Schule wird um zwei zusätzliche Klassen erweitert. Weitere Erweiterungen folgten 1989, 1991 und 2004/2005.
1963 „Schulverein Heidgraben e.V.“ wird gegründet
1972/73 Einrichtung einer Kinderspielstunde
1972 Bau einer Turnhalle
1974 Die Heidgrabener Schule wird Grundschule.
1979 Die Heidgrabener Liedertafel nimmt Frauen als Sängerinnen und Mitglieder auf.
1986 Bau der Räumlichkeiten für einen Kindergarten. Erweiterungen 1995 und 2002
1995 Anerkennung der Einrichtung als Kindergarten durch das Jugendamt Pinneberg
1999/2000 Bau eines neuen Sportplatzes
2001 Bau von Jugendräumen für die offene Jugendarbeit
2004 Gründung der Jugendfeuerwehr Heidgraben

Politik [Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2008 hat die SPD elf und die CDU sechs Sitze der Gemeindevertretung.

Partnerschaften [Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bekannte Heidgrabener [Bearbeiten]

  • Justin Balk (* 1972), Sänger und Songwriter
  • Stephanie Grebe (* 1988), deutsche Tischtennisspielerin und Teilnehmerin bei den Paralympischen Spielen 2012
  • Hubertus Lehner (1907–2006), expressionistischer Maler und Grafiker
  • Gisela Lehner, geborene Felde, (1919–1998), Malerin und Grafikerin

Literatur [Bearbeiten]

  • Dietrich Wettschereck: Kleine Chronik von Heidgraben
  • Heimat-Spiegel. Wissenswertes, Veranstaltungen, Informationen, Unterhaltung aus Uetersen, Tornesch, Moorrege, Heidgraben und der Haseldorfer Marsch. Uetersen 1973
  • De Schrubberdörper. Zeitung für Heidgraben. Parteilich, regional, abhängig. SPD-Ortsverein Heidgraben 1983
  • Luise Ladewig: Die Geschichte des Hofes Heidgraben, Birkenweg 72 : die Eigentümer und Bewohner des Hofes mit ihren Familien sowie die Entstehung der Stelle sind in dieser kurzen Zusammenstellung aufgeführt. Neuendeich 1993
  • Luise Ladewig: Die Geschichte der Gärtnerei in Heidgraben, Betonstraße 91 : Die Entstehung der Stelle, ihre Eigentümer und Bewohner seit ihrer Gründung am 24. Nov. 1719 - 1994. Neuendeich 1994
  • Luise Ladewig: Das Volkszähl-Register der Gemeinde Heidgraben vom 1 . 2. 1835. Neuendeich 1996
  • Luise Ladewig: Verzeichnis der am 1. Feb. 1840 vorhandenen Volkszahl a. w. d. a. in den Gemeinden Groß Nordende, Heidgraben, Heist, Moorrege, Neuendeich u. Kurzenmoor . Neuendeich 1999
  • Festschrift der Heidgrabener Liedertafel zum 100jährigen Jubiläum. Heidgraben 2006

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 2011 nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF-Datei; 205 kB) (Hilfe dazu)