Heidi Biebl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Heidi Biebl (* 17. Februar 1941 in Oberstaufen) ist eine ehemalige deutsche Skirennläuferin und Goldmedaillengewinnerin im Abfahrtslauf bei den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley, USA.

Leben[Bearbeiten]

Schon in jungen Jahren begeisterte sich das Talent für den alpinen Wintersport. Nach dem erfolgreichen Absolvieren der Mittelschule in Immenstadt machte Heidi Biebl eine Lehre in einer Skifabrik in Erbach bei Ulm. Ihre ersten Rennerfolge als Jugendliche hatte sie da schon längst hinter sich gebracht. Zielstrebig arbeitete sie sich in der Damenequipe des Deutschen Skiverbands (DSV) nach oben.

Ihren größten Triumph feierte sie 1960 in Squaw Valley als Olympiasiegerin im Abfahrtslauf. Mit 19 Jahren war sie die jüngste Goldmedaillengewinnerin dieser Wettkämpfe. Zwar hatten sportliche Experten Heidi Biebl wegen ihrer überzeugenden Leistungen in den vorolympischen Wettbewerben einen Platz in den Medaillenrängen zugetraut, doch dass sie gar Erste wurde, löste große Freude nicht nur in der gesamtdeutschen Mannschaft aus. Mit ihr und Barbara Henneberger gab bei den Olympischen Winterspielen 1960 zwei Medaillengewinnerinnen im Skilaufen, die aus dem kleinen Ort Oberstaufen im Allgäu (seinerzeit ca. 4500 Einwohner) gebürtig sind.

Bei ihren zweiten Olympischen Spielen 1964 in Innsbruck wurde die Allgäuerin Vierte sowohl im Abfahrtslauf wie im Slalom. Bei den SDS-Rennen in Grindelwald feierte sie von 1961 bis 1965 insgesamt fünf Siege (1x Abfahrt, 1x Slalom und 3x Kombination). Für ihre drei Kombinationssiege wurde sie 1965 mit dem Großen Bambi – der höchsten bei den SDS-Rennen vergebenen Auszeichnung – geehrt.[1] Außer ihr gelangen nur Madeleine Berthod und Christl Cranz drei Kombinationssiege bei den SDS-Rennen und somit der Gewinn dieser Auszeichnung. Von 1959 bis 1965 gewann Biebl 14 deutsche Meistertitel[2][3] und zudem einen deutschen Mannschaftstitel im Jahr 1969.[4]

Nach Meinungsverschiedenheiten mit dem DSV beendete die Oberstauferin 1966 ihre sportliche Karriere. Heidi Biebl ließ sich zur Skilehrerin ausbilden und eröffnete anschließend ihre eigene Skischule, mit Kursen speziell auch für Kinder und Jugendliche. Zum weiteren Standbein wurde für sie ein Hotel im Schrothkurort Oberstaufen. Im Fernsehen war sie nach ihrer Sportkarriere als Co-Kommentatorin bei Übertragungen eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heidi Biebl: Goldene Skispuren. Limpert-Verlag, Frankfurt/Main 1961.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vier ÖSV-Siege im Berner Oberland. In: Austria-Ski-Sport. Zeitschrift des ÖSV. Heft 1/1965. S. 16.
  2. Gerd Falkner: 100 Jahre Deutscher Skiverband – Chronik des deutschen Skilaufs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 2, Deutscher Skiverband, Planegg 2005, ISBN 3-938963-02-6, S. 63–104
  3. Deutsche Meister aus Bayern bis 1989, zusammengestellt durch Fritz Hausbacher und Peter Schuster, Bayerischer Skiverband (PDF)
  4. Prominente des Skisports auf der Website des Marktes Oberstaufen