Heilanstalten in Berlin-Buch

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Eingangsbereich zum Städtischen Krankenhaus
Lage der Anstalten im Vergleich zum Ortskern Buch nach Kieslings Großer Specialkarte um 1910

Unter Heilanstalten in Berlin-Buch sind mehrere Krankenhäuser und Heime im Berliner Ortsteil Berlin-Buch zusammengefasst, die zwischen 1898 und 1930 unter der Leitung des Berliner Architekten und Stadtbaurates Ludwig Hoffmann entstanden. Zu dem Komplex gehören zwei Lungensanatorien, ein Alters- und Pflegeheim und zwei psychiatrische Kliniken. Hoffmann baute noch diverse Einzelbauten: eine Zentrale für Beleuchtung, Heizung und Wasserversorgung der Heilanstalten, mehrere Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude sowie einen Anstaltsfriedhof. Das letzte Projekt war die Anlage einer Wohnsiedlung für das Krankenhauspersonal.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Magistrat der Stadt Berlin kaufte im Jahr 1898 das Gut Buch. Ursprünglich sollten auf den Flächen rund um den Ort Rieselfelder für die Abwasserverrieselung angelegt werden. Kurz nach dem Kauf wurde jedoch beschlossen auf dem Gebiet für die Gesundheitsversorgung zu nutzen, da für neue Krankenhausanlagen in der Innenstadt kein Platz bestand. Die umfangreichen Bauprojekte fanden die Zustimmung der Berliner Stadtverordnetenversammlung, die allerdings bei mehreren Projekten Einsparungen forderte.

Heimstätte für Brustkranke[Bearbeiten]

Ehemaliges Sanatorium

Als erstes Sanatorium auf dem Gelände südlich von Alt-Buch entstand das Lungenkrankenhaus unter der Bezeichnung „Heimstätte für Brustkranke“. Hier sollten nach den Plänen 150 männliche Tuberkulosepatienten aufgenommen und versorgt werden. Diese Krankheit breitete sich um 1900 in den Städten besonders in den sozial unteren Bevölkerungsschichten massiv aus und eine Isolierung der Betroffenen und umfangreiche Behandlungen mit Liegekuren abseits der Stadt in frischer Luft brachten gute Heilerfolge. Die Heimstätte für Brustkranke war das erste Sanatorium, welches für diesen Zweck neu errichtet werden sollte, hinzu kamen weitere Behandlungszentren in ehemaligen Herrenhäusern, die im Besitz der Stadt waren.

Die Planungen für diesen Gebäudekomplex dauerten von 1899 bis 1901 und die Bauzeit bis 1903. Neben Ludwig Hoffmann waren vor allem der Bildhauer August Vogel sowie der Maler Franz Naager an dem Bau beteiligt. Bereits während der Planungen forderte die Stadtverordnetenversammlung die „Vorlage eines vereinfachten Fassadenentwurfs und der dadurch entstehenden Minderkosten.“ (Hoffmann[1])

Beim Krankenhaus handelt es sich um einen T-förmigen Bau mit drei Gebäudeflügeln, der einem neobarocken Schloss nachempfunden werden sollte. Die Vorderseite weist dabei nach Süden. An der Rückseite des hervorgehobenen Mittelbaus schließt sich ein schmaler Trakt an, der als Küchentrakt geplant wurde. Der Hauptbau ist lang gestreckt, wobei den Krankenzimmern im hinteren Teil mehrere Liegehallen vorgelagert wurden. Der zentrale Teil sowie beidseitig die Seitenbauten treten ein wenig aus dem Gesamtgebäude hervor. Dies dient neben der Optik vor allem auch der besseren Verteilung des Sonnenlichts und der Frischluft, da auch hier Liegehallen eingeplant waren. Der Mittelrisalit ist leicht höher gebaut und mit einem Mansardenwalmdach ausgestattet. Neben dem Hauptgebäude gehören zum Lungensanatorium ein Pförtnerhaus, ein Beamtenwohnhaus und weitere Liegehallen, der Gesamtkomplex liegt in einer Parklandschaft.

Unter dem Namen „Waldhaus Buch“ diente das Gebäude lange Zeit weiterhin als Lungenklinik. 1965 wurden zwei Flachbauten angebaut. Die Gesamtanlage steht unter Denkmalschutz. Heute steht das Gebäude leer und soll im Auftrag der Senatsverwaltung in Zukunft restauriert werden.

Klinikcampus C. W. Hufeland[Bearbeiten]

Gleichzeitig zur Planung der Heimstätte für Brustkranke wurde auch die erste der beiden Irrenanstalten als III. Städtische Irrenanstalt geplant und gebaut. Hierbei liefen die Planungen von 1899 bis 1905, gebaut wurde von 1900 bis 1907. Als Bildhauer waren Ignatius Taschner, Georg Wrba und August Vogel beteiligt. Wie bereits bei der Lungenklinik forderte auch hier die Stadtverordnetenversammlung umfangreiche Einsparungen. Ludwig Hoffmann konterte diese Forderung mit der Meinung, dass ein freundlicher Eindruck der Gebäude notwendig sei:

„Die Irrenärzte legen den größten Wert darauf, daß bei diesen Riesenbauten die Fassaden etwas gegliedert und belebt werden. Das ist hier in der allerbescheidensten Weise getan und zwar soweit, als es von den Irrenärzten gewünscht wird.[2]

Nach der Ausschussberatung wurden die Forderungen zurückhaltender und man legte Hoffmann lediglich nahe, bei der Ausführung der Bauten auf Ersparnisse hinzuwirken.

Ehemaliger Teil der 'Irrenanstalt' in Berlin-Buch, Schwanebecker Straße

Die Irrenanstalt stellt einen Komplex aus mehreren architektonisch aufeinander abgestimmten Bauten dar, die auf dem Gelände symmetrisch in Form eines Kreuzes angelegt sind. Die Mittelachse bilden verschiedene Funktionsbauten, beginnend mit einem Pförtnerhaus. Weitere Bauten dieser Achse sind unter anderen das zentrale Verwaltungsgebäude, ein Werkstattgebäude, ein Badehaus, eine Kochküche, ein Leichenhaus. Rechts und links dieser Achse befinden sich die Pflegehäuser, getrennt nach Geschlechtern, sowie mehrere Wohnhäuser für das Personal und weitere Funktionsbauten wie eine Kapelle und das ein wenig abseits gebaute Verwahrungshaus. Vervollständigt wird der Komplex durch die ebenfalls symmetrisch gestaltete Gartenanlage. Ludwig Hoffmann beschreibt die Anlage, deren Inspiration auf die Renaissance-Schlösser der dänischen Städte Frederiksborg und Rosenborg zurückgeht.

„Flächen aus roten Handstrichsteinen mit weißen Fugen und weißgestrichenen Fenstern machen an sich einen lebhaften, freundlichen Eindruck, der noch durch das Vorstrecken zahlreicher Erker aus den Flächen und das Hinaufziehen der Giebel vor die dahinterliegenden dunklen Dächer verstärkt wird. Durch das Bepflanzen solcher Architekturen seitlich der Erker kann überdies eine angenehme lauschige Wirkung erreicht werden.[3]

Eingang zur orthopädischen Abteilung des Hufeland-Krankenhauses

Durch das „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten im Dritten Reich, die sogenannte Aktion T4, wurden die Insassen der Anlage systematisch getötet, die Anlage wurde als Heilanstalt also nicht mehr genutzt und aufgegeben. Nach 1945 gab es in der Anlage zahlreiche Umbauten und Sanierungsarbeiten, die die Gebäude für geändertze Nutzung anpassen sollten. Die meisten Gebäude wurden als Krankenhaus genutzt, ein Teil der Anlage stand lange Zeit leer. Nach 1990 wurde die Anlage als „Örtlicher Bereich C. W. Hufeland“ des Klinikums Buch der Charité Berlin und „Klinikcampus C. W. Hufeland“ geführt.[4] In den 2010er Jahren befinden sich hier ein Fachkrankenhaus für Lungenheilkunde und Thoraxchirurgie, eine Rheumaklinik, eine Forensisch-Psychiatrische Klinik mit Bereich zum Maßregelvollzug sowie das Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen Berlin-Brandenburg e.V. und der Medizinische Bereich II des European College of Liberal Arts.

Eine neue Nutzung der leerstehenden Gebäude verspricht der Neubau des HELIOS Klinikums Berlin-Buch in direkter Nachbarschaft, der die Ansiedlung in dem Komplex für neue Nutzer attraktiv machen wird.

Alte-Leute-Heim[Bearbeiten]

Die Planungen für das Alte-Leute-Heim Buch, Anstalt für Hospitaliten, als Altersheim fanden von 1902 bis 1905 statt, die Bauzeit selbst erstreckte sich von 1905 bis 1909. Als Bildhauer war Ignatius Taschner an der Gestaltung beteiligt. 1904 wurden von der Stadtverordnetenversammlung neben Kosteneinsparungen auch konkrete Veränderungen am Bau verlangt. Dies umfasste vor allem die vom Verordneten Walter Kyllmann angeregten höheren viergeschossigen Bauten, die seiner Ansicht nach weitere Kosten einsparen sollten. Ludwig Hoffmann lehnte diesen Vorschlag sowohl aus ästhetischen Gründen wie aus Sicherheitsgründen ab:

„Wenn Sie so etwas verlangen, müssen Sie sich einen leichtsinnigeren Architekten holen.“

Hoffmann[1]

Diese Äußerung hatte nach Hoffmanns eigenen Worten böses Blut gemacht und die Stadtverordneten bestanden auf höhere Bauten, bis Hoffmann zum einen auf die Bauvorschriften der Berliner Vororte hinweisen musste sowie auf die Tatsache, dass höhere Gebäude nicht zwangsläufig billiger sind. Für ihn warfen die geforderten Veränderungen das Gesamtkonzept der Anlage über den Haufen.

„Abgesehen von den Kosten aber würde sich auch der Charakter des Baus ändern. Wir haben jetzt den Eindruck gemütlicher deutscher Landwohnhäuser, während wir auf der anderen Seite zu einer italienischen Bauart kämen. Nun ist das mit dem Charakter der Bauten ganz dasselbe wie mit dem der Menschen: Man kann den Charakter nicht ändern, indem man einen anderen Mantel überhängt.[2]

Mit Unterstützung des Stadtverordneten Friedrich Körte, ebenfalls Architekt, konnte Hoffmann die Versammlung überzeugen, allerdings wurden die Gesamtkosten begrenzt und die Anzahl der Heimplätze reduziert. Das Alte-Leute-Heim wurde als Anlage für 1500 Bewohner angelegt und besteht entsprechend aus mehreren Gebäudekomplexen. Diese sind um vier zentrale Grünflächen angeordnet, wobei mehrere große Wohngebäude parallel zur zentralen Achse angelegt wurden und mehrere kleinere Gebäude rechtwinklig dazu. Die Zentralachse wurde durch ein Pförtnerhaus, ein großes Verwaltungsgebäude, dem Wirtschaftsgebäude sowie weiteren Wohngebäuden gebildet. Die Gebäude sind weitgehend einfach als zweigeschossige Häuser mit Verputzung und hohen mit zusätzliches Dachgeschossen versehenen Mansardenwalmdächern ausgestattet. Das zentrale Wirtschaftsgebäude besitzt eine Kalksteinfassade mit Bildhauerarbeiten. Etwas abgelegen vom Gesamtkomplex befinden sich im Süden ein Infektions- und ein Trauerhaus. Ein (heute nicht mehr original vorhandener) Wasserturm ist optisch eingegliedert.

Seit den 2000er Jahren steht der Komplex weitestgehend leer und viele Gebäude sind in einem Zustand, der eine Sanierung notwendig macht. Geplant ist die Nutzung einiger Gebäude als Geriatriezentrum im Medizinischen Bereich III der Charité Berlin.

Genesungsheim[Bearbeiten]

1907 begannen die Planungen für eine weitere Irrenanstalt, der IV. Städtischen Irrenanstalt Berlin, in Berlin-Buch. Die Planungen erfolgten bis 1911 und gebaut wurde von 1909 bis 1914. Nach der Fertigstellung wurde das Gelände nicht als Irrenanstalt sondern als Genesungsheim für Kinder in Betrieb genommen. Als Bildhauer waren Ignatius Taschner, Josef Rauch und Georg Wrba beteiligt.

Wie die anderen Anlagen wurde dieser Komplex mit einer umfassenden Gartenanlage ausgestattet. Der Gesamtkomplex ist symmetrisch an einer durch das zentrale Verwaltungsgebäude vorgegebenen Hauptachse angelegt. Auf der Hauptachse steht das Küchengebäude und zu beiden Seiten mehrere Häuser mit Patientenzimmern, die jeweils um eigene Platzanlagen angelegt sind. Im vorderen Bereich sind es langgestreckte Einzelgebäude und im hinteren Teil steht eine geschlossene Anlage mit je drei Gebäudeflügeln. Zentral abschließend befindet sich auf beiden Seiten jeweils ein Unterhaltungshaus und abseits stehend mehrere Einzelbauten sowie das Patientengebäude für unruhige Kranke.

Die insgesamt 34 Gebäude sind durchweg zweigeschossig und mit Putzfassaden ausgestattet. Durch unterschiedliche Betonungen, Erker, offene Säulenbereiche und unterschiedlicher Dachgestaltung sollte ein abwechslungsreiches Bild entstehen.

„Im einzelnen brachten die verschieden starken Betonungen durch ein mehr oder weniger weites Hervortreten einzelner Bauteile und durch andere Entwicklungen ihrer Dächer, die verschiedenen Verwendungsarten geschlossener flächiger und mehr oder weniger geöffneter Bauteile bis zu offenen Säulenhallen, die Einführung einzelner gerundeter Bauteile und mancherlei andere Behandlungsweisen so viele ganz verschiedene Wirkungen, daß auch auf gleichmäßig durchgeführter Grundlage bei den 34 Bauten andere Eindrücke erzielt werden konnten.Hoffmann[5]

Die zentralen Teile der Gebäude wurden durch Säulen, Giebel und Schmuckwerk betont. So verfügt der zentrale Bereich des Verwaltungsgebäudes, der als Eingangsbereich dient, über einen deutlich hervortretenden und erhöhten Mittelrisalit, der durch einen eigenen Giebel und durch ionische Säulenreliefs betont wird. Die Grünflächen wurden mit Brunnen und Pavillons ausgestattet und mit Linden bepflanzt.

In der DDR wurde das Genesungsheim Teil des „Klinikums Buch“. 1956/1957 wurde auf dem Gelände durch Franz Ehrlich die Franz-Volhard-Klinik gebaut. Nach 1990 bezog das Helios Klinikum Berlin diese Gebäude und richtete den Medizinischen Bereich I ein. Mit der Fertigstellung eines Neubaus ist es wieder ausgezogen und die weitere Nutzung ist offen. Nach einem Masterplan von 2001 (Machleidt & Partner) ist eine gemischte Nutzung vorgesehen, die Wohnbereiche, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe vorsieht.

Heil- und Pflegestätte Buch[Bearbeiten]

Die Heil- und Pflegestätte Buch war das zweite Lungensanatorium die Ludwig Hoffmann in Buch bauen ließ. Die Planungen für dieses Bauwerk fanden in den Jahren 1913/1914, der Bau war bereits begonnen und wurde aufgrund des Ersten Weltkrieges abgebrochen. Nach den Inflationsjahren wurde der Bau 1925 wieder aufgenommen und das Krankenhaus wurde 1929 fertiggestellt. Die Bauleitung der Jahre 1928/1929 übernahm Hoffmanns Amtsnachfolger Martin Wagner.

Ursprünglich war die Heil- und Pflegestätte für 1000 Brustkranke konzipiert und sollte ähnliche Ausmaße haben wie die anderen Heilanstalten in Buch. Vor dem kriegsbedingten Baustop wurden das Direktorenwohnhaus und drei Patientenpavillons gebaut. Nach der Wiederaufnahme 1925 wurden diese Gebäude sehr einfach mit einer Putzfassade fertiggestellt und die Anlage durch ein Verwaltungsgebäude und mehrere Wirtschaftshäuser ergänzt. 1934 wurde die Krankenhausanlage in „Dr.-Heim-Hospital“ umbenannt. Während der DDR-Zeit diente die Anlage als Lungenheilklinik und 1976 endete die stationäre Aufnahme von Tuberkulosepatienten. Anschließend erfolgte die Umwandlung des Bereiches in eine „Klinik für Lungen-, Herz- und Gefäßkrankheiten“, 1977 kam die „Kardiologische Klinik“ dazu.

Das Ziel der Nachnutzung des ehemaligen Klinikums „Dr. Heim” als Technologiepark wurde als nicht umsetzbar aufgegeben. Stattdessen soll das denkmalgeschützte Ensemble zu einem Wohnstandort entwickelt werden.

Weitere Gebäude[Bearbeiten]

Zentrale für Beleuchtung, Heizung und Wasserversorgung der Anstalten in Buch[Bearbeiten]

Die Zentrale für Beleuchtung, Heizung und Wasserversorgung der Anstalten in Buch entstand als Betriebszentrale an der Schwanebecker Chaussee in der Nachbarschaft der Irrenanstalt und wurde 1903 geplant und zwischen 1904 und 1906 gebaut. Sie umfasst ein Maschinenhaus, ein Kesselhaus, eine Bäckerei, eine Waschküche, eine Pumpstation, einen Kohlenbunker, ein Feuerwehrdepot und ein Wasserwerk. Architektonisch wurden die Gebäude einfach gehalten, allerdings optisch durch die Nutzung von Backsteinen in Steineinfassungen mit der benachbarten Anstalt abgestimmt. Gegenüber der Zentrale errichtete Hoffmann ein zweigeschossiges Wohnhaus für die Angestellten, ebenfalls als Backsteinbau. Das Gebäude verfügt über zwei Eingänge, die Treppenhäuser sind herausgebildet und treten somit aus der Fassade hervor.

„Neben der Erfüllung der praktischen Anforderungen bemühte ich mich, bei der Erzielung günstiger Baugruppen in der allerdings einfacheren architektonischen Durchbildung doch an die benachbarte, große, in Ziegelsteinen ausgeführte Krankenhausanlage anzuklingen.“

Hoffmann[6]

In den 2000er Jahren wird die Anlage durch einen Gewerbehof genutzt. Die Bauten wurden sie seit ihrer Entstehung teilweise erheblich verändert.

Verwaltungsgebäude mit Feuerlöschschuppen[Bearbeiten]

Das Verwaltungsgebäude in direkter Nachbarschaft der Betriebszentrale wurde gleichzeitig mit dem Genesungsheim gebaut und 1912 fertiggestellt. Es ist architektonisch an dieses angepasst. Dabei handelt es sich um einen zweigeschossigen Bau mit Wohnbereich sowie einem geräumigen Schuppen für Fahrzeuge und Feuerlöschgeräte. Der Eingangsbereich tritt als Risalit mit eigenem Giebel hervor und wird optisch durch vier glatte Säulen in drei Achsen unterteilt, insgesamt ist das Gebäude als Putzbau ausgeführt. Heute wird es als Bürogebäude genutzt.

Zentralapotheke[Bearbeiten]

Die Zentralapotheke der Heilstätten in Buch wurde Kombinationsbau eines Wohnhauses mit Wohnungen für den Apotheker und dessen Mitarbeiter und einer Apotheke zwischen 1905 und 1907 erbaut. Dabei handelt es sich um einen einfach gestalteten, zweigeschossigen Putzbau mit Walmdach. Im Bereich des Apothekeneingang wurde die Ecke zurückgesetzt und mit einem Treppenaufgang ausgestattet, die Eingangstür zum Wohnbereich befindet sich an der anderen Gebäudeseite. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude teilweise zerstört, nach dem Krieg aufgestockt und baulich verändert. Es dient heute noch als Wohnhaus.

Postgebäude[Bearbeiten]

Das Postgebäude entstand in den Jahren 1909 und 1910 unter Mitarbeit von Ignatius Taschner. Es ist ein schlichter zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach, wobei eine Hauswand als Portal durch Ornamente herausgehoben wurde. Heute befindet sich in dem Gebäude die Sparkasse Buch (seit 1984), Ende der 1990er Jahre wurde es renoviert.

Schäferhaus[Bearbeiten]

Das Wohnhaus des Oberschäfers der Gutsschäferei Buch gehört zwar nicht direkt zu den Heilanstalten in Buch, der Bau ist jedoch eindeutig stilistisch an die gegenüberliegende Heimstätte für Brustkranke angelehnt. Es entstand etwa 1908, wobei die Datierung aufgrund des Fehlens in den Hochbauberichten der Zeit nicht gesichert ist. Das Haus besitzt ein Erdgeschoss und ein Dachgeschoss und ist einfach geputzt. Heute steht das unter Denkmalschutz stehende Gebäude leer.

Anstaltsfriedhof Buch[Bearbeiten]

1908 wurde der Anstaltsfriedhof Buch angelegt, die Planungen für dieses Gelände dauerten etwa zwei Jahre an. Das Gelände wurde mit einfachen Gebäuden aus Holz ausgestattet, im Zentrum stand eine Friedhofskapelle, deren Aussehen nicht dokumentiert ist. Die Kapelle brannte 1949 ab und wurde 1954 durch einen Neubau ersetzt. Vom ursprünglichen Gebäudebestand ist heute nur noch ein Holzbau am Eingang des Friedhofs erhalten. Da der eigentliche Friedhof an der Bucher Schlosskapelle mit der zunehmenden Einwohnerzahl zu klein war, wurden auch Bürger der Landgemeinde Buch beigesetzt. Mit dem Zusammenschluss von 1920 zu Groß-Berlin kam Buch zum Verwaltungsbezirk Pankow und der Anstaltsfriedhof wurde zu einem der Städtischen Pankower Friedhöfe.

2. Städtischer Zentralfriedhof[Bearbeiten]

In den Jahren 1913 und 1914 plante Ludwig Hoffmann die Anlage des 2. Städtischen Zentralfriedhofs für Berlin im Vorort Buch, als Nordfriedhof. Ab 1914 wurden die Arbeiten kriegsbedingt unterbrochen und wegen der Inflation erst 1925 abgeschlossen. Das Gelände selbst wurde allerdings nie für seinen ursprünglichen Zweck als Friedhof genutzt, sondern diente erst der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft als Institut für Hirnforschung, später der Akademie der Wissenschaften der DDR und ist heute Sitz des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC Buch) sowie der Robert-Rössle-Klinik als Teil des Helios-Klinikum Berlin.

Das Eingangsgebäude stellt einen breiten Torbau dar, der im Mittelteil zweigeschossig ist. Es handelt sich dabei um einen Putzbau mit Walmdach. Hinter diesem Gebäude befindet sich linker Hand ein Wirtschaftshaus mit herausgestellten Seitenrisaliten. Das zentrale Gebäude stellte eine Trauerkapelle dar, die der Villa Rotonda des italienischen Architekten Andrea Palladio in Vicenza nachempfunden war. Das Gebäude bestand aus einem zentralen Kuppelbau über der Haupthalle an den sich an allen vier Seiten kleinere Nebenräume anlagerten. Nach außen war die Kapelle an allen vier Seiten durch gleich gestaltete potalartige Risalite mit eigenen Giebeln ausgestattet. Der Eingangsbereich war etwas vorgezogen und als Säulenvorbei mit dorischen Säulen gestaltet. Die gesamte Kapelle wurde in den 1950er Jahren abgerissen, die anderen Gebäude sind Teile der genannten Institute.

Wohnsiedlung Buch[Bearbeiten]

Für die Angestellten der städtischen Heilanstalten in Berlin-Buch wurde von Ludwig Hoffmann in den Jahren 1919 bis 1922 eine Wohnsiedlung entlang der heutigen Siedlungstraße angelegt. Einzelne Doppelhäuser in der Karower Chaussee und des Lindenberger Weges ergänzen die Siedlung.

Es handelt sich insgesamt um 56 Einzel- und Doppelhäuser, in denen vor allem Zwei- und Dreizimmerwohnungen eingerichtet wurden. Jede Wohnung erhielt dabei einen eigenen Wohnungseingang sowie einen kleinen Nutzgarten, außerdem wurden in der Siedliung mehrere Ställe für Kleinvieh angelegt. Die Gebäude sind als relativ einfache Putzbauten gestaltet und sind leicht gegeneinander versetzt. Optische Abwechslung bietet vor allem die Giebel- und Dachgestaltung. Die abschließenden Bauten sind quer zu den restlichen Häusern gebaut und stellen so auch optisch den Schlusspunkt der Siedlung dar.

Die Gesamtanlage steht heute unter Denkmalschutz und die Häuser befinden sich zum überwiegenden Teil in Privatbesitz. Neben einem Siedlungsprojekt in Berlin-Wedding stellt die Siedlung in Buch die älteste öffentliche Wohnanlage Berlins dar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst-Peter Wolff, Arno Kalinich: Zur Geschichte der Krankenhausstadt Berlin-Buch. Mabuse Verlag, 2006.
  • Dörte Döhl: Ludwig Hoffmann - Bauten für Berlin 1896-1924. Ernst Wasmuth, 2004
  • Ludwig Hoffmann (veröffentlicht von Wolfgang Schäche): Lebenserinnerungen eines Architekten. Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin Beiheft 10, Gebr. Mann Verlag, Berlin 1983.
  • Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin: Berlin und seine Bauten - Teil VII, Band A: Krankenhäuser. Ernst & Sohn, Berlin 1997.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heilanstalten in Berlin-Buch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b aus Hoffmann: Lebenserinnerungen eines Architekten
  2. a b aus dem Sitzungsprotokoll der Stadtverordnetenversammlung am 23. Januar 1902; nach Döhl 2004
  3. aus Neubauten der Stadt Berlin, Bd. 7
  4. Die Areale in Berlin-Buch. berlin-buch.com, abgerufen am 23. September 2013.
  5. aus Hoffmann: Das Genesungswerk in Buch
  6. aus Hoffmann: Lebenserinnerungen eines Architekten