Heiligenhaus
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
|
51.3166666666676.966666666666753 bis 242
Koordinaten: 51° 19′ N, 6° 58′ O
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||
| Kreis: | Mettmann | ||||
| Höhe: | 53 bis 242 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 27,47 km² | ||||
| Einwohner: |
26.963 (31. Dez. 2008)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 982 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 42579 | ||||
| Vorwahlen: | 02056, 02054, 02102 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | ME | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 58 012
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| Stadtgliederung: | 6 Honschaften | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstraße 159 42579 Heiligenhaus |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Jan Heinisch seit 2004 (CDU) |
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| Lage der Stadt Heiligenhaus im Kreis Mettmann | |||||
Heiligenhaus ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Norden des Kreis Mettmanns. Sie liegt im Städtedreieck Düsseldorf–Essen–Wuppertal im Niederbergischen Land und dem Regierungsbezirk Düsseldorf.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Die Stadt erstreckt sich auf einem in west-östlicher Richtung verlaufenden ungefähr 160 Meter hohen Geländerücken, der nach Norden und Süden zum Vogelsangbachtal beziehungsweise Angertal hin stark abfällt.
Heiligenhaus hat (im Uhrzeigersinn) eine gemeinsame Stadtgrenze mit der kreisfreien Stadt Essen sowie mit Velbert, Wülfrath und Ratingen (alle Kreis Mettmann).
Entfernungen zu Großstädten:
- Düsseldorf: ca. 23 km
- Essen: ca. 21 km
- Köln: ca. 73 km
[Bearbeiten] Stadtteile
Die Stadt besteht aus den Stadtteilen Abtsküche, Beeker Busch, Hasselbeck, Heide, Hetterscheidt, Hofermühle, Innenstadt, Isenbügel, Leubeck, Migua, Nonnenbruch, Oberilp, Oberstadt, Oefte, Tüschen, Unterilp, Unterstadt, Vogelsang, Waldsiedlung, Werkerwald und Wassermangel. Im Entstehen ist der Stadtteil Selbeck.
Der Stadtteil Hetterscheidt wurde in Harry Binghams Roman „The Sons of Adam“ (New York 2004, ISBN 0007157924) erwähnt. In diesem wird ein Kriegsgefangenenlager des untergegangenen Deutschen Kaiserreichs für westliche Offiziere während des Ersten Weltkrieges geschildert: „in Hetterscheidt [...] a little way outside Düsseldorf“.
Die Hofbezeichnung Isenbügel wurde 1250 erstmalig als Isenbugele erwähnt. Nach dem Hof Isenbügel wurde die gleichnamige Honschaft und somit auch der Stadtteil benannt.
[Bearbeiten] Einwohner
Einwohnerzahlen (jeweils zum 31. Dezember):
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 5.368 |
| 1947 | 11.947 |
| 1953 | 15.034 |
| 1964 | 25.028 |
| 1967 | 27.541 |
| 1975 | 29.886 |
| 1989 | 29.438 |
| 1992 | 30.198 |
| 1998 | 28.941 |
| 1999 | 28.595 |
| 2000 | 28.442 |
| 2001 | 28.402 |
| 2002 | 28.373 |
| 2003 | 28.025 |
| 2004 | 27.789 |
| 2005 | 27.750 |
| 2006 | 27.415 |
| 2007 | 27.312 |
| 2008 | 26.833 |
| Einwohnerzahl am 31. März 2009 | |||
|---|---|---|---|
| männlich | weiblich | insgesamt | |
| 13.033 | 13.713 | 26.746 | |
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
| Partei | 2009 | 2004 | 1999 |
|---|---|---|---|
| CDU | 16 | 17 | 21 |
| SPD | 9 | 10 | 12 |
| FDP | 6 | 5 | 5 |
| Wahlalternative Heiligenhauser Liste | 5 | - | - |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften bestehen zu:
- Meaux in Frankreich
- Basildon und Mansfield in England
- Zwönitz im Erzgebirge.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Im kulturellen Bereich finden Kunstausstellungen, Theatervorstellungen, Kleinkunst und Konzertabende in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums und im „Club - Zentrum für Kultur und Freizeit“ des Jugendfreizeitheimes statt. Außerdem bestehen eine Stadtbücherei, Museum Abtsküche - Heimatkundliche Sammlung - mit Backhaus und das Feuerwehrmuseum mit Geräten und Ausrüstungsgegenständen aus 150 Jahren Feuerwehrgeschichte.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Evgl.-ref. Stadtkirche (Alte Kirche); schlichte barocke Saalkirche von 1769.
- Katholische Kirchen St. Suitbertus (genannt „Dom“ aufgrund des hohen, weithin sichtbaren neugotischen Turmhelms; Grundsteinlegung der Kirche 5. Juli 1896, später Kriegsbeschädigungen) und St. Ludgerus (Konsekration 1962); ferner die katholische Kapelle St. Jakobus (fertiggestellt 1909 im neoromanischen Stil) in der Abtsküche / Hetterscheidt gegenüber dem Stauteich, dort ehemalige Sommerresidenz der Äbte von Werden.
- Die ehemalige Pilgerhütte Otterbeck in Heiligenhaus, in der Gerhard Tersteegen wirkte, hatte ihren Namen nach den dort ansässigen Bauern. Vermutlich ist die Familie Otterbeck zurückzuführen auf eine gleichnamige Bauernschaft bei Gescher in Westfalen. Die Otterbeek heißt heute kartografisch „Uhlandsbach“.
- Die evanglelisch-lutherische Kirche von 1788/89 an der Hauptstraße wurde 1928 abgerissen.
- 2009 wurde die erste Waggonbrücke Deutschlands von Ulrich Diehl errichtet.
[Bearbeiten] Sport
Es bestehen mehrere Sportstätten und das Frei- und Hallenbad Heljensbad . Dort sind auch die Sportkegler vom SKV Heiligenhaus heimisch, die einige Weltmeister hervorgebracht haben. Im Jahr 2007 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga.
45 km markierte Wanderwege führen in der „Industriestadt im Grünen“, durch das Anger- und Vogelsangbachtal bis ins Ruhrtal.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Heiligenhaus hat knapp 13.000 Arbeitsplätze, davon etwa 9.700 in der mittelständisch-strukturierten Metall verarbeitenden Industrie. Bedeutung hat die Stadt als Standort der Zulieferindustrie für die deutsche Automobilproduktion, es werden Schlösser, Beschläge, Verriegelungen produziert. Traditionell ist in Heiligenhaus Schloss- und Baubeschlagindustrie ansässig. Bekanntester Industriebetrieb ist die Kiekert AG als Hersteller von Autoschließsystemen unter anderem für VW, BMW. Im Jahr 2000 wurde die Kiekert AG vom Finanzinvestor Permira für 530 Mio € über eine fremdfinanzierte Übernahme erworben. Aufgrund der hierbei übertragenen Schuldenlast und der schlechten Konjunktur auf dem Automobilmarkt, drohte die Firma 2006 in die Insolvenz zu gehen. Die Insolvenz konnte jedoch abgewendet werden.
Die gesamte Industrie in Heiligenhaus hat im Jahr 2005 einen Umsatz von 939 Mio. Euro.
[Bearbeiten] Schienen- und Busverkehr
Heiligenhaus besitzt keinen Bahnanschluss mehr, der Schienenpersonenverkehr wurde in den 1960er Jahren eingestellt. Die heute stillgelegte Niederbergbahn wurde von 1913 bis 1920 bzw. 1926 (durchgehende Verbindung nach Kettwig), mit Unterbrechung wegen des Ersten Weltkrieges, errichtet und führte von Kettwig über Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath nach Vohwinkel. Sie führte in den 1920er Jahren zu einer massiven Verschuldung der Stadt. Die Reichsbahn wollte nach dem Ersten Weltkrieg die Trasse nur weiterbauen, wenn sich die Stadt zu einem Drittel an ihrer Finanzierung beteiligen würde, dies war eine für die Stadt nicht aufzubringende Summe. Velbert bot an den Bau zu finanzieren, wenn Heiligenhaus sich eingemeinden ließe, was ausgeschlagen wurde. Schließlich gab es Unterstützung durch die Stadt Kettwig und dem Kreis Mettmann.
Bis zum Zweiten Weltkrieg waren Güter- und Personenverkehr auf der Strecke recht gering. Da jedoch die Industrie in Heiligenhaus und Velbert zu wichtigen Rüstungsproduzenten entwickelten und die Pendlerzahlen nach Velbert enorm stiegen war die Strecke während des Zweiten Weltkrieges ausgelastet. Als die Strecken um die Großstädte herum immer stärker durch Bombenangriffe zerstört wurden befuhren auch Fernverkehrszüge die Niederbergbahn. Ein Ende fand dieser starke Verkehr, als die zurückweichenden deutschen Truppen die Ruhrbrücke bei Kettwig sprengten, fortan endeten alle Züge in Kettwig vor der Brücke.
1960 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1976 wurde die Strecke von Heiligenhaus nach Kettwig stillgelegt und 1980 zum Fahrradweg umgebaut, am 28. Dezember 1994 fuhr der letzte Güterzug von Heiligenhaus nach Velbert, 1996 verlor auch Velbert seinen Bahnanschluss. Bemerkenswert ist, dass die Bahnlinie im Heiligenhauser Stadtgebiet über zwei große Natursteinviadukte führt.
Am 11. Oktober 1899 wurde die 6,5 km lange elektrische Straßenbahnlinie von Velbert nach Heiligenhaus eröffnet. Diese wurde 1952 stillgelegt. Von 1899 bis 1923 verkehrte eine dampfbetriebene Kleinbahn von Heiligenhaus nach Hösel. Ein Fußgänger- und Fahrradweg soll auf der stillgelegten Trasse angelegt werden.
Die Buslinien 770 nach Ratingen Ratingen-Hösel oder 771 nach Ratingen Mitte stellen den Anschluss an die S 6 Köln – Düsseldorf – Ratingen Ost – Essen her. Außerdem besteht durch die Buslinie 772 eine Verbindung über den Stadtteil Unterilp nach Essen-Kettwig und an die dort gelegene S-Bahnstation Kettwig Stausee.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
[Bearbeiten] Wirtschaftsstruktur
| Wirtschaftsstruktur (31. Dezember 2005) - Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte | |||
|---|---|---|---|
| absolut | in % | ||
| Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Fischzucht | 109 | 1.1 | |
| Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden | 0 | 0,0 | |
| Verarbeitendes Gewerbe | 6244 | 64,9 | |
| Energie- und Wasserversorgung | 72 | 0,7 | |
| Baugewerbe | 394 | 4,1 | |
| Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz und Gebrauchsgütern | 1035 | 10,8 | |
| Gastgewerbe | 101 | 1,0 | |
| Verkehr und Nachrichtenübermittlung | 360 | 3,7 | |
| Kredit- und Versicherungsgewerbe | 110 | 1,1 | |
| Grundstücks- und Wohnungswesen | 285 | 3,0 | |
| Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung | 219 | 2,3 | |
| Erziehung und Unterricht | 67 | 0,7 | |
| Gesundheits-, Veterinär-, Sozialwesen | 477 | 5,0 | |
| Erbringung sonstiger öffentlicher und persönlicher Dienstleistungen, Private Haushalte | 151 | 1,6 | |
| sonstiges | 0 | 0,0 | |
| gesamt | 9626 | 100 | |
| Veränderung seit 1999 (31.12) | -2685 | -21,8 | |
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Das Rathaus, in der Stadtmitte gelegen, ist seit 1989 durch einen modernen Anbau gemeinsames Haus für Rat und Verwaltung. Im neu gestalteten Ratssaal finden nicht nur Sitzungen des Rates, sondern auch Empfänge, Kleinkunst-Veranstaltungen und bürgerschaftliche Begegnungen statt.
Das Klinikum Niederberg im benachbarten Velbert, dessen Eigentümer die Städte Velbert und Heiligenhaus sind, ist auch für Heiligenhaus zuständig.
[Bearbeiten] Bildung
Heiligenhaus verfügt über 15 Kindergärten, 6 Grundschulen, noch eine Hauptschule bis 2010, eine Realschule, eine Gesamtschule und ein Gymnasium. Die berufsbildenden Schulen sind in den Nachbarstädten Velbert und Ratingen ansässig. Für die Erwachsenenbildung steht der Volkshochschul-Zweckverband Velbert/Heiligenhaus zur Verfügung. Die Musikschule ist Ausbildungsstätte für circa 625 Schüler.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] in Heiligenhaus geboren
- Peter Friedrich Engstfeld (1793–1848), Organist und Kirchenlieddichter
[Bearbeiten] mit Heiligenhaus verbunden
- Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg (1900–1974), erste Präsidentin des Vereins Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte, starb in Heiligenhaus
- Peter Ihle (* 1937), Politiker,1999–2004 Bürgermeister der Stadt
- John Steinbeck, dessen Großvater Johann Adolf Großsteinbeck in Heiligenhaus zur Welt kam. Nach seiner Einwanderung in die USA kürzte Großsteinbeck seinen Namen zu Steinbeck.
- Horst Langer (* 1939), Tischtennisspieler, deutscher Meister im Doppel, 1979–2001 TTC Heiligenhaus
- Bernd Liffers (* 1958), Kirchenmusiker und Organist
- Sebastian Boenisch (* 1987), Fußballspieler 1992–2000 SSVG Heiligenhaus
- Jakob Muth (1927-1993), Deutscher Professor der durch seinen Einsatz für die Integration behinderter Kinder ins Schulwesen bekannt wurde
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
Erkrath | Haan | Heiligenhaus | Hilden | Langenfeld (Rheinland) | Mettmann | Monheim am Rhein | Ratingen | Velbert | Wülfrath
