Heiliger Forst

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Buschwindröschen im April im Heiligen Forst

Der Heilige Forst ist ein alter Name für den Hagenauer Forst (Forêt de Haguenau) im Unterelsass (Département Bas-Rhin). In Frankreich wurde er Forêt Sainte genannt. Früher wurde er auch als Hagenauer Reichswald bezeichnet, da er zu den reichsunmittelbaren Besitzungen im Elsass gehörte.[1] Er liegt 40 km westlich von Baden-Baden, etwa 30 km westlich des Rheins. Der Heilige oder Hagenauer Forst ist mit etwa 21.000 Hektar der größte zusammenhängende Wald im Elsass und der sechstgrößte in ganz Frankreich.[2]

Der Heilige Forst blieb als Waldfläche zwischen Pfaffenhofen (Pfaffenhoffen) im Westen, Bischweiler (Bischwiller) im Südosten und Selz (Seltz) im Nordosten erhalten, da sein Sandboden nicht fruchtbar genug für landwirtschaftliche Nutzung ist.

Seinen Namen erhielt er aufgrund der zahlreichen Klöster und Kirchen, die in ihm errichtet wurden, darunter:

Ein Drittel des Heiligen Forsts war Bestandteil der Mitgift, die Agnes von Waiblingen, die Tochter Kaiser Heinrichs IV., in die Ehe mit Friedrich I. von Staufen, Herzog von Schwaben, einbrachte. Die beiden übrigen Drittel blieben bei den Saliern bzw. gehörten den Herren von Mömpelgard/Lützelburg. Der Heilige Forst wurde in der Folgezeit ein bevorzugtes Jagdrevier der Staufer. Friedrichs Sohn, Herzog Friedrich II., baute auf einer Insel im Fluss Moder ein Jagdschloss, das von dessen Sohn, Kaiser Friedrich Barbarossa, zur Pfalz ausgebaut wurde, und um die sich schließlich die Stadt Hagenau entwickelte.

Im 19. Jahrhundert befand sich hier ein Truppenübungsplatz des Deutschen Heeres für das XV. Armeekorps.

Im Rahmen der Operation Undertone griffen im März 1945 alliierte Truppen die deutsche Heeresgruppe G auf einem 75 km breiten Frontabschnitt zwischen Saarbrücken und Haguenau an und drängten die Wehrmacht zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alfred Overmann: Die Abtretung des Elsass an Frankreich im Westfälischen Frieden. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Neue Folge. Band XIX. Heidelberg. Winter's Universitätsbuchhandlung. 1904. Digitalisat (Google), S. 79 ff
  2. La forêt de Haguenau. Office National des Forêts, abgerufen am 11. Dezember 2014 (französisch).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Carl Eduard Ney: Geschichte Des Heiligen Forstes Bei Hagenau Im Elsass. BiblioBazaar, 2008, ISBN 978-0554548197 (Nachdruck, in Google Books, abgerufen am 29. August 2010).

48.857.8833333333333Koordinaten: 48° 51′ 0″ N, 7° 53′ 0″ O