Heiliges Land

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit der geografischen Region Israel. Siehe auch: Heilige Länder, Helgoland sowie Ta-djeser (Altägypten).
Das Tal des Toten Meeres

Die Bezeichnung Heiliges Land (hebräisch ‏ארץ הקודשÉreẓ haQodeš, Latein: Terra Sancta, griechisch Άγιοι Τόποι Hagioi Topoi, arabisch ‏الأرض المقدسة‎, DMG al-Arḍu l-Muqaddasa) ist eine allgemein-religiöse Bezeichnung für die historische geografische Region Israel. Sie betrifft Gebiete von religiöser Wichtigkeit für die vier monotheistischen abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum, Islam und Bahaismus. Ein Teil der Heiligkeit dieser Region entspringt der religiösen Wichtigkeit von Jerusalem und seiner Bedeutung als dem Land der Verheißung, das Abraham und dem Volk Israel laut Altem Testament von Gott versprochen wurde.

Christliche Geschichte[Bearbeiten]

Die Kreuzzüge wurden um das Heilige Land geführt, um es für die Religion der Christenheit zurückzuerobern, nachdem Al-Hakim 1009 die Grabeskirche in Jerusalem, eines der größten Heiligtümer des Christentums, zerstört hatte. Heute steht diese Region im Mittelpunkt des Nahostkonfliktes. Der Ausdruck geht zurück auf das 4. Jahrhundert, als mit dem Ende der Verfolgungszeit und der Auffindung des „wahren Kreuzes Christi“ in Jerusalem durch Kaiserin Helena das Interesse der Christen an den Schauplätzen der Bibel, vor allem an Jerusalem, erwachte.

Die früheste dokumentierte Reise eines (anonymen) christlichen Pilgers aus Bordeaux ins Heilige Land fand im Jahre 333 statt. Sie führte von Bordeaux nach Jerusalem und ist in einem auf Latein verfassten Itinerarium (Reisehandbuch) mit Angabe der Wegstationen festgehalten.

Viele Geschehnisse aus dem Alten Testament und dem Leben Jesu wurden nun lokalisiert, Gedenkstätten und Kirchen erbaut. Die Wallfahrt ins Heilige Land galt fortan als bedeutsam für das Seelenheil.

Christen im Heiligen Land[Bearbeiten]

Die Christen im Heiligen Land machen lediglich einen Teil von zwei Prozent der Gesamtbevölkerung von Israel, Palästina und Jordanien aus und werden mit circa 400.000 Gläubigen in 13 traditionellen Kirchen (fünf orthodoxe Kirchen, fünf unierte Ostkirchen, die römisch-katholische Kirche, Anglikanische Gemeinschaft, Evangelisch-lutherische Kirchen) angegeben. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem unterhält 63 Pfarren und 42 Schulen mit insgesamt 19.000 Schülern. Es wird maßgeblich unterstützt vom Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Terra Sancta sive Palæstina (1759)

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert L. Wilken: Art. Heiliges Land. In: Theologische Realenzyklopädie 14 (1985), S. 684-694 (mit weitergehenden Literaturangaben).
  • Meinolf Schumacher: Die Konstituierung des „Heiligen Landes“ durch die Literatur. Walthers „Palästinalied“ und die Funktion der europäischen Kreuzzugsdichtung. In: Orientdiskurse in der deutschen Literatur. Hrsg. von Klaus-Michael Bogdal, Aisthesis Verlag, Bielefeld, 2007, S. 11-30, ISBN 978-3-89528-555-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Grabesritter“: Vielfältig engagiert im Heiligen Land. kathweb.at, 7. Juni 2011