Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit (Krakau-Łagiewniki)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basilika der Göttlichen Barmherzigkeit
Hauptaltar und Tabernakel mit dem Bild des Barmherzigen Jesus

Das Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit (poln. Sanktuarium Bożego Miłosierdzia) im Stadtteil Łagiewniki der südpolnischen Metropole Krakau ist eine junge römisch-katholische Wallfahrtsstätte. Sie ist der Verehrung der Barmherzigkeit Gottes im Jesusbild von der Göttlichen Barmherzigkeit nach der Beschreibung der heiligen Faustyna Kowalska gewidmet. Auch das Grab Sr. Faustynas befindet sich hier. Zentrum der Anlage ist die ab 1999 nach Plänen von Witold Cęckiewicz erbaute und am 17. August 2002 durch Papst Johannes Paul II. geweihte Basilika der Göttlichen Barmherzigkeit. Sie hat den Rang einer Basilica minor und eines Internationalen Heiligtums.

Geschichte[Bearbeiten]

1891 wurde in Krakau-Łagiewniki das Kloster der Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit mit einem großen Konventsgebäude und einer neugotischen Klosterkirche unter dem Patrozinium des heiligen Josef gegründet. Dort lebte Sr. Faustyna während ihres Noviziats 1925–1930 sowie in den letzten Wochen bis zu ihrem Tod am 5. Oktober 1938. Sie wurde auf dem Klosterfriedhof beerdigt.

Sr. Faustynas mystische Erfahrungen und das nach ihrer Beschreibung 1944 von Adolf Hyła für die Klosterkirche gemalte Bild des Barmherzigen Jesus wurden rasch populär. 1966 wurden ihre sterblichen Überreste exhumiert und in der Kirche unter einer Steinplatte beigesetzt.[1]

Die offizielle römische Anerkennung erfolgte jedoch erst 1978 nach langer diözesaner Vorarbeit auf Antrag des damaligen Erzbischofs von Krakau, der kurz darauf als Johannes Paul II. Papst wurde.

Der Papst aus Krakau förderte das geistliche Vermächtnis und die Verehrung Sr. Faustynas. 1993 wurde sie seliggesprochen. Jetzt wurden ihre Reliquien in einem Schrein geborgen, der auf dem linken Seitenaltar der Klosterkirche St. Josef unter dem Originalbild des Barmherzigen Jesus Aufstellung fand.[1] Am 30. April 2000, dem ersten offiziellen Barmherzigkeitssonntag, wurde Sr. Faustyna heiliggesprochen. Inzwischen war die neue Basilika im Bau, und seit ihrer Vollendung zählt das Heiligtum zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten Europas.

Heiligtum[Bearbeiten]

Der Gebäudekomplex des Heiligtums der Göttlichen Barmherzigkeit umfasst außer der Basilika das Kloster mit der Josefskirche, weitere Kapellen, Begegnungsräume und ein Pilgerhotel.

Die Basilika ist ein nach Südosten ausgerichtetes Oval, das auf der Altarseite mit einer geraden Glaswand schließt. In dieser steht über dem Tabernakel mit dem Barmherzigkeitsbild ein hohler, konischer Rundturm, durch den Licht einfällt und dessen Form an die Strahlenbündel des Bildes erinnert. Höher als dieser erhebt sich an der gegenüberliegenden Seite der frei stehende schlanke Glockenturm. An seinem Untergeschoss ist auf einem schiffsbugförmigen Balkon eine Bronzestatue Johannes Pauls II. angebracht, der eine Taube fliegen lässt.

Zur Basilika gehört eine weitläufige Krypta mit verschiedenen Gebets- und Beichträumen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Chronologie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit (Krakau-Łagiewniki) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.0200119.93756Koordinaten: 50° 1′ 12″ N, 19° 56′ 15″ O