Heimatbund Niedersachsen

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Dieser Artikel behandelt den Heimatbund Niedersachsen e. V. Zum niedersächsischen Dachverband siehe Niedersächsischer Heimatbund e. V.
Logo des Heimatbundes Niedersachsen mit dem Leitspruch „Jümmer vorwarts“

Der Heimatbund Niedersachsen e. V. (HBN) ist ein Verein, der in Kooperation mit Landes- und Kommunalbehörden die allgemeine Bildung zum Oberthema Heimat mit Schwerpunkten in Naturschutz, Umweltschutz, Denkmals- und Kulturpflege zum Ziel hat. Die Mitgliedschaft steht natürlichen und juristischen Personen offen.[1]

2009 hatte der Heimatbund Niedersachsen rund 6.500 Mitglieder in ca. 50 Ortsvereinen. Er wurde am 9. Mai 1901 in Hannover gegründet; die Geschäftsstelle befindet sich in der Stadt Langenhagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sitz des Vereins in der Walsroder Straße 89 in Langenhagen

Bereits 1898 bildete sich in Hannover ein Stammtisch Niedersachsen, dessen Mitglieder die heimische Sprache, Literatur und Architektur fördern und schützen wollten. Drei Jahre später gründete man im Hotel Vierjahreszeiten am Aegidientorplatz den Heimatbund Niedersachsen als eingetragenen Verein – damit ist der Heimatbund Niedersachsen Deutschlands ältester Heimatverein.

Zu den Gründervätern gehörten neben dem Bankier und Politiker August Basse[2] zahlreiche Literaten und bildende Künstler, unter anderem Julius Kettler, der der erste Vorsitzende wurde, Hermann Löns, die Brüder Friedrich und August Freudenthal, Heinrich Vogeler aus der Künstlerkolonie Worpswede, Lulu von Strauß und Torney, Börries von Münchhausen und Hermann Claudius.

Bereits 1902 initiierte der Heimatbund Niedersachsen den Niedersachsentag (nicht: Tag der Niedersachsen) als zentrale Veranstaltung zur Heimatpflege. Aus dem Organisationsausschuss, Vertretertag genannt, bildete sich beginnend mit der konstituierenden Sitzung am 6. Oktober 1905 eine eigene Trägerorganisation für den Niedersachsentag, die 1934 unter dem Namen Niedersächsischer Heimatschutz in das Vereinsregister eingetragen wurde.[3]

Sieben Jahre nach Vereinsgründung konnte 1908 mit der Eröffnung des Vaterländischen Museums – das heutige Historische Museum – in Hannover ein weiteres Vereinsziel erreicht werden.

In der Zeit des Nationalsozialismus musste der Verein seinen Namen in Hannoversche Heimatfreunde ändern und wurde 1942 in das Gauheimatwerk überführt. Er gründete sich am 10. Mai 1946 wieder unter dem alten Traditionsnamen.

Auslobungen[Bearbeiten]

Georg Ruppelt (Mitte) mit der Cord-Borgentrick-Stein-Urkunde, überreicht von Heinz-Siegfried Strelow (links) und dem ersten Bürgermeister von Hannover, Thomas Hermann, 2014

2008 lobte der Heimatbund Niedersachsen unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover erstmals den Cord-Borgentrick-Stein für Personen aus, die sich ehrenamtlich für Geschichte, Denkmalpflege oder Tradition in Hannover eingesetzt haben. Der Stein wird am Döhrener Turm gesetzt.[4] Erste Preisträgerin war Christel Wiedemann († 2008), die sich in den 1970ern für den Erhalt des Döhrener Turms eingesetzt hatte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Vorsitzende[Bearbeiten]

  • 1986-2002: Architekt Peter Hübotter[5]
  • Heinz-Siegfried Strelow, Präsident und Redakteur der Zeitschrift Heimatland[6]

Ehrenmitgliedschaften[Bearbeiten]

Bekannte Ehrenmitglieder waren:

Bekannte Mitglieder (über die bereits genannten hinaus) waren:

Publikationen[Bearbeiten]

  • Heimatland. Zeitschrift für Heimatkunde, Naturschutz, Kulturpflege. Mit ständigen Berichten und Bildern aus dem Historischen Museum am Hohen Ufer Hannover. Herausgegeben vom Heimatbund Niedersachsen e. V., Hannover. Gegründet 1901, Erscheinungsweise vierteljährlich
  • seit 1987: Schriften zur Heimatpflege, bisher 18 Bände[7], darin:
    • Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Heimat bewahren – Heimat gestalten gestalten, Beiträge zum 100jährigen Bestehen des Heimatbundes Niedersachsen 2001, Hannover 2001, 200 Seiten, ISBN 3980067742[8]
  • Heinz-Siegfried Strelow (Hrsg.): 111 Jahre Heimatbund Niedersachsen. Aus unserer Arbeit 2001 - 2012, Langenhagen: Heimatbund Niedersachsen, 2012, ISBN 978-3-938385-47-0

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heimatbund Niedersachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Satzung des Heimatbundes Niedersachsen e. V., Hannover, in der von der Jahreshauptversammlung am 9. Mai 1992 beschlossenen Fassung
  2. Waldemar R. Röhrbein: BASSE, (1) August, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 43; online über Google-Bücher
  3. Geschichte des Niedersächsischen Heimatbundes e. V., abgerufen am 21. August 2009
  4. Auslobung Cord-Borgentrick-Stein vom 10.November 2008 (PDF; 231 kB), abgerufen am 22. August 2008
  5. Vergleiche die Dokumentationen bei Commons (siehe unter dem Abschnitt Weblinks)
  6. Heinz-Siegfried Strelow (Verantw.): Präsidiumsmitglieder auf der Seite heimatbund-niedersachsen.de, zuletzt abgerufen am 18. November 2014
  7. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  8. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek